Trost finden. In einer Welt, die so überwältigend, ängstigend, fordernd sein kann. Trost finden im Empfinden von Schönheit, weil das, so Gabriele von Arnim, nicht weniger ist als Selbsterhalt. «Ich brauche Schönheit. Den Trost der Schönheit. Denn wenn ich Schönheit sehe, höre, lese, spüre, dann glaube ich an Möglichkeiten. An Wege, Räume, Purzelbäume.»
Der Trost der Schönheit ist eine schillernde Verbindung aus autobiografischem und essayistischem Erzählen: keine Kulturgeschichte, die ihren Gegenstand mit Theorie einhegen will, sondern eine literarische Spurensuche. Gabriele von Arnim fragt nach den Formen und Wirkungen dessen, was wir schön nennen; nach dem Glück und den dunklen Seiten der Empfindsamkeit. Die Suche führt zurück in die Kindheit, zu einem Mädchen aus kühl geführtem Haus, das erst lernen muss, zu fühlen, um Schönheit – einen tröstlichen Moment lang – in all ihrer endlichen Fülle wahrnehmen zu können.
Nach dem Spiegel-Bestseller Das Leben ist ein vorübergehender Zustand ein neuer bewegender Bericht aus dem Innern. Ein Buch, das den Blick weitet für die Welt um uns und ihre Vergänglichkeit, das Mut macht zum Aushalten von Ambivalenz.
Gabriele von Arnims Buch über den "Trost der Schönheit" hat mich in einer Zeit begleitet, in der ich Trost definitiv brauchen kann. Ich fühle das prinzipiell sehr: wie Schönheit tröstlich ist, trotz oder gerade wegen ihrer Vergänglichkeit (Schönheit ohne Vergänglichkeit ist höchstens Ästhetik), und ich beschäftige mich - wie GvA mit der existenziellen Frage, wie wir Schönes genießen können, wo doch gleichzeitig so viel Schreckliches, Unschönes, Grausames passiert und es nichts als unfassbares Privileg ist, in dieser Welt ein Auge für Schönheit zu haben, bzw die Ressourcen, sie zu genießen.
Und Privileg ist auch das entscheidende Stichwort für meine Rezension: GvA leugnet gar nicht, maximal privilegiert zu sein, das halte ich ihr zugute. Aber für mich hat das Buch dann am Ende nicht wirklich einen Mehrwert gebracht. Es sind die Aufzeichnungen einer weißen, finanziell mindestens sehr gut situierten Frau, die das Privileg und die Ressourcen hat, sich mit der Schönheit von Blumenarrangements, Seidenblusen oder Fassaden zu befassen. Ich finde das gar nicht verwerflich oder so. Aber halt auch nicht so richtig interessant.
Die Fragen, die mich beschäftigen (wer bestimmt, was als schön gilt? Wie ist diese vermeintliche Allgemeingültigkeit von Ästhetik entstanden und auf wessen Kosten?) umgeht die Autorin oder behandelt sie in Nebensätzen. "Schönheit liegt im Auge des Betrachters", ja okay, aber wieso ist dann die Bettwäsche in deinem italienischen AirBnB objektiv hässlich? Einige Gedanken und Beobachtungen von GvA wirken noch nach in mir und ich glaube auch, dass das Buch für eine andere Zielgruppe ganz bestimmt ein großer Genuss ist, aber alles in allem hätte ich lieber eine Diskussion dazu gehört oder gelesen, also eine zweite Perspektive, die die von GvA ergänzt, erwidert und herausfordert.
Wenn dir ein Buch genau zur richtigen Zeit in die Hände fällt.
