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Freunde lieben. Die Revolte in unseren engsten Beziehungen

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Eine radikale Neuverortung der Freundschaft

Freundschaft und Sex passen nicht zusammen. So behaupten es zahllose Beziehungsratgeber, romantische Filme und oft auch das eigene Umfeld. Dennoch suchen immer mehr Menschen nachfriends with benefits. Traditionelle Familienbilder und das Ideal der einen großen Liebe scheinen mit Erwartungen und Ansprüchen völlig überfrachtet. Ist die Freundschaft plus also nur ein Fluchtversuch aus zwanghafter Romantik? Oder dient sie nicht vielmehr als Vorbild für neue Wege intimer Beziehungen?

In seinem Buch blickt Ole Liebl auf die Entwicklung und Praxis dieser ungewöhnlichen Beziehungsform. Dabei geht er auf ihre emotionalen und ethischen Konflikte ebenso ein wie auf ihre utopischen Gibt es wirklich kein Entkommen vor der romantischen Norm und ihren Besitzansprüchen? Unterliegen unsere Intimbeziehungen bloßen Marktmechanismen? Welche sexistischen Narrative prägen unsere Vorstellungen von Freundschaft und woher kommen sie? Gibt es eine freundschaftliche Erotik? Und auf welche Weisen erlauben wir, unsere Freund*innen zu lieben?

Radikal, kritisch und visionär formuliert Ole Liebl eine Utopie der Freundschaft und liefert uns eine überfällige Perspektive, wie wir Freundschaft anders denken und zu einem gerechteren Miteinander finden kö selbstermächtigend, tabubefreit und zutiefst vertraut.

257 pages, Kindle Edition

Published February 16, 2024

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About the author

Ole Liebl

2 books7 followers

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Community Reviews

5 stars
110 (19%)
4 stars
221 (38%)
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185 (32%)
2 stars
49 (8%)
1 star
11 (1%)
Displaying 1 - 30 of 83 reviews
Profile Image for Berengaria.
993 reviews199 followers
March 13, 2025
4 stars

A general overview of the development and current state of "friends with benefits" (F+) and other non-monogamous relationships in the western world, with special focus on Germany. Primarily heterosexual relationships are discussed, although the author is queer and brings in some insights from different communities.

The book is informative and with interesting perspectives for readers who are not overly familiar with the subject matter, or have never been in or known anyone in an F+ relationship. Those who have read on the subject, or have personal experience, will not find much new.

Chapters/Content:
1. An impossible relationship (The "When Harry Met Sally" question: Can men and women be friends or is sex always involved?)

2. The Thing about Feelings (Love comes in many flavours. F+ relationships are no exception.)

3. Love, Sex and Capital. 150 years of sexual commercialisation. (How our capitalist society moulds our relationships and dating life. )

4. Swipe & Gone. The dynamic of online dating. (How dating sites reinforce gender roles and stereotypical gendered behaviour for both sexes.)

5. Fucking Friends without Fucking It Up. (What's the difference between romantic relationships and F+ ones?)

6. A Short History of Marriage. (How the state and religion have made marriage the only acceptable form for relationships that involve sex. But is that now out-dated?)

7. My Mighty Friends: Men, Power and Machinations. (Patriarchy, dating, how male friendships are viewed vs female friendships and why fear of homosexuality keeps men from showing affection in friendships)

8. If It's Consensual, It's Fine? All about our most intimate contradictions. (What is intimacy and how does it relate to the vast palate of sexual desire?)

