Sylter Welle ist der erste Roman von Autor, Sänger und Instagramphänomen Max Richard Leßmann. Eine schmerzhaft schöne Liebeserklärung an eine vom Aussterben bedrohte Generation: die Großeltern.
Jeden Sommer seiner Kindheit und Jugend hat Max mit seinen eigenwilligen Großeltern auf Sylt verbracht. Nicht etwa im noblen Westerland, sondern auf dem Campingplatz. Jetzt fahren Oma Lore und Opa Ludwig noch ein allerletztes Mal auf die Insel und laden ihn ein, sie drei Tage zu besuchen. Und alles ist genau wie immer. Nur eben überhaupt nicht. Die nordische Tieffront Oma Lore, der Pate der Familie, gibt sich gewohnt kühl. Wenn sie ihre Liebe zeigt, dann ausschließlich im exzessiven Mästen ihrer Familienangehörigen. Der liebenswürdige Opa Ludwig nimmt die Sache mit seinem einzigartigen Humor. Doch irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Oma Lore will davon natürlich nichts wissen. Doch die Sylter Brise wird auch sie für einen ganz kurzen Moment erweichen.
Würden wir unsere Familienangehörigen auch lieben, wären sie nicht mit uns verwandt? Dieser Frage bleibt Max auf der Spur. Und das solange, bis Sylt eines Tages im Meer versinkt.
Ich wünschte ich könnte diesem Buch mehr Sterne geben, habe ich mich doch so sehr darauf gefreut. Vielleicht ist meine Erwartungshaltung Teil des Problems. Zuerst: Ist es wirklich ein Roman? Die Geschichte ich sehr autobiografisch und selbst wenn Details dazugedacht wurden, verstehe ich das Label Roman nicht. Außerdem ist das Buch nur 220 Seiten lang, die Geschichte sehr… dünn. Obwohl so schöne Worte gefunden wurden, die Beschreibungen plastisch sind, finde ich man hätte sehr viel tiefer gehen können. Man folgt der Hauptperson Max einfach wie sie denkt, es ist mehr ein stream of conciousness. Alles in allem schnell zu lesen & berührend, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass dieses Buch nur Erfolg haben wird, weil die Person MRL eben schon bekannt ist. Das ist irgendwie schade.
Großartig. Liest sich einfach so weg, aber lässt einen auch an den richtigen Stellen innehalten. „Leicht“, ohne banal zu sein und „tief“, ohne anstrengend zu sein. Die Worte künstlerisch und verspielt, mit Referenzen und Twists, aber auf den Punkt und keines zuviel, wenn nötig.
Dieses Buch strotzt vor Absurditäten. Aber es sind Absurditäten die man nachvollziehen kann, weil man eine Familie hat, ob man will oder nicht. Weil man diese Familie liebt, weil man diese Familie hasst und weil man sie bis ans Ende seiner Tage schwer los wird.
Was sollte das? Es ist mir wirklich ein Rätsel, warum es dieses Buch gibt. Max Richard Leßmann erzählt Anekdoten über seine Familie, insbesondere seine Großeltern, was hätte interessant werden können. Wären seine Großeltern nicht solche Arschlöcher gewesen. Wie soll ich mit Personen mitfühlen, die mir von Beginn an unsympathisch sind? Die Großmutter ist streng, kühl und empathielos. Außerdem ist sie, genau wie ihr Mann, homophob. Der Autor geht nicht weiter darauf ein, hinterfragt die Verhaltensweisen nicht. So sind eben die alten Leute. Im Norden ist man da soweiso härter. Bullshit. Ich bin ungefähr in Leßmanns Alter und ebenfalls in Norddeutschland aufgewachsen. Meine Großeltern waren (glücklicherweise) nicht so. Außerdem wird häusliche Gewalt, besonders das Schlagen von Kindern, schöngeredet. Der Autor erwähnt, dass sein Vater ihn "nur" einmal geschlagen habe, obwohl er es viel öfter verdient gehabt hätte. Auf die Szene, in der ein Marder überfahren wird und dessen Todesschreie nachgeäfft wurden, hätte ich genauso verzichten können, wie auf den nervtötenden Gesang von Leßmann im Hörbuch. Über die häufigen HP-Erwähnungen werde ich gar nichts sagen, die sprechen für sich.
