Es kann zu Verwicklungen kommen, wenn man versucht die deutsch-österreichisch-amerikanisch-schwedisch-britisch-persische Familie endlich einmal unter dem Christbaum zu versammeln oder "Nowrouz" - das persische Neujahrsfest zu Frühlingsbeginn - gemeinsam zu feiern. Es kann schon kompliziert werden, alle Cousins und Cousinen, Tanten und Onkel in den Sommerferien zu besuchen.
Es kommt aber definitiv zu einer globalen Katastrophe, wenn man den Tod des eigenen Vaters vor dessen Mutter geheim halten muss, weil die liebe Verwandtschaft befürchtet, dass Mamanbosorg, meine persische Omi, diesen Schock nicht überleben wird. Eine traurige Angelegenheit, die zu den absurdesten und komischsten Momenten in der Geschichte meiner Familie geführt hat.
Aber um eines muss ich Sie bitten: Meine Familie weiß nichts von diesem Buch und sie wären mir alle auch sehr böse, wenn sie wüssten, dass ich ihre intimsten Geheimnisse ausplaudere. Also, tun wir einfach so, als hätte ich die Geschichte erfunden!
Geboren 1968 in Wien begann Michael Niavarani 1986 seine Karriere als Schauspieler im Graumann Theater und wechselte 1989 ins Kabarett Simpl, dessen künstlerische Leitung er 1993 übernahm. Michael Niavarani ist in zahlreichen österreichischen Fernsehserien, in Kinofilmen und natürlich auch in seinen Kabarett-Programmen zu sehen. Er wurde 2006 als beliebtester Serienstar, 2007 und 2008 als beliebtester Kabarettist mit dem österreichischen TV-Publikumspreis Romy ausgezeichnet. Seine Bücher Vater Morgana (Roman, 2009) und Der frühe Wurm hat einen Vogel (vermischte Schriften, 2011) führten wochenlang die österreichischen Bestsellerlisten an. Nach einem Roman, vielen Kurzgeschichten, einer Handvoll Kabarettprogrammen und unzähligen Sketches für den Simpel schreibt Michael Niavarani nun auch Theaterstücke, u. a. die Komödie „Reset – Alles auf Anfang“. Für seine Shakespeare-Komödien „Die unglaubliche Tragödie von Richard III.“ und „Die höchst beklagenswerte und gänzlich unbekannte Ehetragödie von Romeo & Julia – Ohne Tod kein Happy End“, seinem neuen Theaterstück, gründet er 2014 eigens dafür in Wien ein Shakespeare-Theater; das GLOBE WIEN. Michael Niavarani ist Kabarettist, Schauspieler und Autor, er hat eine Tochter und lebt in Wien. (Quelle: http://www.niavarani.at/biografie)
Ich liebe ja multikulti Familiengeschichten voller Witz und Ironie, und diese hätte sich, wenn es nur um Inhalt, Aussage und Humor ginge, mindestens einen Stern mehr verdient: Eine persische Großfamilie durch die Diaspora verteilt über den ganzen Erdball, versucht der Großmutter den Tod ihres Sohnes zu verheimlichen, damit sie nicht vor Schreck stirbt. Gemeinsam werden verzweifelt die unterschiedlichsten Täuschungsstrategien entwickelt und umgesetzt, von denen logischerweise keine einzige wirklich von Erfolg gekrönt ist. Dies sollte dann in einem Finale der Katastrophen und deren Aufdeckung gipfeln, das bedauerlicherweise dramaturgisch ausbleibt und irgendwie total verpufft.
Da sind wir schon beim großen Schwachpunkt des Romans. Dramaturgie und Sprache. Neben dem nicht so gut gelungengen Ende ist der Roman vom erzählerischen her auch nicht so gut stilitisch angelegt. Der Autor verzettelt und verliert sich in Hintergrundgschichtln, verliert oft völlig den Faden der Ursprungsgeschichte, die er erzählen wollte und muss dann mühsam so ala "wo war ich jetzt nochmal" zur eigentlichen Ausssage zurückspringen. Das ist beim Lesen auch nicht so angenehm vor allem in den ersten beiden Dritteln der Geschichte. Zum Ende hin als jeder Hintergrund bereits breit dargelegt wurde, bessert sich der Stil etwas.