9. A Thing of (Im)Possibility. (Busting common myths about F+ relationships, f.ex: people believe that F+ partners will always eventually fall in love and become monogamous romantic partners)
Profile Image for WildWitch.
82 reviews2 followers
May 11, 2024
Für mich war leider nicht viel Neues dabei und ich war ein wenig enttäuscht, dass es kaum queere Perspektiven auf das Thema gibt. Es könnte genauso gut vor 20 Jahren geschrieben worden sein.
Aromantik und Asexualität bleiben komplett auf der Strecke. Und was ist mit queer-platonischen Beziehungen? Von einem Buch über Freund*innenschaften und Sex im Jahr 2024 habe ich mir leider mehr erwartet.
Profile Image for Hanna.
60 reviews8 followers
May 13, 2024
Einen ganzen Monat immer mit mir rumgeschleppt und viel drüber nachgedacht. Zwischenzeitlich war ich bei 3 Sternen. Enfach weil es mir in der Mitte zu sehr abgedriftet ist. Gerade die Kapitel über Online Dating oder die Ehe (und ihre Geschichte) haben mir wenig gegeben leider. Hat jetzt trotzdem 4 Sterne von mir bekommen, einfach weil es ZU GUT gerade in mein Leben gepasst hat und mir dahingehen auch echt viel gegeben hat. Ich hab das Gefühl das vielen Menschen die Perspektive und Auseinandersetzung von Ole Liebl auf das Thema Freund*inneneschaft und Sex sehr gut tun könnte. Sowohl als ein zusammenhängendes Thema, als auch als zwei ganz eigene Themenbereiche.
Profile Image for PiaReads.
352 reviews9 followers
June 10, 2024
Ole Liebls Buch "Freunde lieben" setzt sich radikal und kritisch mit der Idee der "friends with benefits" auseinander und hinterfragt traditionelle Beziehungsmodelle. Er analysiert sowohl die emotionalen und ethischen Konflikte als auch die utopischen Potenziale dieser ungewöhnlichen Beziehungsform. Dabei stellt er Fragen zur romantischen Norm, den Besitzansprüchen in Beziehungen und den sexistischen Narrativen, die unsere Vorstellungen von Freundschaft prägen. Liebl fordert dazu auf, Freundschaft und Intimität neu zu denken, tabufrei und selbstermächtigend.

Der Titel des Buches erscheint mir jedoch unpassend, da es weniger um Freunde lieben als um Freunde vögeln geht. Ich hatte erwartet, dass auch die Aufwertung platonischer Freundschaften thematisiert wird, sowie die Trennung in Freundschaften, die ähnlich schmerzhaft wie Liebeskummer sein können. Stattdessen wirkt die Kernbotschaft des Autors wie ein Plädoyer für "Freundschaft Plus" als Alternative zu traditionellen Beziehungsmodellen wie der Ehe. Er argumentiert, dass eine sexuelle Ergänzung in einer Freundschaft diese auf ein neues Level der Intimität hebe. Obwohl dies sicherlich zutreffen mag, kann man Freunde auch ohne sexuellen Kontakt lieben und diese Beziehung auf platonische Art auf ein neues Level der Intimität bringen.

