Das Buch war eine einzige Berg - & Talbahnfahrt, was Emotionen & Verbindungen anging! Und wenn ich das sage, dann meine ich das in allen Bereichen ♡ Es gab Stellen, in denen ich das Buch nicht weglegen konnte, aber genauso leider auch Stellen, an denen ich es leider, leider weglegen wollte. Das Buch ging in beide Extremen, weshalb es es mir auch so schwer gemacht hat, mich schlussendlich für eine Bewertung zu entscheiden 🫶🏻
✨️ c h a r a k t e r e ✨️
Tillie habe ich GELIEBT. GELIEBT GELIEBT. Sie war der Grund, weshalb das Buch kaum Längen hatte und ich so sehr in der Story drinnen war! Ihre Stärke und ihre Ansichten, sowie ihre "To-Me-Letters" (z.B Videotagebuch zu schreiben, ihren Zukunfts-Ich zu schreiben) haben mich wirklich beeindruckt und auch inspiriert, so etwas auch mal auszuprobieren ♡
Jonathan hingegen hat es mir super schwer gemacht. Lange Zeit wusste man von ihm nur, dass er fotografieren mag und eben nicht gerne redet. Ich verstand oftmals seine Handlungen nicht ganz und war verwirrt von seinen Verhaltensweisen - am Ende besserte sich das ein wenig, als man seine Hintergründe dann doch erfahren hatte, allerdings war er mir als Protagonist leider nicht wirklich griffig genug ♡
✨️ s t o r y l i n e ✨️
Tatsächlich ging mir alles ein wenig zu schnell und zu langsam gleichermaßen. Wie das funktioniert? An den entscheidenden Stellen wurde oft ein Cut gesetzt, immer dann, wenn ich mir dachte "JETZT wird's spannend". Doch leider wurde genau dann die Szene abgebrochen und einfach ein Tag später angesetzt. Ich persönlich fand das sehr schade, weil ich dadurch immer wieder aus der Story gerissen wurde und mich auch nicht richtig zwischen den Seiten verlieren konnte. Genauso überstürzt/ein wenig für mich persönlich nicht nachvollziehbar fand ich die Liebesgeschichte.
Ich habe sie leider nicht ganz gefühlt. Am Anfang passierte zu wenig und auf einmal Knall auf Fall passierte alles. Auch hier war es mir zeitlich ein wenig zu verzerrt, sodass ich weder den Moment mitbekommen habe, in dem sich die "enemies" zu lovers wandelten, noch wieso genau das so war. Es war dann einfach so und die Charaktere waren dann einfach ineinander verliebt - das war mir leider zu wenig.
Als die beiden dann jedoch zusammen waren, konnte ich es absolut verstehen (aber eben erst da, und der Zeitpunkt war mir zu spät, ich mochte ja beim Shippen mitfiebern können). Da fand ich die beiden auch unheimlich cute und toll zusammen, mochte ihre Dynamik und fand es großartig, dass sie sich gegenseitig ergänzt haben. Hier gewannen sie ein wenig an Tiefe ♡
Leider habe ich aber leider noch einen Kritikpunkt. Die "enemies"-to-lovers habe ich nicht wirklich gefühlt. Das war mir persönlich leider auch ein wenig zu wenig. Bei einer solchen Vorgeschichte hatte ich mit A) mehr Vorurteilen, die überwunden/ neutralisiert/gut erklärt aus dem Weg geräumt werden müssten B) einen längeren Zeitraum erwartet, um hinter die Fassade zu schauen - hier kam es mir stattdessen leider so vor, als hätte es kaum eine woche gebraucht, um das alles zu vergessen, C) Konfrontationen der beiden Charaktere , ... mehr, mehr, mehr. Nur ein einander anschweigen war für mich leider kein enemies 💔
✨️ t h e m e n ✨️
Was mir hingegen besonders gut gefallen hatte, waren all die gesellschaftlichen Themen, die aufgegriffen wurden. So beispielsweise das Thema Slutshaming, das mMn gut ausgearbeitet und mitreißend geschrieben wurde, sodass man sich in die Rolle hinein denken und mitfühlen, denken und sich damit auseinandersetzen konnte. Genauso auch die feministischen Bereiche, die aufgegriffen wurden. Ich mochte die Präsenz und auch die eindringlichen Dialoge über das Thema -
Allerdings (leider habe ich einige Kritikpunkte) gab es auch hier kleinere Dinge, die mich gestört haben. Mir kam es nämlich so vor, als würde dieses Buch einem verkaufen, Feminismus bedeute, die Frau dürfe sich alles und der Mann sich gar nichts erlauben. Stellenweise musste ich die Stirn runzeln, weil Jonathans Handlungen sofort beurteilt wurden, Tillies hingegen immer wieder von verschiedenen Seiten beleuchteten wurden. Genauso wie die Tatsache, dass Tillie selbst sagt, man dürfe nicht urteilen, keine Vorurteile haben und nichts über einen Kamm scheren, aber sie selbst schimpft gerne auf "die Männer". Genug fallen Sätze, in denen sie sich über die Unsensibilität der Männer echauffiert hatte, etc. Das wiederum fand ich nicht in Ordnung, da sie auch hier wieder verallgemeinert und für mich persönlich sich Feminismus nicht zu 100% "nur" auf Frauen beschränkt, sondern vor allem für Toleranz, Gleichheit und Freiheiten kämpft.
✨️ s c h r e i b s t i l ✨️
In diesem Band habe ich Gabriellas Schreibstil sehr geliebt. Er war fesselnd, hatte mich von Seite 1 direkt und mich immer wieder in die Story gezogen. Der Schreibstil war gleichermaßen lustig, wie poetisch und auch ein Stück weit chaotisch. Ich mochte ihn wirklich sehr, er war sehr besonders ♡
✨️ f a z i t ✨️
Der 2. Band der "Jetzt"-Reihe war eine absolute Berg - und Talbahnfahrt für mich, bei der mir einige Punkte wirklich, wirklich gut gefallen haben, bei der ich aber leider auch einige Kritikpunkte habe ♡