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Rilke für Gestreßte.

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Der Gestreßte mag aus Rilkes Dichtung und aus seinen bekennenden Lebensäußerungen jene Ermutigung zur Aufmerksamkeit - und damit zum Einander-Verstehen - gewinnen, deren eine zur Oberflächlichkeit neigende, schnellebige Zeit so sehr bedarf.

111 pages, Paperback

First published January 1, 1898

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About the author

Rainer Maria Rilke

1,799 books6,945 followers
A mystic lyricism and precise imagery often marked verse of German poet Rainer Maria Rilke, whose collections profoundly influenced 20th-century German literature and include The Book of Hours (1905) and The Duino Elegies (1923).

People consider him of the greatest 20th century users of the language.

His haunting images tend to focus on the difficulty of communion with the ineffable in an age of disbelief, solitude, and profound anxiety — themes that tend to position him as a transitional figure between the traditional and the modernist poets.

His two most famous sequences include the Sonnets to Orpheus , and his most famous prose works include the Letters to a Young Poet and the semi-autobiographical The Notebooks of Malte Laurids Brigge .

He also wrote more than four hundred poems in French, dedicated to the canton of Valais in Switzerland, his homeland of choice.

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June 17, 2025
Rainer Maria Rilke gehört zu jenen deutschen Dichtern des späten 19./ frühen 20. Jahrhunderts, die sich 100 Jahre nach ihrem Tod immer noch größter Beliebtheit erfreuen. Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber auf BookTube/ Bookstagram scheint Rilke ein Dauerbrenner zu sein. Seine Briefe an einen jungen Dichter werden von jungen Menschen in den verschiedensten Ländern verschlungen und ins Herz geschlossen. Auch ich habe diesen Briefwechsel gelesen und war überrascht, wie zeitlos Rilkes Ratschläge zum Teil waren. Als Dichter ist er mir bisher aber noch nicht untergekommen, obwohl seine Sonette an Orpheus und die Duineser Elegien schon länger auf meiner Leseliste stehen.

Per Zufall entdeckte ich diese schmale Sammlung, Rilke für Gestresste (ein paar seiner Gedichte, ausgewählt und zusammengestellt von Vera Hausschild auf knapp 100 Seiten), im Bücherschrank meines Vereins und nahm sie mit. Obwohl (oder gerade weil) mich diese Sammlung nicht so vom Hocker gehauen hat wie erwartet, bin ich froh, sie gelesen zu haben. Ich habe mir wirklich wenig angestrichen und bin mir nicht sicher, ob Rilke der Dichter für mich ist.

Er scheint mir stark von Religion (insbesondere dem Christentum) fasziniert/eingenommen. Der Inhalt seiner Gedichte hat philosophischen Charakter und es wird sich viel mit der Frage der eigenen Vergänglichkeit beschäftigt: "Berge ruhn, von Sternen überprächtigt;– / aber auch in ihnen flimmert Zeit. / Ach, in meinen wilden Herzen nächtigt / obdachlos die Unvergänglichkeit." Passenderweise las ich diesen Gedichtband auf einer Zugfahrt nach Münster auf dem Weg zur Beerdigung meines Onkels. Zudem sind die Gedichte oft von lakonisch-pointierter Natur, womit ich nicht immer etwas anfangen kann.

Mein liebstes Gedicht, war tatsächlich das erste hier abgedruckte aus dem Jahr 1898:
Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.
Das Gedicht gehört zum Frühwerk des Dichters und entsprang der Epoche des Impressionismus. Es fängt für mich die Leichtigkeit (und auch Weisheit) der Kindheit ein. Der Welt offen zu begegnen, nichts von ihr zu wollen, und einfach nur die Arme nach ihr auszustrecken sind Eigenschaften, die die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens verlieren. Und auch die Sprachbilder, die Rilke hier schafft, sind ganz wunderbar und öffnen das Tor der eigenen Fantasie.

Und wenn wir schon von Sprachbildern sprechen, mir gefiel auch folgende erste Strophe aus dem Jahr 1898 sehr: "Es ist noch Tag auf der Terrasse. / Da fühle ich ein neues Freuen: / wenn ich jetzt in den Abend fasse, / ich könnte Gold in jede Gasse / aus meiner Stille niederstreuen." I like it a lot!

Robert Musil schrieb nach dem Tod des Dichters, dass dieser erstmalig "das deutsche Gedicht vollkommen gemacht" habe. Ich glaube zu verstehen, was er meint. Rilke war ein begnadeter Dichter und das kann ihm auch niemand absprechen, so ganz meinen Geschmack trifft er mit vielen seinen Gedicht jedoch nicht, wenn sich auch einige Perlen in diesem Band versteckten. Ich bin nicht abgeneigt, weitere Gedichte von Rilke zu lesen, aber es eilt überhaupt nicht mehr!
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