Als Perry Rhodan von einer Mission zu fernen Sternen zurückkehrt, stellt er fest: Das gesamte Solsystem ist durch einen undurchdringlichen Sperrschirm von der Außenwelt abgeschottet. Nur mit größter Mühe kann er diese Barriere überwinden. Auf der Erde erfährt er, dass 82 Jahre vergangen sind, seit er von dort aufgebrochen ist. Die Menschen haben sich radikal verändert – die meisten können keine Emotionen wie Mitleid oder Freude mehr empfinden. Die wenigen Immunen werden von einer Diktatur der reinen Vernunft unterdrückt.
Einziger Lichtblick ist das Wiedersehen mit seinem alten Freund Reginald Bull, der sich als Leiter einer Widerstandsgruppe erweist. Um die Situation zu ändern, müssen Rhodan und Bull den Kontakt zur Milchstraße wiederherstellen.
Hilfe erhoffen sie sich von der anorganischen Intelligenz NATHAN. Aber auch Luna ist abgeriegelt und STUMM ...
Ein namhafter Fantasy-Autor und eine Debütantin: die Zusammenarbeit zwischen Robert Corvus und Marie Erikson hat ein wirklich gutes Ergebnis hervorgebracht, wobei mir der Handlungsstrang auf der Erde, den Erikson geschrieben hat, sogar besser gefiel als die Abenteuer von Rhodan und Bull auf dem Mond. Da wird sogar Leibniz in Form eines alten Wissenschaftlers mit seiner Posbi namens Monade eingeführt. Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich mich beim Lesen eines Science Fiction im Heftformat mal mich parallel mit Gottfried Wilhelm Leibniz und dessen Monadenlehre beschäftige, um die philosophischen Anspielungen zu verstehen. Sprachlich war das auch vom Feinsten.
Einziger Kritikpunkt: es war mir schon fast zu viel Action, die Handlung zu hektisch und schnell. Da bekomme ich bei den vielen technischen Begriffen auf dem Mond ganz schwer Bilder in meinem Kopf erzeugt. Insofern ein Stern Abzug gegenüber dem stimmigeren ersten Band des Zyklus.
Im Juni wurde ich auf dem GarchingCon von den beiden Autoren Marie Erikson und Robert Corvus gefragt, was für mich ein perfekter NEO ist. Nun kann ich antworten: genau DIESER hier.
Was die beiden hier für ein Feuerwerk abbrennen ist unfassbar!
Auf der einen Seite haben wir Segio Percellar und die neue Protagonistin Sylvia Demmister, die auf Inflitrations-Mission in einem Stummhaus unterwegs sind, geschrieben von Marie Erikson, und auf der anderen Seite geballte Action mit Perry Rhodan, Reg Bull und dem Franziskanermönchen Frater Bruno, verfasst vom Meutenführer Robert Corvus.
Der Stummhaus-Teil schafft es perfekt Horror mit Thrillerelementen und Fassungslosigkeit zu kombinieren. Streckenweise musste ich das Gelesen erst einmal sacken lassen, so sehr nahmen mich die Kindheitserfahrungen von Sylvia Demmister mit. Diese beklemmende Atmosphäre erzeugt Marie Erikson mit Bravour - Gänsehaut pur!
Der deutlich actiongeladenere Teil auf Luna inmitten von NATHAN, wird von Robert Corvus gewohnt souverän rübergebracht. Der Adrenalinspiegel steigt und das nicht zu knapp. Beste Unterhaltung, auch wenn der leider traurige Tod von Frater Bruno ebenso für die Dramaturgie notwendig ist. Andernfalls ginge mir dieses Selbstmordkommando viel zu glatt. Sehr interessant, dass die Bull-Legacy Zwillinge zwar ähnlich auftreten, aber nur eine von ihnen zur Aphilikerin wurde. Da bin ich auf die kommenden Romane gespannt.
Besonders positiv ist mir auch das Detail aufgefallen, dass der Titel ständig in Dialogen oder Beschreibungen wiederverwendet wird.
Zusammenfassend ist es ein absolut toller Roman mit einem klasse Einstieg von Marie Erikson ins Perryversum! Weiter so!
This entire review has been hidden because of spoilers.
