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Modern Heartbreak - Feministischer lieben

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»Einmal die feministische Liebe, danke!«

Liebe ohne Patriarchat


Es beginnt traurig: Laura Melina Berling zeigt uns die Geschichte ihres Heartbreaks. Ausgehend vom eigenen Liebeskummer webt sie eine große Geschichte über die Liebe in modernen Zeiten. Darüber, wie sich patriarchale Muster, Geschlechterstereotype und andere Machtstrukturen immerzu in unser Liebesleben einmischen und darüber entscheiden, wen wir warum begehren. Sie wirft einen Blick auf die Geschichte der Liebe und fragt sich, warum sie uns so viele andere nicht glücklich sind. Warum wir swipen und swipen, aber doch nicht weiterwissen. Was ist Liebe und was nicht? Können wir Liebe intersektionaler, machtkritischer und feministischer gestalten? Wie gehen wir gesellschaftlich mit Verlust und Trennungen um und wie verweben sich unsere privaten Geschichten mit romantischen Klischees?

»Modern Heartbreak« ist persönlich, analytisch, kritisch – und es gibt Hoffnung in Zeiten, in denen die Liebe dringend gebraucht wird.

258 pages, Kindle Edition

Published September 25, 2023

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Laura Melina Berling

3 books3 followers

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1 (<1%)
Displaying 1 - 20 of 20 reviews
Profile Image for Apgepps.
146 reviews
April 20, 2024
Okay so there were a few interesting points (violence against men not being addressed much partly because of the taboo of males as victims for example; that we make excuses for men’s behaviour when they seem like a “golden nugget”) and she has a solid viewpoint (love needs communication and a level of equality between partners that society currently doesn’t enable, and should be able to evolve into whatever you need it to, and should be based on love for others more than yourself, and romantic love should be taken off its pedestal) but it just felt a big sluggish and I was a bit confused about the target audience from the writing style. Felt a bit wishy-washy/just like an overview/summary of modern dating and general knowledge for someone who somehow hasn’t heard of some pretty big terms before. But that person wouldn’t be reading the book, hence my confusion. Plus not a fan of the random bold font.

I feel harsh, but I just didn’t think all of it was insightful, and I was sort of bored for at least 100 pages. 2.5
Profile Image for Judith.
99 reviews
February 6, 2025
its giving bell hooks but the person is white and heterosexual. spaß beiseite, fand passagen richtig toll (über online dating vs slow dating oder die romantisierung der männer oder historik von liebe & romantik💖), hätte für mich mehr in der art sein können, sonst konnte ich einfach nicht so relaten tja
Profile Image for Desiha.
19 reviews
July 20, 2024
Ein gutes Buch für Einsteiger*innen in das Thema Feminismus, Partner*innenschaft und Liebe - sehr niedrigschwellig geschrieben, sodass man gut folgen kann. Wenn man tiefer in der Materie ist, findet man hier leider keine neuen Erkenntnisse.
Profile Image for Naraya.
268 reviews8 followers
December 10, 2023
„Modern Heartbreak“ ist das erste Sachbuch der Autorin und feministischen Bloggerin Laura Melina Berling, die als „littlefeministblog“ auf Instagram bekannt ist. Ausgehend von ihrer eigenen Situation und dem Liebeskummer nach einer plötzlich beendeten Beziehung liefert sie hiermit eine Geschichte über die Liebe in der heutigen Zeit, die in insgesamt vier große Kapitel aufgeteilt ist.

Das erste dürfte das wohl persönlichste sein und handelt von der eigenen Trennung, aber auch davon, wie Scheidung und Tod die Sicht der Autorin auf Beziehungen beeinflusst haben. Trauer und Liebe haben für sie eine feste Verbindung. Zentral ist zudem das Thema der Schuld. Sind wir wirklich „selbst schuld“ am Singledasein? Und warum wird uns Frauen die Liebe als ultimative Erfüllung versprochen? Im zweiten Kapitel geht es dann um Liebe und Macht – darum, wie Abhängigkeit in Beziehungen entsteht (Gewalt, unterschiedlicher Status, ungleich verteilte Fürsorgearbeit, Ehe) und dass stets derjenige die Kontrolle behält, der distanzierter bleibt.

