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Drifter

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Zwei Freunde und eine Unbekannte im goldenen Kleid, die über die grandiose Fähigkeit verfügt, die Dinge so durcheinanderzubringen, dass Neues erkennbar wird. «Es geht um Verzauberung der Welt im besten Sinne. Ein äußerst witziges, geistreiches, überraschendes Buch und eine schöne Geschichte.» rbb Kulturradio

Wenzel und Killer sind Freunde seit Ewigkeiten und stehen mitten im Leben, Killer als PR-Chef einer großen Firma, Wenzel betreut die Social-Media-Kanäle eines TV-Senders. Doch alles ändert sich, als Vica in ihr Leben tritt: eine Frau in goldenem Kleid, meist begleitet von zwei treuen Adjutanten und einem riesigen Zottelhund. Mit jeder Begegnung ploppen neue Fragen auf: Woher weiß sie so viel über Wenzel und Killer? Wieso besitzt sie ein Exemplar des neuen Buchs von Drifter, einer ominösen Schriftstellerfigur, obwohl es überhaupt noch nicht auf dem Markt ist? Und wo hat ihr Hund das Tanzen gelernt? Als Vica schließlich auch noch den Wohnblock ihrer Kindheit in Beschlag nimmt, gerät die Welt der beiden Freunde ins Wanken. Virtuos, ja geradezu fantastisch erzählt Ulrike Sterblich von zwei Freunden, deren Wirklichkeit sich zunehmend verschiebt.

288 pages, Hardcover

First published July 18, 2023

18 people are currently reading
473 people want to read

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Ulrike Sterblich

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218 (37%)
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152 (26%)
2 stars
43 (7%)
1 star
11 (1%)
Displaying 1 - 30 of 81 reviews
Profile Image for Meike.
Author 1 book4,979 followers
September 28, 2023
Now Shortlisted for the German Book Prize 2023
This novel is fully insane, it gets increasingly out of control and indulges in hysteric nonsense, absurd plot points and shrill scenes - and I'm here for this celebration of the pure joy of storytelling. Our narrator and protagonist is the only plausible character in the whole story: Wenzel Zahn, an online community moderator for the local public broadcaster. Since childhood, he is best friends with Marco Killmann a.k.a. "Killer", a business dude and ladies' man - until Killer gets struck by lightning at the horse race track and his whole personality changes: He quits his job and moves back to his childhood home, becoming kind of the real-life community moderator of the neighborhood.

One day, Wenzel and Killer use public transport and spot Vica, a star on LosVideos (which seems to be a mixture between YouTube and TikTok), who hides hot financial tipps in ASMR videos and films about a dog and a goat jumping over hurdles in perfect synchronicity. Vica also has a gang of dubious friends and runs a shady business that, among other things, pushes fungi-driven tracking devices. Anyway, so when Wenzel and Killer spot her, she reads a not yet published novel by secretive author Drifter called "Elektrokröte" (electronic toad). Wenzel tries to find out how to get his hands on the book via investigating Vica... So: Will we get the pre-eletrocuted Killer back? What is Vica's deal? Will Wenzel find Drifter? Who is Drifter? What is the content of "Elektrokröte"? Who taught the dog a hip hop dance routine??

Listen, this story about friendship and the magic of storytelling does not intend to be plausible, it intends to be crazy, and it achieves that goal in an entertaining, surprising manner. Sterblich lets Wenzel drift though an increasingly magical and surreal world while discussing communities on- and offline, animal ethics, capitalism, and digital media. She hints in all pop culture directions, including Rocko Schamoni, David Foster Wallace, Rainald Goetz, and the real-life forum „Wir höflichen Paparazzi“, which was important for authors like Tex Rubinowitz and Wolfgang Herrndorf (the funny attempts by some literary critics to categorize the un-categorizable "Drifter" as a kind of Tschick is hilarious, btw, because this comparison is, to put it mildly, highly misleading).

The language is fast, the dialogue is witty, the panache is a 10/10, and I applaud the German Book Prize for shortlisting this work of ruthless, uncompromising madness.

Shortlist Special on the podcast
Profile Image for Alexander Carmele.
477 reviews444 followers
October 19, 2023
Kurzweiliges Panorama über das Mögliche und Unmögliche, das Wahrscheinliche und Unwahrscheinliche im postmodernen Großstadtleben. Surrealistisch konstruktiv Verwirrung stiften.

Ausführlicher, vielleicht begründeter auf kommunikativeslesen.com

Ungebremste Fabulierlust besitzt Seltenheitswert. Nur wenige trauen sich, einfach drauflos zu erzählen. Nur wenige lassen die Zügel schießen und geben ihren jeweiligen, sich ergebenden, spontan erscheinenden Einfällen nach. Nur wenige vertrauen ihrer Erzähl- und Wortschmiede- und Kompositionskunst so sehr, dass sie Plot, Bedeutung und Realismus gänzlich hinter sich lassen können, um sich ihrer Phantasie und Narration rückhaltlos hinzugeben. Ulrike Sterblich gehört, zumindest nach ihrem Roman Drifter, dazu.

