"Weniger schlecht programmieren" ist das Buch, welches ich gerne am Anfang meiner Laufbahn gelesen hätte. Eine wohldosierte, unterhaltsame Anleitung in die Welt der Softwareentwicklung für Quereinsteiger. So sollte man es auch lesen - als Ergänzung zur Programmierfibel einer Sprache, als Souffleuse neben dem Laptop liegend, als Motivation dass es anderen auch so geht.
Als mittlerweile erfahrener Entwickler habe ich nicht mehr den „frischen“ Blick auf den Inhalt, welcher ein Review wirklich nützlich machen würde. Besonders gefallen haben mir die zahlreichen Beispiele und Lagerfeuergeschichten, Fehler über die alle mir bekannten Entwickler auch gestolpert sind. Man freut sich an den beiden unterschiedlichen Schwerpunkten der Autoren, die auch immer wieder auf Teamdynamik oder gegenseitige Hilfe eingehen – Social Skills die üblicherweise in Entwickler-Handbüchern übergangen werden. Literarisch sind die Kapitel immer wertvoll, weil sie von Konzepten zu den kleinen Details gehen, sich darin aber nicht verlieren – will man mehr wissen: LMGTFY.
Man merkt allerdings deutlich den PHP Hintergrund. Natürlich steigen mit dieser, dynamischen, Sprache viele Entwickler ein. Deren Konzepte werden aber vorausgesetzt und erstaunen im Buch wahrscheinlich den Java- oder .net-Entwickler (denen diese Qual höchstwahrscheinlich an einer Hochschule zugemutet wurde). Hier könnte man etwas mehr abwägen und Konzepte verschiedener Sprachen oder Ökosysteme gegenüber stellen, z.B. im Testing und Refactoring-Kapitel. Wenn die vielen Twitter, Stack Overflow und Daily-WTF Links oft witzig sind- für weiterführende Literatur wird gern auf immer dieselben Referenzen (z.B. Code Craft, Coders at Work) verwiesen – was einfach ein klein bisschen Schade ist, möchte man das Buch als Ausgangspunkt für eine Reise verstehen.
Daher 4 Sterne. Ein unterhaltsames, super Buch dass ich in einem Zug über Weihnachten gelesen habe. Es hilft jedem Entwickler – ob frisch oder abgehangen.