Kapitel drei gibt einen kurzen Abriss über die Geschichte der Liebe von der Antike, über Mittelalter und Romantik bis in die Moderne. Berling zeigt dabei, wie sich die Bewertung von Liebe und Ehe verändert. Im vierten und letzten Kapitel erfolgt dann ein Blick in die Zukunft und vor allem auf das Thema Online-Dating. Die scheinbar unendliche Auswahl an potenziellen Partner*innen dort lässt die Liebe beinahe zur Ware verkommen. Wie kann also Gleichberechtigung und gegenseitige Fürsorge in modernen Beziehung erreicht und der Fokus wieder stärker auf Begegnungen im wahren Leben gelegt werden?

Laura Melina Berling ist hier ein sehr persönliches Buch gelungen. Durch Worterklärungen in den jeweiligen Kapiteln und in einem Glossar am Ende ist es darüber hinaus sehr zugänglich und verständlich. Zudem arbeitet sie mit Triggerwarnungen und Wichtiges ist im Text stets fett gedruckt. Literaturempfehlungen am Ende ergänzen das Gesagte – wer einige dieser Bücher schon gelesen hat, dürfte jedoch die zentralen Gedanken von „Modern Heartbreak“ bereits kennen.
Profile Image for Sarah.
149 reviews13 followers
September 10, 2025
„Ich möchte herausfinden, warum ich mir immer wieder selbst die Schuld für meinen Liebeskummer gebe. Warum ich denke, ich sei die Einzige, die scheitert, obwohl so viele andere es ebenso tun. Laut der französisch-israelischen Soziologin Eva Illouz ist diese Schuldzuschreibung in Sachen Heartbreak auch eine Folge der Psychologie des 20. Jahrhunderts. Unter anderem lenkten Analytiker wie Sigmund Freud den Fokus weg von gesellschaftlichen Verhältnissen hin zu dysfunktionalen Kindheiten und mangelnder Selbsterkenntnis? Patriarchale Verhältnisse oder überhöhte Vorstellungen der Romantik wurden nicht in den Blick genommen und offene Misogynie zum Beispiel durch Freud höchstpersönlich häufig reproduziert.“

„Auch hier sehe ich große Parallelen zu meinem heutigen Liebesverständnis, das ständig zwischen dem Verlangen nach absoluter Autonomie und dem Wunsch nach Nähe hin und her pendelt. Ich möchte einerseits unabhängig von Beziehungen sein, da ich glaube zu wissen, wie sie enden: mit Tod oder Trennung. Beide Erfahrungen haben bei mir dazu geführt, dass ich denke, alles allein schaffen zu müssen, da auf nichts Verlass ist. Ich möchte den nächsten großen Verlust vermeiden. Gleichzeitig möchte ich unbedingt eine neue und andere Erfahrung machen.“

„In einer neoliberalen Welt, in der jede*r das eigene Glück schmieden kann, fühlen wir uns für alles Mögliche verantwortlich, das oft kaum in unserer Hand liegt. Das können unter anderem Arbeitslosigkeit, Diskriminierungserfahrung oder auch das Unglück in der Liebe sein. Natürlich können wir so gut es geht in die Verantwortung für unser Handeln gehen, Dinge vielleicht ein bisschen ändern hier und da, eingefahrene Muster angehen oder einen Blick in unsere Vergangenheit werfen und damit umgehen lernen. Aber große gesellschaftliche Probleme lassen sich nicht individuell lösen, sondern brauchen eine soziologische Betrachtung. Liebesscheitern ist kein Einzelfall, sondern ein Phänomen. Wir alle machen unterschiedliche Erfahrungen und haben nicht dieselben Möglichkeiten, unsere Probleme anzugehen oder dieselben positiven Erfahrungen zu machen.“