Der Schreibstil war nicht meins, aber ich kann verstehen, dass man die Art mag, wie Leßmann Geschichten erzählt. Ich persönlich fand es prätentiös, wie er die langweiligste Anekdote erzählt, als wäre es die krasseste Story, die jemals erzählt wurde. Ich hatte das Gefühl, der Autor hat eine dermaßen romantisierte Vorstellung seiner eigenen Kindheit, dass ihm die problematischen Dinge gar nicht mehr auffallen.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich dieses Buch wirklich nicht mochte und auch nicht verstehen kann, warum es überhaupt existiert.
Das Buch hat mich genau da abgeholt, wo ich mich als Mitte 20-Jährige immer wieder finde: über das Verhältnis zu meiner Familie sinnierend, Sorgen um den immer älter werdenden Opa machend, mich selbst hinterfragend und von der Familie hinterfragt werdend. Max Schreibstil hat es mit sehr leicht gemacht, dieses Buch zu lesen und mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Zwischendurch sind mir dafür auch mal die Tränen gekommen. Da Max Richard Leßmann so ein sympathischer Typ ist, hat es mich ßehr ßehr gefreut, dass mir sein erstes Buch so sehr gefallen hat. Ob es nun ein Roman ist oder doch eine autobiografische Geschichte - keine Ahnung. Ich hatte das Gefühl in eine sehr lebendige, reale Erzählung einzutauchen & wenn es sich dabei 1 zu 1 um Max reale Erfahrung handelt, dann freut es mich, ihn im Verlauf besser kennengelernt zu haben. Einfach schön :)
Der Autor hält sich für genial, wenn er seitenlang beschreibt, wie sein Oppa ein Butterbrot schmiert. Irrtum. Ist er aber nicht. Einfach nur öde. Werde nie wieder etwas von Herrn M. R. Lessmann lesen, da der Mann offensichtlich keinerlei Talent hat.
Der Beginn war stark, aber sehr schnell hat es dann für mich auch nachgelassen. Das Buch war eine wilde Aneinanderreihung von Ereignissen in den verschiedensten Jahren und hat dadurch sehr unstrukturiert und wild drauf los geschrieben gewirkt. Mein Fall war das leider gar nicht.
Max verbringt einen letzten gemeinsamen Urlaub mit seinen Großeltern Lore und Ludwig auf Sylt. Ein Urlaub, den sie in der Form schon tausend Mal gemacht haben, und auch dieses Mal ist alles wie immer, aber durch das fortschreitende Alter der Großeltern doch anders.
Im Wechsel zwischen Gegenwart und Retrospektive erzählt der Autor die Familiengeschichte aus seiner Sicht, was das ganze zum einen super witzig und unterhaltsam macht, zum anderen sehr bedeutsame und auch tragische Momente beinhaltet.
Max Richard Leßmann, der mir vor allem durch seine Trash-TV-Podcasts und seine Gedichte auf Instagram bekannt ist, schafft auch in diesem Roman die filigrane Balance zwischen Urkomisch und herzlich-melancholisch-sanft. Ein Buch wie ein ganz besonderes Familienfoto aus einem ganz besonderen Jahr, das man nicht nur an der Wand hängen hat, sondern immer auch im Herzen trägt.
Ein ganz netter Roman für die Feiertage - ich glaube, dass ich dem Familienchaos weniger abgewinnen konnte, als jene, die in ähnlichen Konstellationen großgeworden sind. Aber vielleicht gerade deswegen hat es jetzt so gut in die Zeit zwischen den Jahren gepasst, in der alle meine Freund*innen ihre Familien abklappern und ich mich einfach in Ruhe mit meinen Eltern Zuhause einigel.
ich glaube das buch hat mich nicht auf dem richtigen fuss erwischt, für menschen die weniger zu ekel neigen, ist es aber bestimmt toll. auf jeden fall 1a beschreibungen von gefühlen und passend gewählte worte.