«Keine Ahnung, kann ich nichts zu sagen.»
Nee, klar. Konnte [der Buchhändler] nichts zu sagen, was sollte er denn auch wissen? Von dem Buch, dem Hund, der Frau, von den Pferden, dem Gewitter und dem Blitz, der meinen besten Freund über die Rennbahn geschleudert, ihm die Haare versengt und sich auf seiner Haut eingebrannt hatte. Er wusste nur, was sein Computer ihm sagte, und der Computer sagte: Nein.


Sterblichs Ich-Erzähler heißt Wenzel Zahn, und dieser ist völlig außer sich. Sein Lieblingsautor, K:B Drifter, hat ein neues Buch herausgebracht, ohne dass er davon erfahren hätte. Es heißt „Elektrokröte“, und er hat es in den Händen einer geheimnisvollen Frau gesehen, die in der S-Bahn saß, ein goldenes Kleid trug und einen Zottelhund mit sich führte. Zu allem Überfluss verabschiedete sich die Frau mit einem in die Luft gemalten Blitz, der wenig später seinen besten Freund Marco Killmann, genannt Killer, trifft. Nach dieser Begegnung und dem Blitz ändert sich das Leben der besten Freunde schlagartig:

«Ja, Drifter. Elektrokröte. Das war der Titel des Buches. In der S-Bahn hatte ich eine Frau damit gesehen, Vica heißt sie, inzwischen arbeite ich für sie bei LosVideos, aber das Buch gibt es nicht, und sie tut so, als hätte sie damit nichts zu tun. Mein bester Freund, Killer, er wohnt jetzt [nachdem er seinen hochbezahlten Job aufgegeben hat] wieder in diesem Haus, in dieser Wohnsiedlung, wo wir herkommen, und Vica hat dort plötzlich lauter Wohnungen, sie hat sich da eingenistet, wie eine Fledermaus.»

Drifter von Sterblich zeichnet keine besondere Story aus. Ihre Story bleibt die geheimnisumwitterte Vica, deren Namen an Wicca erinnert, die Religion der Hexen. Vica bleibt im Hintergrund, taucht auf, wann sie will, tut, was sie will, entzieht sich jeder Logik, jeder Kausalität und spielt auf der Klaviatur der Weltmächte, dem Finanzwesen, den sozialen Medien, den Immobiliengeschäften. Vica erscheint wie ein Mephistopheles. Sie agiert ohne Agenda und provoziert Veränderung, Neuerung, innere wie äußere magische wie kryptologische Transzendenz:

Das Licht wurde gedämmt, ein Vorhang öffnete sich, und ein Kegelscheinwerfer erleuchtete eine Bühne. Im Scheinwerferlicht stand Vica. Sie trug ihr goldenes Kleid und sprach in ein großes Gesangsmikrofon, das nostalgisch, aber auch nach Hightech aussah: «Verehrteste Gäste. Ich freue mich außerordentlich über Ihr gut gekleidetes Erscheinen zu unserem ganz unbescheidenen Fest. Wir feiern damit die Eröffnung des Malabene&Friends Syndikat für Halbwahrheit und Trüffelzucht hier im Ranunkelring Nummer zweiundneunzig.»

In wohlgeformten Sätzen, schnell, auf den Punkt, witzig und viel Leichtigkeit gestaltet „Drifter“ ein besonderes, symbolisch-geschlossenes Panorama. Wer Genaues wissen will, liegt hier falsch. Es geht um die Zwischentöne, die Dissonanzen, die sich verbinden, das wortfeile Aufeinander-Beziehen von Allegorien, die verspielte Mosaike permutieren, die synchrone Erarbeitungen von Möglichkeiten, den Alltag umzugestalten, mentale Prozesse neu zu entfachen und Liebe wie Freundschaft im Spiel eines kosmopolitischen, multiperspektivischen Universums mit operettenhaften Jokern zu stiften.

Drifter schafft sinnlose Sinnlichkeit. Sie erzählt um des Erzählen willens und steht in der Tradition des surrealistischen, absoluten, absurden Romans wie Carl Einsteins Bebuquin, André Bretons Nadja. oder Raymond Queneaus Zazie in der Metro, nicht zu sprechen in der Gegenwartsliteratur von Leona Stahlmanns Diese ganzen belanglosen Wunder.