So war es bei mir mit »Der Trost der Schönheit«. Ein sprachgewaltiges Buch, voller Lebensweisheiten und wohltuenden Worten. Gabriele von Arnim erkundet die Schönheit in all ihren Facetten. Sie erinnert uns daran, dass wir Schönheit im Alltäglichen begegnen, Glück und Trost im Moment finden können. Dabei beschäftigt sich von Arnim auch mit der Ambivalenz ihrer eigenen Gefühle. Darf man sich in Zeiten voller Leid, Krieg, Terror und Angst mit Schönheit beschäftigen? Von Arnim sagt ganz klar Ja. Denn Schönheit kann Trost spenden, sie kann ein Hoffnungsschimmer in dunklen Momenten sein.
Dieses Buch hat mich sprachlich zutiefst berührt und beeindruckt. Poetisch und doch voller Leichtigkeit. Von Arnims kluge Gedanken fließen, sie mäandern, bewusst ohne Stringenz und nie belehrend. Die persönlichen Anekdoten aus ihrem Leben gingen direkt ins Herz und machten dieses Buch zu einem wunderschönen, fast schon magischen Leseerlebnis.
Das Buch ist kein Snack, nichts Schnelles für Zwischendurch. Es will bewusst gelesen werden. Ich wollte jeden Satz aufsaugen und wirken lassen. Innehalten, Reflektieren und Sinnieren.
Dieses Buch schenkt Zuversicht, Hoffnung – und ja, Trost. In Zeiten voller Weltschmerz ist dieses Buch Balsam für die Seele. ❤️🩹
Dieses Buch war ein Zufallsfund, wie ich ihn mir oft wünsche aber selten erlebe. Ein Buch das im genau richtigen Moment auftaucht und mich erfüllt. Mit wunderschöner Sprache und anmutigen Gedanken hat mich die Autorin von der ersten Seite an verzaubert und durch den August begleitet. Dieses Buch ist ein Buch, das ich nur mit Bleistift und Notizen lesen kann und zu dem ich immer wieder zurückkehren möchte, das voller interessanter Gedanken und so viel mehr schöner Bilder und Reflektionen ist. Der Trost der Schönheit ist ein Buch, das Schönheit einfängt, widerspiegelt und die vielen Facetten von Schönheit offenlegt und reflektiert. Die Gedanken der Autorin resonieren tief in mir und das war überraschend aber überaus wohltuend und seltsam tröstlich. Ich würde dieses Buch jederzeit wiederlesen und bin einfach sehr froh es zu diesem Zeitpunkt gefunden zu haben.
Das Buch bietet einige interessante Aspekte, ist aber insgesamt nicht stringent geschrieben. Es ist eher ein "mäandernder Fluss" ihrer Gedanken, wobei es eigentlich meines Empfinden nach auch nicht wirklich fließt, sondern teils eher stockend teiks sprunghaft vorankommt. Darauf geht Gabriele von Arnim auch ein und rechtfertigt sich regelrecht. Jedoch führte dies und die häufige Redundanz dazu, dass ich mehrfach gewillt war, die Lektüre abzubrechen. Es fühlt sich insgesamt an wie ein nicht vollständig überarbeiteter Essay, der gespickt ist mit persönlichen Memoiren.
Besonders gefallen haben mir aber die gut ausgewählten Zitate, die den Text bereichern und zum Nachdenken anregen. Gabriele von Arnims Sprache ist zudem gewaltig und kraftvoll, wenn sie auch zuweilen zu gewollt und melodramatisch anmutet. Der Schreibstil erinnert an Elke Heidenreich (allerdings weniger zynisch, was ich persönlich sehr geschätzt habe). Gegen Ende wird sogar eben jene zitiert.
Mir haben die gedanklichen Übergänge zu Kunst, Literatur und Musik, die selbstverständlich beim Thema "Schönheit" nicht fehlen dürfen, sehr gefallen. Zufällig haben diese Passagen häufig genau meinen Geschmack getroffen, was mich persönlich erfreut hat.
Insgesamt ist es ein Werk, das zum Nachdenken anregt und neue Impulse setzt, aber definitiv auch seine handwerklichen Schwächen hat. Insofern nur eine begrenzte Leseempfehlung.
