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Erzählungen

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Von »Das Verbrechen eines Innsbrucker Kaufmannssohns« aus dem Jahre 1960 bis zu »Am Ortler«, erschienen 1971, reicht das Spektrum der hier versammelten Erzählungen Thomas Bernhards. In ihnen wird die sprachliche Gestaltungskraft dieses Autors deutlich – in Sätzen, die jede mögliche These und Antithese so lange gegeneinander ausspielen und hin- und herwenden, bis jeglicher semantischer Kern aufgelöst ist. So entsteht – trotz des Niedergangs, der Verzweiflung und des Todes, die geschildert werden – der Eindruck, daß die Sprache ein Mittel des Überlebens in dieser Welt ist, und nicht nur des Überlebens, sondern auch der Komik.

195 pages, Paperback

First published January 1, 1979

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About the author

Thomas Bernhard

288 books2,451 followers
Thomas Bernhard was an Austrian writer who ranks among the most distinguished German-speaking writers of the second half of the 20th century.

Although internationally he’s most acclaimed because of his novels, he was also a prolific playwright. His characters are often at work on a lifetime and never-ending major project while they deal with themes such as suicide, madness and obsession, and, as Bernhard did, a love-hate relationship with Austria. His prose is tumultuous but sober at the same time, philosophic by turns, with a musical cadence and plenty of black humor.

He started publishing in the year 1963 with the novel Frost. His last published work, appearing in the year 1986, was Extinction. Some of his best-known works include The Loser (about a student’s fictionalized relationship with the pianist Glenn Gould), Wittgenstein’s Nephew, and Woodcutters.

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Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Bogdan.
135 reviews84 followers
December 28, 2024
Merry Christmas and Chag Chanukah Sameach!

In this volume of Bernhard’s short prose (also translated to many languages) there is an absolutely unique short story. I guarantee that you have never read anything like it. It’s titled Die Mütze (The Woolen Hat) and it’s not about a Christmas hat, but just about a normal, grey workman’s cap everybody wears in the hilly Oberösterreich area where the action of the story takes place. Its narrator all but breaks his head and limbs in the dark, on icy paths, trying to encounter the owner of a lost hat that he found during one of his lonely walks. He knocks on strangers' doors. They open with hostility, listen to him with reluctance and derision. He desperately wants to find the hat’s owner, but will he manage to? He wants to go mad but can not. Or is he already mad? (madder than “The Mad Hatter”).

On which head will the hat end up… it’s on you to discover or remember, if you will or have already read this short masterpiece. In any case, it's my book recommendation to you for these holidays, when we are all tucked in our homes, hopefully together with our closest beings (and with the right hat on). I will repeat one of the most important conclusions I drew from many other Bernhard’s works. Resumed in one sentence, it might sound pathetic and indeed, in the creations of so many other – even great – writers, this idea can seem pathetic or even a bit cheesy, but never in Bernhard. He shows that ultimately and despite everything – you can name the nature of the distance between us – all we seek for and have is each other.

That’s all I could write on this Holy Day. I’ll go back now to my “familie hygge” (family cosines - from Danish).

All my best wishes to you. Let us all be kind. I mean it.

We’ll read and write some more later on,
Bogdan
Profile Image for Markus.
280 reviews94 followers
July 2, 2022
Das war eindeutig zu viel, eine Überdosis Thomas Bernhard, aber selber schuld. Ich hätte ja nicht alles am Stück lesen müssen, ich konnte das Buch aber auch nicht weglegen.

Dieser über 600 Seiten starke und vergriffene Band mit dem Titel "Die Erzählungen", Suhrkamp 1979, beinhaltet zwölf Kurzgeschichten und fünf längere Texte, die auch als Einzelausgaben vorliegen ("Amras", "Ungenach", "Watten", "Gehen" und "Ja"). Um Mißverständnisse zu vermeiden: die später erschienene TB-Ausgabe "Erzählungen" enthält nur die zwölf Kurzgeschichten.

So eine Tour de Force, bei der man von einer Geschichte in die Nächste geworfen wird, obwohl jede davon eine Nachdenkpause erfordern würde, geht auf Kosten der Detailwahrnehmung und Reflexion. Die letzte Erzählung im Buch, "Ja", hat jetzt Zeit zum Nachklingen, sie ist auch eine der berührendsten, aber auch "Watten" und "Gehen" haben mich sehr beeindruckt. Von den Kurzgeschichten ist mir ganz besonders die "Mütze" im Gedächtnis geblieben.