„Wie Eva Illouz es so treffend schreibt, ist diese Selbstbeschuldigung nicht nur mir zu eigen. Gerade weiblich sozialisierte Personen lernen es, sich selbst anklagend in Zweifel zu ziehen.
„Frauen sehen sich kulturell gezwungen, die (beschönigend als „Verantwortung" bezeichnete) Schuld dafür zu übernehmen, dass sie Beziehungen mit unerreichbaren Männern eingehen (...) Was hier in Anschlag gebracht wird, ist die unausgesprochene psychologische Auffassung, dass das Selbst dafür verantwortlich ist, die falsche Entscheidung zu treffen.““

„So finde ich mich oft in einem Gefühlscocktail aus:
Ich muss mich lieben, aber ich bin nicht genug, aber wenn ich denke, ich sei nicht genug, liebt mich auch keiner. Dieses Chaos, dieser Teufelskreis verstärkt meinen Liebeskummer - die ständige Schuldzuweisung, entweder nicht genug zu sein oder es nicht zu schaffen, den eigenen Selbstwert trotz aller äußeren Widersprüche zu stärken, macht mich mürbe. Natürlich trifft das Gefühl des Nichtgenügens alle Menschen. Es ist durch eine neoliberale Gesellschaft geprägt, in der jede*r alles schaffen kann und in der Versagen immer individuell und nie strukturell ist. Auch die Liebe ist durch ökonomische sowie Macht- und Geschlechterverhältnisse geprägt. Das heißt in diesem Fall, dass wir nicht alle gleich von dieser Schuldfrage betroffen sind. Sie wird nicht an alle gleichermaßen herangetragen.“

„Wir lernen nicht oder nur sehr selten, wie die eigentliche Liebe und die Beziehung zueinander funktioniert. Nach dem Verliebtsein soll alles automatisch weitergehen und sich magisch fügen. In der Realität sehen wir dann, dass die Liebe ganz schön kompliziert ist und aus Arbeit besteht. Wir haben Zweifel, Streitereien, müssen Nähe und Distanz ausbalancieren sowie Kompromisse finden. Auch hier entsteht oft ein Gefühl der Schuld, wenn unsere Beziehung nicht der großen Leinwand-Romanze entspricht. Die große Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität verwirrt uns. Warum wird so wenig über das Danach gesprochen? Warum lernen wir nicht, wie lieben eigentlich geht? Vielleicht weil die Liebe eben mehr ist als Verliebtsein und nicht so leicht und unkompliziert zu erzählen ist. Vielleicht weil die Bilderbuchliebe der Liebe eher schadet, anstatt sie zu fördern. Die Liebesgeschichten, die wir kennen, können nicht mehr zeigen als einen Anfang, denn sie sind eben nur eins: Ideale, Geschichten und Wunschvorstellungen. Und genau diese Vorstellungen lassen unsere Liebe scheitern, denn sie sind zu kurz gegriffen. Wenn wir die Liebe einfach laufen lassen und auf ein Happy End hoffen, für das wir nicht arbeiten und aufeinander eingehen müssen, werden wir scheitern. Die Liebe als bloße Fantasie wird auch in der Realität eine Fantasie bleiben.“

„Liebe allein reicht nicht für eine liebevolle Beziehung. Die Abwesenheit von Gewalt, der radikale und kompromisslose Einsatz für ein gerechtes Leben mit sicheren Momenten für alle gehören dazu. Das bedeutet auch Zuverlässigkeit, die Sicherheit, dass Vereinbarungen eingehalten werden und dass das Wort gilt. Es kann Nähe, Verbindung, Kontakt und Fürsorge bedeuten.“
~ Souzan AlSabah

„Es erfordert Mut zu lieben, es erfordert Mut, offen zu kommunizieren, es erfordert Mut, sich aufeinander einzulassen und sich wieder zu trennen.“

„Dass wir sehr hohe Erwartungen an die romantische Liebe haben, macht dies nicht leichter und ebenso wenig, dass wir sie kaum hinterfragen und jede Trennung unsere eigene individuelle Schuld ist, obwohl festzustellen ist, dass viele Beziehungen nicht funktionieren.“