Hat mich zu keiner Zeit gekriegt. Zäh und belanglos. Eine Aneinanderreihung von Anekdoten, als ob man bei einer Familienfeier gesagt hätte: „Mensch, das müsste man alles mal aufschreiben!“ Nur, dass es in den seltensten Fällen auch tatsächlich mal aufgeschrieben werden müsste.
Ich mag Max Lessmann. Sein Buch mochte ich leider gar nicht. Schade.
Im Buch begleiten wir Max bei einem Urlaub in Sylt mit seinen Großeltern. Dabei sehen wir nicht nur, was jetzt momentan passiert, sondern auch viele andere Familienerinnerungen, die immer mit den aktuellen Ereignissen verwoben sind.
Das Buch ist geschrieben, als hätte der Autor einfach seinem Bewusstseinsstrom freien Lauf gelassen und hätte alles, was ihm gerade eingefallen ist, zu Papier gebracht. Dabei sind die Ereignisse doch immer miteinander verwoben, sodass es nicht abgehackt wirkt. Die Familie im Buch ist ein seltsamer Haufen und es war zum einen unterhaltsam über sie zu lesen, zum anderen haben sie sich mit all ihren Eigenheiten tatsächlich sehr echt angefühlt. Der Schreibstil ist einfach, wodurch manche Sätze jedoch ein ganz besonderes Gewicht erhalten. Ich finde, dass das Buch gekonnt darstellt, wie es sich anfühlt, wenn man die eigene Familie liebt, trotz dem, dass sie gelegentlich Ansichten oder Einstellungen haben, die man so nicht unterstützen kann. Es stellt auch das komplizierte Geflecht dar, dass man sich der eigenen Familie verpflichtet fühlt, dass man sie gerne sehen möchte, es aber oft mit gewissen Ansprüchen verbunden ist. In der Geschichte gab es einen Teil zur Trauerverarbeitung, der mich sehr berührt hat. Das Buch hat es also geschafft, mich sowohl zum Weinen als auch mit seinem Charme zum Lachen zu bringen.
Es konnte mich abholen. Ich denke, dass das Buch etwas speziell ist, aber wem der Klappentext zusagt, dem kann ich es persönlich auch empfehlen.
Das Buch begeistert mich mit dem unglaublich leichten Schreibstil. Dieser ist lustig und erzeugt einen richtigen Sog. Die Geschichte besitzt keine außergewöhnlich dichte Handlung. Sie wird aber mit Rückblenden von herrlichen und mitunter skurrilen Familienanekdoten immer wieder schlau unterbrochen. Über allem schwebt die aufgeworfene Frage: "Würden wir unsere Familienangehörigen auch lieben, wären sie nicht mit uns verwandt?" Diese Frage muss sich wohl jeder selber bei den beschriebenen Figuren beatworten, aber einen Opa Ludwig haben wir wohl alle beziehungsweise kenne jemanden der so einen Opa hat. Das gesamte Buch kann man gut an einem Sonntagnachmittag verschlingen und es hinterlässt leises Fernweh zu der Nordsee, den Großeltern und die Beziehung zu ihnen, welche immer auch eine Besondere ist. Danke für das schöne Buch
pure melancholie; so ein gefühl von abschied nehmen obwohl’s noch nicht reif dafür ist, gleichzeitig ein wohliger sinn von zuhause sein, den nur der geruch der eigenen großeltern auslöst. vermisse meine großeltern jetzt so wie als kind nicht mehr. musste weinen an stellen, die dafür wohl gar nicht gedacht waren. einziger abzug ist das große thematisieren von essen (ich weiß, nostalgie) aber da wurde mir manchmal ein wenig übel. soll so, hat auch geklappt.
Für echt Syltfans! Ohne schonmal dort gewesen zu sein, ist die Geschichte wohl schwer nachzufühlen. Wer schon einmal dort war, kann sich über eine liebevoll geschriebene Story freuen, in welcher man sich an vielen Stellen wiederfinden kann und die das Herz berührt.