Während ich, bevor Karrer verrückt geworden ist, nur am Mittwoch mit Oehler gegangen bin, gehe ich jetzt, nachdem Karrer verrückt geworden ist, auch am Montag mit Oehler. ["Gehen", erster Satz]

Andererseits war es auch nicht schlecht, die Bernhardsche Textlandschaft einmal im Weitwinkel mit dem Blick auf das Ganze zu sehen, ohne sich im Detail zu verheddern. Es wäre ein durchgehend düsteres und deprimierendes Buch, würde es nicht durch seinen abgründigen, absurden Witz überhaupt erst erträglich und in dieser Widersprüchlichkeit seine eigentliche Qualität entfalten.

Es ist ein ständiges zwischen allen Möglichkeiten eines menschlichen Kopfes Denken und zwischen allen Möglichkeiten eines menschlichen Hirns Empfinden und zwischen allen Möglichkeiten eines menschlichen Charakters Hinundhergezogenwerden.

Es treten in allen Geschichten immer ähnliche Erzähler oder Protagonisten in ähnlichen Situationen auf - vereinsamte, abgehobene Wissenschaftler, die mit ihrer Existenz kämpfen, einer Todeskrankheit, die gleichermaßen Körper, Geist und Gemüt befällt; Geistesmenschen, die sich in ihren Gedankenkreisen verstricken und verlieren, die an ihrer geistlosen, zerstörerischen Umgebung zerbrechen und sich selbst sehenden Auges zu Grunde richten. Unterm Strich könnte man alle diese Erzählungen auch als Loblieder auf das Scheitern lesen. Bernhard verschneidet dabei immer wieder eigene biografische Fragmente mit seinen Figuren, ohne dabei explizit autobiografisch zu werden.

Was mich immer wieder und mehr als bei anderen Autoren fasziniert, ist die kompositorische Herangehensweise, mit der Bernhard seine Texte gestaltet. Diesen Zugang beschreibt er auch immer wieder selber, wie beispielsweise in "Ja" als philosophisch-mathematisch-musikalischen Vorgang:

[...] durch die Art und Weise ihres Sprechens und Denkens, das, folgerichtig, Sprechen aus dem Denken und Denken aus dem Sprechen entwickelte, als wäre das Ganze ein mathematischer, ein philosophisch-mathematischer und dadurch konsequent ein philosophisch-mathematisch-musikalischer Vorgang, korrigierte und regulierte und interpunktierte und kontrapunktierte sie mein eigenes Denken und Sprechen [...]

Für Bernhard, und das zeigt auch seinen philosophischen Hintergrund, ist es erst die Sprache, die aus dem Denken heraus die Wirklichkeit konstituiert. Erst durch die Benennung erschaffen wir die Welt. Dafür steht auch der inflationäre Gebrauch des Wortes sogenannt in all seinen Texten, der in "Gehen" seinen Höhepunkt findet:

Wie Karrer ja überhaupt, sagt Oehler, alles nur als ein Sogenanntes bezeichnet hat, nichts, das er nicht als ein nur Sogenanntes bezeichnet hätte, worin seine Kompetenz eine unglaubliche Härte erreicht hat. Er, Karrer, hatte niemals gesagt, sagt Oehler, auch wenn er es doch sehr oft und vielleicht auch in vielen Fällen ununterbrochen gesagt hat, in solchen ununterbrochen gesagten Wörtern und ununterbrochen gebrauchten Begriffen, es handle sich um Wissenschaft, immer nur um sogenannte Wissenschaft, es handle sich um Kunst, nur um sogenannte Kunst, nicht um Technik, nur um sogenannte Technik […] Daß die Dinge und die Dinge an sich nur sogenannte sind, wenn ich genau bin, nur sogenannte sogenannte, so Karrer, sagt Oehler, versteht sich darauf von selbst.
Profile Image for WillemC.
603 reviews27 followers
April 13, 2025
“Dat zou allemaal in één enkele zin te zeggen zijn, zoals alles in één zin te zeggen is, maar niemand is in staat om alles in één zin te zeggen…”

Deze wat obscuur gebleven verhalenbundel van Bernhard bevat twaalf vertellingen waarvan er elf serieus de moeite zijn, enkel de laatste - over twee broers die samen naar een berghut wandelen - kon me minder bekoren. De rest is soms ronduit fantastisch. Zijn neurotische, herhalende stijl werkt hier even verslavend als in zijn beste novellen en is ideaal om luidop te lezen. De gebruikelijke Bernhard-cocktail van miserie, isolement, monotonie, vervreemding, zelfdoding, … is soms zodanig absurd dat het bedoeld grappig wordt; bij het lezen van “De Pet” heb ik bij momenten zelfs luidop zitten lachen met idiote slapstick. Ik heb hier momenteel nog ongeveer duizend ongelezen Bernhard-bladzijden (“De onderspitdelver”, “Correctie”, “Uitwissing”) liggen en ik heb vernomen dat er een Nederlandse vertaling van “Verstörung” in de maak is; heel wat om naar uit te kijken dus. Om af te ronden: “Vertellingen” is pure klasse en bevat zonder twijfel enkele van de beste verhalen die ik ooit heb gelezen. Mijn enige probleem is nu: wat lees je na zoiets?