„Beim Thema Tod sind wir oft sprachlos, bei Trennungen ebenso. Uns fehlt es an Worten, an Ritualen und Umgangsweisen. Abschiede müssen nicht nur etwas Schlechtes sein. Wir können aus ihnen lernen. Wir können etwa erkennen, was wir in einer Beziehung vermisst, besonders genossen oder welche Fehler wir gemacht haben. Wäre es normaler, dass Liebe endet, dass das Leben endet, dass es traurig ist, aber dazugehört, könnten wir vielleicht einen Umgang damit lernen, der immer noch schmerzhaft ist, aber vielleicht nicht allzu einsam und auch heilsam. Wenn wir einen realistischeren Blick auf die Liebe entwickeln würden, der Enden beinhaltet sowie einen Umgang mit diesen, wäre der Liebeskummer womöglich schon etwas weniger zerstörerisch. Wenn wir nicht jedes Mal denken würden, dass wir versagt haben, sondern wüssten, dass Liebe vielfältig ist und unterschiedlich ausgehen kann, müssten wir weniger leiden. Wir hätten weniger Angst vor dem Alleinsein und eventuell mehr Halt in anderen Dingen, die uns im Leben wichtig sind. Dies könnte es leichter machen, nicht in schlechten Beziehungen zu bleiben und die guten in schöner Erinnerung zu behalten. Je schlimmer wir uns trennen, je weniger wir dabei aufeinander achten, desto schwerer wird es, uns erneut zu binden. Gute Trennungen führen meiner Meinung nach auch zu besseren Beziehungen.“

„In einer Welt, in der stay positive das Credo ist und jede*r für sich allein kämpfen muss, bleibt kein Platz für Trauerarbeit und Gemeinschaft. Gäbe es mehr Orte, die uns auffingen, andere Modelle von Familie und Beziehung(en), blieben Trauernde und Getrennte nicht so häufig allein zurück und müssten auch nicht direkt nach der nächsten romantischen Beziehung suchen, um Halt zu finden, denn leider wird dieser uns meist in der Liebe versprochen. Trennungen und Verlust sind Teil unseres Lebens, ob wir wollen oder nicht.“

„Je besser und wertschätzender wir miteinander umgehen, je mehr wir Bewertungssysteme und Normen in Frage stellen, desto liebevoller können wir auf uns und andere blicken. Wir brauchen einander, um Liebe zu lernen. Die zu uns selbst und die zu anderen. Selbstliebe funktioniert nicht allein und heißt auch nicht, dass wir uns keine Partner innenschaft wünschen dürfen. Wir müssen uns nicht immer selbst genügen. Selbstliebe heißt nicht, allein stark sein und alles allein schaffen zu müssen. Sie ist ein Prozess, den wir jeden Tag sowohl mit uns selbst als auch mit anderen in Gang setzen. Verletzlichkeit, Zweifel und Sehnsucht gehören genauso dazu wie die Zufriedenheit mit dem eigenen Ich.“

„Die anerkannteste Form der Liebesbeziehung ist nach wie vor die Ehe. Doch auch sie enthält Machtstrukturen. Sie bestimmt, wer wie viele Steuern zahlt, wer adoptieren darf, wer Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung hat oder Vorteile in Bezug auf Erbschaften, unbürokratisches Sorgerecht oder die Kostenteilung bei Versicherungen genießt. Diverse Lebens-, Liebes- und Familienmodelle werden so benachteiligt und strukturell ausgeschlossen und konservative Werte hochgehalten. Auch wenn die Ehe mittlerweile etwas weiter geöffnet wurde, bleibt sie doch bei einem sehr klaren Modell und schließt andere Lebensrealitäten aus. Die Ehe ist nach wie vor die Beziehungsform, die der Staat sich von uns wünscht und die er unter besonderen Schutz stellt. Die Ehe entlastet den Staat, da etwa bei längerer Arbeitslosigkeit anstelle der verpflichtenden sozialen Leistungen die gegenseitige Unterhaltspflicht greift. Doch auch innerhalb einer Ehe herrscht keine Gleichberechtigung. Beim Thema Macht stellt sich die Frage, wer wie viel Fürsorgearbeit in und an der Beziehung übernimmt.“

