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Die Geschichte der Kunst

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Mit diesem Buch liegt eine neue, umfassende Geschichte der Kunst vor, glänzend und mit spielerischer Leichtigkeit erzählt von der englischen Kunsthistorikerin Charlotte Mullins. Es ist höchste Zeit für eine aktuelle und globale Neubetrachtung – denn die Kunstgeschichte wurde bisher vor allem aus eurozentristischer Perspektive und am Beispiel vorwiegend männlicher Protagonisten erzählt. Wir begeben uns auf eine faszinierende Zeitreise, die bei den ersten Bildzeugnissen in der Frühsteinzeit beginnt und bei jüngsten Phänomenen wie NFTs aufhört. Neben den klassischen Meisterwerken werden gleichrangig auch die Nok-Terrakotten Nigerias, mexikanische Wandmalereien oder die feministische Kunst der Guerilla Girls vorgestellt – vor unseren Augen entsteht so ein wahrhaft weltumspannendes Panorama, das auch bisher vernachlässigte Positionen einbezieht.

569 pages, Kindle Edition

Published October 17, 2023

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About the author

Charlotte Mullins

33 books11 followers
Charlotte Mullins has written widely on contemporary art, architecture, design and
art history for specialist art magazines, newspapers and exhibition catalogues since 1995.

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Annie.
15 reviews4 followers
Read
May 19, 2025
:( not to hate on another woman’s work, aber

Ein Großteil der Verfehlungen geht wahrscheinlich auf das Konto der Übersetzer*innen, Lektor*innen oder wer auch immer das Endergebnis SO veröffentlicht hat.

1. An vier Stellen werden explizit non-binary Künstler*innen genannt und nicht einmal wurde dabei das richtige Pronomen benutzt. In einem Buch, das den hetero-cis-männlich-überkommenen Kanon der Kunstgeschichte hinterfragen will (nicht, dass es ihm besonders gut gelungen wäre) ist das, gelinde gesagt, echt peinlo.
2. Manchmal kommt es mir so vor, als wären Bücher mit historischen Bezügen eine selbsternannte Grauzone für Menschen, die im Alltag innerlich zittern, weil sich all die Begriffe, die man 'heutzutage nicht mehr sagen darf', in ihnen aufstauen. In einem Buch, das den eurozentrischen, von Kolonialisierung und Diebstahl durchtränkten Kanon der Kunstgeschichte hinterfragen will (nicht, dass es ihm besonders gut gelungen wäre) ist das, gelinde gesagt, echt peinlo.
3. Frauen sind Künstlerinnen. Oder Künstler*innen. Aber doch keine weiblichen Künstler. Warum steht das andauernd in diesem oll übersetzten Buch? (Wenn überhaupt. Manchmal muss man sie sich bei den Künstlern einfach mitdenken. Wie schon seit Anbeginn der Kunstgeschichte. In einem Buch, das … ihr wisst schon.)

Liebe Charlotte Mullins,
deine Idee, die unterdrückten, bewusst vergessenen, verdrängten Menschen der Kunstgeschichte in den Kanon einzureihen in allen Ehren,
aber das hat ja mal überhaupt nicht funktioniert.
Ist das wirklich eine Neuerzählung oder ist es dieselbe Erzählung, die schon die Venus von Willendorf nicht mehr hören konnte? Mein lieb gemeinter Vorschlag: wenn man wirklich 'die Geschichte der Kunst neu erzählen möchte' und man wirklich denkt, dass man (als weiße Europäerin) eine neue Perspektive geben kann, dann sollte man auch tatsächlich eine neue Perspektive geben. Nichts an diesem Buch war nicht eurozentrisch. Ganz im Gegenteil: die erwähnte, nicht-europäische Kunst war in den allermeisten Fällen nur eine Randnotiz, um die Erzählung der europäischen Kunstgeschichte voranzutreiben. Das ist nicht einfach schlecht geschrieben, sondern frech. Wenn nicht sogar problematisch. Wer den Blick nicht von der eigenen Geschichte heben kann, der sollte nicht eine andere zu erzählen versuchen.

Falls das Buch noch eine Auflage bekommt, vielleicht nächstes Mal dann so:
Die Geschichte der Kunst
Erzählt wie immer

* Die Illustrationen waren super!
Profile Image for Anna.
627 reviews40 followers
December 28, 2023
Es ist ein historisches Klischee geworden, dass Revolutionen nicht dann entstehen, wenn die Lage am schlimmsten ist, sondern oft gerade dann, wenn eine Besserung eintritt, die aber hinter den Erwartungen der Zeitgenoss:innen zurückbleibt.