Ihre Raben begleitete Vica verhext den Text und versinnlicht Sinn. Literatur zum Entspannen und Weiterträumen.
Profile Image for Marie.
181 reviews14 followers
September 27, 2023
"Man neigt dazu, Verbindungen zu ziehen zwischen Ereignissen" und "Wahrnehmung ist eben nur Wahrnehmung"

"Drifter" ist die verrückteste, abgedrehteste und im besten Wortsinn unglaublichste Geschichte, die ich seit langem gelesen haben. Eigentlich geht es in Ulrike Sterblichs Roman um Wenzel Zahn und seinen besten Freund, den Killer, eigentlich Marco Killmann. Beide kennen sich seit frühsten Kindertagen aus dem Plattenbau und halten bis ins Erwachsenenalter Kontakt. Während der Killer eine steile Marketing-Karrire hinlegt, bleibt Wenzel eher im Hintergrund und schmachtet die Journalisten-Kollegin beim öffentlich-rechtlichen Lokalsender an. Doch dann kommt der schicksalhafte Sommertag, an dem Zahn und Killer zur Pferderennbahn fahren. Während Wenzel in der Bahn eine stattliche Frau samt neuem Roman von seinem Lieblingsautor Drifter entdeckt, trifft Killer auf der Pferderennbahn ein Blitz. Für beide scheint das bisherige Leben damit auf den Kopf gestellt. Denn Vica, so heißt die Schöne aus der Bahn, taucht plötzlich überall auf. Mal als Immobilienunternehmerin, dann als Start-Up-Besitzerin, die ihr Geld mit Fitnesstrackern aus Pilzen verdient. Nicht zu vergessen sind da die Videos auf einer privaten Videoplattform, in denen sich Investitionstipps verstecken. Und irgendeine Rolle spielen auch tanzende Hunde, sprechende Raben und das viral gegangene Video einer Putzfrau, der für zwei Jahre eine Loftwohnung überlassen wird,

Was all diese Handlungsstränge nun genau sollen, was sie verbindet und wo eigentlich Ursache und Wirkung liegen - all das erklärt Sterblich nicht. Die Verbindungen versucht der Leser zu ziehen. Motivähnlichkeiten und Symbole gibt es reichlich, die Interpretationsmöglichkeiten sind quasi unerschöpflich. Und wenn man mal in einer Sackgasse landet, die Karten festgespielt hat, dann beginnt man eben nochmal ganz am Anfang. Ob es tatsächlich die eine Verbindung gibt, die dem Roman zugrunde liegt? Ich wage es zu bezweifeln. Aber das ist auch gar nicht schlimm. Denn genau in dieser abgedrehten Vielschichtigkeit liegt der Spaß. Denn man kann es nicht anders sagen: Drifter macht einfach unheimlich viel Spaß. Denn in dem Roman wird vor allem die Freude des Erzählens, der fiktiven Welt, gefeiert. Und damit ist es meiner Meinung nach zurecht auf der Shortliste des Buchpreise gelandet.
Profile Image for Uralte  Morla.
368 reviews121 followers
September 19, 2023
Es beginnt mit einem mysteriösen Buch in den Händen einer mysteriösen Frau... "Elektrokröte" heißt das Buch und ist dem Cover nach von Wenzels Lieblingsautor Drifter geschrieben. Vica heißt die Frau. Sie trägt ein goldenes Kleid und wird von einem großen Zottelhund begleitet. Sie liest das Buch in der Bahn und gibt Wenzel ebenso viele Rätsel auf wie der Roman, der sowohl im Buchhandel als auch im Netz einfach nicht aufzutreiben ist.
Kurz nach der seltsamen Bahnbegegnung wird sein langjähriger, bester Freund Killer von einem Blitz getroffen, verändert sich dadurch immer mehr und damit auch die Freundschaft der beiden - womit Wenzel nur schwer umgehen kann.
Womit er ebenfalls schwer umgehen kann, ist die Tatsache, dass Vica nun ständig in seinem Leben präsent ist und sie mehr über ihn zu wissen scheint, als ihm lieb ist.
Sie betreibt einen kultigen Videokanal, gibt erfolgsbringende Finanztipps und vollführt Zaubertricks. Oder sind es gar keine Tricks? Hat sie nicht auch den Blitzunfall von Killer vorhergesagt? Und kann ihr Hund wirklich tanzen? Und wieso tauchen plötzlich überall Pilze auf?
Nach und nach verschiebt sich Wenzels Weltbild, logische Gesetzmäßigkeiten gelten nicht mehr, dafür scheinen sich kleine neue Dimensionen zu öffnen.
Ulrike Sterblich hat mit "Drifter" einen aberwitzigen Roman geschrieben, der vor allem von einer Freundschaft erzählt, die mit der Zeit neu definiert werden muss. Gespickt mit Elementen des magischen Realismus flicht sie darin eine gute Portion Gesellschaftskritik, die in mehrere Bereiche greift und uns unter anderem Medien- oder Finanzabsurditäten vor Augen führt.
Das ist alles ganz wunderbar verzahnt, stellenweise witzig, dann wieder melancholisch-philosophisch. Alles liest sich fluffig leicht und dringt doch tief ein. Ein Buch, das berührt und mir wirklich gut gefallen hat.
Denn: Auf die Idee, eine Influencerin als eine Art moderne Hexe (oder gute Fee) zu inszenieren, muss man erstmal kommen. Alleine dafür liebe ich es sehr!
Profile Image for Mina.
190 reviews22 followers
November 30, 2023
Ulrike Sterblich hat mich total überrascht mit diesem Buch - ein verrückter Plot, der irgendwie nirgendwohin führt, sondern uns ganz nach dem Motto “Der Weg ist das Ziel” durch das Leben von Wenzel und seinem besten Freund Marco Killmann führt. Die Männer - vermutlich mittleren Alters - feiern die Beförderung Killers auf der Pferderennbahn, als dieser vom Blitz getroffen wird. Wenzel mutmaßt, dass die geheimnisvolle Vica, die sie zuvor in der Straßenbahn gesehen hatten, dabei ihre Finger im Spiel hatte. Mit ihrem riesigen Zottelhund und einem unveröffentlichten Buch seines Lieblingsautors Drifter fiel sie ihm sofort auf. Nach und nach infiltriert Vica mit kuriosen Zufällen das Leben der beiden Freunde, die nach der blitzbedingten Wesensveränderung Killers erst wieder zueinander finden müssen.

