Jump to ratings and reviews
Rate this book

Auf die Länge kommt es an: Tiny Tales. Sehr kurze Geschichten

Rate this book
Die Linie war blau. Schwanger. Sie ging zurück ins Schlafzimmer, glitt ins Bett, schmiegte sich an seinen warmen Körper. »Du wirst Onkel.«

2:32 PM Oct 15th



Der Tunnelbau ging gut voran: Er musste jetzt ungefähr unter der Berliner Mauer sein. Noch etwa ein Jahr. Im November '89 würde er flüchten.

4:30 PM Nov 9th



»Trick or Treat?« Die verkleideten Kinder strahlten die Rentnerin an. »Kommt doch rein!« sagte die Kreatur. Sie schwitzte unter der Maske.

1:09 PM Oct 31st



Merkel spürte einen leichten Schwindel, als sie das Podium betrat. 9357 km entfernt ergriff der Schamane die Voodoopuppe. Das Ritual begann.

8:35 PM Jan 2nd



Grimme-Preisträger Florian Meimberg braucht nur 140 Zeichen für die ganz großen Geschichten. TINY TALES ist Literatur im Twitter-Format. Verdichtet auf ihre Essenz. Der Spannungsbogen ist reduziert auf maximal 3 Sätze. Der Twist explodiert im allerletzten Wort. Eine neue Form der Literatur.

184 pages, Kindle Edition

First published October 4, 2011

2 people are currently reading
34 people want to read

About the author

Florian Meimberg

1 book1 follower

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
20 (20%)
4 stars
37 (38%)
3 stars
31 (31%)
2 stars
5 (5%)
1 star
4 (4%)
Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for reherrma.
2,137 reviews37 followers
April 16, 2018
Der Band von Ultra-Kurz-Geschichten im TWITTER-Format (Höchstens 140 Zeichen sind erlaubt) enthält eine unbekannte Menge dieser, teils skurilen, überraschenden, unglaublichen Geschichten. Das Besondere ist meist der letzte Satz, oder das letzte Wort, das für den Überraschungseffekt verantwortlich ist. z.B.
Die Linie war blau. Schwanger. Sie ging zurück ins Schlafzimmer, glitt ins Bett, schmiegte sich an seinen warmen Körper. "Du wirst Onkel." oder...
Papst Leo seufzte. Das Papyrus-Fragment stammte zweifellos aus der Zeit Christi. Aber die Zeichen ergaben einfach keinen Sinn. "http://..."
Der Werbefilmer und Grimme-Preisträger Florian Meimberg wurde durch das Storytelling von ultrakurzen Werbefilmen inspiriert, bei dem in gut inszenierten 30-Sekündern ein ausschweifendes Drama entstehen kann.
Mich haben diese Geschichten an die Größen der SF-Kurzgeschichten erinnert, Autoren wie Frederic Brown oder Robert Sheckley haben zu Ihrer Zeit ähnlich kurze Geschichten verfasst, ohne dass man TWITTER gekannt hat.
Die Geschichten kann man schnell und überall lesen, was meistens aber zurück bleibt ist der Denkanstoß, über den man dann stundenlang nachdenken kann; einfach Spitze !
Profile Image for Alena.
53 reviews413 followers
September 26, 2021
Also bezüglich des Anfangs muss ich sagen, dass einige Tiny Tales mich tatsächlich zum Denken angeregt haben.
Dennoch wurde im weiteren Verlauf ein gewisses Muster klar, weshalb für mich zu diesem Zeitpunkt die Besonderheit und Spannung verschwand. Natürlich fallen ein paar wenige dort aus der Reihe.
Die Intention Florian Meimbergs war es einen kleinen Einblick in große Geschichten zu bieten, was ihm zumindest teilweise auch gelungen ist.
Ich habe dieses Buch gelesen, da die Hochschule an der ich mich bewerben möchte eins der Zitate für eine Aufgabe ausgewählt hat. Um etwas Gestalterisches daraus zu machen finde ich die Zitate sehr gut, aber die Tiefgründigkeit um darüber von allein intensiv nachzudenken blieb ab einem gewissen Punkt aus.
Das Schema ist: ein Einblick in ein gewisses Szenario und ein plakativer Kontrast dazu. Da dieses Schema fast immer beibehalten wurde, schien der Großteil wirklich trivial.
Ich schreibe nun ein paar Zeilen und man würde keinen Unterschied zu den Tiny Tales aus "Auf die Länge kommt es an" feststellen können.