Zudem finde ich die revolutionäre Komponente übertrieben. Letztlich bleibt eine Beziehung, auch wenn sie aus einer Freundschaft heraus entsteht, eine Beziehung. Der Untertitel "Revolte" wirkt daher etwas übertrieben. Das Buch bietet interessante Perspektiven und regt zum Nachdenken an, aber es bleibt hinter meinen Erwartungen zurück, indem es einen ausschliesslichen allosexuellen Fokus setzt und platonische Liebe vernachlässigt.
Profile Image for Lea.
37 reviews1 follower
May 24, 2024
das beste an diesem buch war das quellen- und literaturverzeichnis
Profile Image for talimpalim.
7 reviews1 follower
August 20, 2024
Ich wünschte ich könnte meine Augen abwischen und das Buch ungelesen machen das ist so unfassbar schlecht geschrieben gewesen und dermaßen enttäuschend!! Versprechen von Wissenschaftlichkeit und Zugänglichkeit aber was du kriegst ist viel zu wirr und oberflächlich zusammengefasste Quellen gemischt mit nerviger Umgangssprache. Kein roter Faden, stellenweise falsche Fakten (!), keine überzeugende Begriffsdefinition, keine Erkenntnisse. Fühlt sich an als wolle jemand auf den Hype von radikale Zärtlichkeit aufspringen aber kann nicht mithalten.
Profile Image for Lena Schalentier.
129 reviews235 followers
August 30, 2024
Auch wenn ich mit dem Thema F+ nicht wirklich viel anfangen kann, sind da so viele spannende Exkurse und Ideen drin, dass auch ich etwas mitgenommen habe. Liebe das Konzept von grenzenlosen Freundschaften.
Profile Image for Lisi.
199 reviews6 followers
October 4, 2025
3,75 - das war interessant, differenziert, aber radikal ist vielleicht nicht ganz das Wort, was ich wählen würde. Im Grunde genommen habe ich das Buch als Plädoyer dafür verstanden, zwischenmenschliche Beziehungen als fundamental wandelbar zu verstehen & leben. Es ist allerdings auch eine umfassende Recherche zu anderen Themen, wie stereotypen Geschlechterrollen, der Entwicklung der Ehe, Frauenrechten, Konsens, Popkultur und vielem mehr. Ich habe bei vielen Kapiteln etwas mitnehmen können, bei manchen weniger & stimme grob eigentlich dem allermeisten zu- nur konnte ich irgendwie keinen roten Faden erkennen & war teilweise dadurch etwas irritiert, wie wir denn jetzt zum Thema antiker Badehaeuser gekommen sind, wenn es doch darum geht, ob Freundschaft auch Sex beinhalten kann. Naja, ich liebe auf jeden Fall meine Freund*innen & fand das Buch auch schön & lesenswert! Glaube ich hätte nicht die Muße, ein so vielschichtig recherchiertes Buch zu schreiben & davor hab ich ganz viel Respekt!
Profile Image for Leselotte .
68 reviews5 followers
May 6, 2025
Ich finde es sind interessante Perspektiven und Ansätze in dem Buch enthalten. Sehr gut recherchiert und fundiert. Ich fand es spannend ein Buch über das Thema zu lesen und andere Sichtweisen zu verfolgen.

Allerdings war es für mich insgesamt eher langwierig zu lesen. Das kann u.A. mit dem Schreibstil zusammenhängen, der sehr wissenschaftlich und akademisch gehalten ist - was ich persönlich nicht mag, da es dadurch nur für eine bestimmte Zielgruppe zugänglich ist.

Insgesamt: Ich fand es ganz interessant, aber auch nichts bahnbrechendes.
Profile Image for Nele_Liest.
257 reviews
Read
March 31, 2024
sehr interessant, teilweise fehlen mir ein paar beispiele, aber insgesamt eine gute hörbuch-erfahrung

(ich bewerte non-fiction nicht)
Profile Image for sebastian.
4 reviews
June 13, 2025
fühlt sich ziemlich wichtig an. bestimmt hier und da zu kritisieren aber hat mir viele tolle und hoffnungsvolle anstöße zu intimität und verletzlichkeit gegeben. der titel wurde immer passender je weiter ich gelesen habe, vor allem weil er das tun betont.
Profile Image for ~•verena•~.
492 reviews8 followers
January 8, 2025
5 ⭐
Wenn uns Harry und Sally in der gleichnamigen Liebeskomödie von 1989 eines lernen, dann das: Freundschaft und Sex können nicht zusammen funktionieren, vor allem nicht zwischen heterosexuellen Männern und Frauen...

- Freunde lieben. Die Revolte in unseren engsten Beziehungen, 00:01

🎧 gehört als Hörbuch


Ein umfassender Überblick über die Entwicklung von romantischen und freundschaftlichen Beziehungen sowie Ehe und deren kulturelle Rezeption, aus queerer Perspektive, wird gegeben.
Viele Details machen dieses Buch zu einem interessanten Nachschlagewerk zum Thema Freundschaft.

... Freundschaften sind durch die Gesellschaften geformt, in denen sie geschlossen werden...

