Eine zugleich kluge und unterhaltsame Geschichte unserer Sitten und Gebräuche. Es geht nicht um pedantische Regeln vom richtigen oder falschen Benehmen, wie sie im berüchtigten Knigge zu finden sind. Vielmehr beleuchtet der Autor die Hintergründe und den Nutzen unserer ungeschriebenen Alltagsgesetze, die den alltäglichen zwischenmenschlichen Verkehr um so vieles leichter machen können. Herr Asfa-Wossen Asserate schlägt bei seinen vergnüglichen Betrachtungen einen eleganten, wenn auch zuweilen etwas versnobten Ton an. Das sei ihm gnädig verziehen, für seine adelige Abstammung aus dem äthiopischen Kaiserhaus muss er sich wahrlich nicht entschuldigen. Wenn es überhaupt eines an diesem Buch zu bemängeln gibt, dann das die Zeit über manche Empfehlung schneller hinweg gegangen ist, als uns allen lieb sein kann. Ein Telegramm wird man wohl kaum noch versenden können, um in angemessener Weise Nachricht von Ableben oder Geburt zu geben. Was nur beweist, dass das Feld der Manieren einem steten Wandel unterliegt und es deshalb mehr auf die richtige Haltung ankommt, mit der man etwas tut. Ein uneingeschränkt empfehlenswertes Buch, denn Manieren sind heute nötiger denn je.
Einen Stern gibt es für die wirklich tolle, geschliffene Sprache, die der einzige Grund war, bis zum Ende durchzuhalten - der Rest in ein Sammelsurium an redundanten, versnobten und völlig realitätsfernen Aneinanderreihungen von Benimm-Situationen. Dabei schreibt der Autor von Anfang an, dass sein Buch kein Benimm-Buch ist, wie z. B. ein Knigge. Es geht eher um "die Manieren", die man im Alltag, zu offiziellen Anlässen oder im Berufsleben an den Tag legen sollte.
An sich eine gute Idee - dann aber richtig schlecht umgesetzt.
Der Autor schüttet einen Benimm- und Befolgungskatalog hinsichtlich Themen aus, die ein normaler Mensch höchstens aus dem Soap-Abendprogramm aus dem Ersten kennen dürfte. Der Hauptteil des Buches bezieht sich auf irgendwelche (pseudo) Adels-Kreise im In- und Ausland, und wie man diese korrekt begrüßt, korrekt anspricht (wenn überhaupt), korrekt anschreibt, korrekt küsst etc. pp. Dabei muss der Autor auch STÄNDIG darauf hinweisen, dass er ja auch aus einer adeligen Familie stammt, nur, um sich dann in noch ständigerem Understatement zu wälzen. Seitenlang wird beschrieben, dass es ja der Adel ist, der die "guten Manieren" in der Vergangenheit 24/7 praktiziert hat und immer noch quasi mit der Muttermilch eingeflößt bekommt; seine Tipps sind also eher für den besser situierten Herrn, denn der Pöbel interessiert ihn überhaupt nicht - ganz im Gegenteil. Dieser Herr benutzt also keine Brieftasche, schreibt Telegramme, kauft Blumensträuße für diverse Damen, trägt niemals (!) (Einkaufs-)Tüten. Setzt sich immer der Tischordnung entsprechend, spricht mit anderen der richtigen Etikette entsprechend, und hält sich galant eine Geliebte, der Etikette entsprechend, solange das Hausrauchen etikettenmäßig nicht zu kurz kommt.
Warum ich nur auf die Herren eingehe? Für Damen ist in diesem Buch nichts von Belang. Merke: jede Dame ist auch eine Frau, aber nicht jede Frau ist eine Dame. Eine Dame ist für den Autor ein ätherisches, gottgleiches Wesen, das von den Männern umschwärmt, angebetet, auf Händen getragen und dem jeder Wunsch erfüllt wird - hat aber keinerlei (!) individuelle Eigenschaften, keine Bedürfnisse, keine egoistischen Wünsche. Es gibt - anders als im Kapitel für den "Herrn" - für die Damen nichts, was sie menschlich erscheinen lässt: sie haben offensichtlich keine Hobbies, keine Arbeit, keinen Dresscode, keine Erziehung, sie spielen nicht, sammeln nicht, reisen nicht usw. Die Dame wirkt wie die Rose bei "Die Schöne und das Biest", die unter Glas ihr Dasein fristet. Das ist der Hauptinhalt zum Kapitel "Die Dame", ein Rest zum Schluss beinhaltet noch eine extrem manierlose Schmähung des bösen Feminismus, der aus den Damen wieder oridinäre Frauen macht. Mehr noch, der Autor entblödet sich nicht auch noch, das Verhüllen, das Zu-Hause-Bleiben-Müssen, das Sich-Nicht-Frei-Bewegen-Dürfen von Frauen in v. a. muslimisch geprägten Ländern als etwas Schönes zu beschreiben, denn diese Frauen wären ja gerade durch diese Maßnahmen frei. Halt nur zu Hause, in der Familie. Alles außerhalb wäre für diese Wesen zu gefährlich, zu ehrlos, zu unschlicklich. Schon da ist mir die Galle hochgekommen.
Alles in allem also ein Buch für Menschen, die dem Adel hinterhertrauern, oder für Fans von Herrn Asserate, die sich gerne seine Geschichten über seine noble Herkunft anhören. Für alle anderen ist der Knigge da tatsächlich die bessere Wahl.
Probably the task the author set for himself cannot be done, at least not easily: A descriptive rather than prescriptive essay on manners. If you describe manners from a neutral standpoint, you'll end up doing ethnography, and leave the subjectivity of the essay form behind. And if you remain essayistic, you'll not get rid of your super-ego, prescriptive notions of manners. So let's assume Asserate was only paying lip-service in the preface of this book and never really intended to write a mere description of German or European manners. Throughout the book he doesn't hold back the usual "shoulds" and "shouldn'ts" of the genre. The reader doesn't need to follow these, yet the book is overall not uninteresting. That's because Asserate is a member of the Ethiopian imperial family as a grand-nephew of the last emperor Haile Selassie. He's had European education since his childhood, and lives exiled in Europe ever since the monarchy was overthrown. So he is at the same time an aristocratic insider and an observing outsider when it comes to exploring manners - which have traditionally been formed by the upper classes, be they aristocratic or bourgeois.
Consider această carte o lectură obligatorie. Trebuie recitită. Poate fi înțeleasă mult mai bine după lectura cărții lui Neagu Djuvara, Civilizații și tipare istorice. Un studiu comparat al civilizațiilor. În mod deosebit mi-a plăcut capitolul Manierele și religia, întrucât autorul delimitează clar chestiunea toleranței religioase autentice de concepția eronată asupra toleranței, care a prins rădăcini într-o Europă lipsită din ce în ce mai mult de credință, cultură și maniere.
Autorul este un fin aristocrat, printre ultimii care mai sunt în viață. Tratează manierele în mod ”strategic”, accentuând pe fundamentul acestora: dorința omului de a-i trata cu respect pe ceilalți și de a se învinge pe sine. ”Liturghia este școala manierelor”.
much better than the elmayer, as this book is less rigid in applying outdated principles, yet more traditional in upholding the valuable, in my view that is.