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Diamantnächte

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Agnete hat die Kontrolle. Die Tage folgen einem festen Rhythmus, sie hat einen guten Job, ihr Körper tut, was man ihm sagt. Sie ist zum zweiten Mal verheiratet und hat eine Tochter, die bald erwachsen sein wird. Doch dann fallen Agnete die Haare aus.
Eines Herbstmorgens fährt ihr Mann ins Ausland und kommt erst an Weihnachten zurück. Agnete findet die Ruhe, um nach Worten für das zu suchen, was ihr Körper ihr schon seit einiger Zeit zu sagen versucht.
Sie versucht, sich selbst als junge Studentin in London wiederzufinden. Wie sehr sie sich danach sehnte, gesehen zu werden. Und wie sie sich in jenen Jahren in eine Dunkelheit verirrte, die sich als Licht tarnte.

In Diamantnächte geht es um Täuschung und Selbstbetrug, psychologische Verletzlichkeit, toxische Beziehungen, die allmähliche Erkenntnis von Wahrheit und Lüge, es geht um die Enttarnung der Geschichten, die wir uns über uns selbst erzählen und um eine Frage, die so viel machtvoller ist, als wir glauben: Wie geht es dir eigentlich?

Ein Roman über unser Bedürfnis, gesehen zu werden, und die Notwendigkeit, uns von den Blicken anderer zu befreien.

240 pages, Hardcover

First published July 28, 2022

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About the author

Hilde Rød-Larsen

33 books8 followers

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Community Reviews

5 stars
45 (16%)
4 stars
119 (43%)
3 stars
85 (30%)
2 stars
26 (9%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 32 reviews
Profile Image for hand.verlesen.
229 reviews40 followers
October 23, 2023
Agnete hat seit einiger Zeit starken Haarausfall. Als ihr Mann für einige Wochen auf Dienstreise geht, beschließt sie herauszufinden, was ihr Körper ihr sagen möchte. Sie zieht sich zurück, hält Rückschau und taucht in ihre Erinnerungen an ihre Zeit als Studentin in London ein. Was ist damals geschehen? Wie ändert sich die Interpretation dieser Geschehnisse, wenn sie mit erwachsenen Augen darauf blickt?

Ich empfand dieses Buch als sehr intensiv. Hilde Rød-Larsen lässt uns tief eintauchen in die Erlebnisse und Gedanken ihrer Protagonistin. Wir erhalten immer mehr Fragmente aus unterschiedlichen Lebensjahren von Agnete, die sich schließlich zu einem Bild zusammenfügen. Schicht für Schicht wird abgetragen, das Trauma freigelegt. Das erzeugt Verwirrung und Spannung, es bildet sich ein Sog, fast wie bei einem Thriller.

„Diamantnächte“ ist ein starkes, psychologisch fein gesponnenes und schmerzhaftes Buch, das mich viel zum Nach- und Weiterdenken gebracht hat. Es geht um Selbsttäuschung und Selbstermächtigung, um den Mut, hinzusehen, auszuhalten und bestimmte Narrative loszulassen, auch wenn es wehtut.

Vielen Dank an Vorablesen für das Rezensionsexemplar!
Profile Image for Marie H.D..
Author 1 book25 followers
March 16, 2025
2 ⭐️—Når en bok glipper mellom fingrene.

Noen bøker treffer deg hardt, andre sklir bare forbi, som regndråper på et vindu. Diamantkvelder var dessverre den siste typen for meg. Jeg ville like den. Jeg ville bli sugd inn i fortellingen, kjenne på uroen, sårheten, minnene som sakte løsner fra veggene i livet til hovedpersonen. Men i stedet fant jeg meg selv sittende og stirre tomt ut i lufta, halvveis inne i en scene, halvveis i mine egne tanker.

Det er ikke bokens skyld. Språket er fint, stemningen er der, og tematikken – kontroll, kropp, identitet – er sterk. Men jeg følte aldri at jeg kom ordentlig innpå. Alt føltes som en skygge, litt for fjernt, litt for vagt. Som om hun heller ville være et vagt minne enn en virkelig person.

