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Die Privilegierten: Roman

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Hätte nicht alles gut werden müssen? Der neue Roman von Thomas von Steinaecker über die verpassten Chancen einer Generation In Norwegen beginnt der Winter. Der erste seit vielen Jahren. In einer abgelegenen Hütte muss sich Bastian eingestehen, dass er zu alt ist, um dort zu überleben. Anstatt zur weit entfernten Siedlung aufzubrechen, beginnt er sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Mit seiner Kindheit in den 90ern zwischen Star Wars, Magnum-Eis und Lichterketten gegen Rechts. Der Herausforderung als junger Vater, Familie, Karriere und eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Und mit den Jahren in der geschützten Wohnsiedlung in der Nähe Münchens, in denen die Welt immer bedrohlicher wurde. In seinem neuen Roman blickt Thomas von Steinaecker virtuos aus einer nahen Zukunft zurück auf unsere Gegenwart und zeigt, wie das Leben an uns vorbeirauscht, während wir um uns selbst kreisen. Hochaktuell erzählt »Die Privilegierten« von einer Generation, die alle Möglichkeiten hatte und dennoch scheitert.

624 pages, Kindle Edition

First published August 30, 2023

4 people are currently reading
113 people want to read

About the author

Thomas von Steinaecker

21 books11 followers
Thomas von Steinaecker was born in Germany in 1977. A novelist and journalist, he has also written extensively for radio and is the creator of several documentaries, including Richard Strauss and His Heroines. Two of his novels, Wallner beginnt zu Fliegen (2007) and Die Verteidigung des Paradieses (2016), have been nominated for the German Book Prize.

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Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Buchdoktor.
2,367 reviews190 followers
August 29, 2023
Bastian Klecka muss sich eingestehen, dass er in seinem Alter allein nicht mehr auf dem Einsiedlerhof im norwegischen Bindal überleben kann. Die Frist, die ihm nach Jahren der Naturbeobachtung bleibt, zählt er an schwindenden Vorräten und Tabletten ab. Der 1982 geborene Bastian hat in der Einsamkeit seine Lebenserinnerungen niedergeschrieben. An Papier oder Speichermedien scheint kein Mangel gewesen zu sein; sein 600-Seiten-Manuskript wirkt angesichts seiner Lebensumstände so banal wie detailverliebt. Thomas von Steinaeckers Icherzähler kann offenbar nur linear nacherzählen und Entwicklungen rückblickend nur schwer zusammenfassen.

Nach dem überraschenden Tod von Bastians Eltern zog sein Großvater zu ihm ins Elternhaus in Oberviechtach in der Oberpfalz. Der Opa war Literaturprofessor mit Schwerpunkt Thomas Mann und legte Wert darauf, Bastian an Literatur und Kunst heranzuführen. Bastian, Madita und Erie, die einzigen Gymnasiasten, die Hochdeutsch sprachen, bildeten eine eingeschworene Gemeinschaft, die bis ins Erwachsenenalter halten wird. Als Bastian sein Lehramtsstudium aufgibt und zunächst als Skripter für Fernsehformate arbeitet, gelingt ihm nur vordergründig die Abnabelung von den großväterlichen Werten. Später wird er Avatare für VR-Brillen entwickeln. Heirat und Geburt eines Sohnes scheint er eher als Besitz vorzuweisen, als dass es ihn glücklich macht. Die Familie Klecka erlebt ihre Umwelt durch die Filter von Paar-Beratungs-Apps, Fitness-Trackern und dem bekannten Witze erzählenden Lautsprecher, der ihnen als Aufpasser für Samy dient.

Wendepunkte werden 2023 der Umzug in die gesicherte Wohnanlage „Strawberry Fields“ mit dem damals 10-jährigen Samy sein; (in die Zukunft fortgeschriebene) 10 Jahre später die Entfremdung von Samy. Der Junge soll offenbar seine Eltern glücklich machen, indem er ihr bildungsbürgerliches Leben fortführt. Zu diesem Zeitpunkt ist der Planet durch Umweltzerstörung, Seuchen und Rücksichtslosigkeit unbewohnbar geworden und Samy will dort arbeiten, wo er als Arzt gebraucht wird.

