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Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft

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Von einer »Spaltung der Gesellschaft« ist immer häufiger die Rede. Auch in der Alltagswahrnehmung vieler Menschen stehen sich zunehmend unversöhnliche Lager gegenüber. So plausibel sie klingen mögen, werfen entsprechende Diagnosen doch Fragen auf: Wie weit liegen die Meinungen in der Bevölkerung wirklich auseinander? Und ist die Gesellschaft heute wirklich zerstrittener als zur Zeit der Studentenproteste oder in den frühen Neunzigern?

Nicht zuletzt weil man eine Spaltung auch herbeireden kann, tut mehr Klarheit not. Steffen Mau, Thomas Lux und Linus Westheuser kartieren aufwendig die Einstellungen in vier Arenen der Ungleichheit: Armut und Reichtum; Migration; Diversität und Gender; Klimaschutz. Bei vielen großen Fragen, so der überraschende Befund, herrscht einigermaßen Konsens. Werden jedoch bestimmte Triggerpunkte berührt, verschärft sich schlagartig die Debatte: Gleichstellung ja, aber bitte keine »Gendersprache«! Umweltschutz ja, aber wer trägt die Kosten? Eine 360-Grad-Vermessung der Konflikte um alte und neue Ungleichheiten, die eine unverzichtbare Diskussionsgrundlage bietet und viele Mythen entzaubert.

540 pages, Paperback

First published October 9, 2023

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1999 people want to read

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Steffen Mau

50 books49 followers
Steffen Mau is a German sociologist and Professor at the institute of social sciences at Humboldt University Berlin.

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Displaying 1 - 30 of 34 reviews
Profile Image for Florian Lorenzen.
154 reviews164 followers
November 16, 2023
Es gibt keine gesellschaftliche Spaltung 😘

Laut Medienberichten & Beiträgen im Feuilleton scheint die gesellschaftliche Spaltung mittlerweile auch in Deutschland weit fortgeschritten zu sein. Hierzu haben die Berliner Soziologen Steffen Mau, Thomas Lux und Linus Westheuser mit „Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft“ nun eine prononcierte Gegenrede formuliert.

In ihrer 420-Seiten-Starken Sozialstudie, welche auf eigens erhobenen, repräsentativen Befragungen sowie qualitativen Gruppendiskussionen basiert, arbeiten die Autoren plausibel heraus, dass es in zentralen politischen und gesellschaftlichen Fragen vielmehr Konsens als Dissens gibt, selbst in vermeintlich umstrittenen Themenfeldern wie Wohlverstandsverteilung oder Minderheitenrechte. Die breite Masse eint also eine gewisse Grundhaltung, welche am Beispiel Migration wie folgt aussieht: Konsens ist, dass Einwanderung wirtschaftlich nützlich sein kann & die Aufnahme von Flüchtlingen ethisch geboten ist. Allerdings muss Einwanderung gezielt gesteuert werden und Integration über das Erlernen der Sprache und am Arbeitsplatz erfolgen. Der Dissens liegt wiederum darin, dass die Steuerbarkeit, die Frage der illegalen Migration sowie die Verantwortung für Integration unterschiedlich bewertet wird - also in eher nachgeordneten Fragen. Der o.g. Konsens wird zwar von bestimmten Gruppen nicht geteilt (bspw. von Vertretern einer "Open Border" Policy und denjenigen, die keinerlei Migration akzeptabel finden), die zahlenmäßig aber zu vernachlässigen sind. Eine gesellschaftliche Spaltung im Sinne zweier sich unversöhnlicher gegenüberstehender, gleichgroßer Gruppen, die inhaltlich in komplett unterschiedliche Richtungen wollen, lässt sich bezogen auf Deutschland also nicht konstatieren.

Anhand von vier unterschiedlichen Konfliktarenen, die bestimmte Themenfelder wie Wirtschaft/ Soziales oder Umweltpolitik/Nachhaltigkeit bündeln, gelingt es den Autoren ziemlich effektiv, das Denken des Ottonormalbürgers herauszuschälen, welches mit den politischen Vorstellungen von Rechtsaußen oder aus dem woken Spektrum wenig zu tun hat. Es ist genau jenes Denken der "normalen Leute", das ich bspw. auch in meinem Familienumfeld erlebe, welches aber medial oft zu kurz kommt. Hieran hätte sich nach meinem Gusto eine ausführlichere Medienkritik anschließen können, denn dass gerade diese randständigen Positionen im medialen Fokus stehen und dadurch den Eindruck einer gespaltenen Gesellschaft erzeugen, ist ja nun Teil des Problems.

Auch erschien mir die eine oder andere Einordnung der Autoren etwas zu parteiisch, insb. im Hinblick auf die Triggerpunkte. Meiner Auffassung nach müssen gesellschaftlich Spaltungsversuche von zwei Seiten aus betrachtet werden. Kulturkampf wird nicht von nur Rechtsaußen betrieben sondern auch von Teilen der (woken) Linken, die ihren Ressentiments gerne einen "gesellschaftskritischen" Anstrich geben. Doch bestimmte Einlassungen bspw. zu Autofahrern, zu Männern im Allgemeinen oder zu Israel tragen hier genauso zur Spaltung bei.