Auch das zweite Buch von Gabriele von Arnim hat mir wunderbar gefallen. Ich liebe ihre Art zu schreiben und bin immer gefangen von ihren Beschreibungen, ihren klugen Worten und ich mag ihre Sicht auf die Welt. Lebenshungrig, lebenslustig und lebensklug! Ich hoffe, sie lebt und schreibt noch sehr lange!
"Der Trost der Schönheit" ist ein sehr kraftvolles Buch. Die Autorin betrachtet die Vielfalt der Schönheit und erinnert uns daran, dass wir sie in den unterschiedlichsten Formen des Alltags entdecken können. Dabei betont sie, dass Glück und Trost oft in gegenwärtigen Momenten zu finden sind und Schönheit ohne ihre Vergänglichkeit nicht dasselbe wäre.
Gut gefallen hat mir insbesondere, dass sie auch auf die Ambivalenz ihrer eigenen Emotionen und Gefühle eingegangen ist. Die Frage, ob man sich in Zeiten von Schmerz und Leid, Krieg und Hunger mit der Schönheit beschäftigen darf, antwortet sie nicht allgemeingültig. Sie legt allerdings überzeugend dar, warum es gerade in diesen Zeiten so wichtig sein kann, sich damit zu beschäftigen. Schönheit spendet Trost und lässt dunkle Zeiten besser ertragen.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, finde aber, dass es sich besser als Lesebuch eignet. Ich hätte gerne hin und wieder Aspekte unterstrichen oder wäre zwischendrin gerne nochmal an vorangegangener Stelle zurückgekehrt, um mir die bereits gelesenen Punkte nochmal zu vergegenwärtigen.
Erreicht mich komischerweise nicht wirklich Die Überschrift sagt es schon: Es verblüfft mich etwas, es ärgert mich fast ein bisschen: Aber irgendwie geht dieses Buch nicht wirklich an mich. Das liegt nicht an der schillernden Form, die zwischen Essay, kleinen Erzählstücken, Autobiographie (oder doch Autofiktion?) und eingestreuten Zitaten hin und her wechselt - so etwas mag ich eigentlich sehr. Hier aber kommt mir das Essayistische oft abstrakt oder auch banal vor, es gleitet an mir vorbei, ohne mich wirklich anzusprechen, etwas substanzlos. Und das Fühl-Verbot, das die Autorin aus ihrer Kindheit kennt, scheine ich in diesen ichlosen Beschreibungen und Behauptungen wieder zu treffen. Die Erzählungen aus dem Leben sind mir manchmal zu süßlich, betulich … manches gefällt mir gut, eher als die abstrakten Erwägungen. Insgesamt fehlt mir ein etwas deutlicherer Ton, etwas mehr Wagnis vielleicht. Zögernd fast gebe ich (knappe) 4 Punkte, weil ich ein bisschen befürchte, ich könnte ungerecht sein.
Ich habe es sehr gerne gelesen, aber nach einem richtig guten Beginn lässt das Buch sehr nach. Es wird etwas zu viel „geschwafelt“, trotzdem hat es mir insgesamt gut gefallen. Note: 2-
Einer der roten Fäden des Buches ist der Umgang der Autorin mit dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. Das ist verständlich, wo es im Buch ja zum großen Teil um Schönheit geht, die den Schrecken der Welt etwas entgegensetzen kann. Trotzdem finde ich es unerträglich, wie die Bezüge zum Krieg hier sind. Ich spüre so gut wie keine Empathie mit den betroffenen Menschen, stattdessen ist die Autorin unglaublich selbstbezogen, bespricht in ihrer großen, sicheren Wohnung in Deutschland mit ihren Freundinnen, wohin sie flüchten würden, wenn der Krieg bis Deutschland käme, anstatt sich mit den schon jetzt betroffenen zu solidarisieren. Sie ist zwei Wochen nach Kriegsbeginn in der Oper, aber auf ganz intellektuelle und humane Weise, weil sie währenddessen an die Bomben in Kiew denkt. So etwas brauche ich einfach nicht. Zum Thema Schönheit per se waren einige Gedanken und Sätze, die mich zum nachdenken angeregt haben und mich hoffentlich inspirieren, im Alltag etwas öfter innezuhalten und nicht an allem sehenswerten vorbei zu stürmen, aber mein Frust hat eher überwogen.