3.5| Die beiden Autoren lieferten mit diesem Band einen guten bis sehr guten Roman ab, der noch zur Einführungsphase des Aphilie-Zyklus gehört. In diesem Band arbeiten auch die Protagonisten, die bereits als Protagonisten des historischen Aphilie-Zyklus der Erstauflage in den 70er Jahre) gewirkt haben, mit. Sylvia Demmister und Sergio Percellar, den wir im Auftaktband des Zyklus kennengelernt haben, sind ein Agentenpaar der OGN, die den Auftrag haben, NATHANs Helfer Leibnitz und seine Begleiterin Monade aus einem Stummhaus zu befreien. Was ihnen auch gelingt, allerdings ist die Zusammensetzung des völlig auseinandergebauten Posbi durch Sergio Percellar ein bischen an den Haaren herbeigeführt, aber das ist eine Beckmesserei von mir. Rhodan und Bully fliegen zum Mond um herauszufinden, was mit NATHAN los ist, Hinweise von Leibnitz und Monade, führen sie zum Ziel, wo sie auf die Töchter von Reginald Bull treffen. Laura ist schwer verletzt und braucht dingend Hilfe, Sophie ist die Anführerin der Aphiliker, beide haben ein schlechtes Verhältnis zu ihrem Vater, warum das so ist, ist zumindest im Fall von Laura fraglich. Immerhin gelingt es herauszufinden, warum NATHAN im Sinne der Aphiliker arbeitet; er wird erpresst...! Für mich eine überraschende Erkenntnis... Nach der Genesung Lauras wird sie mit Sophie ausgetauscht, was das genau soll und was dahintersteckt, ist dem Leser noch unbekannt. Die Autoren beschreiben in diesem Band, wie es ist, als Immune innerhalb gefühlskalten Aphilikern aufzuwachsen und wie Sylvia Demmister daraus entkommen kann, sie, die Autoren, haben die Vergangenheit Sylvias sehr schön beschrieben... Ein gelungener Band, ich würde noch sehr gerne mehr von den beiden Autoren in der PRneo-Serie lesen...
This entire review has been hidden because of spoilers.
Im letzten Viertel hat diese Episode doch noch einiges an Boden gutgemacht. Die beiden Handlungsstränge plätscherten lange ohne nennenswerten Spannungsbogen vor sich hin. Im „Stummhaus“ aus Sylvias Kindheit gibt es immerhin interessante Rückblenden, Rhodans Mondabenteuer ist allzu technikverliebt geschildert, als dass es mich vom Querlesen abhalten konnte. Kam mir das Regime der Aphiliker im Vorgängerband nicht weniger grausam, aber in seinen Mitteln deutlich perfider vor, habe ich hier plötzlich mit komplett entseelten Monstern zu tun. Davon ab, dass ich das nicht so wirklich konsistent finde, ist es in seiner Wirkung auch weniger krass: Ich kriege ja ständig erklärt, was ich davon zu halten habe. Allerdings ist dann das Ziel der Forschungen im „Stummhaus“ überraschend und Sylvias Befreiung spektakulär, weshalb die Lektüre doch noch Spaß machte. Was da mit Bull und seinen Zwillingstöchtern los war - da fehlte mir Serienwissen, um emotional Anteil nehmen zu können.
In der Aphilie-Staffel war ich schon weiter, nun habe ich diesen Roman nachgeholt. Gelesen habe ich größtenteils während der Nachtschicht. Als es wirklich spannend wurde, war dann die Schicht zu Ende, bzw. konnte ich nicht mehr weiterlesen, und musste bis Heute Mittag warten. Die Lektüre hat sich gelohnt. Es wird von Anfang klar, dass Erikson den Handlungsstrang von der Agentin Sylvia Demmister übernahm und Corvus den mit Rhodan und Bully. Er hat mit PR einfach die größere Erfahrung. Goodreads listet Marie Erikson auch als John Sinclair-Autorin. Ich muss sagen, die Horror-Expertise kam ihr zu Gute. Das Stummhaus kommt atmosphärisch ziemlich gruselig herüber, eine Verwahranstalt für Organe und Ort unmenschlicher Experimente, die instumentelle Vernunft von ihrer Schreckensseite. Und auch Sylvias Erinnerungen an die Zeit in der Aufzuchtanstalt. Rhodan und Bull auf dem Mond, zusammen mit einem Mönch und Physiker. Sie wollen zu NATHAN vordringen, weil sie vermuten, dass er etwas mit dem Energieschirm ums Sonnensystem zu tun hat, und stoßen auf die Töchter Reginald Bulls, die eigentlich gebrechliche Frauen sein müssen, aber in der Blüte ihrer Jahres stehen, auf zwei unterschiedlichen Seiten in Zeiten der Aphilie. Am Ende war das Actionfeuerwerk fast zu viel für mich. Besonders das in NATHAN war ziemlich verwirrend. Doch die rettende List war irgendwie clever... wenngleich die Rolle NATHANS einen Mary Sue-Appeal hatte. Am Ende weiß der Leser einiges mehr, und neue Fährten sind gelegt. Der Roman profitierte von anderen Genres, insbesondere hat mir die Reverenz an den Graf von Monte Christo von Alexandre Dumas gefallen. Ich bin gespannt auf weitere Romane, an denen Marie Erikson mitschreibt.
Hmm, ich kann nicht genau sagen warum, aber der Roman hat mich nur bedingt abgeholt. Am Ende (so die letzten 20 Seiten) hat er mir wirklich gut gefallen, davor hatte ich das Gefühl von Kaugummi.
Damit will ich gar nicht sagen, dass er schlecht war. Die Charaktere sind toll, die Handlung durchaus wichtig und die Entwicklung ebenfalls relevant. Aber ich hatte die meiste Zeit nicht dieses wichtige "Spannungsgefühl", was dazu führt, dass ich unbedingt weiterlesen muss.
Möglicherweise lag es an den zwei sehr unterschiedlichen Handlungsebenen, die im Wechsel beschrieben, ein wenig den Lesefluss unterbrochen haben. Aber wie gesagt, so ganz kann ich es nicht greifen.