Eines Tages stand mein Freund mit diesem Buch unterm Arm vor meiner Tür und sagte: "Guck mal! Hab ich auf dem Müll gefunden!" Bereits nach 100 Seiten konnte ich die Motivation des Vorbesitzers durchaus verstehen.
Sigrid Damm betont im Anhang des Buches, dass sie nicht ausschmücken wollte, gleichzeitig aber auch keine wissenschaftliche Monographie schaffen wollte, sondern erzählerisch das Leben von Goethes Ehefrau niederschreiben wollte. Was denn nun?
Daraus gemacht hat sie eine mehr oder minder recht dröge und trockene Biografie über Christiane Vulpius, bei der das furchtbarste mit Sicherheit die Sätze ohne Verben waren. Ständig. Jeder Satz. Mit Punkt. Abgetrennt. Davon taten mir irgendwann Augen und Hirn weh.
Überhaupt ist es überraschend, wie jemand aus einer so spannenden Episode in Goethes Leben ein so langweiliges Buch schaffen kann. Ich meine: Da hat man schon den (damaligen) Skandal des Nicht-Verheiratetsein, des Standeunterschiedes und Damm gelingt es trotzdem jede Geschichte, jede Anekdote darum, schnarchig zu verpacken.
Das einzig wirklich Neue, dass ich gelernt habe, ist, dass Goethe sein erstes Mal wohl mit ner Prostituierten hatte und er Cervelatwurst mochte.