Ich hätte mir bei diesem Titel philosophische Referenzen erwartet. Aber dieser Text bewegt sich irgendwo zwischen einer Predigt in der Kirche und einem (eh ganz passablen) Essay in der Brigitte.
Hörbuch. Es hat richtig gut gestartet und ich freute mich über die schönen und oftmals philosophischen Worte. Irgendwann zog es sich aber und es wurden sehr viele Zitate eingestreut. Aus meiner Sicht hätte man es locker auf den halben Umfang reduzieren können.
Oftmals etwas nervig mit Wiederholungen und Zitaten, die reif wären um in einer Vorzeigefamilie des Mittelstandes als Wand-Tattoo das Haus zu schmücken, weil sich ja alle so furchtbar gern haben und ein Händchen für Ästhetik und Sprache besitzen. Die Autorin versucht uns mit gekünstelten Adjektiven um den Finger zu wickeln und hat zudem eine verzerrte Sicht auf die Natur, wie es in folgendem Abschnitt augenmerklich wird: "Manchmal fühle ich mich überfordert vom Pathos der Schönheit, sehne mich nach Eintönigkeit, nach öder Heidelandschaft, nach plattem, kargem Land ohne poetische Hügel oder gewaltige Berge, nach einem verhangenen Himmel, einem nassen, grauen Acker." Für Gabriele von Arnim existiert also eine schöne (poetische)- und eine unschöne (langweilige) Natur. Ich glaube, was mir an diesem Buch aber am meisten missfällt, ist, dass ich als Leser wenig zwischen den Zeilen lesen muss, um mir ein eigenes Bild der Schönheit zu schaffen. Alles wird einem in den Futternapf geworfen und dabei ist die vorgefundene Nahrung zur Hälfte nicht einmal der eigene Verdienst der Schriftstellerin, sondern der Menschen, die sie andauernd zitiert.
in der trost der schönheit geht gabriele von armin unter anderem der frage nach, wie verwerflich es ist, trost in der schönheit zu suchen, in einer welt die von krieg, klimakrise, etc geplagt ist (spoiler: es ist sogar genau dann wichtig!) sie erinnert uns daran, dass schönheit immer und überall im alltag zu finden ist, dass man bloß nicht aufhören darf, danach zu suchen. dabei lässt sie ihre leser*innen an zahlreichen anekdoten aus ihrem eigenen leben teilhaben, teilt ihre gedanken und ihre gefühlswelt mit ihnen. das buch an sich ist eigentlich schon genau das, was der titel verspricht, tröstend und schön. ich persönlich habe so einiges aus dem buch mitnehmen können und kann es wärmstens weiterempfehlen für alle die auch ein wenig trost in dunkleren zeiten vertragen können <3
Hmm. Beim Lesen habe ich mich immer wieder nach mehr Tiefe gesehnt und einen klaren roten Faden gibt es für mich auch nicht wirklich. Stattdessen besteht das Buch eher aus Anekdoten und Erinnerungen aus der Kindheit, aus den Ehen, aus Rückblicken, alles eingebettet in den Kontext von Schönheit. Vieles wiederholt sich dabei.
Immer wieder tauchen Zitate von verschiedenen Künstlern und Philosoph:innen auf und das erinnert stellenweise ein bisschen an einen Sprüchekalender.