Für mich ist „Triggerpunkte“ dennoch ein Jahreshighlight, das Licht ins Dunkeln bringt – auch wenn es sich hierbei leider nur um eine Momentaufnahme handelt

Review bei Instagram: https://www.instagram.com/p/CzsvVPVgQBE/
Profile Image for Frau Becker.
225 reviews48 followers
November 16, 2024
Ein bisschen Optimismus im Blick auf die deutsche Gesellschaft: Entgegen dem Eindruck, den digitale und analoge Medien vermitteln, ist unsere Gesellschaft nicht grundsätzlich gespalten. Vielmehr sind es einzelne "Triggerpunkte", die starke affektive Reaktionen auslösen, die sich dann in emotionalisierten Debatten äußern. Diese werden von "Polarisierungsunternehnen" (Medien, Parteien, Interessengruppen) zu grundsätzlichen Spaltungsmomenten hochgehazzt, um aus den Emotionel politisches oder wirtschaftliches Kapital schlagen zu können.
Die Autoren liefern in ihrer Studie eine gründliche, mit qualitativen und quantitativen Daten unterfütterte Arbeit ab, die einen äußerst differenzierten Blick auf die aktuelle Debattenkultur wirft. Insbesondere bei den gründlichen Darstellungen der Untersuchungssettings liest sich das manchmal etwas mühsam, aber das ist eben Wissenschaft, die den "gefühlten Wahrheiten", die in so manchen populären Sachbüchern verbraten werden, wirkliche Substanz entgegensetzt.
Profile Image for Frank.
597 reviews125 followers
February 19, 2024
Zu faktenreich, als dass der Inhalt hier referiert werden könnte. Wesentliche Aussagen scheinen mir zu sein, dass die "gesellschaftliche Mitte" in der Bundesrepublik entgegen dem Augenschein seit den 70er Jahren näher zusammengerückt und weniger ideologisch als vermutet ist. Außer mit Blick auf AfD und Linkspartei gibt es eine große Bereitschaft jeweils andere Parteien aus der prinzipiellen Wählbarkeit wenigstens nicht auszuschließen.

Dabei ergibt sich eine gesellschaftliche Polarisierung anhand solcher "Triggerpunkte" wie "Klimagerechtigkeit", "Migration", "Gender" oder "Umverteilung" zwischen im Wesentlichen den Grünen auf der einen und der AfD auf der anderen Seite. Insofern Parteien, die um die "Mitte" als Wählerklientel buhlen, sich tendenziell in ihren programmatischen Aussagen annähern, gelingt es unter den Bedingungen der Aufmerksamkeitsökonomie nur noch den radikalen Rändern, Themen zu setzen, denen dann die anderen hinterherlaufen, statt selbst die Agenda zu bestimmen. Insofern dieses Spiel von "Polarisierungsunternehmern" (was mir ein treffender Begriff zu sein scheint) immer erfolgreicher gespielt wird, könnte das Daraufeingehen besonders in den Social Media im Resultat zu der Gesellschaft führen, die man jetzt schon zu beobachten meint: Einer eben entlang vielfältiger Bruchlinien gespaltenen Gesellschaft.

Interessant, dass die Autoren dabei kaum signifikante Klassenlagen ausgemacht haben, sondern stattdessen auf vielfältige Spaltungen innerhalb bestimmter Berufs- und Statusklassen hinweisen können. Da erstaunt auf den ersten Blick, dass sie den mit der Ökologie- Frage verbundenen Verteilungsfragen die Potenz, einen Klassenkonflikt heraufzubeschwören, zuerkennen. Auf den zweiten Blick wird das verständlich, da sie sicher zu Recht konstatieren, dass eine Entschädigung für alle Transformationsbelastungen den Staat (jedenfalls in seiner jetzigen Verfasstheit) an die Grenzen seiner finanziellen Leistungsfähigkeit führen könnte. Damit würde die überproportionale Belastung einkommensschwacher Klassen, die nicht einmal führend an der Umweltzerstörung beteiligt sind und das auch wissen, zu einer Zuspitzung der eben an Verteilungsfragen sich orientierenden Unzufriedenheit führen. Ob daran der Vorschlag, den Eimissionshandel auf die Staatsbürger auszudehnen, die dann überschüssige Zertifikate an die Reichen und ihrer Bedürftigen verkaufen könnten, daran etwas ändern kann, muss hier erst einmal offen bleiben. Immerhin scheint es lohnend, darüber nachzudenken, wenn man denn sonst nicht an die großen Vermögen, Erbschaften usw. heran gehen will. Hier sollte weitergedacht werden.

