A Infanta llega de vacaciones Kurt Lukas , modelo publicitario en Roma, un hombre sin más atributo que el de ser guapo. Un jesuita, a quien encuentra por casualidad, le invita a su misión, donde convive con otros cinco sacerdotes, todos ancianos, sabios y astutos, con un novicio algo peculiar y con una joven filipina de gran belleza, Mayla , a quien acogieron aún adolescente. Kurt quedará atrapado entre los dos centros neurálgicos, «sagrados», en torno a los que se agita la vida de los habitantes de Infanta : la silenciosa misión donde, bajo la mirada intrigante de los curas, vive con la nativa un amor intenso, y la ruidosa sala de fiestas de doña Elvira , donde se entrega a los amores profanos. También transtornarán su existencia las convulsiones sociales y políticas que sacuden el país antes de la victoria electoral de Cory Aquino. Kurt intenta escapar a la fuerza vital de Infanta , pero, atraído por el poder de seducción de un mundo contradictorio, vuelve siempre fatalmente al encuentro de su destino.
Geboren 1948 in Hamburg; 1955 Umzug der Eltern in den Schwarzwald – ein Kulturschock. Ab 1959, nach Scheidung der Eltern, in einem christlichen Internat am Bodensee, auch ein Schock. Dort 1968 das Abitur gemacht, danach Ausbilder beim Militär und anschließend Eisverkäufer in Amerika.
Viele seiner zahlreichen Romane beschäftigen sich mit der Organisation von Intimität, etwa der Freundschaftsroman "Eros und Asche“ oder die Paar- und Liebesromane "Wo das Meer beginnt" und zuletzt sein großartiges Meisterwerk "Die Liebe in groben Zügen". Ein Roman unter anderem über „die unstillbare Sehnsucht nach Liebe: die einzige schwere Krankheit, mit der man alt werden kann, sogar gemeinsam“, den ein Kritiker als ein Liebesbrevier für Fortgeschrittene bezeichnete. Im Herbst 2014 erschien sein Roman "Verlangen und Melancholie“ und wurde von der Kritik einhellig als großes Werk gefeiert.
Ein Mann, eine Reise, fünf alte Priester, eine Hure und ein Mädchen an einem unglaublichen Ort irgendwo auf dem Philippinen noch vor der Ausbreitung des Internets. Erzählt der Roman eine Liebesgeschichte oder philosophiert er über den Sinn der Liebe und des Lebens? Ganz sicher vermittelt er die Geschichte von einer solch anderen Welt und das völlige Eintauchen in diese, wie sie heute mit den allgegenwärtigen Kommunikationsmitteln unmöglich wäre. Er stellt auch die Frage danach, wie vergänglich alles Sein ist und ob es wirklich einen Unterschied macht, welche Entscheidungen man trifft. Skurrill, morbide und irgendwie lesenswert.
Infanta ist ein grossartiges Buch, das einen in seinen Sog zieht. Die Geschichte spielt auf den Philippinen und im Zentrum steht Kurt Lukas, ein Deutscher, der eigentlich in Rom wohnt. Warum er letztlich den Weg nach Infanta findet, wird nie ganz klar. Auch seine Biographie bleibt geheimnisvoll. Einer Erscheinung gleich, winden sich Geschichten um ihn, alte Mönche, eine einheimische junge Frau, eine gescheiterte Etablissement Besitzerin, ein geistlicher Novize, ein korrupter Polizeikommdant und eine ehemalige italienische Geliebte, erleben durch seine Anwesenheit so etwas wie die eigene Katharsis. Die tropische Hitze ist förmlich spürbar und wirkt anziehend und abstossend zugleich. Im Umfeld der aufkeimenden Revolution ist das Leben gefährlich und die Wahrheit dehnbar. Der Text ist schweisstreibend, fordert manchmal Geduld und packt einen wie ein tropischer Sturm und offenbart immer wieder Schönheiten und menschliche Tiefen und Abgründe, die ein Weglegen des Buches verunmöglichen. Erschöpft, erschüttert und neu geboren lasse ich die Reise durch diese intensiven 500 Seiten in mir wirken.
Fazit: Bodo Kirchhoffs mehrfach übersetzter Erfolgsroman hat einige Vorzüge und ein paar Schwächen: Starke Atmosphäre im philippinischen Tropenstadl, reizvolle Dialoge, gut gewebte Handlung, interessante Nebendarsteller, angenehme Sprache. Dazu kommen unrealistische oder undefinierte Hauptfiguren, zu viel angeberische Gewalt sowie Melodrama und Längen in der zweiten Hälfte. Moribunde Kröteriche: Die Runde der morbiden, moribunden US-Padres an der Abendtafel im Phillie-Kaff fasziniert: Diese alten Kröteriche belauern unentwegt sich, ihren Besuch und die jungfräuliche Köchin Mayla hinter der Durchreiche. Der Geist ist womöglich willig, das Fleisch aber schlapp. Sie sehen, sie hören alles, jede Berührung und jedes Schnaufen im Nebenzimmer. Sie parlieren hinterlistig und kritzeln nächtens Wand an Wand in Briefe und auf Zettel.