„Ich wünsche mir von den Männern, die ich date, dass sie sich mit Sexismus beschäftigen, mit dem Patriarchat, meiner Sozialisation und meinen Erfahrungen.“

„Die westliche Idee der Liebe ist mit jeder romantischen Erzählung im westlichen Mainstream verknüpft. Ebenso ist sie verbunden mit meiner Familiengeschichte. Mit meinen Eltern, Urgroßeltern und all den anderen, die vor mir da waren. Auch ihre Geschichten und das, was sie über die Liebe gelernt haben, verwebt sich mit meinem Leben, denn es wurde über die Generationen hinweg auch an mich herangetragen. Wie unsere Eltern und deren Eltern die Liebe lernten, beeinflusst auch uns. Warum wir heute eigentlich gar nicht wissen, was Liebe ist, liegt auch an den unterschiedlichen Einflüssen und Widersprüchen im Verlauf der Zeit.“

„Der neue Gott heißt Universum, für alle, die nicht an Gott glauben, und wenn wir uns nur etwas fest genug wünschen, wird auch alles gut.“

„Dieser offene Markt, durch den Dating-Apps Milliardenumsätze machen, steht in einem starken Kontrast zu der Vorstellung einer spontanen, irrationalen, magischen romantischen Begegnung, die unser ganzes Leben verändert und nach der sich viele sehnen.“

„Ich habe probiert auf meine mentale Gesundheit zu achten und mein Datingleben besser zu gestalten. Doch damit komme ich nicht weiter, wenn wir nicht gegenseitig aufeinander achten und mir mein Gegenüber nicht dasselbe entgegenbringt. Ich kann Übergriffe erleben, auch wenn ich auf Redflags achte. Ich kann verlassen werden, auch wenn ich klar kommuniziert habe, was ich brauche, und mich nicht auf eine unverbindlich wirkende Person eingelassen habe. Trotzdem halte ich es für wichtig, dass wir uns deutlicher fragen, wie wir andere behandeln, was wir beim Dating von ihnen möchten und wie ein Umgang miteinander wertschätzend und liebevoll funktionieren kann. Allein schon wenn man sich diese Frage stellt und den Anspruch hat, andere gut zu behandeln und darauf zu achten, was sie möchten, minimiert sich die Gefahr, selbst Druck und Übergriffigkeit auszuüben. Auch können wir einen guten Umgang für uns selbst einfordern und lernen, uns zu verstehen.“

„Ich bin es so sehr gewohnt, dass Männer nicht antworten, sich nicht bemühen, unangenehm werden, sexualisieren, distanziert sind oder meine Bedürfnisse kleinmachen, dass alles, was davon abweicht und irgendwie etwas schöner ist, wie ein Haufen Gold wirkt. Lernen wir in Heterokontexten einen cis Mann kennen, der sich um uns bemüht, vielleicht sogar seine Männlichkeit reflektiert und über Sexismus nachdenkt, fühlt es sich an, als hätte man ein seltenes Golden Nugget zwischen lauter Steinen gefunden. Dabei wird vergessen, dass man selbst nie von ihm dafür gelobt wird, dass man liebevoll kommuniziert oder über seine Gefühle reden kann. Dass man Care-Arbeit übernimmt oder auf Nachrichten antwortet. Und weil es bei Männern so selten ist, werden sie für Dinge gefeiert, die bei anderen nicht einmal wahrgenommen, geschweige denn positiv hervorgehoben werden. Er kümmert sich um die Kinder? Was für eine tolle Ausnahme! Er denkt beim Sex auch an die andere Person? Wow! Er meldet sich einmal aus dem Urlaub? Er liebt mich so sehr! Durch dieses Missverhältnis romantisieren wir Männer und verlangen von ihnen viel weniger als von uns selbst und anderen.“

