Am Anfang sind es bloß Doktorspiele, aber sie sind schon von einer Dringlichkeit, die eines Erwachsenen würdig wäre. Später kommt die Bravo und gibt erstmals eine Sprache dazu. Eine jugendliche Welt aus zeitschriftengeborenen Worten wie Petting, Glied und Scheide. Der Erzähler, drei Jahre jünger als seine Schwester und ihre Freundinnen, steht staunend vor ihnen und erfährt seine erste Aufklärung ausgerechnet mit »Alice im Wunderland« … Andreas Maier widmet sich einem ebenso interessanten wie heiklen Thema. Dem Erwachen der Sexualität in den siebziger Jahren, einer Zeit, in der dieses Thema sorgfältig in einer Parallelwelt verschlossen wird. Und Andreas Maier geht ans Eingemachte.
Ich fand die Perspektive des Erzähler sehr interessant: eine Mischung aus kindlicher Unvoreingenommenheit und Naivität und erwachsener Weitsicht und Verständnis, die auf die Geschehnisse der Kindheit zurückblickt. Auch die Behandlung der Sehnsucht in all den Facetten und von den verschiedensten Leuten war bereichernd.