Ich habe dieses Buch von einem wundervollen Menschen bekommen, weil im Titel mein Name steht. Ich war auch erst ein wenig überrascht woher der gute Herr Fährmann mich kennt und weswegen er ein Buch über meinen langen Weg geschrieben hat. Bis mir dann beim Lesen aufgefallen ist, dass dieses Buch nicht von mir handelt. Dabei war es nicht die Tatsache, dass Buchlukas und Leselukas einen unterschiedlichen Nachnamen haben, die mich stutzig machte. Auch die Zeit in der meine scheinbare Biographie spielt war nicht der Auslöser. Das Buch spielt so 1870 rum und ich bin 94 geboren. Also 1994. Ich mein, vielleicht hat sich Ralle einfach ein bisschen im Datum geirrt, mir passiert das ständig. Nein, was mich wirklich stutzig gemacht hat war Buchlukas Spitzname: Luke. So wurde ich noch nie genannt und da wurde mir klar, dass dieses Buch nicht von mir handelt und auch generell keine Biographie, sondern ein Roman ist. Ein Jugendroman um genau zu sein und dabei ein ziemlich guter. Lukas kommt aus einer Zimmermannsfamilie (ich selber übrigens nicht, wobei vielleicht so ein bisschen auch schon) und ist in einem Dörfchen nahe der polnischen Grenze (die waren zu seiner Zeit anders als heute) in den Masuren (da kommt mein Opa her, ich aber nicht) aufgewachsen. Seine Familie steckt in finanziellen Schwierigkeiten, weil sein Vater, gelinde gesagt, Mist gebaut hat und abgehauen ist. Um die Geldsorgen ein für alle mal loszuwerden beschließt sein Großvater nach Amerika zu Reisen und dort mit seinem Handwerk genug Geld zu verdienen und klein Lukas beschließt, sich dem Abenteuer anzuschließen. So begibt er sich auf seinen Langen Weg, also der Weg im Titel lässt sich unterschiedlich deuten und eine Möglichkeit ist eben der Weg von Danzig nach Amerika mit nem Schiff aus Holz. Um einfach nochmal einen Vergleich zu ziehen, ich bin auch einmal zu englischsprachigem Festland gereist. Das war allerdings Irland und mit dem Flugzeug. Da hab ich auch nicht gearbeitet und ist ja eigentlich auch irrelevant. In Amerika lernt Lukas nicht nur das Zimmermannshandwerk kennen, sondern auch sehr viel über seinen verschollenen Vater! (Meiner ist glücklicherweise nie verschollen). Es gibt nur ein Manko an dem Buch und das muss auch Erwähnung finden. Es ist an manchen Stellen wirklich nicht gut gealtert, was die Frauenrollen und gewisse Begriffe für PoCs betrifft. Das ist ziemlich kacke, war es auch damals und wird, sofern es überhaupt noch aufgelegt wird, hoffentlich angepasst.
Ansonsten einfach klasse und was auch super ist: es gibt noch weitere Teile die ich jetzt finden muss, weil ich mit Cliffhangern einfach nicht umgehen kann.