Im Ganzen also eine lohnende Lektüre, die nur zwei Mängel aufweist: Zum einen ist sie zu Anfang mit methodologischen Überlegungen überfrachtet und von daher für den Laien ungenießbar. Zum anderen gelingt es den Autoren nicht, ihre Argumentation zu straffen. Die vielen Wiederholungen, die lediglich jeweils um Einzelaspekte ergänzt werden, ermüden und stören das Leseerlebnis doch erheblich. Vielleicht hätte man ähnlich dem Verfahren bei der Promotion ein Exemplar für den wissenschaftlichen Gebrauch und eine überarbeitete Fassung für die Publikation vorlegen sollen. Aber vielleicht ist auch das Politik, da eine zu große Verständlichkeit mehr Gegenwind einschlägig interessierter Kreise zur Folge gehabt hätte. So lässt man es halt durchgehen, weil Massenpublikum eigentlich nicht zu befürchten war (woher dennoch die vorderen Platzierungen auf den Bestsellerlisten kommen, ist mir ein Rätsel). Es scheint, als hätte die ganze an gesellschaftlichen Verwerfungen interessierte Akademikerklasse auf dieses Buch gewartet. Naja, gibt Schlimmeres...

Fazit: Fachlich lohnend und politikwissenschaftlich überaus aufschlussreich ist das Buch leider kein Leseerlebnis. Wer darüber hinwegsehen kann, dem sei die Lektüre dennoch empfohlen.
Profile Image for Michael Berra.
Author 4 books14 followers
April 8, 2024
Die Autoren stellen - empirisch erhärtet - die allgemeine These in Frage, dass unsere Gesellschaft immer polarisierter wird. Sie sagen: die Fakten bestätigen das nicht. Unsere Gesellschaft sei nicht kamelförmig (zwei Höcker mit einem Tiefen Graben dazwischen), sondern sieht aus wie ein Dromedar (ein Höcker, sprich grosse Mitte, „Normalverteilung“). Das ist interessant und würde Deutschland (Fokus der Studien, aber wohl auch andere europäische Länder) aus dem gleichen Topf wie die USA „herausfischen“ (obwohl ich nicht weiss, ob ihre polarisierter Einschätzung der USA ebenfalls empirisch erhärtet ist).

Also alles gut? Nicht ganz. Sie nennen 4 Arenen der Konflikte „oben-unten“ (Klassen, Macht…), „innen-aussen“ (Migration etc), „wir-sie“ (Abweichungen vom Status Quo & Normalen) und „heute-morgen“ (Umweltthemen). Dort sei es wie eben beschrieben… Dabei gäbe es aber bestimmte Triggerpunkte in jeder Arena, die besonders heiss gegessen werden, wenn sie den Menschen zu nahe kommen und sie zu stark betreffen (zB Gendergerechte Sprache, konkrete einschneidende Umweltmassnahmen, etc) und dabei das Gefühl der Polarisierung befeuern können. Hier gibt es auch besonders laute Protagonisten, die durchaus die Diskussionen bestimmen können. Mir schien, dass gerade dort die Gefahr lauern könnte, dass aus den lauten extremen Rändern in Bezug auf solche Triggerthemen immer mehr Einfluss gewonnen werden könnte und so eine Verschiebung der aktuellen „Normalverteilung“ geschehen könnte. Darauf gehen die Autoren nur am Rande ein, aber für mich war das während der Lektüre eine ständig latente Frage. Was hindert es, dass wir, zeitversetzt in ein paar Jahren, an einem ähnlichen Punkt stehen, wie es aktuell in den USA zu sein scheint?

Obwohl ich etliche Details eher quergelesen habe, fand ich dieses Buch sehr spannend, vor allem, weil es dem gängigen Gefühl widerspricht. Ich für meinen Teil will in Zukunft differenzierter darin sein, mich der Polarisierungsthese zu bedienen. Darüber hinaus fand ich es auch spannend im Hinblick auf polarisierend scheinende Themen in der Evangelikalen Welt - obwohl dies nicht Teil des Buches ist.
16 reviews2 followers
Read
December 2, 2023
Lesenswerte, sehr groß angelegte Studie über die angebliche Spaltung unserer Gesellschaft, die sich nicht belegen lässt. Stattdessen wird das Konzept der Triggerpunkte als Heuristik zur Verfügung gestellt, welches als Handwerkszeug für den öffentlichen Diskurs genutzt werden kann und sollte.
Profile Image for Pascal.
309 reviews53 followers
July 31, 2024
Ich habe bei Goodreads eine Liste „everyone should read these“ und eigentlich gehörte Triggerpunkte in diese Liste wie kaum ein anderes Buch. Etwas ärgerlich aber, dass ein solch erhellendes und erbauendes Buch über die deutsche Gesellschaft so ausufernd und akademisch daherkommt.

Versteht mich nicht falsch. Es ist exakt diese Tiefe und Präzision, die Triggerpunkte so faszinierend und zuversichernd macht. Es liefert empirische Beweise dafür, dass es mit der Spaltung der Gesellschaft nicht annähernd so schlimm steht, wie wir es allgemein vermuten würden.