„Ich würde mir grundsätzlich eine Form von Gesellschaft wünschen, in der alle abgesichert sind und das Leben für alle, unabhängig von sozialen Rollen, gut und lebenswert ist. In der Arbeit, Geld und Liebe nicht ungerecht verteilt sind. Denn ökonomische Abhängigkeit und ungleiche Machtverhältnisse bringen neben Armut auch schlechtere Beziehungen hervor. Wären die Ehe oder eine Beziehung keine Möglichkeit, um sich abzusichern, und würden Geschlechterrollen keine Hierarchien hervorbringen, hätten wir sicher schönere Beziehungen. Denn mit mehr Unabhängigkeit und Sicherheit könnten wir Beziehungen leichter beenden, wenn sie nicht funktionieren, hätten mehr Zeit für Aushandlung, müssten keine unbezahlte Care-Arbeit übernehmen. Die Pflege von Angehörigen oder die Möglichkeit auf Kinderbetreuung sollten nicht von den eigenen Ressourcen abhängen oder daran scheitern. Der Staat könnte uns hier entlasten und es braucht ein gelingendes Sozialsystem, das allen zugutekommt. So wären wir unabhängiger und gleicher.“

„Auch könnten wir anderen Beziehungen wie Freund*innenschaften, Bekanntschaften oder Nachbar*innenschaften mehr Raum und Bedeutung zugestehen. Ich glaube dabei nicht, dass Freund*innenschaft die Partner*innenschaft ersetzen und somit der neue Heilige Gral werden sollte, sondern dass es gerade keinen Heiligen Gral gibt und wir an vielen unterschiedlichen Orten Verbindung und Gemeinsamkeit finden können.“

„Liebe ist hierbei aber nicht nur das Gefühl für eine andere Person. Denn das Gefühl ist nur Teil einer sozialen Praxis. Nach Fromm und hooks ist die Liebe etwas, was man tut und für was man sich entscheidet. Das heißt nicht, dass wir nichts mehr fühlen dürfen, aber dass die Liebe nicht auf ein Gefühl reduziert wird. Liebe ist eine Kunst, eine Praxis, ein Verhalten, das wir erlernen können. Indem wir der anderen Person mit Verbindlichkeit, Zuneigung, Empathie, Ehrlichkeit und Fürsorge begegnen und dies auch selbst für uns einfordern, vielmehr es als Liebespraxis voraussetzen, eliminieren wir Verhaltensweisen, die wir für Liebe halten, die es aber nicht sind.“

„Wir alle haben es verdient, fürsorglich auf uns selbst und auf andere zu schauen, Raum für uns zu haben, gesehen zu werden, zu lieben und geliebt zu werden.“

„Love doesn't just sit there, like a stone, it has to be made, like bread; remade all the time, made new.“
~ Ursula K. Le Guin
27 reviews
March 23, 2025
great classification of the role of the marginalised woman in relationships with (cis hetero) men.

Very personal; I really pick up on the author's experiences as I can relate to them very well myself (as a woman).

I would particularly like to mention the extensive research of and hints to the many many existing feminist literature on the subject of love and relationships during this book. Also great book recommendations at the end.
Profile Image for Laura.
231 reviews
December 15, 2023
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten und bedanke mich herzlichst dafür! Ich werde das Buch sicherlich noch einige Male lesen und weiterempfehlen ♥️

Soooo... Zuerst einmal kann man sagen, dass das Cover ein wirklich schöner Eyecatcher ist! Es ist auffällig, passt genau zur Thematik und vermittelt genau das Richtige.
Auch noch eine wichtige Anmerkung: die Autorin beschreibt selbst auch von ihrem Leben, ihrer Familie, ihren Beziehungen und wie es ihr dabei ging - und das vollkommen offen! Ich finde es wirklich toll, dass wir in einer Welt leben, wo solche Gedanken von einer Frau möglich sind (obwohl das natürlich auch traurig ist, da Frauen eigentlich immer solche Rechte haben sollten... Aber naja, eigentlich geht's ja auch darum im Buch).
Das Buch ist in vier Kapitel unterteilt. Dabei ist jedes Kapitel auf die ganz eigene Weise speziell und wird angenehm mit den Erfahrungen der Autorin, als auch wirklichen wissenschaftlichen Studien beschrieben. Vom Inhalt her will ich jetzt nicht zu viel Spoilern. Mir persönlich hat aber trotzdem die Entwicklung von Liebe bzw. dem Sinnbild einer Beziehung so wie wir sie jetzt sehen am besten gefallen.

