Julias Ehe steckt in der Krise. Ihre Tochter ist mitten im Studium und schon ausgezogen. Und nun kommt auch noch der Anruf, dass ihre 76-jährige Mutter im Krankenhaus auf der Intensivstation liegt, Herzprobleme. Sofort reist Julia zu ihrer Mutter und wohnt erstmal im alten Zuhause in Kassel, um sich um sie kümmern zu können. Dabei fallen ihr Gutscheine in die Hand, die sie ihrer Mutter geschenkt hat. Einige davon sind eingelöst, andere jedoch nicht. Und sie schwört sich, wenn ihre Mutter heil aus dem Krankenhaus kommen sollte, das nachzuholen und die Gutscheine einzulösen, die vor allem damit zu tun hatten, dass man gemeinsam Zeit miteinander verbringen sollte.
Mit dem Gedanken, dass das Leben ihrer Mutter endlich ist, befasst sich Julia auch mit anderen Themen. Der Beziehung zu ihrem Mann, der sie betrogen hat. Ihrem Autoren-Job, bei dem sie eine Schreibblockade hat, dem Gefühl, insgesamt festzustecken.
Im Gespräch mit ihrer Mutter kommen Themen hoch, die die beiden wieder einander näher bringt und sogar noch ein Familiengeheimnis aufdeckt.
Mir hat dieser Roman richtig gut gefallen, die Beziehung zwischen Mutter und Tochter wird gut beschrieben, auch welche Gefühle wieder hochkommen beim Gedanken an früher. Warum ist die Verbindung nicht so herzlich, wie sie sein könnte? Warum hat Christine vieles abgeblockt? Dazu im Gegensatz die Beziehung zwischen Julia und ihrer eigenen Tochter Emilia, das so innig ist, wie man es sich nur wünschen kann.
Ich habe den Roman sehr zufrieden zugeklappt und empfehle ihn gerne weiter. Es ist wirklich ein Wohlfühlbuch.