Besonders gegen Ende hin hat mir das Buch aber deutlich besser gefallen. Da hatte ich das Gefühl, dass sich alles noch einmal mehr bündelt und klarer wird, was sie eigentlich sagen möchte. Die Kernaussage, dass Schönheit immer auch vergänglich ist, dass sie Verletzlichkeit ausstrahlt und dass wir vielleicht deshalb so generalisiert und kontrolliert leben, weil wir uns nicht trauen, der Vergänglichkeit wirklich ins Auge zu schauen, teile ich sehr.
Mutig fand ich auch, wie offen sie über ihre Ehe spricht und darüber, wie es ist, als Frau in den Fünfzigern zu leben. Die Autorin ist selbst schon älter und genau das war auch ein Grund, warum ich mich für das Buch entschieden habe.
Gleichzeitig schreibt sie klar aus einer sehr privilegierten Perspektive. Auch wenn sie nicht aus einem klassischen Akademiker:innenhaushalt stammt, kommt sie aus einem sehr behüteten Umfeld. Auch ihr heutiges Leben als ältere Frau, die gerne in die Philharmonie geht oder teures Porzellan zu Hause hat, prägt ihren Schönheitsbegriff stark. Dadurch wirkt dieser für mich recht klar definiert und auch eingegrenzt.
Was mir gefehlt hat, ist mehr Diversität im Verständnis von Schönheit. Schönheit ist hier oft etwas Ästhetisches, etwas Glänzendes, etwas, das sich im Einrichten eines Hauses oder in Gegenständen zeigt. Begegnungen mit Menschen oder soziale und alltägliche Formen von Schönheit kommen mir zu kurz und genau das hat mir am Ende dann doch gefehlt.
Schöne Worte für die Schönheit. Eins dieser Bücher, die ich genau zur richtigen Zeit gelesen habe, um einen großen Effekt auf mich zu haben. Die ersten 150 Seiten sind für mich 5 Sterne, der Rest solide 4. Grundsätzlich hat mir hier vor allem die Atmosphäre gefallen, die durch die Wortwahl vermittelt wurde und die auch zwischen den Zeilen mitschwingt. Ich habe mich dadurch sehr verbunden mit der Autorin gefühlt und ihren Gedanken sowie Gefühlen. Die Zitate zur Schönheit, die zwischenzeitlich eingefügt und besprochen wurde, fand ich toll. Das hat immer einen neuen Blickwinkel zum Begriff Schönheit eröffnet und neue Anstöße geliefert. Zum Ende hin kam es mir so vor, als wären wir ein bisschen aus dem Takt geraten und es wurde nicht recht die perfekte Endnote gefunden, um das Buch abzuschließen. Auch süß fand ich, dass die Autorin das Wort 'mäandern' relativ oft verwendet hat und das mich zum Lächeln gebraucht hat. Vielleicht ist es eins dieser Wörter für von Arnim, die sie einfach selbst gern hat und die genau passen, um gerade das auszudrücken, was sie möchte. Ich, wie jeder, hab auch so meine Worte und fand das sympathisch.
tw/cw: erwähnter Tod des Partners (2. Mann), Krankheit im Kindesalter, Manipulation und Machtverhältnisse in der Ehe (1. Mann), Erziehungsprobleme (Distanz zu Eltern, falsche Wertvermittlung, Unzufriedenheit etc.)
