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Die Welt zur Zeit Jesu

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Als Pilatus – Chef der römischen Militärverwaltung in Judäa zur Zeit des Kaisers Tiberius – den Wanderprediger Jesus aus Nazareth zum Tod am Kreuz verurteilte, wollte er mit einem Federstrich die Geschichte dieses Aufwieglers zu Ende bringen. Doch er erreichte das genaue Gegenteil: Die Jünger des Toten verließen bald darauf ihre Heimat und verbreiteten dessen Lehre in aller Welt. Wie diese Welt ausgesehen hat, erzählt Werner Dahlheim in seinem grandiosen Buch. Dabei eröffnet er seinen Lesern ein Panorama, das von den Ufern des Euphrat bis an die Küsten des Atlantiks und von den Wüsten Nordafrikas bis an die Gebirgsketten der Alpen reicht. Doch jenseits dieser Grenzen, in denen Rom seine Herrschaft über die Provinzen ausübte und die Provinzialen teils bewundernd, teils widerwillig römischer Lebensart Tribut zollten und sie sich nach und nach zu eigen machten, standen die Völker der Barbaren. Sie waren weder durch herrscherliche Effizienz noch durch Kunst und Kultur des Imperium Romanum zu beeindrucken, sondern setzten alles daran, ihre Freiheit zu verteidigen – mitunter, wie im Teutoburger Wald, mit nachhaltigem Erfolg. Erfolgreich aber war auch die subversive Kraft des neuen Gottes, der im strahlenden Rom wie im ländlichen Raum mit seiner Friedensbotschaft und Jenseitsverheißung den alten Götterhimmel zum Einsturz brachte und erst unter den einfachen Leuten, bald aber auch in der Reichselite seine Anhänger fand.
Wer die politischen und gesellschaftlichen, geistigen und materiellen Verhältnisse verstehen möchte, unter denen sich der Aufstieg des Christentums vollzogen hat, dem sei dieser spannende und informative Band nachdrücklich empfohlen!

492 pages, Kindle Edition

First published September 30, 2013

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Profile Image for Vincent.
7 reviews
December 31, 2020
Von Werner Dahlheims Buch "Die Welt zur Zeit Jesu" hatte ich erwartet, dass es die Welt um die Zeitenwende in Form der Geburt und des Lebens Jesu darstellt. Das Buch macht aber viel mehr; im Prinzip führt es von diesen Jahren bis in die Spätantike – der Titel müsste folglich eher lauten: "Das Christentum im Römischen Reich 0-500 (und anfangs Judäa)". Als Historiker habe ich mich an der Vermengung von Grund- und Spezialwissen etwas gestört. So war Vieles für mich bekannt, was die Lektüre des recht umfangreichen Buches zumindest für mich unnötig verlängert hat. Für nicht wissenschaftlich "vorbelastete" Leser/innen ist das Thema vielleicht wiederum zu speziell, um als Einführung in diese Epoche herangezogen zu werden. Aber das beansprucht die Publikation ja auch nicht. Für theologisch-historisch an der Frühgeschichte des Christentums interessierte Menschen kann es gleichwohl eine lehrreiche und spannende Lektüre sein.
Profile Image for Lucardus.
232 reviews
May 4, 2016
Es ist manchmal nicht ganz einfach, dem Autor zu folgen, wenn man nicht gut vertraut ist mit dem antik-historischen Kontext. Ab und an musste ich überlegen, ob seine Jahreszahlen denn nun v. Chr. oder n. Chr. gemeint waren, denn hier springt er zuweilen. Sicher nichts für Leser, die sich ansonsten nicht mit der Antike beschäftigen (wollen), denn der Historiker schont seine Leser hier nur wenig, was kurze Abschweifungen und Querverweise zu Ereignissen und Persönlichkeiten angeht, die dem Leser nicht weiter nahegebracht werden.

Ingesamt bin ich zufrieden, auch wenn ich mir einen etwas weniger wie eine Aufsatzsammlung wirkenden Gesamttext gewünscht hätte. So ganz kann auch Dahlheim die deutschen Historikern oft anhaftende Trockenheit im Formulieren nicht ablegen, wirkt das Buch stellenweise nicht völlig geschlossen als Text.
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