Lässt sich verlorene Zeit wieder aufholen?Seit ihrer Kindheit schenkt Julia ihrer Mutter Christine Gutscheine — zum Geburtstag, zum Muttertag, zu Weihnachten, eben zu allen Gelegenheiten. Doch eingelöst hat sie nur einen Teil davon. Als Christine unerwartet ins Krankenhaus muss, wird Julia schmerzlich bewusst, wie wenig sie sich die letzten Jahren gekümmert hat — und dass die Zeit mit ihrer Mutter begrenzt ist. Um sie jeden Tag besuchen zu können, zieht Julia vorübergehend in das Haus ihrer Kindheit. Beim Aufräumen findet sie die Gutscheine und nimmt sich vor, alle zu erfüllen, wenn die Mutter nur wieder gesund wird. Nach einer überstandenden OP spricht Christine pötzlich ein paar Worte Friesisch, obwohl sie die Sprache nie gelernt hat. Gemeinsam reisen sie nach Amrum. Dort erkennen beide, was wirklich wichtig ist im Leben.
Julia steckt in einer Lebenskrise, als ihre Mutter plötzlich ins Krankenhaus muss. In ihrem alten Zuhause angekommen findet sie eine Mappe mit all den Gutscheinen, die sie im Laufe ihres Lebens ihrer Mutter zu diversen Anlässen geschenkt hat. Ein großer Teil nicht eingelöst. Da wird ihr klar, dass sich etwas ändern muss.
Als ihre Mutter im Krankenhaus erwacht, rezitiert sie plötzlich Verse in friesischer Sprache und weiß nicht warum. Zusammen mit ihrer Tochter versucht Julia herauszufinden, was ihre Mutter so bewegt hat, dass sie im Krankenhaus gelandet ist und was es mit den Versen auf sich hat.
Das Buch ist ein wunderschönes ruhiges Wohlfühlbuch. Nach und nach werden die Beziehungen der Protagonistinnen genauer beleuchtet und man begleitet gerade Julia dabei wie sie in bestimmten Dingen mehr Klarheit findet. Die Beziehung zu ihrer Mutter war immer etwas unterkühlt und erst jetzt, da sie selbst Mutter ist beginnt sie zu verstehen, warum ihre Mutter so ist wie sie ist. Dabei hilft auch, dass sich ein Familiengeheimnis lüftet, das vieles erklärt.
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und sehr genossen. Die Art wie die Autorin schreibt ist recht unaufgeregt und regt auch dazu an, mal über die eigene Situation nachzudenken. Schön fand ich die unterschiedlichen Frauen beschrieben und wie jede für sich versucht das beste aus ihrem Leben zu machen und die Vergangenheit einfach mal Vergangenheit sein zu lassen, ohne Bitterkeit.
Für mich ein ganz wunderbares Buch und eines meiner Jahreshighlights.
Julias Ehe steckt in der Krise. Ihre Tochter ist mitten im Studium und schon ausgezogen. Und nun kommt auch noch der Anruf, dass ihre 76-jährige Mutter im Krankenhaus auf der Intensivstation liegt, Herzprobleme. Sofort reist Julia zu ihrer Mutter und wohnt erstmal im alten Zuhause in Kassel, um sich um sie kümmern zu können. Dabei fallen ihr Gutscheine in die Hand, die sie ihrer Mutter geschenkt hat. Einige davon sind eingelöst, andere jedoch nicht. Und sie schwört sich, wenn ihre Mutter heil aus dem Krankenhaus kommen sollte, das nachzuholen und die Gutscheine einzulösen, die vor allem damit zu tun hatten, dass man gemeinsam Zeit miteinander verbringen sollte.
Mit dem Gedanken, dass das Leben ihrer Mutter endlich ist, befasst sich Julia auch mit anderen Themen. Der Beziehung zu ihrem Mann, der sie betrogen hat. Ihrem Autoren-Job, bei dem sie eine Schreibblockade hat, dem Gefühl, insgesamt festzustecken.
Im Gespräch mit ihrer Mutter kommen Themen hoch, die die beiden wieder einander näher bringt und sogar noch ein Familiengeheimnis aufdeckt.
Mir hat dieser Roman richtig gut gefallen, die Beziehung zwischen Mutter und Tochter wird gut beschrieben, auch welche Gefühle wieder hochkommen beim Gedanken an früher. Warum ist die Verbindung nicht so herzlich, wie sie sein könnte? Warum hat Christine vieles abgeblockt? Dazu im Gegensatz die Beziehung zwischen Julia und ihrer eigenen Tochter Emilia, das so innig ist, wie man es sich nur wünschen kann.
Ich habe den Roman sehr zufrieden zugeklappt und empfehle ihn gerne weiter. Es ist wirklich ein Wohlfühlbuch.
Drei-Generationen Konflikt plus Partnerschaftkrise, das ganze sehr seicht und mit weichgespültem happy end.... Muss man nicht lesen. Die Naturbeschreibung von Amrum ist nett 😊
Eine unterhaltsame Familiengeschichte über das Verhältnis zwischen Tochter und Mutter. Als ihre Mutter Christine ins Krankenhaus kommt, kehrt Julia ins Elternhaus zurück um sich zu kümmern. Erinnerungen und Andenken bringen sie dazu, verpasste Zeit mit ihrer Mutter nachzuholen. Dabei kommen sie zudem der bislang unbekannten wahren Herkunft der Mutter auf die Spur. Ein ruhiges Buch mit leisen Tönen, das mir zwar gut gefallen, mich aber nicht wirklich tief berührt hat, da ich zu Julia keine echte Bindung aufbauen konnte und die Handlung manchmal zu sehr dahinplätscherte. Fazit: solide Wohlfühl-Unterhaltung mit schönen Momenten, die aber keine Begeisterungsstürme ausgelöst hat.