Eigentlich wollte ich Märchen von Hauff lesen, doch schon nach wenigen Absätzen war klar: das hier ist kein Märchen, evtl. kann man es als Schauermärchen durchwinken, sondern eine Novelle von Hauff ähnlich den Stücken seines Freundes ETA Hoffmann.
Die Erzählung spielt in einem kleinen deutschen Fürstentum, ich vermute im Südwesten, zur napoleonischen Zeit Anfangs des 19. Jh. Es geht dabei nicht um die oder eine Figur namens Othello, sondern in typisch romantischer Manier um die Verbindung von Musik und Tod.
Die Tochter des Herzogs, Prinzessin Sophie, hat eine Liebesbeziehung unter ihrem Stande. Sie wünscht sich eine Aufführung der Oper Othello von Rossini. Nun lastet aber seit vielen Jahrzehnten ein Fluch auf dem Theater. Jedes Mal, wenn dort ein Stück mit dem Namen Othello aufgeführt wurde, entweder das Drama von Shakespeare oder die darauf basierende Oper von Rossini, stirbt acht Tage nach der Aufführung ein Mitglied der hohen Familie. Ausgangspunkt des Fluches scheint der Mord an der Schauspielerin zu sein, die etwa 80 Jahre zuvor die Desdemona gegeben hatte. Ein Mord, den der Graf in Auftrag gegeben haben soll und dann vertuschen ließ.
Wie das nun mal mit Prinzessinnenwünschen so ist, dürfen die nicht abgelehnt werden, wie sehr auch der Regisseur des Theaters dagegen sei. Die von ihm ins Bild gesetzten Freunde, Graf und Major, glauben erst kein Wort, doch der ausländische Graf flieht noch vor Beginn der Aufführung, nach der die Prinzessin schwer erkrankt. Sie stirbt auch, doch scheint das gebrochene Herz der Grund ihres Todes zu sein, denn ihre Liebschaft wurde bekannt gemacht und der geflohene Graf war mit Frau und Kindern. Ende.
Soweit recht schön, nichts großes, weshalb ich auch zwischen drei und vier Sternen schwankte. Bei Hoffmann wäre vermutlich die Geschichte noch gruseliger ausgefallen, hier blieb alles im romantischen Ramen.