Die Lebensreise einer bemerkenswerten jungen Frau im Jahrhundert der Extreme: ein sensibler, wortmächtiger und bilderreicher Roman.
"Anna kam am 3. Dezember 1909 in Wien zur Welt und war die zweitälteste der vier Töchter des Glasmalermeisters Franz Goetzer." Lakonisch beginnt der neue Roman von Erika Pluhar. Er erzählt die Geschichte einer hochbegabten Frau, die zwischen den Weltkriegen an der Wiener Kunstakademie studiert und von einem selbstbestimmten Leben träumt. Doch Annas Auswanderung nach Brasilien, ihre Ehe und vor allem der aufkeimende Nationalsozialismus verhindern für lange Zeit diesen Traum. Einfühlsam beschreibt Pluhar die Hoffnungen, Sehnsüchte und Ängste der jungen Anna, die im Jahrhundert politischer Extreme aufwächst. Österreich, Brasilien, Deutschland und Polen sind die Stationen ihres Lebens, das einen unerwarteten Verlauf nimmt
3,5 bis 4 Sterne eigentlich ;) Es tut mir leid, liebe Anna, genannt Anni, so ganz warm geworden bin ich nicht mit Dir. Vielleicht habe ich ein wenig damit gehadert, daß Du Deine künstlerische Begabung und Leidenschaft regelrecht über Bord geworfen hast, um zum feschen Seff, der noch dazu ein verbohrter, glühender Anhänger der Nazis war, nach Brasilien auszuwandern. Warum hast Du nie gesagt, was Dir nicht gefiel, was Dich leiden ließ, Du hast Dich dann ja doch recht gut eingerichtet mit dem Komfort und nur dem Seff keine schlechte Laune bereiten. Bin ich jetzt ungerecht? Du hast schließlich in einer Zeit gelebt, in der sogar Dein verständnisvoller Vater, der auf Deine Fortsetzung seiner Kunst (Göasmalerei) gehofft hatte, einsehen musste, daß eine Frau dazu bestimmt war, zu heiraten.
Deine "mittlere" Tochter Erika, die ich für Vieles sehr bewundere, hat ein einfühlsames Buch über Dich geschrieben und sehr persönliche Einblicke in die Familiengeschichte gegeben.
Sprachlich fiel es gegenüber "Verzeihen Sie, ist das hier schon die Endstation" von dem ich total begeistert war, ab. Es hat mich aber gut unterhalten und interessante zeitgeschichtliche Einblicke gegeben.
PLUHAR, Erika: „Im Schatten der Zeit“, Wien 2013 Wie macht sie das bloß? Woher hat sie diese detaillierte Information? Das fragte ich mich, als ich dieses großartige Buch beendet hatte. In einem Nachwort verriet sie es auch und ich werde es hier auch nicht sagen. Jeder Leser soll selbst draufkommen und vor allem unbeeinflusst das schöne Buch genießen. Es ist eine Familiengeschichte, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts startet. Sie spiegelt die Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs und die Nachkriegszeit wieder. Die Leitfigur ist eine Frau an deren Lebensweg sich das Buch entlang erzählt. Ein historisch wichtiges Buch, weil es sich nicht auf allgemeine Ziffern und Daten bezieht, sondern an Hand von Menschen darstellt, wie diese Zeiten waren. Ein Buch, das man nicht nur jener Generation empfehlen soll, die manche dieser Zeitabschnitte selbst erlebten und hier sehr schön beschrieben bekommen, sondern auch den jüngeren, damit sie wissen, wie es den Generationen vor ihnen ergangen ist.
This book told the story of Anna, a woman born in 1909 and aas she lived through both wars and experienced a great deal of challences. The sotry is told matter of fact, there is just a lot going on and it is not all esplained and not shown how the people feel, even though you get a good impression. I enjoyed that the story was so wholesome and not just about the war. The story showed how it started and how people lived on after the war, and it was just their new normal.
Ich fand es gut geschrieben. Die Geschichte ist die Geschichte der Mutter von der österreichischen Schauspielerin Erika Pluhar und somit teilweise auch deren Kindheitserinnerungen. Sie ist aber als Roman über die Mutter verfasst, die ihre Künstlerkarriere aufgibt und ihrer großen Liebe nach Brasilien folgt, später ins Deutsche Reich.