Der Roman wartet mit lustig schrägen Bildern und Ideen auf, die unglaublich unterhaltsam und spaßig sind, aber dennoch einen Wahrheitskern in sich tragen. Vica ist beispielsweise Influencerin, die sich mit in ASMR-Videos versteckten Finanztipps einen Namen gemacht hat und nun pilzbetriebene Smartwatches vertreibt. Sie ist erfolgreich mit Absurditäten, mit schwer zu greifenden, antitraditionellen Geschäftsmodellen. Es blitzt etwas leicht Durchtriebenes aus ihr heraus, allerdings bringt sie durch ihre Aktionen auch Menschen zusammen und tut Gutes.
Ulrike Sterblich hat ein wunderbares Gespür für menschliche Befindlichkeiten, die sie sagenhaft mit wenigen Worten auf den Punkt bringt. Wenzel hat sie eine ganz eigene Sprache mit leichter Tendenz zum Boomercringe gegeben, die wunderbar passend ist. Sie schreibt angenehm flott mit gut gewählten Zeitsprüngen - langweilig wird es hier nie und ich drehe noch Wochen nach dem Lesen gewisse Gedanken, Bilder und Szenen im Geiste hin und her, um sie noch weiter betrachten zu können.
Profile Image for Michelle Curie.
1,082 reviews457 followers
September 29, 2023
I'm so glad that novels like these get shortlisted for the German Book Prize! Somewhere between a fable and a fever dream, this is a strange and unique reading experience that is hard to get (I'm happy to admit that I didn't), but that never gets boring.

Drifter is the story of Wenzel and Killer, two men who have been friends for most of their lives: one a journalist, the other the successful promoter in the pharmaceutical industry, they make for an unlikely match. To Wenzel, Killer is his pillar of strength in the tumultuous world he feels so lost in, but when a lightning bolt hits his friend and his personality seems unalterably changed, reality begins to lose its meaning.

The story gets increasingly weirder. It's particularly entertaining, because the story starts out feeling pretty normal: two friends go to a horse race track. They both have normal jobs, they live in a normal world. But then little hints at things being strange arise: on public transport they spot Vica, a social media star who hides financial tips in the surreal and crazy videos she posts of herself and her massive dog. She also appears to be reading a book by Wenzel's favourite author Drifter – but one that hasn't come out yet and that the internet has never heard of yet. And so little by little Wenzel's entire world begins to fall apart as he is sucked into a world of psychedelics, shady people and

This book might be silly, but it's refreshingly so. I'm usually not the biggest fan of magical realism, but in this novel Ulrike Sterblich packs so many heart-felt and real topics into a story that gets increasingly weird that I couldn't help but to feel charmed. Amongst all this craziness there are subtle but poignant explorations of friendships, of internet culture and capitalism in there. So while this might have been a tad too out there for me personally and not conclusive enough, I consider this a short whiled, but extremely creative novel that probably tells the most original story I've read in quite some time.
Profile Image for Ernst.
646 reviews30 followers
August 2, 2024
Sehr unterhaltsame Geschichte, viele kreative Einfälle, skurrile Figuren, starker Flow von vorne bis hinten (hab es in 2 Etappen gehört, was gut ist, weil es eher was zum schnellen Aufsaugen ist).
Besonders gut gelungen finde ich die authentischen und immer wieder auch überraschenden Dialoge (das beherrscht die Autorin wirklich sehr gut).

Was es ist (Satire, skurrile Hexengeschichte, Märchen, Comic in Romanform?) und worin der Sinn liegt, kann ich nicht genau sagen, aber es hat auf angenehme Art unterhalten.

Literarisch bietet es eigentlich nur konventionellen Erzählstil, und die Sprache ist simpel und spielt keine tragende Rolle; das war aus meiner Sicht ein großer Mangel, weil aus der Ich-Perspektive erzählt halt oft flapsiges Geplapper das Stilmittel ist. Der Unterhaltung tut das keinen Abbruch.

Was mich eher gestört oder zumindest etwas irritiert hat, war die recht enge Kontrolle, die die Autorin manchmal über meine Emotion ausüben will. Häufig soll ich irgendwas witzig finden, oder spannend, romantisch, nein doch wieder tragikomisch oder ironisch. Ganz besonders kommt das im Hörbuch zum Tragen. Da überzeichnet der Vorleser am Beginn die Heiterkeit unfassbar, anfangs war das sehr nervig, wie so eine Begleitstimme einer typischen TV Show a la „die 100 peinlichsten Pannen“, wo dann Videos von Menschen gezeigt werden die auf die Nase fallen.

