Wirnt von Grafenberg`s Arthurian romance Wigalois (c. 1210) tells the story of Sir Gawain`s son, Wigalois, who comes to Arthur`s castle in quest of his father and ultimately assumes dominion over the Kingdom of Korntin. The revised student edition includes the Middle High German text in the Kapteyn edition (1926), a New High German translation, textual commentary, an afterword, an index, and a selected bibliography.
Musste es für die Uni lesen, die Geschichte ist ansich nicht schlecht, jedoch mag ich den Aufbau schlicht weg nicht und manche Handlungen erscheinen irrelevant.
Meine erster nachklassischer Artusroman und ich mochte ihn sehr gern.
Besonders lustig fand ich es, dass Gawain wohl doch nicht der mustergültigste Artusritter unter der Sonne ist und sich als "Ich-geh'-mal-eben-Milch-holen"-Vater herausstellt und dann noch von seinem Sohn überboten wird. Puh, das würde mir stinken.
Es gab meiner Meinung schon einen deutlichen Unterschied zwischen der ersten und der zweiten Âventiure-Reihe, weswegen ich Wigalois auch nicht als zu perfekten Ritter ansehen würde. Gut, in der ersten Reihe lief alles schon etwas zu glatt, das stimmt. Trotzdem hat er da sehr willkürlich entschieden, welchen seiner Gegner er umbringt und welchen er zum Artushof sendet. Das fand ich schon ein wenig random und ich weiß auch nicht, ob und inwiefern das für ihn spricht. Und können wir mal über das Hündchen sprechen? Wie? Er sieht ein fremdes Hündchen, klaut es und tötet dann dessen rechtmäßigen Besitzer, weil er sich bei Nereja einschleimen will? Also an der Stelle des Ritters wäre ich auch fuchsteufelswild. Nereja war sowieso eine Queen und ich habs geliebt, wie sie die größte I-hate-Wigalois-final-boss Attitüde hatte, einfach, weil sie ihren Willen mit Gawain nicht bekommen hat. Mood.
Die erste Reihe war schon ganz cool, aber die zweite war boom. Abgesehen von dem christlichen Dauer Placement, aber hey, der Wigalois ist halt auch von 1210-1215, machste nichts. Die Gegner waren einfach viel herausfordernder und man hat viel mehr gemerkt, dass Wigalois an seine Grenzen kam, endlich auch einmal einen auf den Latz bekommen hat und durchaus Gottes Hilfe brauchte. Ich kann ihm seine Gottesanrufe nicht verübeln und finde auch, dass seine Angst ihn menschlicher/nahbarer hat wirken lassen.
Die Namur-Episode fand ich lowkey ein bisschen unnötig. Sorry, hate to be that person. Es war schon alles in Ordnung und puff, direkt der nächste Konflikt und die ganzen Verbündeten werden noch einmal zusammengesammelt und in Gefahr gebracht. Es hatte ein wenig den Touch von "Mit der Kraft der Freundschaft!". Sorryyyyyy. Und musste man wirklich Marine umbringen? Manno.
Aber im Großen und Ganzen war es schon eine coole Story. Kommt aber für mich nicht an den Erec ran. Upsi. Obwohl Erec ein Arschloch war
Der Wigalois wir häufig als der "schlechtere Artusroman" bezeichnet. Dem Nachwort der Ausgabe folgend ist es aber nicht sinnvoll den Wigalois anhand der Kriterien des ,klassischen´ Artusromans zu bewerten. Er bezieht sich nämlich im Gegensatz zu diesem nicht auf das chrétiensche Muster, sondern auf keltischen bzw. walisischen Stoff, der wohl zeitgleich und konkurrierend erzählt wurde. Nichtsdestotrotz greift Wirnt viele der Motive und Symbole des chrétienschen Lagers auf; wandelt diese aber ab oder um.
Besonders deutlich wird dies vielleicht daran, dass der Held nicht nach dem "Habitus-Konzept der Romane Chrétienscher Prägung, welchem zufolge das praktische Tun formend auf das handelnde Subjekt zurückwirkt" (S. 292) funktioniert, sondern eher wie ein Mosaik aufgebaut ist. Der Held lernt also bei seinen âventiuren nicht dazu, sondern offenbart seine Vollkommenheit nach und nach durch ebenjene. Insgesamt kombiniert Wirnt in diesem Roman den Typen des "Artusroman[s] ohne Krise [mit dem der] Legende ohne Sünden-Vita, [dem] Bel Inconnu, dem die Eros-Gefährdung fehlt und schließlich das Epos des christlichen Kämpfers für Frieden und Recht" (S.293).
Ich persönlich mochte den Wigalois und die darin beschriebenen âventiuren sehr gerne. Gerade der länger anhaltende Gastauftritt von Iwein, Gawein, Lanzelet und Erec war interessant und erfrischend. Besonders hervorzuheben sind bei Wirnt auch die genauen und teilweise auch echten Beschreibung von heraldischen Gegenständen, die es so kaum oder gar nicht in anderen Romanen der Zeit gibt.
Alles in allem ist der Wigalois daher für mich völlig gleichwertig zu den anderen Artusromanen und steht künstlerisch für mich auf derselben Stufe wie z.B. der Iwein. Die Ausgabe ist schön gestaltet und mit einem umfangreichen Anmerkungsapperat und Nachwort ausgestattet.
Wigalois is the story of the son of Gawain. It's a German text, and those -- in my admittedly somewhat limited experience -- tend to be quite positive toward Gawain, as this one is. As in The Crown, he does have a small flaw, which prevents him from being truly pure, but compared to the rest of the world, he gets off lightly. Anyway, the majority of the tale is about his son, in any case.
If you've read a lot of Arthurian texts, it'll be largely familiar to you. It starts off sounding very like Sir Gareth's tale, except that Wigalois isn't a Fair Unknown -- except in that he doesn't know his father, which might actually be enough to class him as a Fair Unknown.
The story charts Wigalois' growth, and how he saves and falls in love with a maiden. So far, so very Arthurian. It doesn't particularly stand out for me as a favourite, but it's quite readable -- the translation seems okay. The last owner of my copy was the same as the last owner of my copy of The Crown, to judge on the handwriting and the fact that I got them from the same source, and he doesn't have nearly so many quibbles with this translation as with the translation of The Crown.