Ähnlich geht es mir mit Büchern. Erwarte ich wenig oder nichts, bin ich leicht zufrieden zu stellen. Doch wird mir eine Neuerzählung versprochen, will ich das auch wirklich merken. An diesem Anspruch ist Charlotte Mullins Buch nicht ganz, aber doch ein wenig gescheitert. Es wurde mir als Gegenentwurf zu einer eurozentrischen Kunstgeschichte angepriesen, als ihre weibliche Neuerzählung. Letzteres wird an vielen Stellen eingelöst: Wir begegnen auf den Seiten ihres Sachbuchs einer ganzen Reihe von Künstlerinnen, und es gibt sogar ein eigenes Kapitel zur feministischen Kunst im letzten Drittel des 20. (Schade nur, dass zwar zwei nicht-binäre Personen auftauchen, eine davon aber gleich als "sie" bezeichnet wird. Aber das ist wohl eher der Übersetzung als der Autorin anzulasten).

Auch nicht-europäische Künstler*innen werden genannt, und sicherlich mehr als in anderen Werken. Allerdings handelt es sich dabei eher um kurze Streiflichter, während die Europäische Renaissance und bekannte Namen in traditioneller Ausführlichkeit behandelt werden. Vor allem im 20. Jahrhundert fällt die Konzentration auf den Westen auf, zunächst auf Paris, dann sehr stark auf New York.

Die nicht-europäischen Verweise, die es gibt, versickern zudem manchmal, weil der Text eher nebeneinander stellt als analysiert. Die Kapitel beginnen mit einer kurzen Einführung - etwas verändert sich, Künstler lösen sich von alten Stilen, Menschen nehmen Bezug - und nennen dann zahlreiche Beispiele. Da heißt es dann zum Beispiel nachdem westliches erzählt wurde: "Im Japan des 19. Jahrhunderts..." Das ist durchaus interessant, und gerade in den ersten Kapiteln wird auch der historische Kontext für außereuropäische Kunst und ihre Wirkung im Westen betrachtet. Aber es bleibt ein Nebeneinander, in dem der Westen deutlich dominiert, und weitergehende Analysen fehlen.

Vielleicht ist das auch zu viel verlangt - womit wir wieder bei den Revolutionen wären. Denn wir wissen auch, dass Revolutionen selten plötzlich alles umstürzen, sondern oft das Ergebnis kleiner Veränderungen im Laufe der Zeit sind, die dann - Stichwort enttäuschte Erwartungen - plötzlich kippen. Und Mullins bietet etwas Neues, soweit ich das als Kunstlaiin sehen kann: Sie bezieht vieles mit ein, was sonst außen vor bleibt. Mir haben auch die Momente gefallen, in denen sie sich mit den sozialen Realitäten der Künstler auseinandersetzt (Looking at you, Gaugin!) Aber sie muss trotzdem den klassischen Kanon berücksichtigen und auf 400 Seiten eine Geschichte der Kunst bieten. Das ist eine ganze Menge, und dass sie dabei nicht in die Tiefe gehen kann, sollte wohl nicht verwundern.

Wer also einen gut lesbaren Überblick über die Geschichte der Kunst sucht, der auch das Nichteuropäische und Nichtwestliche berücksichtigt, wird hier fündig. Wer allerdings schon Vorkenntnisse hat und eine analytische Behandlung der nicht-klassischen Kunst erwartet, wird wohl wenig Gewinn daraus ziehen.

Ansonsten ist das Buch gut lesbar, die Übersetzung gelungen und die Ausstattung ansprechend. Allerdings ist das Verhältnis zwischen abgebildeten und nur beschriebenen Bildern etwas unausgewogen - man liest eigentlich immer mit dem Handy in der Hand, um gerade bei den Ausnahmefällen eine Vorstellung davon zu bekommen, wie diese Bilder/Installationen tatsächlich aussehen.
Profile Image for Nikas.bookforest.
322 reviews
April 11, 2025
Insgesamt fand ich das Buch sehr interessant und habe es als relative Einstiegslektüre in die Kunstgeschichte gelesen. Es gibt wirklich einen guten Überblick und nebenbei kann man sein Geschichtswissen ein bisschen auffrischen. Trotzdem fand ich es sehr eurozentrisch. Es kommen andere Regionen vor und auch Künstlerinnen werden oft genannt, wahrscheinlich öfter als in anderen Büchern zu dem Thema, trotzdem sind die "großen Meister" vertieft beschrieben worden. Ich hatte gedacht, dass es einen noch größeren Fokus auf Frauen und nicht europäische/nordamerikanische Künstler geben würde. Trotzdem fand ich es durchgehend interessant.
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