Den Verdacht dass sie ihre Leser unterschätzt, bin ich vereinzelt nicht losgeworden. Besonders markant ist die Stelle in der sie Killer erklären lässt, was „investiert sein“ bedeutet. Zunächst ist die Erklärung selbst auf einem Niveau, wie man es einem Kind erklärt, was unlogisch ist, weil es Wenzel ist (ein mutmaßlich nicht völlig unbelesener Mensch), dem es von seinem besten Freund (der Wenzel bestens kennt) erklärt wird. Schlussfolgerung: eigentlich soll es mir erklärt werden. Na dann, Vielen Dank!?

Meine Vermutung ist, es soll eine Art Comic in Romanform sein, in der auch ein paar echte Figuren vorkommen (Wenzel, Killer). Eher schablonenhaft und skurril überzeichnet sind viele der übrigen Figuren angelegt (Vica und ihr ganzer Trupp, der Opernsänger, usw). Witziger fand ich da schon wieder den Skirennläufer Donato, der sogar eine innere Entwicklung vollziehen darf und herrlich abstrus in seinen Statements ist.

In Summe eine nette, manchmal etwas klamaukige Unterhaltung im Sound der „Achtsam morden“ Romane von Karsten Dusse, mit dem Unterschied dass Sterblich keine klare Message vermittelt, während Dusse die Mission verfolgt zeitgeistige Selbstoptimierungstrends darzustellen und ein wenig durch den Kakao zu ziehen.

Am Ende bleibt eigentlich nichts worüber ich jetzt noch viele Gedanken anstellen könnte.

Mein mit Abstand größter Einwand ist ein sehr subjektiver: das Buch hat mich überhaupt nicht dazu motiviert noch etwas von der Autorin zu lesen. Dazu ist mir alles ein bisschen zu unausgegoren gewesen.
Profile Image for Pascal.
309 reviews54 followers
January 17, 2024
„Drifter soll schon ziemlich crazy sein“, sagte mir mein Buchhändler des Vertrauens. Und ja, das stimmt schon, doch ist es gleichzeitig smarter als auf den ersten Blick deutlich wird.

Denn wer auf Non-Sequitur-Humor steht, der fast ans Dadaistische grenzt, weiß, wie schwierig es ist, die gewünschten subtil-witzigen Effekte zu erzeugen und wie wenigen Autor*innen das gelingt. Vor allem, weil es in dieser sehr skurrilen Sparte des Humors nun wirklich keine Mustervorlagen oder Best Practices gibt.

Drifter folgt einem – im positiven Sinne – willkürlichen, ans Sinnlose grenzenden Plot. Gleichzeitig überspannt der Roman zu keiner Zeit das fragile Gewebe zwischen Realismus und dem geradezu magischen Realismus, mit dem es über seine gesamte Länge spielt.

Dieser Drahtseilakt zwischen sinnlos und sinnhaft resultiert in einem wunderbar frischen, kreativen Roman, der gleichzeitig stringent genug ist, um nie ins Bedeutungslose abzuschweifen.
Profile Image for BuchBesessen.
539 reviews34 followers
March 31, 2024
Ein cooles Buch, das unheimlich viel Spaß macht. Es wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet – und kommt damit durch.
Profile Image for Alexa.
236 reviews7 followers
July 22, 2025
Originell, witzig und unterhaltsam geschrieben. Die Welt zweier Lebensfreunde gerät ins Wanken und driftet ab ins Fantastische, weshalb ich gegen Ende etwas den Überblick verlor.
Profile Image for Ina Lux.
21 reviews2 followers
July 18, 2023
Obwohl der Klappentext von Ulrike Sterblichs „Drifter“ einen gewissen Einblick in dessen Handlung gibt, ist er doch nur ein müdes Echo des Werkes. Wenn ich den Roman in ein literarisches Genre einordnen müsste, wäre es wohl am ehesten der magische Realismus – schließlich ist er voller abstruser Erlebnisse, haarsträubend bizarrer Momente und nahtlos in die Wirklichkeit eingepflegter Merkwürdigkeiten. Ein literarischer Trip sozusagen, ein allumfassendes Delirium, das sich gerade nah genug an der Wirklichkeit entlanghangelt, um irgendeinen Sinn zu ergeben. Wer klare Zusammenhänge und rationale Erzählungen zum Lesegenuss braucht, sollte anderswo suchen.

