Haworth und Umgebung in Yorkshire: Dies war das Zuhause der sechs Brontë Geschwister von denen leider zwei im Kindesalter verstarben, drei darauf mit Ende Zwanzig/Anfang dreißig und nur Charlotte als Einzige die Ende dreißig erreichte und verheiratet war. Anhand von zahlreichen Bildern zeigt das Büchlin die Orte und Landschaften, die die Geschwister bewohnten, besuchten und die sie so sehr liebten, dass sie für Emily, Anne und Charlotte als Vorbild für ihre Geschichten dienten. Eine mitunter karge und einsame Gegend die aber genau dadurch die Fantasie der Brontës anregte und beflügelte.📖
Nachdem mich Emily Brontës ,,Sturmhöhe" neulich so zermürbt und aufgebracht hatte, mich aber auch noch so positiv an Charlottes ,,Jane Eyre" erinnerte, wollte ich mal ein wenig mehr über die Brontës erfahren. Dieses Büchlein stand schon ein Weilchen bei mir noch ungelesen im Regal und nun war seine Zeit gekommen. Es handelte sich eher um eine kurze Zusammenfassung ihrer Leben, weniger eine richtige Biografie. Die wichtigsten Ereignisse wurden am Anfang aufgelistet, zwei kleine Karten gaben einen Überblick der Ortschaften. Danach folgten die Häuser, Städte und Landschaften, die im Leben der Geschwister eine wichtige Rolle gespielt haben, begleitet von sehr schönen, stimmigen Fotografien. Zusätzlich gab es viele Auszüge aus ihren Büchern und Gedichten um einen die Gegend um Haworth noch näher zu bringen. Um ihr Leben vollkommen zu verstehen und mich ganz in diese Zeit versetzen zu können, war dieses Büchlein definitiv zu kurz und kratzte nur an der Oberfläche. Aber es hat mir einen kleinen Eindruck vermitteln können, wer sie waren und auch welches Kreuz sie mitunter zu tragen hatten. Emily schien von den drei Schriftstellerinnen wohl die schüchternste, zurückhaltendste gewesen zu sein. Sie hielt es nicht lange aus von ihrem Zuhause getrennt zu sein und war fest verbunden mit den Yorkshire Moors. ,,Stille Wasser sind tief"- so heißt es ja und auf sie schien das zuzutreffen, als sie mit ,,Sturmhöhe" dann diese Wucht von Brutalität und Grausamkeit schrieb. Das hat mich definitiv erstaunt. Charlotte war offenbar die geselligere und gesellschaftlich mehr unterwegs. Es muss sehr hart für sie gewesen sein alle ihre Geschwister zu überleben, jedoch war es erleichternd zu lesen, dass sie ein freundschaftlich gutes Netz hatte, das sie dann auffing. Und Anne, die anscheinend etwas zarter war und stotterte, konnte offenbar sehr gut mit Kindern. Von ihr muss ich erst noch ein Werk lesen. Von ihrem Vater und ihrer bereits sehr früh verstorbenen Mutter konnte ich mir kaum ein Bild machen, ebensowenig von den zwei ebenfalls sehr früh verstorbenen Geschwister Maria und Elizabeth. Der Bruder allerdings schien leider oft Pech zu haben. Kaum hatte er eine gute Position bei der Bahn erreichen können wurde er gefeuert. Hatte er eine neue Stelle als Hauslehrer gefunden, gab es Probleme mit romantischen Verwicklungen, was auch wieder zur Entlassung führte. Sein Alkohol- und Opiumkonsum verschlimmerten dann auch noch zusätzlich seine Lage. Die Brontës hatten wie so viele im 19. Jahrhundert kein ganz einfaches Leben und waren gesundheitlich sehr gestraft. Doch vorallem die drei Schwestern schafften es in ihrer kurzen Zeitspanne, die ihnen vergönnt war, Großes zu schaffen, das die Zeit überlebt hat und heute noch so viele Leser/innen erfreut und mitnimmt. Dafür haben sie meinen Respekt📚🙂