- Freunde lieben. Die Revolte in unseren engsten Beziehungen, 63%

Obwohl das Hörbuch mit angenehmer Stimme gesprochen wurde, gab es einen Nachteil: Würde ich das Buch lesen, würde ich extrem viel markieren + notieren - das geht bei einem Hörbuch natürlich nicht. 😅
Profile Image for Leni.
122 reviews
June 26, 2025
Der Titel ist etwas irreführend, es geht nicht um die Liebe in Freund*innenschaften im weiteren Sinne, sondern um den Sex in solchen, also um das Konzept der Freund*innenschaft Plus. Thematisiert werden unter anderem die Frage, ob Frauen und Männer befreundet sein können, die Verflechtung von Kapitalismus und Sexualität, Online-Dating, das Spannungsfeld zwischen romantischen Beziehungen und F+ sowie Ehe, Patriarchat und Konsens. Es ist auf jeden Fall ein spannendes, alternatives Beziehungsmodell, das zur Dezentralisierung monogamer Partner*innenschaften beiträgt! Für mich waren die Ansätze in diesem Buch aber nicht besonders neu oder bahnbrechend und von der angekündigten „Revolte in unseren engsten Beziehungen“ hatte ich mir irgendwie mehr erhofft.
Profile Image for Iz.
153 reviews
May 7, 2024
kapitelweise sehr gut aber ich hatte sehr hohe erwartungen und die konnte das buch leider nicht erfüllen
Profile Image for Annika.
60 reviews1 follower
August 31, 2024
Das war schon ne sehr interessante Perspektive auf F+ und eine infragestellung von den Ideen von Freundschaften und Beziehungen, die man so im Kopf hat. Sehr unterfüttert mit historischen und statistischen Fakten aber trotzdem gefühlvoll und persönlich geschrieben. Habe mir aber eine größere Beachtung von queeren Freund*innenschaften erhofft, die wenig vorkamen, obwohl der Autor selbst queer ist. Bin ich aber selbst schuld, wenn ich nur Titel und Klappentext lese..
Profile Image for Sabrina.
558 reviews3 followers
January 29, 2025
3,5 Sterne
Die geschichtlichen Hintergründe sind interessant aufgearbeitet, es zieht sich jedoch auch irgendwie alles etwas... War absolut ok, andere eine Sichtweise zu erfahren - Fazit im Endeffekt: vernünftige Kommunikation zwischen den Menschen, die es tatsächlich betrifft, würde viel Leid und viele Missverständnisse ersparen...
Profile Image for thegreatfoxby.
94 reviews4 followers
October 17, 2025
Gesamt war's ein gutes Buch, vor allem die Herleitung zum Konzept Freundschaft Plus/sexuelle Freundschaft und der historische Blick hat mir gut gefallen, aber mehr als Anreiz um tiefer in die Quellen zu schauen als in den dargesgellten Gedanken des Autors dazu. Da war nicht viel neues dabei für mich. Ein roter Faden und ein ordentliches Fazit hat für mich auch gefehlt. Er schreibt ja explizit aus, dass er sich primär auf heterosexuelle Verhältnisse bezieht und grade das macht es glaub ich langweilig für mich, auch wenn ich die Entscheidung ökonomisch nachvollziehen kann. Es ist ein gutes Buch um über Freundschaften und Beziehungen gestalten nachzudenken, aber wenn man das macht und tut, grade als queere Person, dann bringt es einen eher nicht auf neue Gedanken.
Profile Image for Christina Mann.
50 reviews
December 15, 2025
3,5 ⭐️
ich hab einiges gelernt, gerade historische perspektiven, aber wusste vieles auch schon und hätte mir vor allem mehr queere perspektiven gewünscht
Profile Image for Felix.
35 reviews3 followers
August 27, 2024
Ordentlich durchrecherchiert. Wenn man sich wissenschaftlich oder essayistisch mit dem Thema Freundschaft oder erweiterte Freundschaften auseinandersetzen will, sind vor allem die Anmerkungen und das Literaturverzeichnis eine gute Hilfe. Grundsätzlich macht Ole Liebl nichts falsch, aber er liefert sehr wenige interessante Eigenansichten und Ideen. Schon am Anfang werden die Begriffe "Partnerschaft" und "Familie" unnötig enggeführt. Ich denke: Eine langjährige Partnerin wird sehr wahrscheinlich zu einer Art Zuhause (danke, Dionne Warwick), sie muss aber nicht zwangsläufig meine Familie sein. Dementsprechend auch unverständlich für mich, dass romantische Liebe und Liebe zu Familienmitgliedern als grundsätzlich identische Gefühle aufgefasst werden sollen. Kapitel 8, wo das (nicht ganz einfach zu erklärende) Konzept selbstbestimmter Intimität erklärt wird, hatte am meisten zu bieten. Als ich mich beim Lesen etwas langweilte, blätterte ich zum vielversprechenden Kapitel "Fucking friends" vor. Naja, es hatte zu viel versprochen. Polemisch gesagt finde ich in Staffel 4 der Serie Glee weitaus reichhaltigere Darstellungen der Facetten des Liebes-, Anschmachtungs- und "dennoch befreundet"-Spektrums. Ein großer blinder Fleck ist zum Beispiel unerwidertes Verliebtsein. Bei Liebl haben sich immer schon zwei innig gefunden. Vielleicht ist das Problem, dass er sich allzu viel Ballast und vorgestellten Gegenwind mitgenommen hat, und daher die Substanz des Buchs am Ende auf nicht mehr hinausläuft als auf den Lehrsatz, dass sexuelle Freundschaften einfach möglich sind.
23 reviews
December 29, 2024
Der Titel ließ mich vermuten, ein popkulturelles Buch zu lesen, welches die F+ als neue freie Form der Liebe feiert, Sex, Zuneigung, ganz ohne Commitment, der Traum. Ich bekam eine Abhandlung über unser Zusammenleben, über unsere Beziehungen, wie wir sie im 21 Jahrhundert leben, warum wir dies tun und warum wir offener gegenüber Beziehungsformen werden sollten.
Profile Image for Paul .
62 reviews12 followers
January 22, 2025
2,5/5 Sterne 