Die Eingangsszene in der norwegischen Einöde der nahen Zukunft lässt an einen dystopischen Roman denken, in dem die Welt unbewohnbar geworden ist. Das Rätseln darüber, wann diese Szene spielt, könnte den Spannungsbogen straffhalten. Allerdings stemmt sich der Erzähler mit der Langatmigkeit eines empathielosen Narzissten mit seinem 600-Seiten Backstein nach Kräften gegen jedes Lesevergnügen. Ich sage es ungern: selten habe ich mich so gelangweilt wie beim Bericht aus dem Universum der Kochshows und selten hat mich eine Figur mit ihrer weltfremden Egozentrik gegenüber Frau und Kind so genervt wie Bastian. Dass ihm beim Verfassen des Dokuments zunehmend die korrekte Schriftsprache abhandenkommt, ist angesichts seiner zunehmenden Verwahrlosung in der Einsamkeit jedoch verständlich.

Fazit
Die Rahmenhandlung und die Fortschreibung der Zustände des Jahrs 2023 in die Zukunft klingen zwar vielversprechend; leider wird mir jedoch Bastian als Negativbeispiel einer Figur in Erinnerung bleiben, die nicht auf den Punkt kommen kann.
Profile Image for Sabine.
139 reviews
January 10, 2025
Was wie eine Dystopie anfängt und dann mehr oder weniger zu einer Lebensgeschichte des Protagonisten und seiner Familie wird,verschenkt leider zuviele Chancen.Die Gesellschaftskritik ist viel zu zahm und nicht gut genug herausgearbeitet.Die Leserin schwankt zudem zwischen Genervt sein von der Hauptfigur Bastian und Ihn -nicht- ausstehen-können.
Positiv ist der erste,in meinen Augen beste Teil,der die Jugend mit seinem Großvater und beginnende Freundschaften erzählt.
Profile Image for C-H-Lotte.
28 reviews1 follower
January 7, 2025
Sehr origineller Plot und unterhaltsam
Leider begleitet man Bastian die ganze Zeit beim charakterlichen downfall und am Ende als er scheinbar eine positive Entwicklung gemacht hat muss man sich den Teil selbst denken

3.5-4
Profile Image for Jamie.
26 reviews10 followers
June 22, 2025
Der Roman erzählt das Leben von Bastian Klecka. Die Handlung beginnt etwa im Jahr 2040, führt einen aber relativ schnell zurück in die 1980er-Jahre, in denen Bastian aufwächst - bis wir am Ende wieder im Jahre 2040 ankommen. Dabei spannt der Roman nicht nur einen grossen zeitlichen Bogen, sondern spielt auch mit diversen Genres: ein bisschen Dystopie, ein bisschen Familienroman, ein bisschen Liebesroman. Manchmal alles gleichzeitig, manchmal nur eines davon.

Besonders gut gefallen hat mir die Familiengeschichte rund um Bastians Kindheit und Jugend. Der Autor scheint sich extrem gut in kindliches Denken hineinversetzen zu können. Sehr amüsant fand ich dabei auch die vielen Details, die Erinnerungen an meine eigene Kindheit und Jugend in den 90er- und 00er-Jahren weckten.

So schön es ist, von Bastians Kindheit zu lesen, so langatmig und anstrengend wird die Erwachsenenzeit, welche einen Grossteil des 600-seitigen-Romans einnimmt. Leider wird Bastian als Erwachsener ziemlich unausstehlich: Er sagt von sich selbst, dass er extrem empathisch sei („Empasthian“) und auch weiss er scheinbar immer, was in einer bestimmten Situation zu sagen oder tun wäre - tatsächlich umsetzten tut er dieses Wissen aber nie. Er denkt es nur und verliert sich dann im Selbstmitleid. Auch die dystopischen Elemente, obwohl interessant, haben mich nicht völlig überzeugt. Meines Erachtens wird nicht genügend klar, warum sich die Menschen in der Geschichte so extrem verhalten.

