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Chor der Erinnyen

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Ihr Mann hat fluchtartig das Haus verlassen, ohne sich näher zu erklären. Eine Freundin aus Kindertagen taucht auf, und ihre sonst so zurückhaltende Mutter übt plötzlich eine geheimnisvolle Macht aus. Mathilda, die Nüchterne, die distanzierte Studienrätin für Mathematik und Musik, wird sich selbst unheimlich. Hat sie von ihrer Mutter das Zweite Gesicht geerbt? Sie muss erleben, wie sich ihre Visionen in der Wirklichkeit zu manifestieren beginnen. Etwas dunkles Inneres meldet sich zu Wort, ihre Handschrift verselbständigt sich, geflügelte Frauen nehmen in ihrem Alltag immer mehr Raum ein. Es kommt zu Waldbränden und skurrilen Heilritualen, zu fragwürdigen Geschenken. Es kommt Wind auf, dessen Flüstern ihr seltsam vertraut erscheint. Hört sie tatsächlich den Chor der Erinnyen?
Humorvoll, poetisch und höchst originell schreibt Marion Poschmann über angepasste Freundinnen und aufbegehrende Mütter, über den Frevel an der Natur und ihre fragile Schönheit, über die Dämonisierung von Frauen und die Kraft der Verbundenheit. Chor der Erinnyen ist keine Fortsetzung, sondern eine Parallelgeschichte zu ihrem bei Kritik und Publikum überaus erfolgreichen letzten Roman Die Kieferninseln.

189 pages, Hardcover

Published September 23, 2023

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About the author

Marion Poschmann

20 books35 followers
Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, studierte Germanistik und Slawistik und lebt heute in Berlin. Für ihre Prosa und Lyrik wurde sie vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie den Peter-Huchel- Preis und den Ernst-Meister-Preis für Lyrik; ihr Roman Die Sonnenposition stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und gewann den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2013.

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Community Reviews

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18 (23%)
1 star
6 (7%)
Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Uralte  Morla.
370 reviews129 followers
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January 15, 2025
Hatte mich sehr darauf gefreut, aber es wollte leider so gar nicht funken zwischen uns. Ich fand die Handlung super langweilig und so richtig ist auch nichts hängengeblieben. Vielleicht war mein Hirn auch einfach nicht fähig, das Intellektuelle an diesem Roman zu erkennen, aber ich bleibe vorerst bei Poschmanns Lyrik - die auch in diesem Buch sehr schön ist.
Profile Image for Hannah.
69 reviews1 follower
January 24, 2024
"Sie aber floss über wie ein Berg, verlor sich im Raum, / fand sich wieder als Sturmjägerin, sie folgte dem Wind / und sie rauschte mit ihm über die Wipfel, / sie war dieser Rausch, die Ekstase des Wetters, sie fand sich / sekundenlang in der Gestalt eines Blitzes, als wollte sie alles, / was sie berührte, durchdringen."
Profile Image for Anna.
4 reviews2 followers
December 4, 2023
Das Buch ist so unfassbar prätentiös geschrieben, dass ich nicht zu lesen aufhören konnte. Bis ins Absolute durchexerzierte Bildungsbürgerliteratur, komplett unerträglich. Als hätte man Jelineks Erika Kohut jedem einzelnen interessanten Merkmal beraubt und übrig bleibt die Musiklehrerin, die sich ganz special findet. Und warum flippt die überhaupt über 180 Seiten quasi handlungslos so unangemessen aus, nur weil ihr Mann weg ist? Absolut faszinierend und bestimmt mega Weihnachtsgeschenk für Akademikerkinder.
Profile Image for Gavin Armour.
616 reviews130 followers
December 21, 2023
Mathematik und Musik – Musik und Mathematik. Für viele ein und dasselbe und als Erkenntnis eine Binse. Und doch definiert sich in diesem Zwillingspaar, will man die Musik in ihrer mathematischen Auflösung dann doch der Poesie, den Künsten, zuschlagen, recht genau die Entwicklung der Hauptfigur in Marion Poschmanns Roman DER CHOR DER ERINNYEN (2023).

