Case Rosse, ein Bergdorf im Appenin, Anfang 1995.
Eher beschaulich und ruhig geht es im kleinsten Kommissariats Italiens zu, in dem Roberto Serra das Sagen hat.
Serra hat es nicht leicht. Er kommt aus Rom und gilt deswegen im Dorf als Außenseiter. Zudem hat er eine Last mit sich zu tragen. Zum einen seine Vergangenheit und zum anderen eine „Begabung“, die als „der Tanz“ bezeichnet wird. Sämtliche Ärzte sind ratlos, um welche Krankheit es sich dabei handeln könnte: Serra bekommt eine Art epileptischen Anfall, wenn er es mit Mordopfern zu tun hat und sieht dabei den Tathergang aus Sicht des Opfers ohne den Täter erkennen zu können.
Als am Neujahrsmorgen drei Leichen im Schnee entdeckt werden, beginnt für den Kommissar eine Ermittlung, die bis ins Jahr 1945 zurückführt.
Giuliano Pasini hat mit „Die Toten im Schnee“ einen guten Auftakt zu seiner Krimireihe um den Kommissar Roberto Serra geliefert.
Der Schreibstil war manchmal zwar etwas holprig, aber im Ganzen doch flüssig zu lesen. Die Kapitel sind kurz und so ließ sich das Buch schnell lesen.
Die Geschichte beginnt in einem gemächlichen Tempo und steigert sich vor allem zum Schluss hin. Das „Finale“ war dann richtig packend und gut gelöst.
Das Thema gefiel mir am allerbesten, da neben einem brutalen Mord auch die italienische Vergangenheit im zweiten Weltkrieg aufgearbeitet wird. Neben den aktuellen Geschehnissen gab es zum Ende hin auch einen Ausflug in die Vergangenheit, den ich trotz Interesse an der Geschichte, aber als langatmiger als die Hauptgeschichte empfand.
Was mich allerdings richtig gestört hat, war das leicht Überirdische der Geschichte, das „der Tanz“ mit sich bringt. Serra sieht dadurch Ereignisse und fühlt Empfindungen, die er gar nicht kennen kann.
Ansonsten ließ sich „Die Toten im Schnee“ gut lesen, Serra ist ein interessanter Charakter und ich würde sicher noch einen Fall mit ihm lesen.
3,5!