Ich kann das Buch eigentlich allen Personen empfehlen (irrelevant Sexualität, Gender, Geschlecht), die über die moderne Welt, die Problematik mit steoreotyp-denkender Gesellschaft und über gleichberechtigte Liebe lesen wollen. Ich habe das Buch wirklich genossen!
Profile Image for Apgepps.
146 reviews
December 19, 2024
Okay so there were a few interesting points (violence against men not being addressed much partly because of the taboo of males as victims for example; that we make excuses for men’s behaviour when they seem like a “golden nugget”) and she has a solid viewpoint (love needs communication and a level of equality between partners that society currently doesn’t enable, and should be able to evolve into whatever you need it to, and should be based on love for others more than yourself, and romantic love should be taken off its pedestal) but it just felt a big sluggish and I was a bit confused about the target audience from the writing style. Felt a bit wishy-washy/just like an overview/summary of modern dating and general knowledge for someone who somehow hasn’t heard of some pretty big terms before. But that person wouldn’t be reading the book, hence my confusion. Plus not a fan of the random bold font.

I feel harsh, but I just didn’t think all of it was insightful, and I was sort of bored for at least 100 pages. 2.5
1 review
December 20, 2023
Vieles war mir nicht neu, aber vielleicht weil ich auch schon einiges in diesem Bereich gelesen habe. Ansonsten sehr toll geschrieben und toll zur Wissensbestätigung. :)
Profile Image for Naomi.
228 reviews3 followers
August 11, 2025
In einer "stay positive" Welt, bleibt kein Platz für Trauer und Gemeinschaft

Das Buch hat mich positiv überrascht, es sprach mich an und so kaufte ich es mir, doch der Inhalt ist weit mehr als der Klappentext.

Jede Person, welche sich mit Beziehungen und das Singledasein beschäftigt sollte es einmal gelesen haben. Es ist sehr feministisch geschrieben (was toll ist, doch...!) Trotzdem muss ich zu einer Aussage im Buch eine Anmerkung loswerden.
Nicht nur Männer sollten Verantwortung übernehmen wie dies beschrieben ist. Jede Person in einer Partnerschaft sollte für sich Verantwortung tragen, dies gilt für Männer wie auch Frauen.
peace out 🤸🏻‍♀️💬 stay safe

Eine klare Leseempfehlung und eins meiner Highlights dieses Jahres!
Profile Image for Luuui.
152 reviews
May 23, 2024
Sehr persönlicher Ansatz. Ich denke es ist ein guter Einstieg in das Thema und ich wünschte, dieses Buch hätte es gegeben und wäre mir zugänglich gewesen, als ich ein Teenager war. Das hätte mir sicher geholfen.

Wer sich schon viel mit dem Thema auseinandergesetzt hat und die großen Bezugspunkte dieses Buches (Eva Illouz und Erich Fromm) schon im Original gelesen hat, findet hier kaum etwas Neues. Dafür aber eine schöne und sehr zugängliche Zusammenstellung wichtiger Theorien und Positionen.
Profile Image for Jule.
345 reviews14 followers
June 9, 2024
Mir hat der Schreibstil gar nicht gefallen, so dass ich es nach 60 Seiten weggelegt habe.
Profile Image for Leselotte .
67 reviews5 followers
June 24, 2025
Ein richtig gutes Buch – und für mich kam es zum genau richtigen Zeitpunkt. Es hat viele Gedanken und Gefühle getroffen, die ich selbst gerade empfunden habe.
Easy zu lesen und bringt einen oft zum Schmunzeln.