⭐️3/5⭐️ Eine ziemlich wirre Aneinanderreihung von Anekdoten, die irgendwie mehr den Eindruck einer Autobiographie geweckt haben als den eines Romans. Für mich auch leider ohne Tiefgang oder tiefgründige Messages. Noch dazu fand ich einen Charakter unsympathisch als den anderen 🫣🥲
Seit längerer Zeit schon hat mich kein Buch so sehr berührt wie dieses. Und hätte ich das Buch nicht gehört, sondern als Printausgabe gelesen, hätte ich mir das erste Mal wirklich gerne mit Page Markern einzelne Sätze und Passagen markiert. Vielleicht werde ich das auch noch machen, denn „Sylter Welle“ ist definitiv ein Roman, den ich mehrfach erleben möchte.
Ich mag den Satz „Familie kann man sich nicht aussuchen“ eigentlich nicht. Ich bin der Meinung, dass jede:r für sich selbst definieren kann, wen man zur eigenen Familie zählt. Nicht jeder hat eine blutsverwandte Familie, manche Familien bestehen aus Freund:innen. Ich selber habe das große Glück, eine ganz wunderbare Familie zu haben und noch größeres Glück, zwei Omas zu haben, die mir immerhin Geschichten über meinen jeweiligen Opa erzählen können und uns Enkelkinder immer nach Strich und Faden verwöhnt haben. Denn meine Omas leisteten sich auch Dinge für ihre Enkelkinder, die sie ihren eigenen Kindern niemals erlaubt hätten. Deswegen trafen Max Richard Leßmanns Worte so häufig einen sensiblen Punkt in mir. Die Schilderungen aus Max Leben mit seinen Großeltern, den gemeinsamen Erlebnissen, der Freude, Trauer und Urlaube (auf Sylt) wurden unfassbar atmosphärisch und prosaisch eingefangen. Der Schreibstil dabei einfach so treffend beschreibend und bildhaft. Ich habe – Schande über mich – erst durch das Buch gelernt, dass Max Richard Leßmann jeden Tag Gedichte auf Instagram postet und bin totaler Fan geworden. Auch wenn Oma Lore und Opa Ludwig nur minimalste Gemeinsamkeiten mit meinen Omas haben, so musste ich doch viel an sie denken und habe durchaus Parallelen gesehen. Parallelen, die eine gemeinsame Generation eint. Von den Kindheitserinnerungen an die Zeit mit den Großeltern, damals, als die Welt noch so weit war, hin zur Akzeptanz, dass Großeltern eigenständige Personen mit Fehlern sind, die man als Kind doch gerne zu sehr romantisiert hatte. Und hin zum Verständnis, dass auch Großeltern altern und es einen Wendepunkt gibt, an dem die Fürsorge der Großeltern zur Fürsorge um die Großeltern mutiert. Es mag daran liegen, dass Max Richard Leßmann etwa so alt ist wie ich, aber ich habe sehr viele meiner Gedanken aus seinen Zeilen lesen können. Mich haben so viele seiner Sätze tief berührt, mich abschweifen lassen zu meinen eigenen Erinnerungen, meine Gedanken hin zu meinen Omas gelenkt und den Wunsch immer stärker werden lassen, beide einfach zu umarmen und festzuhalten. Es ist eine Hommage an die Großeltern, sehr ehrlich, nicht verklärend, einfach menschlich.
Und dann ist da natürlich auch noch Sylt. Eine Insel, die ich auch ins Herz geschlossen habe. Und auch wenn ich meist einen Bogen um Westerland mache, so musste ich doch jedes Mal schmunzeln, wenn Orte erwähnt wurden, die natürlich jede:r im Sylt-Urlaub abklappert. Wobei Sylt hier tatsächlich eine untergeordnete Rolle spielt, dennoch kommt die Geschichte immer wieder zu diesem Ort zurück.
Ich habe das Hörbuch gehört, das vom Autor selber gesprochen wurde – und bin absolut begeistert. Falls die Ideen zu Gedichten mal ausgehen sollten oder ein zweites Buch nicht umgesetzt werden sollte, ich würde liebend gern noch mehr Hörbücher eingesprochen von Max Richard Leßmann hören. Am liebsten aber natürlich ein weiteres Werk von ihm selber.