Ich gebe eher die drei Sterne als die zwei, weil ich dem Buch wohlgesonnen verbleibe. Die Thematik der Freundschaft Plus war für mich aus persönlichen Gründen relevant und das Buch arbeitet tatsächlich auch einige Spannungsfelder ab, in denen ich mich selbst wiedergefunden habe und bietet nützliche, persönliche und wissenschaftliche Erfahrungen und Gedanken an, die zu diesem Beziehungstypus passend sind. 
Schlussendlich hat mich eine Sternstunde Philosophie mit dem Autor und einer Paartherapeutin zum Kauf des Buches überzeugt, in der verschiedene Beziehungsformen besprochen und analysiert werden. Kann ich jedem nur ans Herz legen, super interessant und harmonisch geführtes Gespräch, verlinke ich im Anschluss an meinen Text. 
Was hat mir nicht gefallen? Ich bin kein Soziologiecrack, aber Eva Illouz Buch "Warum Liebe endet - eine Soziologie negativer Beziehungen" habe ich gelesen und darauf bezieht sich echt ein großer Teil von Ole Liebls Buch. Also einige Kapitel dieses Buchs hat man eventuell woanders schon gelesen, auch stilistisch besser geschrieben gelesen und behandeln das titelgebende Thema nur am Rande. Fand die Sprache hier oft sehr schwammig und wenig aussagekräftig, fand wenige Beispiele, die die vorgetragenen Gedanken unterstreichen und zu einem besseren Verständnis führen. Das war auch das erste Sachbuch, das ich gelesen habe, in dem gegendert wird und ich finde in der Form zumindest wird man dem inklusiven Anspruch nicht gerecht. Habe auch die Einheitlichkeit nicht gefunden, also mindestens mal die Ästhetik leidet, inhaltlich geht natürlich nichts verloren. 
Buch würde ich nur empfehlen, wenn thematisch ein großes Interesse daran vorherrscht, ansonsten tut es auch dieses wunderbare Gespräch vom SRF. 

https://www.youtube.com/watch?v=rxQMa...
Profile Image for Sarah.
160 reviews13 followers
May 8, 2025
"Aber Geschlechtsprägungen und heterosexuelle Beziehungsideale sitzen tief in allen sozialen Interaktionen, auch bei queeren Menschen. Es hilft immer wieder, sie zu reflektieren, zu kritisieren, an sich selbst festzustellen, um sie vielleicht auch gemeinsam zu durchbrechen."