Fazit: Trotzdem werde ich drei Sterne geben, denn die Geschichte an und für sich ist genial und voller Humor. Das Buch läßt den Leser perfekt in die persische Kultur eintauchen.
Das war überraschend nett. Dieses Buch ist auf eine Art und Weise unstrukturiert und voller Abschweifungen, die viel mit mündlichem Geschichtenerzählen zu tun hat - was auch wiederum sehr persisch ist. Außer den Dingen, die ich durch meine eigene internationale (österreichisch-englisch-walisisch-französisch-belgisch-birmanische) Familie sehr gut nachvollziehen kann, wie z.B. eine eigene "sprachenübergreifende" Sprache mit Redensarten und Insiderwitzen, die ansonsten niemand verstehen würde, haben mich besonders die Abschweifungen über die persische Sprache gefreut.
Sehr kurzweilige Geschichte mit vielen interessanten Details zur persischen Kultur, die übertrieben erscheinen mögen, tatsächlich aber in der Realität genau so funktionieren. Ich habe zudem gelernt, wie man den Arsengehalt im Reis durch die persische Kochtechnik reduzieren kann. Danke dafür an den Autor.
Der Unterhaltungswert ist sehr hoch, und auch wenn es nicht intendiert ist, beinhaltet das Buch für mich, die kaum Ahnung von persischer Kultur hat, einiges davon. Das Leben in zweiter Generation -als Iraner - in Österreich- wird auf wunderbare Weise parodiert.
Stoff fuer einen unglaublich lustigen film......unfortunately, my kids German is not proficient enough to enjoy the book fully...... Amazon macht's moeglich....
Sehr nette Geschichte mit multikulturellen Witzen. 100% authentische persische Kultur :) Manchmal muss der Leser sich zwingen um weiterzulesen, aber es ist wert.
NIAVARANI, Michael: "Vater Morgana. Eine persische Familiengeschichte", Wien 2010 Das Buch gibt Einblick in die persische Kultur und Lebensweise, wenngleich sie von einem in Wien geborenen Perser geschrieben wurde und alle handelnden Personen Perser sind, die im Ausland leben und durch diesen Hintergrund - eine Familie lebt in den USA, eine in Schweden, eine in Deutschland und die Familie der Hauptperson in Wien. Das Thema ist sehr skurril und vielleicht auch nicht so wichtig. Ein Mann ist gestorben und man will es seiner Mutter nicht zumuten die Wahrheit zu sagen. Dazu wird ein Schauspieler engagiert, der nach dem Tod des Sohnes diesen vor der Mutter weiterspielt. Die Verwandtschaft zahlt diese "Vorstellung". Eine Mutter kennt aber ihren Sohn und durchschaut am Ende alles. (Hinterbrühl - Düsseldorf, 03.03.2012)
Leider doch nicht so lustig wie der Autor in seinen Kabarettstücken... eine liebe kleine Geschichte, gewürzt mit vielen Anekdoten über die persische Mentalität und Kultur. Nett für Zwischendurch, aber kein großer Wurf. Das Ende (der Doppelgänger fliegt natürlich auf, auch wenn es zur tatsächlichen Vorstellung gar nicht mehr kommt) war vorhersehbar, wie könnte auch eine Mutter ihren eigenen Sohn nicht erkennen? Außerdem verliert sich Niavarani gern in Nebenhandlungen, ein etwas weniger ausufernder Stil hätte dem Buch nicht geschadet.
das buch ist wirklich nicht schlecht. aber es ist auch nicht wirklich der überhammer! vielleicht hätte es mir sogar besser gefallen, wenn da nicht dieser hype drum gewesen wäre, von wegen 'es ist so genial etc.'. es ist ganz witzig, die erzählweise ist fließend und originell, niavarani ist und bleibt einer meiner lieblingskabarettisten, aber es ist bestimmt nicht eines der besten bücher, die ich je gelesen habe.
Man liest und liest und hat das Gefühl nie zu einem Ende zu kommen. Hier bekommt das Sprichwort "Schuster bleib' bei deinen Leisten" eine neue Bedeutung. Michael ist ein unvergleichlich guter Kabarettist, deswegen aber hat er noch lange nichts mit der Schriftstellerei am Hut.