Insgesamt ein interessanter Roman, der vor allem am Anfang hervorragend ist, im zweiten Teil aber leider etwas zäh wird. 3/5 ⭐️
3 reviews
May 24, 2025
Mag es an reiner Nostalgie liegen, dass mir, der wenige Jahre später als der Protagonist des Romans geboren wurde, der erste Teil am besten gefallen hat. Mag es aber auch daran liegen, dass es durch die Kinderaugen noch etwas zu entdecken gibt. Alles, was nach diesem Teil folgt, ist eine ziemlich lahme Erzählung einer Familie, angesiedelt in der Zeit, in der ich es jetzt gerade lese, nur sehr selten gespickt mit Querverweisen auf die Welt außerhalb eben dieser Familie. Allemann sind unsympathisch, vollkommen humorbefreit und eben privilegiert. Es folgt ein Blick in die Zukunft, der genauso gut wann anders hätte stattfinden können, da es kaum Visionen oder irgendwelche Versuche gibt, über den Tellerrand zu schauen und diese Familie in einen übergeordneten Rahmen zu stecken. Wer diese 600 Seiten braucht, um sich seines eigenen Privilegs bewusst zu werden, der beschäftigt sich, Entschuldigung, wohl noch weniger mit der Welt um ihn herum, als es dieser Roman tut.
Profile Image for alicaliest.
8 reviews
January 5, 2024
Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen zu Ende gelesen.
Der erste Teil, der von der gemütlichen, deutschen Kindheit des Protagonisten handelt, hat mir sehr sehr gut gefallen. Besonders der Hochkultur-verliebte Großvater und Ilie. Hätte sehr gerne mehr davon gelesen.
Leider ist dieser Teil des Buches dann zu Ende und danach geht es nur noch um das Spießer-Alman-Familien-Leben von Bastian, Brigitte und Samy. Letzterer ging mir auch sehr auf die Nerven, weil er sehr undankbar und distanziert wirkt und nicht mal merkt wie seine Eltern leiden.
Während des Lesens fragt man sich außerdem ja immer wieder, wieso der Protagonist am Anfang in einer Hütte im Wald verwahrlost und denkt, dass irgendwas krasses,apokalyptisches passiert sein muss.
Stattdessen ist er einfach nur verrückt geworden, weil seine Frau gestorben ist (obwohl er eh so wirkte, als ob er sie nicht lieben würde).
Profile Image for Antje.
12 reviews
November 16, 2024
Im Mittelpunkt steht eine sehr interessante Charakterentwicklung des Protagonisten aus den 1980ern bis in eine dystopische Zukunft. Aus der Ich-Perspektive Bastians erfahren wir die Geschichte einer ganz „normalen“ Familie, die mit den sich dramatisch verändernden Umständen der Welt (Stichwort Klima, Krankheiten, Technologie) ganz unterschiedlich umgehen. Und genau diese Unterschiede in den Generationen und die Art und Weise, was dies mit dieser Familie tut, hat mich im Buch gehalten. Denn obwohl die Vater-Sohn- und Mann-Frau-Beziehung mich sehr interessiert haben, hat das Buch ein paar Längen. Insgesamt empfehlenswert.
Profile Image for Nina Kusch.
8 reviews
September 12, 2025
Stellenweise etwas langatmig, außer im ersten Teil. Ja, die Gesellschaftskritik hätte schärfer ausfallen können, hätte aber der Sicht von unserem Protagonisten nicht entsprochen. Meiner Meinung nach kann man mit einer Hauptperson im Zwiespalt liegen, ihn nervig finden und trotzdem eingestehen dass er gut geschrieben wurde.

Ich hätte die 600 Seiten nicht zu Ende gelesen hätte mich nicht jede Seite in ihren Bann gezogen.
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