»Schönheit als philosophische Herausforderung — das mag ja angehen, aber als Alltagsglück? Manche empfinden Schönheit als überflüssige Dekoration des Lebens, die man ebenso gut abschaffen könnte. Ich glaube, sie irren.« (S.164)
In ihrem Sachbuch »Der Trost der Schönheit« philosophiert, schreibt, denkt nach und sinniert die Autorin Gabriele von Arnim über Schönheit und den Trost, den diese uns spenden kann, wenn wir offen für die Schönheiten des Lebens und der Welt sind. Bereits in ihrem Buch »Das Leben ist ein vorübergehender Zustand« schrieb die Autorin, dass Schönheit Schmerzen/Trauer/schwere Zeiten erträglicher machen könne und in diesem neuen Buch widmet sie sich ganz diesem Thema Schönheit und u. a. »balsamische ZuHauseGefühl«. Sie fragt, was Schönheit ausmache, aussage über die Person, die sie erkennt. Ist es nicht immer auch sehr subjektiv, was wir als ‚schön‘ empfinden und bezeichnen? Sie schreibt über Weltschmerz und warum wir Schönheit in diesen Zeiten brauchen. Zugleich beschreibt sie, was Schönheit von Makellosigkeit unterscheidet und wie sehr Schönheit mit Vergänglichkeit verbunden ist und, warum dies auch hoffnungsvoll, tröstend und schön sei. Sie schreibt mit einer Weisheit über Schönheit, Trauer, Trost, Schmerz, WeltErleben, wie sie vielleicht nur die Lebenserfahrung an Einzelne schenken kann.
»Trost heißt nicht, dass alles gut wird. Trost heißt am Schmerzfluss Ufer bauen, Liegeplätze, an denen man den Kahn anbinden, aussteigen und sich ausruhen kann.« (S.78)
Mit ihrem Sachbuch appelliert sie die Schönheit, die verschiedensten Formen und Facetten daher kommt, wahrzunehmen, sich zu öffnen und sich daran zu erfreuen. [»SehenKönnen« (S.188)] Sie erinnert uns daran, Schönheit zu sehen und zu genießen.
»Ich brauche nicht nur Schönheit als Trost, sondern die innere Sicherheit, Schönheit auch dort zu entdecken, wo ich sie nicht vermute. Es sind die kleinen Dinge. Und es sind die kleinen Momente.« (S.63)
Es ist ein wirklich wunderschönes, tiefsinniges, weises, philosophisches, reflektierendes und persönliches Sachbuch, das Gabriele von Arnim geschrieben hat und mich tief berührt hat.
Ganz ganz große Leseempfehlung für alle Menschen, weil ich überzeugt bin, dass wir alle von Zeit zu zeit Schönheit und Trost brauchen können ❤️
"Schönheit wird uns nicht erlösen, aber ein Blumenstrauß - und wir reden hier von sterbenden Blumen -, ein liebevoll gedeckter Tisch. Die Schönheit der Gastfreundschaft, die Innigkeit des Zuhörens, des Zusammenseins können uns für Momente lösen aus dem unerbittlichen Griff der Bedrängnis, können Hoffnung wecken, daß innere Gemütsgefüge stärken. Carpe momentum. Auch und gerade, wenn Krisen uns schütteln."
Wie Schönheit tröstet und an manchen Tagen essenziell ist, was es mit der Seele des Menschen macht, Schönes zu entdecken und wie er lernt, Schönheit zu erkennen, beschreibt Gabriele von Arnim in ihrem Buch. Ich bin sehr erinnert an den dritten Teil von Johannes Hartls "Eden Culture", jedoch nicht ganz so ergriffen. Das Lesen war trotzdem schön.
"Dieses Glücksgefühl, wenn Blick, Licht und Buch stimmen, das ich gerade lese. Blick, Licht und Buch - ein machtvoller Dreiklang für mein Wohlgefühl."
Mit Der Trost der Schönheit gibt uns Gabriele von Arnim einen sehr persönlichen Einblick in ihr Seelenleben und ihre Gedankenwelt nach dem Verlust ihres Mannes. Ich konnte ihre Suche nach dem Schönen als Trost sehr gut nachempfinden, weshalb es mich umso mehr berühren konnte.
Zeitweise war ich von den Gedankensprüngen etwas aus dem Lesefluss gebracht worden, aber es zeigt einfach umso mehr die Vielfältigkeit ihrer Gedankenwelt.
Persönlich bin ich der Meinung, dass einem als Beispiel dienen kann, den Moment zu genießen und vieles mit mehr Gelassenheit zu begegnen.