Weil es mir unmöglich erscheint, diesen Roman im gleichen Schema wie jeden anderen zu rezensieren, orientiere ich mich im Folgenden an meinen Notizen. 40 sind es an der Zahl, davon 23 grüne und 17 rote.
Der Großteil meiner roten Notizen weisen auf eine ableistische Wortwahl hin: „Verrückte/verrückt“, „(Voll-)Idiot“, „Irrer“, „Gestörter/gestört“, „Säufergesicht“. Die Bezeichnung „Asi-Schnepfe“, abgeleitet von dem nationalsozialistischen Begriff „asozial“ ist ebenfalls problematisch.
Da ich relativ umfassend mit diesen leider noch wenig beachteten Konzepten vertraut bin, fallen mir solche diskriminierenden Ausdrücke schnell auf. Manchmal können diese Begriffe ersetzt werden, aber einfacher ist zumeist eine kurze Stellungnahme des Schreibenden, in der auf den diskriminierenden Charakter der Worte hingewiesen wird, und eine Nutzung im Alltag scharf kritisiert wird.

Der Rest meiner roten Notizen weisen auf einen, jedenfalls für mich, sagen wir kuriosen Satzbau hin:

Die Wahrheit ist, dass ich komplett versunken war in dem bisschen Liebeskummer, dass kein Teil von mir noch hervorlugte aus dem sumpfigen Selbstmitleid, in dem ich verzweifelt herumruderte zu dieser Zeit.

Leider, von Alkohol wurde ich manchmal so.

„Ach ja, davon hat sie mir“, sagte ich, „schon mal erzählt.[“]

Da der überragende Intellekt und das Schreibtalent der Autorin aber durchaus den gesamten Roman durchdringen, komme ich nicht umhin, mich zu fragen, ob nicht eine gewisse Absicht hinter einem solchen recht unorthodoxen Satzbau steht.
Meine 23 grünen Notizen weisen nämlich allesamt auf besonders gut gelungene Sätze und Passagen hin, sei es nun aufgrund ihrer treffenden Betrachtung der Gesellschaft, ihrem philosophischen Sinnieren oder schlicht ihrem klugen Humor. Hier nun also eine (schmerzlich kleine) Auswahl eben jener:

Ich hingegen schaffte es, mich an jenen Ort zu manövrieren, wo man bei minderer Bezahlung einen schleichenden Menschenhass entwickeln und sonst nicht viel bewegen konnte: Ins Community-Team.

Das Haus wirkte desolater als unseres, was vielleicht nur daran lag, dass fremde Tristesse einen anders anspringt als bekannte.

Und manchmal, wenn ich mir aus masochistischer Neugier das Profil einer besonders auffälligen Person ansah, und las, was da so los war, packte mich wirklich die Angst vor Menschen.

[...] aber die Kehrseite davon waren die sehr persönlichen Angriffe, die an und gegen sie gerichtet wurden. Gegen sie als Frau vor allem. Vor allem von Männern, die bei anderer Gelegenheit anderen Kulturkreisen ihre Frauenfeindlichkeit vorwarfen.


Die Handlung ist so unvorhersehbar, absolut Absurdes wird so beiläufig ins Geschehen eingefügt, dass mich die schiere Neugier und der Glaube, es könne unmöglich noch merkwürdiger werden, den Roman zu Ende haben lesen lassen. Mochte ich ihn? Ich bin mir nicht sicher. An wen könnte ich eine Empfehlung aussprechen? Keine Ahnung.
Meine Wertung von 4 von 5 Sternen bezieht sich auf die wundersame Sonderbarkeit und konsequente Vermischung von banaler Skurrilität und brutalem Gesellschafts- und Politikverständnis. Schlicht, es ist der Autorin gelungen, einen Roman mit hohem Wiedererkennungswert zu schreiben, an dem nichts gewöhnlich ist.

Zum Abschluss ein weiteres Zitat, das auf vergnügliche Weise vielleicht sogar am besten ausdrückt, worum es in „Drifter“ geht:

Drifter [...] hatte einen grobmotorischen Detektivroman voller nerdiger Details geschrieben. Ob das Ironie sein sollte, wusste niemand.


Gif of Rachel Green and Chandler Bing, characters from the TV show Friends. Rachel is a white woman with chest-long dark blonde hair and is shown sitting on a chair, talking. She wears a white blouse, her hands are folded in front of her. Chandler is a white male with short brown hair and is shown obliquely from behind. He is wearing a blue collar shirt under a gray-brown suit jacket. The subtitle reads alternately: That was... and ...surreal.
Profile Image for Daniel.
520 reviews71 followers
August 14, 2024
Wenzel Zahn und Marco "Killer" Killman sind seit Kindesbeinen Freunde und wir begleiten die beiden über eine kurze Zeitspanne durch ihr Leben, welches ziemlich ereignisreich und absurd ist. Blitze, mysteriöse Nachbarn, Hausbewohner, Arbeitskolleg*innen und noch viel mehr.
Nach kurzer Eingewöhnung hat mir die Lesung und das Buch sehr gut gefallen. Absurdes trifft Skurilles mit viel Sarkasmus und ein ordentlichen Prise Humor. Wie Bela B.s Erstwerk ohne den Gore und die Erotik.
Ich hatte wirklich Spaß, aber es ist ein sehr spezielles Buch für Menschen mit dem entsprechenden Humor. Mein absoluter Favorit der Long- und Shortlist.
4.5 Sterne
Profile Image for MaggyGray.
673 reviews31 followers
December 13, 2023
Ein sehr abgedrehtes und skurriles Buch, das sich schnell weglesen lässt. Die ganze Geschichte sprüht nur so von Einfällen und Wendungen, aber obwohl ich das Ganze wirklich gerne gelesen habe, bleibt es mir eher vage im Gedächtnis. Vor allem der Schluss war für mich ein bisschen zu schnell abgehandelt, als hätte die Autorin nun genug von den eigenen Einfällen, und als müsste jetzt mal was neues her. Dazu dann noch die vielen Personen, bei denen ich teilweise wirklich überlegen musste, wer jetzt genau wer war. Ich hätte mir gewünscht, dass man die Person des Drifter noch ein bisschen mehr rausarbeitet.