“Alles slaapt, alleen ik slaap niet, ik niet… Dat kolossale kapitaal in de slaapzalen van de jongeren heb ik gedacht…”

“Moeten jullie je eens voorstellen dat ik gisternacht op de weg door het hoge bos over een man ben gestruikeld die Viktor Halfnar heette en geen benen meer had.”
Profile Image for şahan.
33 reviews46 followers
Read
May 25, 2022
In die “Die Mütze”, Bernhard schreibt The Lord of the Rings nach seiner eigenen Art.
Profile Image for Friccolodics.
26 reviews
January 29, 2024
Nach all den Jahren des Bernhard-Lesens und Wiederlesens ist es ein Genuss diesen Erzählband in die Hände zu nehmen und jede einzelne Geschichte lesend und staunend zu bewundern.
Unwiderbringlich gut.
Profile Image for Nilgun Uncu.
48 reviews2 followers
September 9, 2023
Daha önce de Thomas bernhard okumuştum ancak bu kitaptaki bazı hikayeler çok iyi bence
Profile Image for Archibald Tatum.
55 reviews29 followers
October 8, 2022
Elbeszélések. Különben mindegy is, nekem Bernhardból a történetek alig maradnak meg, szerkezetre, felépítésre alig tudok figyelni, nem ezekre tekintettel olvasom Bernhardot. Elkezdem, és vagy elkap a lendület és a hangulat, ez a gyakoribb, vagy nem. B. olvasása afféle lelki szükséglet, beteges, használtam már ezt a hasonlatot, evvel elcsépeltté is vált: mintha homokzsákot püfölnék.

Több hónap alatt olvastam el, részletekre emlékszem, sok az erdő, hideg van, az emberek gonoszak és szerencsétlenek, minél gonoszabbak, annál kevésbé szerencsétlenek, gonosznak és primitívnek lenni megváltás, az ember állat az állat szónak egy igen rossz és remélhetőleg idővel kikopó értelmében, Ausztria, de lehetne Zimbabwe is. Emlékszem valakire, aki egy kastélyszerű épületben őrül meg, valakinek van testvére, ezek is megőrülnek vagy öngyilkosok lesznek, az emberek vagy megőrülnek, vagy öngyilkosok lesznek, jellemzően a kettő együtt jár, a világ ilyen, legalábbis Bernhardé, én meg, annak ellenére, hogy nem egészen ez a tapasztalatom, bár nem esik messze tőle, elhiszem neki.

Összekeverem a szereplőket és a történéseket.

A körgallér c. elbeszélés az egész világirodalmat tekintve is az egyik kedvencem, valami miatt következetesen mint „A kabát” utalok rá, talán mert a címadó körgallér egy kabáton található.

Kb. semmit nem jelent az öt csillagom, azt hiszem, minden írására ennyit adnék, amelyben ezt a jellegzetes, eszelős sodrású szöveget írja.

(Ma olvastam, a friss, számomra ismeretlen Nobel-díjas Annie Ernaux egy regénye mottóját említik, Jean Genet, ui. két ember kommunikációs csődjét egyikük az írással oldja fel: „Hadd próbáljam megmagyarázni: az írás az áruló utolsó mentsvára.” – B. és az emberiség útjai elváltak, hogy ki az áruló, az ízlés dolga, de ebből lett B. írásművészete – azt hiszem.)
Profile Image for Alec.
420 reviews10 followers
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September 17, 2019
#6
Ich befürchte, daß dieser Zustand, die Mütze auf dem Kopf zu haben und von der Mütze auf meinem Kopf beherrscht zu sein, von ihr bis in die kleinsten und allerkleinsten Existenzmöglichkeiten meines Geistes wie meines Körpers, wohlbemerkt, wie meines Körpers, und sie nicht von meinem Kopf herunter zu nehmen, sie aufzubehalten und nicht herunter zu nehmen, mit meiner Krankheit zusammenhängt: mit dieser Krankheit, die mir bis heute im ganzen neun Ärzte nicht haben erklären können, neun Ärzte wohlgemerkt, die ich alle in den letzten Monaten, bevor ich vor zwei Jahren mit den Ärzten Schluß gemacht habe, aufgesucht hatte; oft waren diese Ärzte für mich nur unter unvorstellbar schwierigen Bedingungen erreichbar und mit ungeheuerlichsten Kosten verbunden gewesen.
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