Obwohl die AfD immer mehr Prozente gewinnt, ist Deutschland zum Beispiel nicht annähernd so homophob, wie diese braunen Wahlergebnisse es implizieren. Und ist es nicht auch überraschend, dass neben der jüngsten Wählergruppe insbesondere die älteste Wählergruppe am vehementesten für Klimaschutz propagieren würde?

Triggerpunkte steckt voll solcher und ähnlicher verblüffender Erkenntnisse. Zudem erklärt das Buch die tiefgreifenden Missverständnisse über Einwanderung und ökonomische Ungleichheit in der deutschen Bevölkerung. Es hilft uns, zu verstehen, dass Wut nicht immer aus Hass rühren muss und reicht uns wichtige Werkzeuge, um diese Missverständnisse auszuhebeln.

Im Idealfall gäbe es exakt dafür eine kurze, leicht verdauliche Triggerpunkte-Edition für Jedermann und obendrein diesen Suhrkamp-Backstein für Nerds, der – zugegeben für das, was er ist – immer noch sehr einfach verdaulich ist.
1 review
October 7, 2025
ebenso aufschlussreich wie nett geschrieben, aber hätte man auch in 150 seiten weniger rüberbringen können :^)
Profile Image for Heinzel Mann.
3 reviews1 follower
December 4, 2023
Durch die Studie "Triggerpunkte" von Steffen Mau, Thomas Lux und Linus Westerheuser lässt sich nachvollziehen, warum sich die These der gespaltenen Gesellschaft derzeit als falsch herausstellt. Über das dargelegte Konzept der Triggerpunkte und den Polarisierungsunternehmern, die mit den Triggerpunkten politische und gesellschaftliche Debatten vom Rand auf aufheizen, um die Mitte der Bevölkerung in Position zu zwingen, lässt sich die Verrohung der deutschen Gesellschaft von einem sachlichen Blickwinkel aus betrachten.

Wer herausfinden will, worin sich unsere Gesellschaft in Themen wie sozialer Ungleichheit, Migration, Klimapolitik und Anerkennung bzw. Zugehörigkeit (gegen den Erwartungen) im Grunde einig ist und sich häufig sogar im Konsens wiederfindet und was das mit Dromedaren und Kamelen zu tun hat, ist mit dem Buch "Triggerpunkte" sehr gut bedient.

Ein sprachlich sehr differenziertes Buch, das sich trotz oder gerade wegen der Bildungssprache gut lesen lässt.
Profile Image for Hippo.
13 reviews3 followers
October 27, 2024
Leben wir in einer gespaltenen Gesellschaft? Das untersuchen die Autoren anhand der Bereiche ökonomische Ungleichheit, Identitätspolitik, Migration, Klimawandel mit eigenen Forschungsdaten.

Ein umfangreiches Buch, das nicht ganz ohne soziologischen Jargon und akademischen Duktus auskommt und vielleicht abschreckender ist als es sein müsste. Gleichzeitig aber ein enorm wichtiger Beitrag, der in unruhigen (oder so empfundenen) Zeiten viele gefühlte Wahrheiten ins rechte Licht rückt. Erfrischend, auch mal ein deutschsprachiges populärsoziologisches Werk zu lesen, das nicht im Armsessel geschrieben wurde und mit Empirie aufwartet. Die Verknüpfung statistischer Auswertungen mit Ausschnitten aus Gruppendiskussionen liefert einen erhellenden Überblick über größere Zusammenhänge, aber auch tiefe Einblicke in die Gefühlswelt der Deutschen und ist nah am Puls der Zeit. Ein Paradebeispiel dafür, was die Soziologie für Politik und Gesellschaft leisten kann, wenn sie denn will.

Einige zentrale Punkte im Überblick:
▶ Allgemein: Konflikte ja, Polarisierung kaum, Radikalisierter rechter Rand ja.
▶ Überraschend weitreichender Konsens selbst zu kontroversen Themen, auch wenn Haltungen natürlich zwischen gesellschaftlichen Gruppen variieren. Geteilte Problemwahrnehmung, aber Uneinigkeit über Umgang damit ("ja, aber..."). In den meisten Fragen stehen die meisten Deutschen mittig bis links.
▶ Neue Ungleichheitskonflikte (Identität, Migration, Klima) kommen auf und sorgen für neues Konfliktpotenzial. Konflikte treten nicht mehr nur entlang der alten Klassengrenzen auf, auch wenn diese noch einige Relevanz besitzen. Die neuen Konflikte werden durch die Politik noch nicht erfolgreich bearbeitet und eingehegt.
▶ Populisten verfolgen kalkulierte Spaltung, um politische Gewinne zu erzielen. Dabei zielen sie auf die "Triggerpunkte", Punkte an denen Menschen moralische Grundwerte verletzt sehen (z.B. Ungleichbehandlung, Abweichung vom "Normalen", wahrgenommene Zumutungen, Angst vor Entgrenzung und Kontrollverlust). Hier reagieren Menschen oft besonders emotional. Diese "Affektpolitik" zündet auch weit in der Mitte der Gesellschaft noch und setzt keine generelle Spaltung voraus.
▶ Es ist eine langfristige Liberalisierung der Gesellschaft festzustellen. Manche Debatten werden vielleicht auch deshalb so kontrovers geführt, weil Positionen rechts der Mitte auf dem Rückzug sind und sich ihre letzten Verfechter umso lauter beschweren, sie sind "getriggert". (Die Erfolge der AfD seit Erscheinen des Buchs mögen an der Beständigkeit dieser Liberalisierung zweifeln lassen.)
▶ Wut über Politik und Überforderung mit Veränderung sind besonders in den unteren sozialen Lagen verbreitet.
▶ AfD-Klima-Boomer gibt es nicht.
Profile Image for Patrick Kracke.
32 reviews
September 16, 2024
Wenn man, immer mal wieder, in Diskussionen feststeckt fällt häufig der Satz. "Es gibt da diese Studie..."
Das hier ist diese eine Studie, auf die man sich in Jahren noch stützen kann.