Ach ja: Die Party mit den "Verkleidungsvorschriften" war aber mal wirklich eine tolle Idee.
Profile Image for Otto.
750 reviews50 followers
September 19, 2023
Von der Kritik scheint der Roman sehr gelobt zu werden, wie ich dem Perlentaucher entnehme. Ich bin ja kein großer Freund solcher wundersamer Geschichten, wie sie hier erzählt werden, von übersinnlichen Phänomenen, freakigen Gestalten, wundersamen Festen etc. Möglicherweise wie die Kritik sagt, eine witzige Zeitkritik, ich hab mir schwer getan mit der Geschichte rund um zwei Freunde mittleren Alters, denen all das widerfährt bis zur Suche in den sozialen Medien und im "realen Leben" nach dem ominösen Schriftsteller Drifter.
19.9.2023: Das Kritikerlob hat sich ausgezahlt, da stehe ich etwas einsam mit meinen 2 Sternen, der Roman steht jetzt auf der shortlist zum Deutschen Buchpreis.
Profile Image for Clarissa.
695 reviews20 followers
March 1, 2024
Zu wenig Leute in meiner Bubble reden über Ulrike Sterblich. Zwar aus unterschiedlichen Gründen, habe ich trotzdem beide Bücher, die ich von ihr gelesen habe, dieses und „The german Girl“ wahnsinnig genossen.
Drifter ist eine surreale, liebe und im wahrsten Sinne des Wortes fantastische Geschichte. Ich würde es vom Stil her ein kleines bisschen mit Mariana Leky und den Känguru-Chroniken (ein nostalgisches guilty Pleasure von mir) vergleichen. Wenn man nicht unbedingt eine plausible, stringente Handlung braucht, dann ist das hier pure Freude am Geschichtenerzählen.
Profile Image for Kathleen Kelly.
63 reviews14 followers
February 18, 2024
"Es war ja das Zeitalter der unerklärten Merkwürdigkeiten angebrochen."