Da ich gesehen habe, dass der Autor auf Lesereise gehen wird, spiele ich sehr mit dem Gedanken, meine Omas zu schnappen und hinzugehen. Ich kann das Buch absolut empfehlen. Und die Frage, ob man seine Verwandten auch dann lieben würde, wenn man nicht mit ihnen verwandt wäre, kann ich zumindest glücklicher Weise mit einem klaren Ja beantworten.
“Würdest du deine Familie auch lieben, wenn du nicht mit ihnen verwandt wärst?” "Sylter Welle” ist ein sentimental-schöner Roman über eine Großeltern-Enkel-Beziehung, bei dem ich mich in einigen Situationen (manchmal war es auch nur ein Gefühl) wiedererkennen konnte. Wie der Autor treffend feststellt, waren die (Groß-)Eltern in der eigenen Wahrnehmung schon immer irgendwie alt, aber die Beobachtung, dass sie immer älter werden und gewisse Dinge nicht mehr so bewerkstelligen können, wie bisher, ist nicht sonderlich schön. Max Richard Leßmann erfasst die Sentimentalität und Melancholie, die diesem Gefühl innewohnt sehr gut. Man erfährt durch viele Rückblenden einiges über die Beziehung von Lore und Ludwig, die Kindheit von Max und auch der von seinem Vater und wie ihre Familie so tickt. Außerdem werden schöne, lustige und traurige Momente erzählt, die einem im Laufe des Lebens passieren. Der Schreibstil ist einfach, locker und poetisch zugleich und konnte mich total überzeugen. Man hat fast das Gefühl, dass man den Erzählungen von einem Freund lauscht. Das Cover gefällt mir sehr, es erfasst die Stimmung des Buches wirklich gut! Eine Lektüre für alle, die das Schöne im Alltäglichen finden können und gerne Familiengeschichten lesen.
So schön nostalgisch! Das wunderschöne Cover des Buches "Sylter Welle", geschrieben von Max Richard Leßmann, hat mein Interesse sofort geweckt. Auch das Thema des Werkes hat mich sehr angesprochen. Leider konnte mich die Geschichte im Endeffekt nicht zu 100% überzeugen und war für mich nicht so fesselnd, wie ich es mir erhofft hatte. Möglicherweise lag dies an den häufigen Zeitsprüngen in die Vergangenheit und wieder zurück in die Gegenwart, wobei für mich nicht immer ganz ersichtlich war, in welcher Zeit wir uns gerade befinden. Trotzdem fand ich es toll, die Einblicke in die Vergangenheit des Protagonisten zu bekommen. Auch den Schreibstil des Autors empfand ich als angenehm und einfach zu lesen. Mir konnte stellenweise das Gefühl vermittelt werden, ich wäre mitten im Geschehen dabei. Ebenso fand ich die Ausarbeitung der Charaktere toll. Diese wirkten auf mich sehr echt und lebendig, was ich persönlich immer mag. Dennoch konnte ich nur für wenige Charaktere wirkliche Sympathie entwickeln.
Insgesamt ein gutes Buch, das lesenswert ist, auch wenn es mich nicht ganz mitreißen konnte.
Schön melancholisch! Die eigenen Großeltern waren schon immer alt, und, wie es der Erzähler in diesem Roman bemerkt, eines Tages sind sie noch viel älter und all ihre Eigenheiten treten deutlich zutage und man fragt sich, wie lange man sie noch erleben darf. Max reist ein letztes Mal zu seinen Großeltern nach Sylt, um zwei spätsommerliche Tage mit ihnen zu verbringen und erzählt dabei über all die Kindheitserinnerungen, die er mit ihnen verbindet, sowie über die Geschichten seines Vaters, seiner Onkel und der Großeltern selbst, die zur Familienhistorie geworden sind. Die ruppige Oma und der kauzige Opa werden mit all ihren sprachlichen Eigenheiten so lebensnah gezeichnet, dass der Roman autofiktional wirkt. Die lustigen Anekdoten lassen einen schmunzeln, die im Verlaufe des Romans immer häufigeren melancholischen Beschreibungen lassen einen wünschen, sie wären noch tiefgründiger erzählt worden. Insgesamt ein lohnender, kleiner Roman.
