Betroffen sind alle, aber nur wenige sehen, was tatsächlich geschieht. Wer die inzwischen von den Medien ausgeblendeten Hintergründe und die absehbaren Konsequenzen verstehen will, tut gut daran, sich die komplizierten Sachverhalte von der ausgewiesenen Wirtschaftsexpertin Sahra Wagenknecht erklären zu lassen. Selten hat jemand die Finanzwelt derart klarsichtig erläutert. Die Autorin schließt mit einer deutlichen Ansage: "Es gab selten ein System, das so wenige Profiteure und so viele Verlierer hatte wie der heutige Kapitalismus. Es gibt keinen Grund, sich mit ihm und in ihm einzurichten."
Sahra Wagenknecht is a prominent German politician, economist, author, and public intellectual, known for her distinctive blend of leftist economic policies and socially conservative views. Born in Jena, East Germany, she pursued studies in philosophy and literature at Humboldt University in Berlin and later earned a doctorate in economics. Her academic background has significantly influenced her political ideology and public discourse. Wagenknecht began her political career with the Socialist Unity Party (SED) and continued her involvement through its successor, the Party of Democratic Socialism (PDS). She was a member of the PDS's leadership and its Communist Platform, advocating for traditional Marxist principles. In 2007, following the merger of the PDS with the Electoral Alternative for Labor and Social Justice (WASG), she became a founding member of The Left (Die Linke) party. Her tenure in The Left was marked by her role as deputy party leader from 2010 to 2014 and as co-chair of the parliamentary group from 2015 to 2019. In 2023, citing ideological differences and internal conflicts, Wagenknecht departed from The Left and established her own political party, the Sahra Wagenknecht Alliance – Reason and Justice (Bündnis Sahra Wagenknecht, BSW). The BSW positions itself as a left-wing populist party, combining economic policies focused on social justice with a critical stance on immigration and globalization. This unique positioning has attracted a diverse voter base, particularly in eastern Germany, where the party has made significant electoral gains. Wagenknecht's political philosophy challenges conventional categorizations, as she advocates for wealth redistribution and robust social welfare programs while simultaneously expressing skepticism towards immigration and supranational entities like the European Union. Her views on foreign policy, especially her calls for improved relations with Russia and criticism of NATO, have sparked both support and controversy. Beyond her political endeavors, Wagenknecht is an accomplished author, having written extensively on economic theory, globalization, and social policy. Her publications reflect her commitment to critiquing neoliberalism and advocating for a more equitable economic system. Additionally, she engages with the public through various media platforms, including her YouTube channel "Bessere Zeiten – Wagenknecht's Wochenschau," where she discusses current political issues. Sahra Wagenknecht's influence on German politics is marked by her ability to articulate a vision that transcends traditional left-right divisions, appealing to citizens seeking alternatives to mainstream parties. Her leadership of the BSW continues to shape political discourse in Germany, particularly as debates over national identity, economic inequality, and foreign policy remain central to the country's future.
Grausam zu lesen, eine willkürliche Sammlung von Reden und Schriften. Lückenhafte Argumentation. Verbesserungsvorschläge, die irgendwo zwischen Idealismus und Pragmatismus hängen bleiben.
Keine kann es mehr hören, niemand will noch ihre Folgen sehen und noch weniger möchte man sich ausmalen, wie es mit ihr weitergeht. "Kapitalismus, was tun?", geschrieben von Sahra Wagenknecht, besteht aus zwei Teilen, die jeweils schon einmal als eigenständige Bücher erschienen waren.
Aus einem reichhaltigen Pool der von der Autorin verfassten Kommentare zur jeweilig aktuellen politischen und ökonomischen Lage in Deutschland und der Welt, schöpft der Leser des ersten Parts vor Allem eines: Respekt für die Autorin. Mit spitzer Zunge und flotter Feder führt sie ihn an das Thema heran, für das sie steht. Mit gelungen formulierten Pointen und passenden Vergleichen zeigt sie auf, wie die Welt der Reichen und Mächtigen funktioniert, deren Umfeld sie als toxisch für das Wohl der übrigen Menschen empfindet.
Dabei fällt vor Allem auf, dass die Texte (teilweise zurückgehend bis zum Jahr 2001) sich aktueller lesen als einem lieb ist. Auch Anfang des Jahrtausends gab es bereits eine große Krise, die überwunden werden wollte. Freilich war sie um Potenzen kleiner und dennoch verblüffen die Parallelen.
Sobald der Leser also den Wind in Wagenknechts Segeln rauschen hört, nimmt die Kernaussage des Buches (und der politischen Tätigkeit der Autorin) Fahrt auf. In den zweiten Teil.
Dieser wiederum ist ein Ausflug in die Theorie. Doch wo es bei anderen Wirtschaftserläuterern heißt die Wanderstiefel anzuziehen, reichen bei Wagenknecht Straßenschuhe: Sie schafft es, komplexe Sachverhalte mit einem Minimum an (zum größten Teil zuvor erläuterten) Fachbegriffen auszuarbeiten. Zwar kommt hier nie das Gefühl auf einen Roman in der Hand zu halten - dennoch weiß man sich in einer fiktiven Welt gefangen. Eine fiktive Welt, die einen kaum zu unterschätzenden Einfluss auf die Realität nimmt; jene der Banker und Spekulanten, der Industriemagnaten und des Geldadels aus dem Land, in dem Milch und Honig fließt.
Volker Pispers sagte einmal, dass im Kapitalismus jeder reich werden könnte. Aber eben nicht alle. Sahra Wagenknecht erklärt, warum das so ist.
Ich empfehle das Buch jedem, der es satt hat, dass unser Leben von Menschen bestimmt wird, die nicht wissen was sie tun.