Es ist nicht nur ein empirisches Mammutwerk über Konsens und Dissens, jedenfalls fühlt es sich für einen Nicht-Akademiker, der das nur als Hobby und aus Interesse liest, so an.

Man bekommt wunderbar dargelegt wie es um die aktuellen Konflikte in der deutschen Gesellschaft so steht. Viel Konsens in zentralen Fragen rund um Migration, ökonomische Ungleichheit, Klima usw... Warum das nicht so wirkt?

Da kommt das Konzept der Triggerpunkte ins Spiel.
Ein Trigger wird als eine verletze Erwartung beschrieben und treten meist bei "höherer Spezifität" auf.
Allgemeine Anerkennung von Transpersonen, kein Problem für die meisten.
Der Genderstern ist aber Triggerthema Nummer Eins.
Klimaschutz, alle sind sich einig.

Und hier kommt der Punkt, der für mich persönlich, neben der eigentlichen Studie, besonders interessant ist.
Diese Triggerpunkte werden auch als "Sollbruchstellen der öffentlichen Debatte" beschrieben und diese Auseinanderflechtung und Einbettung von diesen Sollbruchstellen, machen es einem normalem, interessierten Menschen möglich, Triggerpunkte in einem Podcast, oder in Nachrichtenkommentaren, Kolumnen oder sonst etwas, nicht nur affirmativ wahrzunehmen, sondern, als solche zu erkennen und einzuordnen.

Falls man an sowas Interesse (und Zeit) hat, dann empfehle ich diese Buch zutiefst.
Profile Image for Vladoks.
24 reviews1 follower
April 23, 2024
Sehr spannende Erkenntnisse, auch für Laien wie mich gut geschrieben, bin aber auch oft fast eingeschlafen!
Profile Image for Alex Matzkeit.
377 reviews33 followers
September 14, 2024
Sehr interessante Zahlen und Interpretationen. Die Sprache, insbesondere in den ersten Kapiteln, könnte aber wirklich etwas entspannter sein. Ich habe Mau reden gehört, er ist durchaus in der Lage dazu, Dinge zu erklären, ohne dass jedes dritte Wort eine Nominalisierung ist.
10 reviews7 followers
May 20, 2024
Wichtiges Buch, um aktuelles politisches Klima sowie die Gesellschaft in Deutschland zu verstehen. Sehr gut recherchiert, gut geschrieben. Absolute Leseempfehlung.
Profile Image for Marius Dippel.
19 reviews
March 15, 2024
Pflichtbuch für alle Leute, die sich mit der politischen Diskussion in Deutschland beschäftigen wollen um zu verstehen, wie es empirisch wirklich um die angeblich gespaltene Gesellschaft aussieht. Fast jedes Kapitel hatte ne Überraschung für mich: Fragen nach Gendersternchen spalten sich eben NICHT bei Alt vs. Jung, wachsende Ungleichheit ist von wirklich jeder Bevölkerungsschicht als dringendes Problem anerkannt etc. Hilft einem wirklich besser zu verstehen, wie Deutschland „denkt“.
Profile Image for pablopumsi.
29 reviews3 followers
March 13, 2025
very good, highly readable study but there seems to be a lot of acceptance of the racist/conservative status quo lurking in the background, which made me question how helpful the framing of the "arenes" is
Profile Image for Philipp Stradtmann.
21 reviews4 followers
April 28, 2024
Der schrille Lärm der Ränder übertönt den Konsens der stillen Mitte

Vorweg: Das 540 Seiten starke Sachbuch flößt erst einmal Respekt ein. Kein Wunder, denn es ist das Ergebnis einer umfassenden Vermessung aktueller gesellschaftlicher Konflikte in Deutschland auf Basis einer exklusiven repräsentativen Umfrage mit 2.530 Teilnehmer/-innen, sechs Fokusgruppen im Zeitraum November 2021 bis Juli 2022 und zusätzlich einer umfangreichen Sekundärdaten-Analyse der drei Autoren.

