Ein Roman, eine graphische Nouvelle, eine Kleinkunstbibel. Zum Ausklang des 20. Jahrhunderts will der Teufel nochmal einen Pakt alter Schule abschließen und findet in dem Chansondichter La Groete einen geeigneten Kandidaten, dem er im Austausch für seine Seele den deutschen Kleinkunstpreis verspricht. Doch in der Kulturbeauftragten einer Krankenkasse erwächst dem Teufel eine Gegenspielerin, die ihm das Leben zur Hölle macht. Eine Expedition in das faszinierende Berliner Cabaret der Neunziger Jahre. Angeführt von Thomas Pigor, illustriert und gestaltet von Anna Mateur und Burkhard Neie. Sag nicht Kleinkunst! Ein feuriges Pamphlet für eine unterschätztes Genre. Von Künstlern, die sich dort wirklich auskennen: Vor, auf und hinter der Bühne.
In der Nachwendezeit erlebt das Kabarett in Berlin seine wohl schönste Blütezeit, die Kleinkunst kommt groß raus und sowohl Dilettanten als auch Profis experimentieren auf Bühnen alter Varietés, in historischen Spiegelzelten oder heruntergekommenen Ballsälen. In diesem ehrgeizig-freigeistigen und selbstausbeuterischen Milieu, das es so nur im Berlin der 90er-Jahre gegeben hat, beschließt der Teufel noch einmal einen Pakt alter Schule abzuschließen. In Gestalt einer toughen Agentin verspricht er dem erfolglosen Chansondichter La Groete den Deutschen Kleinkunstpreis im Tausch gegen dessen Seele. Leichtes Spiel denkt der Teufel, hat die Rechnung jedoch ohne den gelegenheitsdevoten Bühnenpartner La Groetes gemacht und noch weniger mit der Kulturbeauftragten einer Krankenkasse, die zur ebenbürtigen Gegenspielerin avanciert. – Was ein vergnüglicher Roman über die Berliner Kleinkunstszene sein könnte, ist bei Thomas Pigor, dessen Biografie auffällige Ähnlichkeiten mit der seiner Hauptfigur aufweist, zu einem opulenten Kunstwerk zwischen zwei Buchdeckeln geraten. Durchgängig farbig im Magazin-Stil gestaltet ist der Roman auch eine „graphische Nouvelle“ mit Bildern von Anna Mateur und Illustrationen von Burkhard Neie, mit einem Dutzend wohl gewählter Schriftarten, 250 Fußnoten, einem Drehbuch (im wahrsten Sinne des Wortes), Songtexten, Rätseln, Akrostichons und vielen gut gemeinten Ratschlägen. „La Groete“ ist die wohl größte Liebeserklärung an die Kleinkunst, die alles anderes ist, nur nicht klein.