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Tanz der Furien - Wiener Abgründe

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Peter Lorath

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June 6, 2025
Wien, August 1880. Ein reizendes Wäschermädel gerät ins Fadenkreuz des berüchtigten Zuhälters Ferdl. Wenig später ist Ferdl tot, grausam erstochen, und im Rotlichtmilieu scheint ein Krieg um die Vorherrschaft in der Leopoldstadt zu entbrennen. Ermittler Kern ist zwiegespalten: Zum einen ist er froh um den Tod seines Erzfeindes, zum andern würde er nur zu gern wissen, wer hinter dem Anschlag steckt, der das Objekt seiner über Jahre gehegten Rachegelüste beseitigt hat. Verschärft wird das Ganze dadurch, dass die Wiener Polizei vor allem darauf bedacht ist, die Feierlichkeiten zum fünfzigsten Geburtstag des Kaisers Franz Joseph von negativen Einflüssen freizuhalten.

Mir hat gefallen, wie sich die Geschichte um die Wäscherin und den Ludenkrieg langsam entfaltet und wir erst nach und nach erfahren, in welche Richtung das Ganze gehen wird. Wir bekommen wieder reichlich authentischen Lokalkolorit, das Wienerische wird geschickt ausgebreitet (und bei Bedarf ins Piefkinesische übertragen), auch das Zeitgeschehen und der Alltag kommen gut zur Geltung - ich jedenfalls bin in diesem Band über keine auffälligen Anachronismen gestolpert. Geschickt und glaubwürdig eingeflochten sind auch der Ausnahmestatus, den Militär und Adel - und dann erst recht in der Kombination eines adligen Offiziers - in jener Zeit genossen haben und wie sich die bürgerliche Justiz und Exekutive bei allem Gerechtigkeitssinn entgegen unserem modernen Verständnis von Gleichheit vor dem Gesetz, die Zähne an den Hochgestellten ausgebissen hat. Gute Krimis sind ein Abbild ihrer Zeit und ihrer Gesellschaft, das erweist sich in diesem Buch wieder mal aufs Feinste.

Peter Lorath hat ein paar durchaus interessante Figuren erdacht, die er hier aufeinandertreffen lässt - allen voran der geheimnisvolle Ex-Fremdenlegionär Steininger und die Wäscherin Resi. Die Auflösung der Kriminalgeschichte fand ich etwas vorhersehbar und das lange Erklären, wer sich warum wie verhalten hat bei dem Massaker und den anschließenden Kämpfen, schien mir etwas überzogen dafür, dass das Ganze nicht so schrecklich komplex verwoben wurde.

Eine anschauliche Reise ins Wien von 1880 also - verbunden mit einem Krimiplot, der mich nicht vom Hocker gerissen hat.
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