"Die intimen Verbindungen von Liebe, Lust und Partner bzw. Freundschaft sind weder in Stein gemeißelt noch in jeder Beziehung notwendig. Natürlich können wir mit Leuten schlafen, ohne sie in einem romantischen oder freundschaftlichen Sinne zu lieben - aber wir können Menschen auch leidenschaftlich lieben, ohne mit ihnen zu schlafen."

"Die menschliche Sexualität kommt sehr wohl ohne (fixe) Orientierungen aus. Ich glaube nicht, dass die gröbstmögliche aller Kategorisierungen, die Zweiteilung in männlich/weiblich, das menschliche auch nur annähernd ausreichend abbildet. Wir sollten nach anderen Formen über das binäre Geschlechtersystem hinaus suchen, um die Orientierung unserer Begehren zu kategorisieren (sofern man das überhaupt will)."

"Menschliche Beziehungen lassen sich nicht auf starre Muster oder einfache Rezepte reduzieren. Lust, Liebe und Zuneigung teilen sich nicht in zwei Teile, die strikt voneinander in die Bereiche »Freundschaft« und »Partnerschaft« fallen. Es fällt nicht immer leicht, durch diese Gewässer zu navigieren. Aber in der Offenheit möglicher Verbindungen liegt eine zärtliche Vielfalt, auf neue und aufregende Arten zu lieben."

"Gefühle dürfen und sollen stattfinden - aber an ihrer emotionalen Rahmung darf (und soll) gearbeitet werden."

"Wer sich zu einer F+ entschließt, entscheidet sich nicht für weniger Gefühle und mehr emotionale Distanzierung - sondern für eine andere Form der Zuneigung, eine andere Qualität der freundschaftlichen Liebe."

"Klassische Skripte von monogamen Partnerschaften und geschlechtlichen Rollenverteilungen haben ihre Wirksamkeit verloren und stehen unter berechtigter feministischer Kritik."

"So verwundert auch nicht, dass der Matching Erfolg von Frauen extrem abfällt, wenn ihr Gewicht und Körpergröße ein gewisses Maß überschreiten. […] Insbesondere in Sachen Körpergröße sollten Frauen optimalerweise zwischen 1,55 und 1,70 Metern liegen. Der Idealwert hängt von der Größe des Mannes ab "

"Soziologin Andrea Newerla stellt zu Recht fest, dass die Überhöhung der heterosexuellen, romantischen, monogamen Partnerschaft alle anderen Formen der intimen Beziehungen ausblendet, die durch die Flexibilität des OnlineDatings ermöglicht werden."

"Zu einer sexuellen Freundschaft gehört nicht nur Sex, sondern auch Freundschaft. Es ist wichtig, sich als Charaktere kennenzulernen, mit Interessen und Hobbys und Zielen, zu denen mehr gehört als bloß sexuelle Bedürfnisse. Die heterosexistische Verengung von Frauen auf ihren Körper und von Männern auf ihren Status kann durch wahrhaftiges Interesse an Menschen mit all ihren Komplexitäten überwunden werden."

"Die gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen bis in die Gegenwart macht ihren Zugang zum Sex emotionaler, weil er sie etwas angeht, weil er sie existenziell etwas angeht, weil er unter Umständen die materielle Grundlage ihres Lebens vollständig umkrempelt. Frauen sind nicht emotionaler, weil sie eben emotionaler »sind«, sondern weil sie emotionaler sein müssen."

