Wir sind wieder in Lichterhaven unterwegs - bereits zum achten Mal. Es ist immer wie ein nach Hause kommen, wenn ich zu den Sommerromanen von Petra Schier greife, die im fiktiven Ort an der Nordseeküste spielen. Man kennt bereits einige der Einwohner und ihre Geschichten aus den Vorgängerbänden. Da viele untereinander befreundet sind oder sich irgendwie anders über den Weg laufen (Tierarzt, Restaurant, Vereine...) hat man die Figuren schnell wieder parat.
Für alle, die einen Roman aus der Reihe lesen wollen - man kann sie trotzdem unabhängig voneinander lesen!
Diesmal geht es um Max, der von seiner Frau verlassen wurde und das alleinige Sorgerecht für seine beiden Kinder Jonathan und Lily bekommen hat. Die Scheidung hat ihm jede Menge Geld gekostet. Er musste Felder und Tiere verkaufen und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Sein geliebter Hof steht kurz vor dem Ruin. Seine Mutter kommt auf die Idee eine Unternehmensberaterin auf den Hof kommen zu lassen. Die von ihr ausgewählte Frau fällt jedoch bei Max sofort durch. Isalie ist zwar Unternehmerin und auch wahnsinnig erfolgreich, aber vor allem Influencerin, zu jung und kommt aus Hamburg. Wie soll eine Großstadtpflanze, die noch nicht einmal die Dreißig erreicht hat, Ahnung von einem Bauernhof haben? Max ist mehr als skeptisch und hofft, dass Isalie so schnell wie möglich Lichterhaven wieder verlässt. Außerdem hält er überhaupt nichts von Instagram und TikTok. Max Abneigung weckt Isalies Ehrgeiz. Sie informiert sich über Möglichkeiten betreffend des Hofes, liest sich in die Materie ein und fühlt sich bald in Lichterhaven sehr wohl. Sie versteht sich gut mit den Kinder und Neufundländer Samson fasst bald Vertrauen zur ihr.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich sehr langsam. Sowohl Max, als auch Isalie haben Zweifel, ob es überhaupt eine Zukunft für sie geben kann. Hier prallen doch zwei sehr unterschiedliche Welten aufeinander. Im Vordergrund des Romans steht eindeutig Max, der Hof und seine Familie, während der Slow Burn in den Hintergrund tritt.
Wie in jedem Sommer- und Winterroman der Autorin spielt natürlich wieder ein Hund eine Rolle. Ich empfand die Anteile diesmal aber etwas geringer. Samson ist ein junger Neufundländer, der ausgesetzt wurde und seitdem trauert. Er verweigert jede weitere Interaktionen mit den Menschen, die ihn sowieso wieder verlassen. Eines Tages sitzt er auf der Wiese vor Max Bauernhof und beobachtet die Hühner. Christina von der Hundeschule hat ihn vorübergehend aufgenommen und sucht ihn bereits verzweifelt. Samson hat das Herz von Max, Isalie und den Kindern rasch gewonnen und darf vorerst als Pflegehund bei ihnen einziehen.
Wie immer sind die Gedanken der Hunde in kursiver Schrift dargestellt. Das langsame Wiederkehren von Samsons Lebensfreude wird sehr stimmig erzählt. Seine Gedanken, könnten genauso sein, wie Petra Schier sie ihm in ins Maul gelegt hat.
Wie immer schreibt die Autorin stimmungsvoll und locker leicht. Die humorvollen Dialoge sorgen für gute Unterhaltung und die bildhaften Beschreibungen des Settings vermittelt Urlaubsstimmung. Die Figuren sind sympathisch und die, die ich bereits aus den anderen Büchern der Reihe kenne, sind mir schon sehr ans Herz gewachsen. Lichterhaven ist ein wunderbarer Wohlfühlort für mich geworden.
Fazit:
Ein weiterer Wohlfühlroman, der Urlaubsstimmung verbreitet und den man entspannt auf der Terrasse oder am Strand lesen kann. Ich war wieder gerne in Lichterhaven unterwegs und freue mich schon auf den kommenden Sommer auf eine Rückkehr an die Nordseeküste.