Denn diese Mathilda, Lehrerin für Mathematik und Musik, ist eine Rationalistin durch und durch. In ihrer Rationalität will sie zunächst nicht einmal die Merkwürdigkeiten als solche anerkennen, die bereits eingetreten sind, bevor die Romanhandlung einsetzt. Ihr Mann ist seit Tagen verschwunden und sie beruhigt sich und den Leser wieder und wieder mit nachvollziehbaren Erklärungen. Wobei sich die Frage stellt, ob das Beruhigungen sind oder Mathilda die Welt – eben auch die der Merkwürdigkeiten – schlicht so betrachtet? Auch die zunehmende Unfähigkeit, mit der Hand zu schreiben, da eben diese Hand sich zu verselbstständigen scheint und nur noch schwer nachvollziehbare Zeichen aufs Papier krakelt, verunsichert Mathilda nicht wirklich. Dass ihre Mutter immer mal wieder seltsame Anwandlungen hat, ist ebenfalls nichts Neues für sie. So ist es im Grunde erst das plötzliche Auftauchen ihrer Schulfreundin Birte, dass sie zumindest stutzig werden lässt. Denn Birte taucht nicht einfach auf wie jemand, den man sehr lange Zeit nicht gesehen hat, vielmehr tritt sie in Mathildes Leben ein, als sei sie darin seit jeher zuhause. Nimmt – mehr oder weniger ungefragt – an einem Wanderausflug teil, den Mathilde seit Längerem mit ihrer anderen Jugendfreundin Olivia geplant hatte; ebenso ungefragt wie selbstverständlich nächtigt Birte bei Mathildes Mutter, die sich natürlich noch an das Kind von früher erinnern kann und – wie Mathilde selbst – womöglich eine tiefsitzende Schuld empfindet gegenüber diesem einstigen Kind, dessen Verlustschmerz über den Tod eines Elternteils Mutter und Tochter nicht ernst genug genommen haben.

Langsam, fast unmerklich für sie selbst und auch den Leser, schleicht sich das Ungewisse, das Unberechenbare, das Nicht-Mathematische in Mathildes Leben ein. Und je tiefer es in dieses vordringt, desto poetischer, ungenauer, interpretationsbedürftiger wird Poschmanns Schreiben. Am Ende eines jeden Kapitels entlässt den Leser ein Gedicht, vielleicht eines, das Mathilde geschrieben, zumindest erdacht hat, vielleicht aber auch einfach der Chor. Der Chor der Erinnyen, jener Rachegöttinnen der griechischen Mythologie, die das Gewissen und seine Bedrängnis ebenso darstellen können, wie sie auch die Verteidigung des mütterlichen Prinzips verkörpern. Und die einst den Beinamen „Die Wohlmeinenden“ bekamen. Alle diese Beschreibungen würden an einem bestimmten, spezifischen Punkt in Poschmanns Text sowohl auf als auch für Mathilde und die sie umgebenden Figuren passen. Im Grunde alles Frauen bis auf zwei Wanderer, die die drei Freundinnen während ihres Aufenthalts in der Waldhütte aufgabeln und letztlich vor dem sicheren Tod während eines Waldbrands bewahren. Auch, wenn die Herren selbstgerecht glauben, es sei exakt andersherum gelaufen.

Poschmanns Text ist voller Verweise auf die antiken Mythologien, wobei sie sich aber im rein Deskriptiven der Handlung eines fast hyperrealistischen Stils bedient, der nicht ferner vom Mythischen entfernt sein könnte. Die Geschichte um Vertrauens- und vielleicht auch Machtverlust wird überdeutlich dort angesiedelt, wo deutsche Literatur allzu oft spielt: Im Mittelstand, jener Welt des Wohlstands, der scheinbaren Sicherheit und prekären Rückversicherung. Diese Frauen sind allesamt wohlhabende, im bürgerlichen Leben verankerte Mittfünfzigerinnen, die möglicherweise Lebenskrisen durchlaufen, vielleicht auch nur so etwas Banales wie eine Midlife-Crisis. Das Buch lässt diese Fragen offen. Was allerdings deutlich wird, ist Mathildes Entfernung, ja Entfremdung, von ihrem bisherigen Selbst.

Wie Poschmann diese Entfremdung literarisch bewältigt, das ist allerdings außergewöhnlich. Wie ihr zunächst so beherrschter Text – mindestens so beherrscht wie Mathilde in der rationalen Bewältigung ihres Alltags und all seiner zunehmend seltsameren Störungen – langsam immer poetischer, aber eben auch schwerer zu greifen wird, immer ungefährer und dabei in seiner Beobachtung einer Zerrüttung (?) immer genauer, weil undefinierbarer, das ist für den Leser atemberaubend. Und der muss sich auf diesen Weg einlassen, wie Mathilde sich darauf einlassen muss, dass die Figuren ihres Lebens – Birte, ihre Mutter, ihr Gatte – immer unberechenbarer erscheinen, mehr und mehr ihr eigenes und dabei für Mathilde immer fremderes Leben leben und nicht mehr greifbar sind. Weder Mathematik, noch Musik, sondern seltsame Zwischenbereiche, in denen diese Menschen – so sie denn wirklich Menschen aus Fleisch und Blut sind – zu verschwinden drohen. Da wird Mathilde bei ihrer Mutter durch Birte ersetzt, Olivia scheint mehr und mehr in vollkommen fremden Sphären zu schwelgen und Mathildes Mann…bleibt verschwunden.