»Sie sah hinaus zum leuchtenden Rot der aufgehenden Sonne. Tom zündete die Bombe«

»Der plötzliche Tod von 200 Menschen schrieb der Autor. Der Teufel saß am Fenster und lachte«


Klar in diese zwei von mir geschriebenen "Tiny Tales" kann man sich eine lange Geschichte hineindenken, vielleicht sitze ich aber einfach auf dem Sofa und habe wahllose Szenarios zusammengewürfelt.
Profile Image for PC.
104 reviews1 follower
June 14, 2018
Ich habe dieses Buch für einen Kurs gelesen und fand es richtig scheiße. Hier sind meine Lektürenotizen. TL;DR: Keine Seele, keine Originalität nach den ersten drei Seiten, Reihenfolge und Thematik absolut nicht nachvollziehbar.

„Auf die Länge kommt es an.“ sei „[e]ine neue Form der Literatur“, so behauptet der Umschlag des Buchs. Meimberg hat die sogenannten „Tiny Tales“ auf Twitter verfasst (und einige weitere, nicht auf Twitter veröffentlichte hinzugefügt) wodurch sie jetzt alle aus 140 Zeichen oder weniger bestehen. In 2011 wurden sie als Buch veröffentlicht. Interessanterweise nicht in der chronologischen Reihenfolge ihrer Veröffentlichung auf Twitter, sondern in Kapiteln. Diese Kapitel heißen Anfang, Lüge, Chaos, Irrtum, Leben, Angst, Überraschung, Hass, Wahrheit, Täuschung, Glück, Wahn, Pech, Tod, Liebe und Ende. Erstens muss gesagt werden, dass die Unterteilung der verschiedenen Erzählungen in diesen Kapiteln thematisch unpassend ist. Es ist nicht nachvollziehbar wie die Entscheidung pro Tweet getroffen ist. Wieso gehört zum Beispiel

Lautlos trat das Shuttle in den Mars-Orbit ein. Capt. Dale starrte durch die Luke in die rote Fremde. Er war der Erste, der die Städte sah.

im Kapitel „Irrtum“, während

Die Luft über Cape Canaveral flimmerte, als die Astronauten ausstiegen. Dass sie nicht allein waren, erfuhr die Welt 19 Sekunden später.

in „Leben“ gehört? Dies ist nur ein einziges Beispiel eines systematischen Problems: diese zwei Tweets sind thematisch völlig gleich. (Wobei das Thema so ungefähr wie „HA! Außerirdische!“ zusammengefasst werden kann.) Es gibt keinen logischen Grund dafür, einen dieser Tweets in „Irrtum“ und den Anderen in „Leben“ unterzuteilen. Das zweite Auffällige an der Existenz dieser Einteilung in Kapiteln ist außerdem die Tatsache, dass sie eine Art von Linearität suggeriert. Das ganze Buch nimmt die Leser vom „Anfang“ zum „Ende“ mit. Diese überspannende Linearität gibt es aber in den tatsächlichen Erzählungen überhaupt nicht.

Die Tatsache, dass die beiden oben genannten Erzählungen als „HA! Außerirdische!“ zusammengefasst werden können ist in sich selber auch schon auffällig: Fast genau das gleiche Thema taucht in fast der gleichen Form zweimal auf. Und das passiert noch viel häufiger. Das Thema, dass die Welt in einer großen Katastrophe zerstört wird, taucht zum Beispiel auf den Seiten 59, 77, 95, 99 und sogar zweimal auf Seite 97 auf, wobei jedes Mal der ganze Sinn der Geschichte das Überraschen durch das Erwähnen dieser Situation zu sein scheint. Andere Themen, die sehr oft vorkommen, sind zum Beispiel: „Überraschung! Inzest!“ und „Was, wenn diese berühmte historische Figur etwas anderes getan hätte?“.

Natürlich ist es kein einziges Problem, wenn ein Schriftsteller das gleiche Thema mehrmals verwendet. Manche Autoren setzen sich in ihrem ganzen Werk mit nur einigen Themen auseinander, wobei vielleicht mal neue Perspektiven oder Herangehensweisen zu sehen sind. Und gerade das fehlt in diesem Buch, oder in diesen „Tiny Tales“: Jeder Tweet ist eigentlich in einem tieferen Sinn gleich, und bringt nichts neues, außer dem „Twist“, die, so sagt der Umschlag, im letzten Wort „explodiert“. Für mich ist das ganze Werk nicht wegen seiner immer wieder auftauchenden Settings, Figuren, Themen und Redewendungen unbefriedigend, sondern wegen dieser immer gleichen Herangehensweise: Es scheint so, als wäre die einzige Absicht des Autors mit jeden Tweet, seine Leser zu überraschen. Dies wird mir nach drei Erzählungen schon zu langweilig (genau das Gegenteil von überraschend!) und ich hatte auch große Schwierigkeiten damit, das ganze Buch zu lesen. Als es mir dann letztendlich gelang, hatte ich das Gefühl, seit dem ersten Tweet nichts neues erfahren zu haben.