Entwarnung für den ungeduldigen Leser/-in: Der Kerntext umfasst „nur“ 420 Seiten und die lohnen sich definitiv. Auf den übrigen 120 finden sich angenehm sorgfältig lektorierte Anmerkungen sowie ein umfassendes Literaturverzeichnis.

Der Befund der Forscher ist klar und eindeutig:

Kamel statt Dromedar: Anders als in den USA („This is not America“) ist die bundesdeutsche Gesellschaft keine in zwei Pole gespaltene (Dromedar), sondern eine, in der die Menschen viel stärker zur Mitte (Kamel) als zu den Rändern tendieren

Laut Steffen Lau, Lux und Westheuser stechen dabei „weder »alte weiße Männer« (…) durch besonders reaktionäre Meinungen hervor, noch wird die Konfliktlandschaft nennenswert durch eine Generationenkluft oder ein Stadt-Land-Gefälle strukturiert. Selbst in Klima- und Diversitätsfragen, bei denen vermeintliche Generationenkonflikte in aller Munde sind, gibt es de facto keine großen Unterschiede zwischen den Jahrgängen.“

Dennoch ist Deutschland keine „konfliktarme Friede-Freude-Eierkuchen-Gesellschaft“ sondern eine reichlich komplexe „zerklüftete, verkraterte Konfliktlandschaft“. Wobei: „Konflikthaftigkeit und Spaltung sind also eindeutig zwei Paar Schuhe. Konflikt ist nicht zwangsläufig desintegrativ, sondern kann den Zusammenhalt auch stärken.“

Die Forscher unterscheiden dabei vier Ungleichheitsarenen, die Stoff für Konflikte liefern: die Oben-Unten-, die Innen-Außen-, die Wir-Sie-und die Heute-Morgen-Arena
Zugleich intensivieren sich an etlichen „Triggerpunkten“ (wie z.B. Gendersternchen und Lastenfahrräder) die Kontroversen und lassen sich nur sehr schwer rationalisieren

Politisierung ohne Polarisierung: Neben der Bündelung und gezielten Inszenierung einer Vielzahl von Konfliktthemen durch ein nunmehr symmetrisches Duo AfD und Grüne sind es vor allem „Polarisierungsunternehmer“ an den politischen Rändern, die gezielt diese Triggerpunkte aufgreifen, um emotionale Affekte zu mobilisieren und das Bild einer gespaltenen Gesellschaft immer wieder aufs Neue zu befeuern. „Trigger sind die Verkaufsschlager der Polarisierungsunternehmer, mit ihnen füttern sie in einem volatilen und teils stark entideologisierten Umfeld Unterstützergruppen an.“ „Aufmerksamkeitsökonomisch prämiert“ werden Sie dabei aufgrund ihrer Lautstärke und Zuspitzung von den Medien.

Gefährliche Konsequenz: „Die unruhigen Oberränge der Arena machen so viel Stimmung, dass man mitunter die Zurufe auf dem Spielfeld kaum mehr versteht.“ Angeheizt durch immer neue Trigger verliert die Mitte allmählich die Sicherheit sich weiterhin in einem gesellschaftlichen Konsens zu befinden.

Also insgesamt Entwarnung? Mitnichten. Denn Integration durch Konflikt ist angesichts von weitverbreiteter Wut und Frust, die die Autoren detailliert dokumentieren, zu einer besonderen Herausforderung für den Erhalt der politischen Stabilität geworden. Die Hinweise der Autoren zur erfolgreichen Konfliktbefriedung im Schlusskapitel muten hier etwas abstrakt an, werden aber im Licht der aktuellen Bauern-Proteste verständlicher. Laut Mau, Lux und Westheuser gehört es darum, als jeweils betroffene Gruppe ausreichend Gehör zu finden, die Ansprüche an breite Beteiligung und faire Aushandlung mit dem Ziel eines Kompromisses, der sich angemessen und fair anfühlt. Ihr Fazit: „Nur wenn nach einem allgemeinen Gerechtigkeitsverständnis davon ausgegangen werden kann, dass ungleiche Leistungsfähigkeit hinreichend Berücksichtigung findet, systematische Bevorteilungen oder Benachteiligungen minimiert oder ausgeschlossen werden und dass sich breite gesellschaftliche Gruppen gesehen und repräsentiert fühlen, lassen sich die motivationalen Grundlagen für große Veränderungen sichern."

Insgesamt eine fundierte und zugleich brillante formulierte Analyse, die mit den Triggerpunkten ein neues analytisches Werkzeug liefert und zugleich ein topaktuelles gesellschaftliches Gesamtpanorama präsentiert.



