ich bin immer auf der suche nach guten einführungsbüchern, um beispielsweise meinen eltern queere themen näherzubringen.
ich suche seit längerem nach einem buch, welches einen guten einstieg im das thema non-binärität/nicht-binarität bietet.
dieses kann ich leider absolut nicht empfehlen.
die schreibende person bietet therapie für unter anderem non-binäre personen an.
mir scheint es so als wenn es aber kein proof-/sensitivity reading durch betroffene personen gab.
ein auszug an themen, die mir negativ aufgefallen sind:
.umgang mit dem thema geschlecht
ungewöhnlich finde ich, dass eine unterteilung gemacht wird in körperliches und psychologisches geschlecht.
was genau körperliches geschlecht ausmacht, bleibt schwammig.
dass aber auch körperliche merkmale über eine zuweisung ein identitätsstiftendes merkmal erhalten, wird hier nicht tiefergehend durchleuchtet (es wird gesagt: xx sind weibliche chromosomen und xy sind männliche chromosomen, anstelle zu sagen: es gibt personen mit chromosomensatz xx oder xy).
genauso werden im text penis und vulva klar zugeordnet als männliches und weibliches genital.
eine dekonstruktion, dass es sich zunächst um marterie handelt, der dann im nächsten schritt eine geschlechtliche logik aufgesetzt wird, erfolgt leider nicht.
von non-binären personen wird oft gesprochen, als personen, die ‘zwischen den geschlechtern’ stehen; es mag sein, dass es personen gibt, die das so für sich formulieren.
aber es gibt auch personen, die sich außerhalb eines binärs definieren, außerhalb geschlechtlicher logiken,…
.entgendern (es wird der : auf grund angeblicher barrierearmut genutzt,
ein zeichen, das explizit nicht aus der community entstanden ist und auch von verbänden aus barrieregrúnden nicht empfohlen wird).
.vielerlei formulierungen, die othernde denkmuster reproduzieren.
ein beispiel, es geht um pronomen:
“[…] cis identität (in der alle begriffe und pronomen passen).”
-> dies suggeriert, dass bei trans personen pronomen und begriffe (welche sollen das sein?) nicht passen. die frage ist hier für wen? für betroffene personen? oder für fremde personen?
weiterer auszug:
anstelle zu empfehlen, generell personen nach pronomen und anrede zu fragen, wird vorgeschlagen, dies bei trans und/oder nicht-binären personen zu tun. ich frage mich, woher menschen denn wissen soll, dass eine person trans und/oder nicht-binär ist; ansehen kann ich es der person ja nicht.
recherchen sind mitunter nicht vollständig.
in deutschland wird auf den geschlechtseintrag divers verwiesen, dass es aber bereits eine option ‘keine angabe’ gab davor, wird nicht mitgeteilt.
habe in kapitel 6 aufgehört weiterzulesen.