Der vietnamesische Revolutionär und Politiker Ho Chi Minh ist im Westen vor allem als Ikone der 68er bekannt. Die einstige Symbolfigur des antikapitalistischen Guerrillakampfes wird heute aber auch mit Terror und Unterdrückung in Verbindung gebracht. Dabei ist das Leben des Meisters der Tarnung, der immer wieder Namen und Identitäten wechselte, rätselhaft geblieben. Martin Großheim beschreibt auf der Grundlage bisher unbekannter Quellen die Laufbahn Ho Chi Minhs (1890–1969) von seiner Kindheit im Hause eines konfuzianischen Gelehrten über seine Politisierung in Paris und Moskau und den Kampf gegen die Kolonialherrschaft bis zur Präsidentschaft in Nordvietnam. Zur Sprache kommt dabei auch das Privatleben des Asketen, etwa seine weitgehend unbekannte Ehe mit einer Chinesin.
Auf knapp 160 Seiten fasst hier der Autor das Leben Ho Chi Minhs knapp zusammen. Aufgrund der Kompaktheit darf man sich kein detailliertes akademisches Werk erwarten (dennoch enthält das Werk zahlreiche Quellenangaben zum Nachschlagen) als Überblick funktioniert diese Biographie aber sehr gut.
Positiv hervorzuheben ist der durchwegs neutral gehaltene Ton. Ho Chi Minh wird mitsamt seiner persönlichen Schwächen (eine gewisse Ungeduld, Pragmatismus — in einer von kommunistischer Ideologie beherrschten schwarz-weißen Welt keine gute Eigenschaft) als auch seinen politischen „Fehlern“ (sein Nichteingreifen bei der Landreform, seine schwindende Macht innerhalb der Partei) dargestellt, gleichzeitig bleibt aber das Bild eines zumindest bis zur Unabhängigkeit Vietnams sich aufopferungsvoll um die Freiheit einsetzenden Menschen, der Gewalt nicht unbedingt zugeneigt war und nach konfuzianistischen Idealen lebte.
Zusammen mit der guten Lesbarkeit und der guten Gliederung in diverse Abschnitte, sowohl was das Leben des Ho Chi Minh als auch Vietnams angeht, ergeben sich so gute vier Sterne.
La figura di Ho Chi Minh ha un forte carisma e un forte valore iconico. Questa biografia, breve ed agile ma abbastanza dettagliata, cerca di fare luce (anche se alcuni passaggi sembrano un po’ di parte) su questo personaggio fondamentale per l’indipendenza del Vietnam, a quanto pare non tanto nei fatti, quanto nel valore che la sua figura ricopre, soprattutto all’estero, come simbolo della resistenza alla super potenza statunitense, ma anche in patria, come frutto della propaganda santificatoria del partito. Interessante ma non privo di imprecisioni, è necessario integrare la lettura con testi più approfonditi e curati.