Jahreswechsel 1999/2000: Berlin versinkt im Frost, nichts geht mehr, die Kanalisation ist vereist, Fäkalien quillen auf die Straßen. Die Stadt wird von Banden durchkämmt. Ein ratlos zorniger Mensch schreibt als V Hassmanifeste. Als er Zeuge eines Amoklaufs wird, läßt er eine seiner Tiraden fallen, die, am Tatort gefunden, als Bekennerbrief gewertet wird. So wird in seinem Namen eine Lawine der Gewalt losgetreten. In der Stadt herrscht Notstand. Im Brandherd der Handlung steht Tom, der Gastgeber einer Talkshow. Er versucht der Situation Erfolg abzugewinnen, indem er sie in Panik ummünzt und so geschickt seine Einschaltquoten hochtreibt. Doch auch er dreht sich längst im Strudel der terroristischen Ereignisse an deren Ende als blutige und letzte Lösung das Terrordrom steht - ein Sperrbezirk mitten in der City, in dem, nach Entrichtung eines Eintrittsgelds, Kriegspielen mit scharfen Waffen aller gegen alle erlaubt ist.
Bei seinem Erscheinen für den Deutschen Science Fiction Preis gelesen: "Terrordrom" zeichnet ein düsteres Bild von Berlin. Zur Jahrtausendwende kommt es während des kalten Winters zu Gewalt- und Haßausbrüchen- Lars schreibt aus Frust über die Zurückweisung seines Liebesobjektes Hakan, eines türkischstaemmigen Jurastudenten, Pamphlete, die zum Aufruhr anstiften und mit Gewalt drohen, und unterzeichnet sie mit V, und begeht dann selbst einen Sprengstoffanschlag, und löst eine Reihe von Gewaltaktionen aus. Die Sache verselbständigt sich, V wird zur Symbolfigur. Kälte und Gewalt prägen auch das Leben einer Kleinfamilie. Der Vater, ein TV-Moderator schlägt um sich um eine heile Familie zu haben. Der Sohn ist auf Null-Bock Stimmung und sucht Anschluß bei Gleichaltrigen. Auch er wird zum Gewalttäter in Vs Nachfolge. Die Mutter Anna sucht Liebe bei Liebhabern, kann sich aber aus ihrer Passivität nicht befreien. Gegen Ende des Romans arbeiten fast alle Figuren zusammen, und gründen das Terrordrom, ein autonome Zone, in der man der Gewalt nach Herzenslust frönen kann, zur Unterhaltung der Außenwelt, die über Kameras alles mitverfolgt. Am Anfang war ich eher abgestoßen von der düsteren, bekannt vorkomrnenden Großstadtgewaltszenario und auch die Stakkato-Sprache gefiel mir nicht besonders. Aber der Roman vermochte mich ins Geschehen hineinzuziehen. Der Autor wechselt die Perspektive, läßt immer wieder andere Figuren erzählen, so daß man sich für die Gestalten interessiert. Sie bekommen Konturen, werden nachvollziehbar. Der Roman entwickelt Drive und der Schluß bündelt die Zusammenhänge zwischen Gewalt, Konsum und Fernsehen in einem zwingenden Bild.
This book inspired me to write a novel which is only half finished but it's still 70 pages. I lived and breathed Terrordrom for quite a while. Come to think of it, I want to re-read it.