"Wenn der Gelegenheitssex in der heutigen Zeit zum Zeichen einer besonders liberalen und aufgeklärten Haltung geworden ist, lastet der Druck auf Frauen, sich entsprechend sexuell offen und emotional distanziert zu verhalten. Sie werden also zwangsläufig in ein patriarchales Muster gepresst, ob sie das nun wollen oder nicht."

"Die F+ setzt die Freundschaft an erste Stelle, nicht den Sex: »Freundschaft plus« heißt eben nicht »Sex plus«."

"Während in romantischen Beziehungen oft hohe Erwartungen an ein »geschlechtergerechtes« Verhalten bestehen, die mit Performancedruck und Versagensangst einhergehen, unterliegt die Freundschaft solchen gesellschaftlichen Normen kaum. Das kann für Partnerschaften nur ein Gewinn sein."

"Damit möchte ich zeigen, dass die F+ nicht aus Zufall entstanden ist, sondern vielmehr Ausdruck einer völlig neuen Auffassung von Partnerschaft und Geschlechterverhältnissen ist. Über die Bedingungen der sexuellen Freundschaft nachzudenken, heißt, über die Bedingungen der modernen Liebe nachzudenken."

"Zur Ehe kann man daher stehen, wie man möchte - sie für bürgerlich und spießig, für überkommen und altmodisch halten. Aber dass sie bis in die Gegenwart eine immense Wirkung auf die westlichen Vorstellungen von Partnerschaft hat, ist unbestreitbar."

„Menschen gehen freundschaftliche Verhältnisse seltener ein, wenn ihr Geschlecht, ihre Herkunft, ihre Klasse, ihre Religion oder ihr Alter sich unterscheiden."

"In einem viel beachteten Zeitungsartikel mit dem Titel »Men Have No Friends and Women Bear the Burden« argumentiert die Autorin Melanie Hamlett, dass Männer sich in Freund und Partnerschaften mit Frauen voll darauf verlassen, dass Frauen die gesamte emotionale Arbeit leisten. Sie sind es gewohnt, ihre Gefühle auszudrücken, einzuordnen und zu verarbeiten - und das auch für den Mann zu tun. Gewissermaßen dienen sie als kostenlose Therapeutinnen."

"Nach all dem Gesagten wird überdeutlich: Wenn Männer und Frauen heutzutage befreundet sein wollen, müssen insbesondere heterosexuelle Männer hart an sich arbeiten. An ihrer emotionalen Offenheit, an ihrem emotionalen Ausdruck, an ihrer Verletzlichkeit, an ihrer internalisierten Frauen- und Schwulenfeindlichkeit, an ihrem männlichen Konkurrenzgebaren. Solange Gefühle haben und Gefühle zeigen als schwach (und damit weiblich) gilt, können wir die Sache mit der Freundschaft vergessen."

"Für Frauen steht aufgrund von erhöhtem Risiko sexueller/ sexualisierter Gewalt, sexueller Doppelmoral, ökonomischer Abhängigkeit von Männern und ungewollten Schwangerschaften etwas anderes auf dem Spiel, wenn sie »Ja« oder »Nein« sagen - was in überragendem Maße für Frauen gilt, die Schwarz oder eine Person of Color sind, weil sie historisch gesehen noch stärker unterdrückt und ausgebeutet wurden. Eine Frau sagt »Ja« oder »Nein« unter anderen Bedingungen als Männer, ihre Antworten bedeuten deshalb etwas anderes. Nicht jede Frau unterliegt den gerade genannten Risiken oder Diskriminierungen, besonders in höheren gesellschaftlichen Klassen. Aber es zeigt, dass gesellschaftliche Privilegien in die Bedeutung einfließen, die der Konsens für die beteiligten Personen trägt."