2 reviews1 follower
September 16, 2025
"Der öffentliche (und leider vielfach auch der wissenschaftliche) Diskurs krankt bislang daran, dass von der oft hochgradig stilisierten Form, in der Konflikte in den Medien erscheinen, auf eine polarisierte Tiefenstruktur der Gesellschaft geschlossen wird. Diesen Kurzschluss wollen wir vermeiden, ohne deshalb Empörung und Streit als unwichtige Oberflächenphänomene abzutun." (S. 245)

Mit dieser ausführlichen Studie über das deutsche gesellschaftliche Spannungsfeld anhand qualitativer Fokusgruppen und statistischen Erhebungen schaffen Mau, Lux und Westheuser einen informativen Spagat zwischen Empirie und Theorie. Ohne viel in den empirischen Sozialwissenschaften vorgebildet zu sein, lässt sich das Werk durch klare Struktur und Argumentationsführung erschließen und ist auch mit Anmerkungen und Verweisen auf die Studien und Theorien aus dem aktuellen soziologischen Diskurs gut gespickt.

Inhaltlich nimmt sich dieses Werk dem allgegenwärtigen Gespenst der "polarisierten Gesellschaft" an, und legt eingängig dar dass wir es maximal mit einer Polarisierung der Ränder zu tun haben, aber kehrt auch gleichzeitig nicht die Konfliktpotentiale der oberflächlichen Einstellungsgleichheit unter den Teppich. Mit ihrem Konzept der "Konfliktarenen" werden "polarisierende" Themen untersucht, wobei sich, neben der weitgehenden zur Mitte tendierenden, deckenden Einstellungen, die namentlichen Triggerpunkte als eigentlicher Ursprung der vermeintlich hochkochenden sozialen Temperatur entpuppt. Diese Triggerpunkte sollen, entlehnt aus der Physiotherapie, durch Ansprache hoch affizierter Ereignisse, Themen oder -komplexe, ein emotionales Umschwenken oder Aufbrausen bewirken. Das klingt erst banal, aber es geht natürlich um den größeren Kontext: von dem eigentlichen Konsens, dass z.B. man etwas für die Umwelt tun müsse, kommt man wenns ans Eingemachte geht an dem Punkt, an welchem ein Veggie-Day die Autonomie verletzt. Viele Trigger sind selbstverständlich weniger mundäner Natur, und von einem Aufbrausen der Diskussion über ein Verfehlen des eigentlichen Themas bis hin zur politischen Instrumentalisierung von sogenannten "Polarisierungsunternehmern" (mein Beispiel: ob der Schuldenlast der BRD auf die 4% der Ausgaben, das Bürgergeld, zu verweisen, und mit den Totalverweigerern und Arno Dübels zu triggern; oder bei dem Konsens der Umverteilung von Vermögen auf Omas Kleinhäuschen zu verweisen, obwohl es um die 127 Miliardäre in Dt. gehen sollte die wie Döpfner keine Steuern auf Miliardengeschenke zahlen müssen) wird hier alles aufgezeigt.

Ich will gar nicht viel mehr über den Inhalt hier schreiben, die scharfe Analyse ist lesenswert unter vielen Aspekten, auch wenn 420 Seiten für weniger an soziologischen Studien interessierte vielleicht abschrecken mögen. Der Inhalt ist, meines Erachtens, keineswegs Trocken. Die politischen Entwicklungen seit Erscheinen des Buchs mögen nochmal einiges in Frage stellen, was hier geschrieben wurde, doch sind diese kleinen Teile des theoretischen Aspekts auch nur ein trotzdem schlüssiger Moment in den vielen Informationen und Gedanken die dieses Buch liefert.
Auch einige statistische Fragen werden hier mal aufgeklärt, wie der Mythos vom alten weißen Mann der sich in den Daten hier nicht zeigt. (auch wenn der meiste Konsens nur in erster Näherung besteht, was bedeutet dass die relevanten Konflikte auch einfach im Rahmen der Methodik verdeckt geblieben sein können)

