Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine steht die deutsche Regierung unter maximalem Druck. Falsche Entscheidungen können zu einer unkontrollierbaren Eskalation des Krieges führen, auch zu Not und Unruhen im eigenen Land. Der preisgekrönte Journalist Stephan Lamby hat Olaf Scholz, Annalena Baerbock, Robert Habeck, Christian Lindner und andere in den dramatischen Monaten aus der Nähe beobachtet. Sein hochspannender Bericht liefert exklusive Einblicke in die Regierungszentrale während der schwersten internationalen Krise seit dem Zweiten Weltkrieg.
Permanent müssen der Kanzler und seine Kabinettsmitglieder Überzeugungen über Bord Waffen, Kohlekraft, Schulden. Wladimir Putin zwingt ihnen eine fremde, unbeabsichtigte Politik auf. Wie hält man so etwas aus? Was tut die Regierung, um den Krieg zu beenden? Wie kann Deutschland im globalen Kräftemessen bestehen? Von Beginn der Regierungszeit im Dezember 2021 war Stephan Lamby mit den wichtigsten Entscheidungsträgern unterwegs, in Washington, in den Hauptstädten Europas und asiatischen Mega-Cities, in der Sahelzone und am Arabischen Golf, auch in der deutschen Provinz. Und natürlich in Berlin. Er sah, wie Olaf Scholz und seine Regierung wegweisende Beschlüsse trafen und wie ihnen schwerwiegende Fehler unterliefen. Lambys investigative Reportage ist eine einzigartige Schilderung der weltgeschichtlichen Ereignisse – aus dem Inneren des deutschen Machtzentrums.
Der gute Stephan Lamby ist nah dran am Geschehen und im Gegensatz zu seiner Fernsehdoku, schafft er es in dem vorliegenden Regierungstagebuch, den Leser ernst- und mitzunehmen und tiefer in das Entstehen politischer Entscheidungsprozesse Einblick zu gewähren. Heute ein gutes Buch das gefällt … wobei ich sehr gespannt bin, wie schnell es schlecht altern wird.
Wenn man während der Ampel-Jahre irgendwie die Nachrichten verfolgt hat, findet man hier nichts neues. Ist eine Chronik ohne tiefergehende Analysen, die hier und da ein paar nette Einsichten bietet. Für mich persönlich war es eine nette Leseerfahrung, weil ich zeitlich passend zum Ende der jetzigen Regierungskoalition die letzten paar Jahre etwas reflektieren konnte, aber was Neues gelernt hab ich nicht.
Die Einblicke werden im Laufe des Buches immer seltener, es wird zu einer Chronik der Regierungszeit der Ampel nach Beginn des Krieges in der Ukraine. Immer seltener gelingt es Lamby,dicht dran zu sein, und auch er wird inzwischen mit Floskeldeutsch abgespeist. Seine Einordnungen und Analyseelemente sind lesenswert ob seiner Erfahrung, aber hinter die Kulissen darf auch er nicht blicken.