Teil 1
In diesem Teil wird die Geschichte Wildes bis zu seinem Prozess erzählt. Ich habe erst Anfang des Jahres die Biografie von Richard Ellmann gelesen und habe die beiden Biografien natürlich miteinander verglichen. Wo Richard Ellmann viel Wert auf Details gelegt hat, hat Frank Harris mehr Wert auf den Menschen Oscar Wilde gelegt. Er hat ihn persönlich gekannt und so wirkt seine Beschreibung lebendig und warmherzig. Auch oder gerade dann, wenn er Oscar Wilde in nicht so schönen Worten beschreibt (so nennt er ihn mehrmals aufgedunsen und beschreibt seine Kleidung als zu eng), so sind es die Worte eines Freundes, der nicht versteht, wie man sich so gehen lassen kann.
Mich hat überrascht, dass Harris an Wildes Unschuld geglaubt hat. So gut, wie er ihn zu kennen glaubte, kannte er ihn doch nicht. Das zeigt, dass die beiden nicht so gut befreundet waren, wie er dachte. Im zweiten Teil macht Wilde auch eine Bemerkung, die meine Annahme bestätigt. Aber auch wenn Wilde nicht so ein guter Freund war, Harris war es sicher. Er hat bis zum Schluss versucht, Wilde vor dem Gefängnis zu bewahren und konnte nicht verstehen, dass er sich seinem Schicksal so ergeben hat.
Teil 2
Dieser Teil erzählt die Zeit im Gefängnis und die Zeit danach. Im Gegensatz zum ersten Teil kam mir diese Erzählung weniger geordnet vor. Gerade, was die letzten Jahre Wildes betrifft und die Reisen, die die beiden Männer unternommen haben. Frank Harris hat mir zu viel von sich und weniger von Oscar Wilde erzählt. Trotzdem konnte er mir ein gutes Bild Wildes vermitteln. Aber mir ist auch wieder aufgefallen, wie sehr sich die Erzählungen Harris' und Ellmanns ähneln, allerdings erzählt Harris' Biografie viel mehr vom Menschen Oscar Wilde. Ich bin froh, dass ich beide gelesen habe, aber gebe der von Frank Harris eindeutig den Vorzug.