Nicht nur die Tatsache, dass man immer wieder ohne weitere Impulse nur vom Text überrascht werden soll, war langweilend, sondern auch der Art dieser Überraschungen. Die Figuren des Werks sind alle im Grunde genommen unsympathisch, wenn nicht explizit böse und selbstsüchtig, und der „Twist“ ist jedes einzige Mal negativ, unangenehm, bestürzend oder traurig. Man wird also nicht nur immer wieder überrascht, sondern auch immer wieder negativ überrascht.


Es muss nicht unbedingt so sein: „Twitteratur“ kann auch gut sein! Vielleicht wird es von seinem Hintergrund in der Werbungsbranche verursacht, vielleicht war er einfach schon ziemlich früh dabei, aber seit Florian Meimberg seine „Tiny Tales“ veröffentlicht hat sind Accounts entstanden, die das Medium Twitter meiner Meinung nach viel besser für das Verfassen und Teilen ihrer Geschichten verwenden. Das beste und relevanteste Beispiel von denen ist der Account @MicroSFF (Micro Science-Fiction/Fantasy, auch in der ins Deutsche übersetzten Version unter @MicroSFFde verfügbar). Der Besitzer dieses Accounts ist O. Westin. Westin verfasst seit Frühling 2013 genau wie Meimberg kurze Geschichten innerhalb eines Tweets, wobei er nur ausnahmsweise einige Tweets aneinanderreiht zu einer größeren – aber immer noch kurzen – Geschichte. Die ersten 100 Tweets wurden auch in Buchform veröffentlicht, wie die „Tiny Tales“ Meimbergs.
Profile Image for Anneliese.
179 reviews48 followers
December 26, 2014
Die Idee ist sehr genial und regt die Fantasie an. Ein Makel ist jedoch, dass oft die Themen Endzeit, Zeitreisen, heutige Dinge in der Zukunft/Vergangenheit verwendet werden und so viele Geschichten gedoppelt wirken.
Profile Image for Felia (Library of little Worlds).
13 reviews25 followers
September 22, 2017
2,5 Sterne.
Ich finde, dass die Idee dieser Tiny-Tales wirklich toll ist. Man bekommt in 140 Zeichen einen kleinen Schocker vorgesetzt! Über manche dieser kleinen Geschichten konnte man sich noch Ewigkeiten danach Gedanken machen, allerdings gab es auch andere, die entweder sehr unepisch waren, oder die ich nicht verstanden habe. Dazu gab es oftmals auch Wiederholungen von Konzepten, was mich vor allem zum Ende hin recht gestört hat.

Weiterempfehlen würde ich es schon, aber nicht zum einmal durchlesen, sondern zum immer wieder mal reinblättern!🙂
Profile Image for Katharina.
510 reviews102 followers
July 27, 2012
Dieses Buch war ein bisschen das, was ich mir von Twitterature: The World's Greatest Books Retold Through Twitter (vergeblich) versprochen hatte. Es sind Geschichten in ihrer konzentriertesten Form.
Natürlich, manche Dinge haben sich wiederholt und nicht alle Tiny Tales wären nötig gewesen. Aber es ist eine gute Idee, intelligent, erzählerisch raffiniert und mit viel bösen Humor ausgeführt. Definitiv lesenswert.
Profile Image for Aurumora.
547 reviews20 followers
December 16, 2017
Kein richtiges Buch meiner Meinung nach, aber manche Sachen können darin erheitern. Wenn ihr es billig bekommt, kann man mal zuschlagen.

Das sind einfach extrem kleine Geschichten aus Twitter auf eine bestimmte Zeichenzahl begrenzt.

Die Schriftgröße ist recht angenehm.

Tipp: Lest einem Freund vor und teilt eure Meinungen darüber.
Profile Image for Samuel.
2 reviews
April 6, 2013
Ich kann gar nicht genug von diesen brillianten, auf das wesentlichste konzentrierten Kurzgeschichten bekommen. Manche meinen, dass das kein richtiges Buch ist, aber ich finde, es sind viele, viele Bücher in Einem, weil man mit ein bisschen Fantasie zu jedem Tweet einen Roman schreiben könnte.
Profile Image for Nora.
86 reviews9 followers
December 23, 2019
Manche Geschichten sind witzig, manche sehr überraschend, teilweise dunkler Humor. Aber manche fand ich auch einfach absurd oder etwas böse... Manche habe ich vermutlich auch nicht verstanden :D ganz unterhaltsam für zwischendurch.
Displaying 1 - 11 of 11 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.