Jeg kom meg gjennom den – takket være lydboken – men jeg var aldri helt til stede. Kanskje hadde jeg likt den bedre en annen gang, i en annen stemning. Eller kanskje er dette bare en sånn bok som ikke var ment for meg.
Profile Image for Ragna Louise.
51 reviews5 followers
September 10, 2023
Romanen som utløste en rekke varslingssaker mot en av Norges mest kjente psykiatere, men også en vakker og sårt skrevet romanen. Forteller om å være syk, sårbar og idealisere en eldre kompetent mann som gir uttrykk for å forstå. Og lengselen etter å bli forstått og at noen bare skal holde henne. Men også om hvordan man kan finne på å tilpasse seg en usunn relasjon og skape en illusjon om at det er sånn man ønsker å ha det. («Aksept for en situasjon kan, hvis man har evne til tilpasningsdyktighet, på kortere enn et blunk forkled som et ønske om at det skal være sånn»). Hun forteller ikke bare om relasjonen med psykiateren, men også andre menn og mennesker i livet hennes, blant annet dattera som beskriver med så mye kjærlighet.

Profile Image for Maria B.
46 reviews8 followers
June 13, 2024
Stark angefangen. Dann leider bisschen nachgelassen für mich persönlich, trotzdem 4/5
89 reviews4 followers
January 24, 2024
En flott bok som skildret hovedpersonens følelsesverden godt, selv om den til tider var litt tøff.
Profile Image for thefatflatcat.
241 reviews13 followers
December 17, 2023
2.25

Ich bin verwirrt. Der Schreibstil war mehr als chaotisch und es wirkt so, als wäre die gesamte Erzählung ein Fiebertraum. Wieso gibt es zwei Handlungsstränge, die sich bis auf die Namen fast komplett ähneln? Was sollte diese Exploration ihrer Vergangenheit? Was hat sie ihr gebracht? Das Buch ist aus und ich kenne mich ebenfalls nicht aus. Was war der Zweck dieses gesamten Buches?? Wieso existiert es?

Der Einband ist schön und es war kurz und leicht zu lesen. Aber zufrieden hat es mich nicht gestimmt.
Profile Image for Geir Ertzgaard.
284 reviews14 followers
March 13, 2024
Boken som fikk hodet til å rulle for en av våre mest kjente psykiatere. Litt overrasket over innholdet, som hovedsaklig fokuserer på tiden før og etter, og lite på relasjonen til fiktiv psykiater. Men samtidig er kanskje det mest interessante her nettopp hva overgrep gjør med mennesker i ettertid. Nyttig og viktig lærdom, syns Rød-Larsen skriver fint, og uavhengig av det alvorlige temaet fine beskrivelser av studentliv i London og forsøk på å etablere seg-liv i Oslo.
Profile Image for Sigrid.
200 reviews3 followers
August 28, 2023
Ikke særlig god bok om viktig, personlig tema. Les heller en annen #metoobok.
22 reviews
November 1, 2023
Beeindruckendes Psychogramm

Das Cover des Buches ist ansprechend und attraktiv gestaltet. Es besteht aus bunten aufeinandergeschichteten Fragmenten (evtl. Blütenblätter) sowie einer Kerze. Titel und Gestaltung lassen nicht auf den Inhalt des Buches schließen. Was befindet sich wohl unter diesen Schichten, was es gilt freizulegen? Und was bedeutet der Titel „Diamantnächte“?

Die Protagonistin Agnete führt ein (finanziell) abgesichertes Leben in zweiter Ehe. Sie hat einen Job als Übersetzerin, eine Tochter, mit der sie sich gut versteht und einen Ehemann, der beruflich etabliert ist. Ihr Leben verläuft in scheinbar geordneten Bahnen. Doch plötzlich fallen ihr die Haare aus. Sie nutzt die längere Abwesenheit ihres Ehemannes, die durch eine Dienstreise bedingt ist, um über ihr Leben bzw. die Ereignisse in ihrer Vergangenheit zu reflektieren und den Grund für ihren Haarausfall herauszufinden.