Die Merkwürdigkeiten dieser Erzählung werden nicht aufgelöst, das ist kein Mystery-Drama oder gar eine Geschichte des Über- oder Unnatürlichen. Es ist aber auch nicht die Geschichte einer Frau, die einer psychologisch fassbaren Diagnose unterliegt. Vielmehr ist dies – vielleicht – eine Menschwerdung unter verschärften Bedingungen. Ein Mensch, eine Frau, der oder die sich befreit aus den engen Korsetten des eigenen, möglicherweise kulturell bedingten, der Erziehung geschuldeten Systems äußerster Beherrschung. Wie gesagt. Das alles bleibt der Interpretation überlassen.

Poschmann hat einen sprachlich so genauen wie poetischen, einen mit untergründigem, und manchmal grimmigen Humor durchzogenen Roman geschrieben, der einen dunklen Sog entwickelt, dem sich die Leser*innen nicht entziehen können. Ja, das mutet manchmal fast unheimlich an und ist schwer zu fassen und hinterlässt Fragezeichen und animiert, sich den Text gleich noch einmal vorzunehmen und von vorn zu beginnen. Wie sollte Literatur sein, wenn nicht so?
Profile Image for Steffi Bauer.
105 reviews
January 16, 2025
Chor der Erynnien von Marion Poschmann klang thematisch vielversprechend – starke weibliche Motive, Mythologie, lyrische Elemente. Der Anfang war tatsächlich auch ganz gut, doch dann driftete das Buch komplett ins Unerträgliche ab.

Handlung war kaum vorhanden oder so wirr, dass ich irgendwann aufgegeben habe, nach einem roten Faden zu suchen. Offene Handlungsstränge blieben einfach liegen, die Abfolge der Ereignisse war chaotisch, und die Protagonist*innen? Alle durchweg extrem nervig und anstrengend. Es fiel mir schwer, irgendeine Verbindung zu den Figuren aufzubauen.

Auch mit der Lyrik konnte ich absolut nichts anfangen. Alles wirkte überzogen, gekünstelt und mehr darauf aus, intellektuell zu beeindrucken, als wirklich zu berühren. Dieses Gefühl von „bildungsbürgerlicher Literatur“, die sich um sich selbst dreht, war leider allgegenwärtig. Vielleicht gibt es tatsächlich eine tiefere Botschaft - ich habe sie jedenfalls nicht verstanden.

Insgesamt ein frustrierendes Leseerlebnis, das ich nicht weiterempfehlen kann.
116 reviews3 followers
December 2, 2023
Ich bin noch hin und her gerissen. Was möchte uns Frau Poschmann mit dem Buch sagen? Es steckt voller Rätsel, die nicht aufgeklärt werden. Ich wollte lesen, was andere über das Buch schreiben, aber es gibt noch keine anderen Rezensionen. Man könnte kurz sagen: ein Buch über Midlife-Crisis, und zwar von der Protagonistin aber auch ihrem Gatten und vielleicht auch den beiden Freundinnen. Auf jeden Fall schreibt Frau Poschmann sehr lyrisch. Es sind auch eine Art Gedichte enthalten, bei denen man seine Fantasie voll entfalten kann.
Profile Image for Franziska.
18 reviews
May 13, 2024
Ein wirklich wundervoll geschriebenes Buch. Besonders die lyrischen Momente in den kursiv gedruckten Absätzen fand ich sehr kraftvoll. Auch die Charaktere waren sehr plastisch gezeichnet und die übersinnlich-realistische Anlage fand ich sehr überzeugend. Schade war jedoch, dass die Geschichte an sich wenig Stringenz hatte und viele lose Enden übrig blieben. Ich habe die Lektüre über weite Teile sehr genossen und war gefesselt von der Sprachgewalt, frage mich aber dennoch, um was ging es der Autorin eigentlich?
Profile Image for kat.
114 reviews
January 30, 2024
3.5 Sterne.
Stimme da einer anderen Rezension zu: brutales Weihnachtsgeschenk für Bildungsbürgertum-Akademikerkinder.
Allerdings auch für Deutschlehrende oder Menschen, die sich sehr nach dem Brüten über Leitmotive sehnen, das man im Deutschunterricht hatte. Nehmt einen Bleistift und ab geht‘s, dem entkommt man hier nicht.
24 reviews1 follower
March 30, 2025
Die zweite Hälfte hat sich mir nicht ganz erschlossen, schade
21 reviews1 follower
October 8, 2025
Eine seltsame Geschichte, die ich nicht verstanden habe… einige Szenen sind mir in Erinnerung geblieben, deswegen 2 Sterne. Aber gerne gelesen habe ich es nicht.
Displaying 1 - 10 of 10 reviews

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