Eindeutige Empfehlung.
Profile Image for JuliaCapulet.
49 reviews1 follower
February 23, 2025
Dass sich auf vier gesellschaftlich relevante Diskurse konzentriert wird und anhand dieser untersucht wird, welche Fronten sich eigentlich wo gegenüberstehen, ist eine sinnvolle und ertragreiche Reduktion und man ist erstaunt, wie umfangreich die Interpretation von vergleichsweise wenigen Fragen in einer breit angelegten Studie sein kann. Überraschend und hilfreich ist das Fazit, dass die Spaltung selbst viel geringer ist, als es Polarisierungsunternehmer und radikale Gruppierungen, die jeweils überproportional in den Medien hörbar sind, uns glauben lassen. Es scheint einen progressiven gesellschaftlichen Konsens zu geben in Deutschland, wobei sich über die Umsetzungsfragen gleichzeitig empört und emotionalisiert die Köpfe heiß geredet wird. Vor allem die Befriedungsvorschläge von Mau, Lux und Westheuser bestechen und möchte man gerne allen soeben (23.2.25) ins Parlament gewählten Parteien an die Hand geben. Interessant wäre noch, weitere, konkretere Fragen wie die Haltung zu Waffenlieferungen in die Ukraine oder gar zu Demokratie insgesamt (evtl anhand einer trump'schen Schablone) in den Clustern, Klassen und Kohorten zu untersuchen. Auch ob die Grünen mittlerweile, drei bis vier Jahre nach der Datenerhebung und nach drei Jahren Ampel tatsächlich noch so radikal eingestuft wird wie zum Erscheinen der Arbeit.
Unbedingt lesenswert.
Profile Image for Ges Anadasmos.
15 reviews1 follower
January 11, 2024
Eine empirische Studie zum Thema Kulturkämpfe. Bringt nichts bahnbrechend Neues, widerlegt aber überzeugend die Vorstellung, in Deutschland tobe derzeit ein Krieg zwischen linksliberalen woken Akademikern und rechten Arbeitern. Die Hauptthese des Buches ist im Grunde, dass sich die Positionen zu sexueller Diversität, Migration, Klimawandel und Verteilungsfragen zwar je nach Klasse, Alter, Geschlecht, Stadt/Land etc. durchaus unterscheiden können aber nicht so sehr auseinandergehen, dass man, wie z.B. in den USA, von zwei einander feindlich gegenüberstehenden Lagern sprechen könnte.
Profile Image for Hanna Richter.
79 reviews
February 13, 2025
Umfassende Kartierung von öffentlichen Diskursen durch eine detaillierte und tiefenscharfe Analyse. Der Befund: Die Spaltung der Gesellschaft, wie häufig propagiert, ist zumindest derzeit noch nicht eingetreten. Ja, es gibt polarisierende Ränder, die zuweilen so laut sind, dass die Mitte übertönt wird. Aber es gibt auch den breiten Konsens. Der Streit bezieht sich eher darauf, welche konkreten Maßnahmen sich aus den geteilten Zielen erheben. Und darüber konstruktiv zu diskutieren, ohne den Polarisierungsunternehmer:innen auf den Leim zu gehen, schwächt Demokratie nicht, sondern stärkt sie.
1 review1 follower
June 4, 2024
Selten ein populärwissenschaftliches Buch gelesen, was mich als Leserin so abgeholt hat. Jedes Kapitel hat neue Perspektiven aufgebracht. Das Buch verdeutlicht die Meinungsvielfalt in Deutschland, die trotzdem im großen Rahmen auf ähnlichen moralischen Verständnissen beruht. Gleichzeitig zeigt das Buch auch wie das Gefühl einer Polarisierung zustande kommt und welche Rolle dabei die Parteien (inbs. die AfD) spielen.
19 reviews
June 3, 2024
Bestes Buch dieses Jahr. Tolle wissenschaftliche Aufarbeitung inwieweit das Gefühl der gespaltenen Gesellschaft auf Fakten basiert. Gibt Hoffnung, dass Ganze mal nüchtern betrachtet zu sehen. Methodisch auch toll.

Die 500 Seiten sind abschreckend. 200 Seiten sind aber Quellen und Anmerkungen. Das ist vielleicht noch abaxhreckender 🫠
6 reviews
June 24, 2024
Sehr sehr interessantes Buch, auch für Laien verständlich. Manchmal etwas langsam, da Analysen nach demselben Schema für die vier verschiedenen 'Konfliktarenen' durchgeführt werden. Die Autoren deute viele Verbindungen zur Literatur an, halten sich aber mit Deutungen zurück und arbeiten eher deskriptiv.
Profile Image for Franzi.
35 reviews
January 3, 2026
Super spannende Einblicke in die soziologische Forschung und für ein Sachbuch noch relativ verständlich geschrieben finde ich. Nur - meiner Meinung nach - etwas zu viele lateinische Begriffe. Für mich sehr hilfreich für weitere Hausarbeiten und bei meinem Verständnis von gesellschaftlicher Empörung.
46 reviews
January 26, 2024
Sehr sehr gutes Buch. Interessante, aktuelle und wichtige Thematik; methodisch tief und nachvollziehbar herausgearbeitet; sprachlich angemessen dicht aber dennoch gut lesbar dargestellt. Auch die reichhaltigen Anmerkungen sind ein Schatz für viele weitere Inspirationen. Ganz starkes Buch.
431 reviews12 followers
February 8, 2024
Strongly empirically based argument that German society is not polarized as such - while there are some trigger points eliciting strong emotional responses, people widely agree on many things and differences of opinion do not form around two polarized camps, but rather gradually.
9 reviews
February 19, 2025
Interessante Studie über aktuelle Gesellschaftliche Konflikte mit dem Befund, dass eigentlich doch ein recht progressiver Konsens existiert, der sich eher an moralischen Scheidepunkten bricht. Diese würden aber gezielt ausgenutzt und politisiert, was den Eindruck der Spaltung hervorruft.
27 reviews1 follower
May 6, 2024
must read für alle, die in Deutschland Politik machen wollen.
Displaying 1 - 30 of 34 reviews

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