"Wir können dem Konsens nicht zumuten, uns vor jeder Situation abzusichern. Es überspannt seine Kräfte. Wir können gemeinsam Grenzen setzen und unsere Bedürfnisse formulieren."
Profile Image for hollydoe.
18 reviews
June 7, 2025
Lieb's
Ole Liebl analysiert Freundschaft als Beziehungsform im Kontext der historischen Geschichte von Freundschaften und Paarbeziehungen bzw. der Ehe. Er stellt die freundschaftliche Sexualität der Situationship (mein phrasing) gegenüber und tritt dafür ein, dass diese Form der Sexualität auf der freundschaftlichen Liebe, dem entgegen gebrachten Respekt und caring fußt und nicht wie die Situationship auf egoistischem Handeln und Unverbindlichkeit. Er beschreibt Freundschaft des weiteren als politische Form der engen Bindung, die nicht der patriarchalen, heteronormativen Idee der Ehe entspricht, und freie Möglichkeiten des Miteinanders möglich machen kann. Er mischt neutrales Zitieren mit ironischen Untertönen.

Ich habe ähnliche Erfahrungen der respektvollen, tiefen, freien sexuellen Freundschaft gemacht, wie Ole sie beschreibt und teile seine Lebensperspektive.
Im Kontrast zu anderen KritikerInnen habe ich das Buch als sehr queerinklusiv empfunden.
Profile Image for Steffi.
88 reviews
February 9, 2025
Ole Liebl nähert sich dem Thema "Freunde lieben" aus einer männlich heteronormativen Perspektive an.
Das kann man machen, wirklich revolutionär - wie er es im Titel verspricht - erachte ich seine Ideen allerdings nicht. Sein erstes Credo lautet: "Du musst Sex haben und solltest es auch mit deinen Freund:innen tun." Und ich wundere mich doch sehr darüber. Eine Freundschaft ist doch nicht weniger wert, wenn sie frei von sexueller Intimität bleibt?!
Liebl findet mit seinen Ausführungen weder in die Tiefe, noch lässt sich ein roter Faden erkennen. Bei etlichen Formulierungen hatte er leider auch kein glückliches Händchen und so erschauderte ich beim Lesen wiederholt, was der Autor wohl kaum beabsichtigte.
Was ich hier vermisste - profunde und stilistisch sorgfältig ausgearbeitete Erkenntnisse über freundschaftliche Liebe und alternative Beziehungsformen - habe ich vor nicht allzu langer Zeit unübertroffen bei Emilia Roig (oder auch Franziska Schutzbach) gefunden.
Profile Image for Clara.
91 reviews7 followers
October 1, 2024
viele gute denkanstöße, vieles aber irgendwie nicht ganz zuende gedacht. fand die lockere schreibweise gleichzeitig erfrischend und zugänglich, wenn auch teilweise zu wenig seriös für ein sachbuch, mit dem anspruch, eine derartige lücke zu füllen. alles in allem eine empfehlung für alle, die mit nicht-klassischen beziehungsmodellen wenig bis kaum überschneidungspunkte haben/hatten (mental oder auch physisch), aber ich denke, man muss auch sagen, dass viele der einsichten für die queere leserschaft wahrscheinlich nichts neues sein werden (was okay ist, denn darauf war das buch nicht ausgelegt - just fyi).
71 reviews1 follower
June 19, 2024
Im Großen und Ganzem Buch was das Buch gut. Nicht schlecht, aber leider auch nicht überragend. Ich finde, es halt viele schöne Ansätze und Denkanstöße geliefert, jedoch manche Dinge nicht angeschnitten. Was wird zum Besispiel aus einer F+, wenn eine*r der Partner*innen eine feste Beziehung eingeht? Wie hat sich die F+ von FREUNDSCHAFT plus Sex zu Sex-/Fickbeziehung gewandelt?
Profile Image for Philip Morr.
32 reviews
April 26, 2024
Psychology, Geschichte der Partnerschaft und Liebe und sowas wie kurzer Kapitalismus Kritik, hab mich sehr verstanden Gefühlt, love it
Empfehlung geht raus
100 reviews1 follower
May 26, 2024
Morgen Lesung 🥹😊❣️
Displaying 1 - 30 of 83 reviews

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