Interessante Ideen auf höchst uninteressante Weise ausgeführt und weitergesponnen. Einfach nicht meins. Für das was es sein will, ist es einfach nicht "cool" genug.
Profile Image for Daniela.
18 reviews3 followers
October 8, 2023
Es ist ein riesiges, weirdes WTF und ich liebe alles daran.
Profile Image for Lukas.
25 reviews4 followers
Read
April 1, 2024
Kleine Nebenbemerkung: Die Hörbuchversion ist super nervig gelesen. Vielleicht hätte ich die Geschichte mit meiner eigenen inneren Lesestimme besser annehmen können.
Profile Image for Agnieszka Hofmann.
Author 24 books57 followers
October 14, 2023
Prawdę mówiąc, nie spodziewałam się, że to będzie takie dobre. Banalna z pozoru opowieść o dwóch kumplach i serii osobliwych wydarzeń, które burzą ich codzienną rutynę, przeradza się stopniowo w lekko mistyczny, dziwny, zaludniony postaciami jak z filmów Tima Burtona rajd. Autorka zaprasza do zgadywania, snucia przypuszczeń, odkrywania archetypów i nawiązań popkulturowych i zostawia czytelnika z pytaniami, ale daje odpowiedzi. Można w tym widzieć błyskotliwą satyrę na współczesną rzeczywistość, w której świat mediów miesza się ze światem realnym, a wręcz go zastępuje i kreuje nową rzeczywistość. I chyba o to tutaj chodzi, o granice postrzegania, granice tego, co nazywamy światem realnym. A wszystko to napisane z powściągliwą, ukrytą ironią. Czasami miałam wrażenie, że czytam coś w rodzaju "Mistrza i Małgorzaty"...
Profile Image for Electric.
627 reviews1 follower
February 20, 2024
Das Buch lässt einen zwar nicht klüger aber mit einem angenehmen Gefühl zurück - ein bisschen modernes Märchen, ein bisschen Internet-Waschmaschine im Schleudergang. Unterhaltsam aber unbedrohlich, mit einigen starken Szenen, die in der Fantasie gut zünden. Vom Blitz getroffen wird man dabei aber eher nicht.
Profile Image for Anne.
86 reviews2 followers
July 31, 2023
Ich mochte es sehr! Eine schräge Geschichte, fast schon ein modernes Märchen, flüssig erzählt. Hat Spaß gemacht.
Profile Image for Giulia.
46 reviews2 followers
August 13, 2023
2,5⭐️
Irgendwie nicht wirklich meins.. hab nicht wirklich in die Geschichte gefunden bzw bin einfach nicht mitgekommen… war mir zu abstrus und weird xD
Profile Image for Hänna.
85 reviews3 followers
April 14, 2025
dachte die ganze zeit am ende kommt die große gesellschaftskritik, na ja muss man sich wohl selber denken. hatte (evtl auch deshalb) extrem viel spaß mit wenzel & killer
Profile Image for Sophie Kuhn.
59 reviews3 followers
September 2, 2025
2,5 ⭐️⭐️
Iwie am anfang spannend und funny, aber hinten raus bissi nervig und so wiederholend im joke?? Mmphf
Profile Image for Dunja Brala.
595 reviews41 followers
January 2, 2024
In was für eine Geschichte bin ich da nur herein geraten?🤭😅 Entweder hat die Autorin beim Schreiben ordentlich was genommen (sorry Ulrike kleiner Spaß😉 oder vielleicht doch🤔) oder Berlin ist bekloppter, als es mir vorkommt. Ich VERSUCHE jetzt mal zusammenzufassen, worum es in dem Buch geht.
Killer und Wenzel sind Freunde von klein auf. Es vergeht kaum ein Tag, an dem sie nicht miteinander reden. Eines Tages ziehen die beiden durch Berlin und Wenzel erblickt eine große Frauen in einem goldenen Kleid, die ein Buch vom Kultautoren „Drifter“ mit dem Titel Elektrokröte“ in der Hand hält. Wenzel, ein großer Fan, rennt zum nächsten Buchladen und muss mit Erstaunen feststellen, dass kein Buch von dem Autoren mit diesem Titel vorgesehen ist geschweige denn schon erschienen. Hinzukommt, dass die große Dame einen Blitz in die Luft zeichnet, der sich später mutmaßlich materialisiert und Killer trifft. Der ist danach nicht mehr derselbe. Er zerstört sein Handy, kündigt seinen Job und zieht wieder bei Mama, ein ins Haus seiner Kindheit, das auch Wenzel sehr vertraut ist. Dieser wiederum hat weiterhin Kontakt zu der großen Dame, die sich als eine Bekannte Influencerin entpuppt. Vica gibt verborgene Finanztipps, bringt eine schlaue Uhr aus Pilzen auf dem Markt und mietet mehrere Wohnungen an, die sie in eine Mischung aus Exit-Room und surrealer Partlocation verwandelt. es tauchen ständig andere skurrile Figuren auf und am Ende dematerialisiert sich der ganze Spuk.
Es hat schon ein wenig gedauert, bis sich mir der Charme dieses Buches erschloss. Aber man darf ja nicht vergessen, dass ihr zwei Freunde ein paar Hammerereignisse er – und überleben. In diesen und durch die Reflektion von Wenzel merken wir, wie innig verbunden die beiden miteinander sind. Dialoge zwischen ihnen sind oft sehr liebevoll und lassen die Leser spüren, dass sie sich schon sehr lange kennen. Sie sind kein bisschen großkotzig, sondern besorgt und für einander da. Der Erzählstil ist sehr rasant, teilweise Slapstick, und das ein oder andere Mal wähnte ich mich in einem Comic ala Werner. Mich erinnert die Sprachmelodie, besonders in den Dialogen, an Marc-Uwe Klings Känguruh Chroniken. Und siehe da, ein Selbiges hüpft auch mal durchs Bild.
Man muss sich schon auf etwas außergewöhnliches einlassen können, um an diesem Roman Spaß zu haben. Ich bin jetzt zwar kein Riesen Fan von Drifter, hatte aber mit dem Buch durchaus meinen Spaß.
Profile Image for Vanessa Marzog.
54 reviews
March 23, 2024
»Drifter« zu lesen war wie ein Sog. Ich wollte immer weiter lesen und erfahren, was als nächstes passiert. Wenzel und Killer sind mir mit jeder Seite mehr ans Herz gewachsen. Für mich ist »Drifter« ein Roman, der zeigt, dass es beim Schreiben keine Grenzen gibt und beim Erzählen die Regeln des Alltags gebrochen werden können. Ein wenig hat mich der Roman auch an »Der Meister und Margarita« von Michail Bulgakow erinnert (eine mysteriöse Person und ihre Begleiter, die plötzlich auftauchen und Unruhe und Chaos in der Stadt stiften; ein Roman in einem Roman; eine Gesellschaftskritik mit sehr viel Humor und Schabernack verpackt). In anderen Rezensionen wird auf viele weitere Querverweise aufmerksam gemacht (wie z.B. das Internetforum, in dem sich bekannte deutsche Autor*innen austauschten), aber auch ohne solch Hintergrundwissen kann man »Drifter« wunderbar lesen und sich von Vica verzaubern lassen.
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