Ich war ja schon nach Buch 1 Fan von Gabriele von Arnim. Dieses Buch war wirklich der perfekte Jahresabschluss. Ein sanftes, ehrliches Buch voller Schönheit & voller Trost. Diese beiden Worte beschreiben es wirklich perfekt 😊 Wenn man Gabriele von Arnim zuhört (empfehle Hörbuch gelesen von ihr) freut man sich darauf, einmal eine alte Frau zu sein.
große empfehlung, wenn man ein tröstenden Umgang mit all den nachrichten und schweren büchern sucht. die autorin schreibt vom aushalten der widersprüchlichkeit. Dass es okay ist, den urlaub, Partys und/oder die sonne zu genießen, auch wenn andere oder/und man selber eine schlechte zeit hat. Dass, das genau die Momente sind, die einem Kraft ,für das Aushalten der schlechten Gefühle/Situation, geben.
Mittlerweile habe ich das Buch sogar in der Uni vorgestellt und über die Inhalte gesprochen - ich kann es sehr empfehlen, wenn man sich mit dem Thema Schönheit auseinandersetzen möchte :)
Schade, während ich „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ toll fand, hat mich dieses Buch aufgrund der ständigen Wiederholungen und verklärten Sichtweise echt genervt.
Das Buch ist in einer wunderbaren, beinahe poetischen, Schreibe verfasst, die mir sehr zusagt. Geboten werden kluge, essayistische Gedankenstreifzüge durch verschiedene Facetten von Schönheit und deren Trost, die immer wieder in autobiografische Anekdoten eingebettet werden. Dabei ist es vorwiegend die Schönheit der kleinen, alltäglichen und eher unscheinbaren Dinge, die zur Sprache kommen: das Schwimmen in der Morgendämmerung während noch Mond und Sonne zusammen am Firmament zu sehen sind, das Blühen der Pflanzen im Frühling, ein gutes Konzert oder ein tolles Buch ... Die Autorin zeigt, warum es für Schönheit auch Vergänglichkeit braucht und wie beides miteinander zusammenhängt. Zugleich stellt sie sich die wiederkehrende Frage: Dürfen wir Schönheit empfinden, wenn um uns herum die Welt voller Leid ist?
Ich hatte das Glück, das Buch im Schatten von Linden zu lesen, während sich Tausende Bienen an den Blüten zu schaffen machten und das Summen mich in eine wohlige Stimmung brachte. Die Lektüre hat mich dazu eingeladen, die Schönheit dieses Moments im Bewusstsein um dessen Vergänglichkeit noch intensiver wahrzunehmen: Carpe momentum! Das Gelesene wird sicher noch einige Tage nachhallen. Für mich kam das Buch – wie bereits ihr erstes Werk – zur richtigen Zeit.
„Trost heißt nicht, dass alles gut wird. Trost heißt am Schmerzfluss Ufer bauen, Liegeplätze, an denen man den Kahn anbinden, aussteigen und sich ausruhen kann." (S.78)
„Wenn ich Schönheit sehe, höre, lese, spüre, dann glaube ich an Möglichkeiten, an Wege, Räume, Purzelbäume.“ (S. 8)
„Meine Kindheit ist wie ein Wespennest, von dem immer mal wieder fiese Viecher ausfliegen, mich suchen, finden und stechen.“ (S. 145)
„Und dann werde ich durch das nächste Gemälde - durch abgeerntete gelbe Felder - radeln, Schönheit sehen, empfinden, leben. (...) Werde mit einem Glas Rotwein im Sonnenuntergang sitzen, neben mir im Gras erschöpfte Schafe, die vermutlich wieder zu viele Äpfel verspiesen, und wir warten gemeinsam auf die Mondsichel, die ganz schmal sein und wie ein senkrechtes Lächeln am Himmel hängen wird. Ich werde zurücklächeln." (S. 209 f.)