Ein Stern Abzug weil:
Manche Themen wiederholen sich recht häufig, was den Lesefluss ein wenig gestört hat. Außerdem verweist die Autorin mehrfach auf größere Zusammenhänge (gesellschaftlich, politisch etc.), die sie aus Platzgründen nicht vertiefen will – was sie ganz am Anfang des Buches schon reflektiert, was ich gut fand. Trotzdem hat es mich im weiteren Verlauf gestört, dass diese “Themen-Anrisse” immer wieder vorkommen, aber nie über ein kurzes Anreißen hinausgehen.
930 reviews
December 7, 2023
Die Gestaltung des Covers finde ich sehr ansprechend und es hat mich direkt neugierig auf das Buch gemacht. Die Illustrationen sind interessant und lassen einen bereits erahnen um welche Themen es in dem Buch geht. Der Titel ist sehr gut gewählt. Die Haptik des Taschenbuches gefällt mir gut.

In diesem Buch erzählt die Autorin etwas über die Liebe in modernen Zeiten. Welche Arten von Beziehungen gibt es? Wie wird eine Beziehung geführt? Wie entwickelt sich die Liebe in unserer modernen Zeit und welche Unterschiede gibt es? Immer wieder erklärt die Autorin Begriffe und gibt Beispiele. Die verschiedenen Themen rund um die Liebe fand ich spannend und ich kannte vieles noch nicht. Das Thema Trennung und Verarbeitung wird auch von vielen Seiten betrachtet und erklärt. Das Buch ist in 4 Abschnitte aufgeteilt. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, ich finde ihn sehr persönlich und gut lesbar. Die Autorin schafft es auch schwierige Themen sensibel und gut verständlich zu erklären. Verschiedene Begriffe werden am Ende des Buches erklärt, das Literaturverzeichnis gefällt mir besonders gut. Das Buch hat mir neue Sichtweisen ermöglicht und ich empfehle es auf jeden Fall weiter.
Profile Image for Ines.
70 reviews
November 26, 2023
Die Autorin hat selber gerade ein Beziehungsende hinter sich und schreibt darüber, wie patriarchale Strukturen unsere Beziehungen beeinflussen. Von der Antike übers Mittelalter bis in die Moderne umspannt sie, was Liebe bedeutete und welchen Einfluss die jeweiligen Einstellungen bis heute auf unsere Art zu lieben haben.

Es waren nicht so viele gänzlich neue Informationen und Gedanken dabei, aber ich hab mich in vielen Aussagen wiedergefunden.

Beispielsweise als sie ansprach, dass Frauen oft glauben, um Aufmerksamkeit und Zeit kämpfen zu müssen. Dass wir lernen, verständnisvoll anstatt auch mal wütend zu sein. Dass wir Frauen oft das Gefühl haben, uns unsere Bedürfnisse ignorieren bzw. sie abtrainieren zu müssen und uns in unseren Wünschen verunsichern lassen. Das Gefühl, Männern etwas zu schulden. Oder die Frage: „Am I accepting the bare minimum?“

Zum Schluss sinniert sie, wie Liebe in Zukunft aussehen könnte.
Profile Image for Vera.
10 reviews
February 13, 2024
Ich fand es ganz nett, vor allem wenn man damit anfängt sich mit feministischen Themen zu beschäftigen. Sicherlich ein guter erster Überblick. Mir wurden die Themen nicht genug in die Tiefe behandelt, aber das ist Geschmacksache. Durch die persönlichen Anekdoten ist es einfacher rein zu kommen, es ist aber dadurch auch unklarer was Haltungen sind und was Fakten.

Was mich genervt hat ist, dass immer wieder englische Begriffe genutzt werden, die dann in der Fußnote übersetzt werden, obwohl die englischen Begriffe null notwendig sind. Warum nicht statt "working class" einfach "Arbeiter*innenklasse" schreiben?
Displaying 1 - 20 of 20 reviews

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