Liebe geht durch den Magen, selbst die zu einer Insel. 18 Geschichten erzählen vom Leben einer deutschen Auswanderin auf Kreta, von blau-weißen Tischtüchern, tuckernden Fischerbooten, von Oliven, Schafskäse und Kräutern, auch von Sturm, Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit. 18 Geschichten gespickt mit köstlichen griechischen Speisen und ihren Rezepten. Ein Buch für Genießer, Urlauber, Auswanderer und die, die noch davon träumen. Die Rezepte sind auf die Geschichten abgestimmt, viele Gerichte sind gluten- und laktosefrei. Insgesamt sind 60 Rezepte in der Anthologie enthalten.
Die „Drei Stühle“ behandeln den kretischen Alltag einer deutschen Frau und ihrer Familie anhand einiger wohl ereignisreicherer Tage. Insgesamt passiert nichts weltbewegendes, besonderes oder aufregendes. Man könnte dieses Buch durchaus deshalb als ein „Easy Read“ bezeichnen. Bei mir gab es nicht wirklich etwas, was ein Gefühl für Kreta erzeugt hat - bis auf den Ansatz mit den kretischen Rezepten nach jedem Kapitel. Die Familie (heteronormativ und eher patriachalisch aufgestellt) lebt auf Kreta. Das ist so ziemlich die Geschichte. Geschrieben wie eine Kreuzung aus Bericht und (weniger wie ein) Tagebuch, fehlt dem Buch aber wesentlich der Charakter, die Tiefe oder schmückende Details, die die Leser so wirklich eintauchen lassen würden. Es wirkt auf mich nicht so, als spielte der Ort eine große Rolle. Es könnten auch Drei Stühle in Bari, Valencia oder irgendeiner Stadt in der Welt sein. Leider ist mir das alles so viel zu nüchtern betrachtet und wenig immersiv. Szenen werden kaum beschrieben oder durchlebt, sondern abgehandelt. Auch tat ich mir bei allen Figuren etwas schwer, eine Beziehung aufzubauen. Einige erzeugte in mir gänzlich eine solche Abneigung, wie ich es nur selten kenne, wenn Charaktere wohl eigentlich liebenswert oder charismatisch rüberkommen sollen (?). Naja, ich bin mir sicher, die Intention dieses Buches war auch nicht, ein hoher literarisches Meisterwerk zu schaffen. Schade finde ich den niedrigen Anspruch dennoch, da ich mir beim Titel zumindest eine Reise ins mir unbekannte Kreta ausgemalt habe und dachte, man lernt entlegene Orte, besondere Menschen und aufregende Traditionen kennen. Der Titel ist für mich definitiv das Kreativste am Werk.
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Diese leichte Leselektüre habe ich von meinen Eltern für unsere Reise in Kreta geschenkt bekommen und ich habe das Buch auf dem Heimflug durchgelesen. Es hat mich sehr amüsiert, besonders die Rezepte scheinen sehr lecker zu sein. Ich fand die Bemerkung sehr nennenswert, dass selten das eintrifft, was man sich auf dieser Insel vorgenommen hat. Und es gab noch ein paar weitere Elemente, die ich trotzt unseres kurzen Aufenthalts bestätigen konnte. Sehr gut kommt auch das typisch Deutsche heraus und so kann ich verstehen, dass dieses Buch einen besonders guten Anklang bei Lesern findet - leicht und einfach.
Schriftstellerisch gesehen habe ich mich beim Lesen allerdings oft gefragt, was eigentlich von Verlegern erwartet wird, um ein Buch zu verlegen, denn manchmal schweifen die Gedanken bei verschiedenen Kurzgeschichten dieses Buches derartig ab, das man nicht immer genau sagen kann, welchen Stil die Autorin verfolgte. Das ist wahrscheinlich auch nicht der Sinn des Buches, denn es soll wohl den Aspekt eines persönlichen Notizbuches behalten.