Kurzweilig und dennoch berührend. Nostalgisch und fast schon melancholisch. Zum schmunzeln und auch zum weinen.
"Sylter Welle" lässt erinnern und sehnen, wirft einen sanft zurück in die Tage zwischen Familie und Ferien, geteilte Momente mit den Großeltern, rückblickend gewonnene Erkenntnisse und ist geprägt von wiederbelebende Gefühlen.
In einer Sprache die beobachtet und gleichzeitig verschmitzt in der Vergangenheit schwelgt fühlt man sich als Leser schnell auf Sylt. Trotz der Ausschweifungen durch sämtliche Rückblenden und Einblicke in eine Familiendynamik, findet Leßmann immer wieder zurück zu seinem Anfang und rundet jede Anekdote gekonnt mit der aktuellen Erfahrung aus. Mal tiefgründig, mal poetisch, mal voller Witz und Humor.
Max hat mit seinem Roman für sich die Frage beantwortet, ob man die eigene Familie auch lieben würde, wäre man nicht mit ihnen verwandt. Obgleich man nicht immer einer Meinung ist, sich Ansichten stark differenzieren, man den Mut und das Recht haben sollte, sich gegen die Familie zu stellen, ist für ihn klar, dass die Liebe die er für seine Leute empfindet immer da.
Das Älterwerden und das Altern werden wahrgenommen. Wie wenig sich Menschen denen wir nahestehen ändern und uns mit der Zeit doch noch überraschen können. Die Vergänglichkeit des Lebens, welche unausweichlich ist und trotz des Bewusstseins, bin neben Max auch ich traurig über manche Dinge, Beziehungen, wie sie verlaufen und ich denke "Daran, dass ich das gar nicht zu schätzen weiß" (Seite 183).
bestes Cover 2023 Ein unterhaltsames kleines Büchlein mit großer Schrift. Die Geschichte behandelt das Familienleben und die Frage, ob wir unsere Verwandten auch dann mögen würden, wenn sie nicht mit uns verwandt wären. Onkel Jacob anscheinend schon, aber was ist mit den anderen? In aneinandergereihten Anekdoten, die sich wie dahergezaubert in die Ereignisse eines Kurzurlaubs auf der Insel Sylt einbinden, erklärt sich Max Richard Leßmann. Das Buch liest sich schnell weg und ist meistens sogar witzig. Am besten gefällt mir aber das Cover! Zwar würde es eher zu einer Story passen, die erzählt, wie die Punks Sylt zurückerobern und vielleicht habe ich mich da bei der Auswahl verleiten lassen und ein bisschen zu viel erwartet. Aber trotzdem stimmt der Titel, den diese Rezension trägt. Und irgendwie passt es auch ganz gut zu der Geschichte, wie sie ist.
Die ersten 146 Seiten sind wie ein Ferdinand von Schirach-Buch in weniger gut. Ganz viele zusammenhangslose Geschichten, die in eine lineare Geschichte eingebaut wurden oder eher eine Hauptgeschichte, die in viele kleine Nebengeschichten eingebaut wurden. Die letzten, circa 75 Seiten, gefallen mir gut und werden meinen Erwartungen gerecht. Während ich die letzten Seiten gelesen habe, habe ich mich gefragt, ob es die vielen kleinen Geschichten und Erläuterungen vielleicht gebraucht hat, damit die letzten 75 Seiten ihre Wirkung entfalten.... Das Buch hinterlässt mich leicht nachdenklich, aber auch schmunzelnd.
„Wir sagen für ziemlich lange Zeit kein Wort, und trotzdem ist es so, als hätten wir all das, was ich sie immer fragen wollte, in diesem Moment besprochen.“
Zieht sich… Durch die überwiegenden Rückblicke wenig tiefgreifende Rahmenhandlung.