„Der Kaffee signalisierte meinem Gehirn, dass mein Tag begonnen hatte, jener Tag, an dem ich entschieden habe, dass ich aufhören muss, mich von mir selbst abzuwenden, wenn ich die Frage stelle, was passiert war und warum.“ (Seite 12)
Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit wird zunächst aus Sicht einer Ich-Erzählerin dargestellt, so dass sie für den Leser als Person greifbar wird. Gefühle, Gedanken und Überlegungen werden auf diese Weise vermittelt und man kann sich als Leser gut in die einzelnen Situationen hineinversetzen. Im Laufe der Erzählung wechselt dann jedoch die Erzählperspektive in die dritte Person. So wird es vermieden, dass die Erzählung zu nah, persönlich und zu hart wird. Ferner werden die Namen der Protagonistin und der Nebenfiguren geändert.

Der Leser erfährt, dass die Kindheit der Erzählerin unter anderem geprägt war von dem Gefühl, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und angetrieben von dem Wunsch, gesehen zu werden. Hierbei greift sie auf extreme Möglichkeiten, wie z.B. durch selbstverletzendes Verhalten oder sogar Änderungen des Essverhaltens (Essstörungen), zurück.

„Die Verletzungen, die ich mir selbst beibrachte, waren immer von wirklichen Unglücken inspiriert“. (Seite 76)

„Als Jugendliche entdeckte ich eine neue Strategie, mich selbst zu zähmen, die gleichzeitig eine Möglichkeit bot, mich selbst zu verletzen… niemand sollte sehen, dass ich nichts aß… .“ (Seite 199).

Sie macht ihre erste sexuelle Erfahrung mit einem geschiedenen jüngeren Wissenschaftler, um die Macht und Kontrolle über den eigenen Körper zu spüren bzw. zurückzuerlangen. Hierbei tritt ihre Selbsttäuschung zu Tage:

„Meine damalige Mitbewohnerin, die schon seit Jahren einen Freund hatte, schimpfte darüber, dass ich mich von dem alten Schwein ausnutzen ließ, dabei empfang ich nichts als Erleichterung. So habe ich diese Geschichte mir und anderen erzählt.“ (Seite 19)

Hier wird deutlich, dass unsere Darstellung der Ereignisse dazu führt, die Fremdwahrnehmung unseres Umfeldes als auch unser Selbstbild zu formen. Der Protagonistin ist es wichtig, ein Bild von ihr für die Außenwelt zu entwerfen, so, wie sie gerne wahrgenommen werden möchte, um das Verhalten ihr gegenüber zu beeinflussen. Aber was befindet sich unter dieser äußerlichen Schicht?

Ein weiteres Trauma ihrer Vergangenheit ist eine komplexe #Metoo-Beziehung und die Rolle, die sie hierbei spielt.

„Aber ich interessiere mich für mich selbst, warum habe ich mich ergeben, zum Verzehr dargeboten?“ (Seite 153)

Hierbei sieht sie sich nicht als Opfer (Diamant = unbezwingbar, unbesiegbar).

Die Geschichte, die retrospektiv erzählt wird, ist intensiv-irritierend. Der Wechsel in der Erzählperspektive und die Änderung der Namen der handelnden Personen führen dazu, dass man als Leser aus dem Flow der Erzählung gerissen wird und zunächst desorientiert ist. Verstärkt wird dieser Eindruck durch den Wechsel der Zeitebenen. Weiter wird diese Unbeständigkeit durch die literarische Form, wie z.B. der fragmentarischen Aufteilung des Textes, unterstrichen. Manche Kapitel bestehen aus lediglich einem Satz, manche aus wenigen Seiten.

Fazit: Ein lesenswerter, jedoch kein einfacher Roman über eine Frau, die mit ihrer eigenen Vergangenheit kämpft und versucht, durch feine Reflexion ihre Traumata und den erfolgten Missbrauch zu verarbeiten. Trotz dem Wechsel der Zeitebenen und der Änderung der Namen der handelnden Personen, die den Leser etwas ratlos und desorientiert zurücklassen, ist der Roman zu empfehlen. Die Auseinandersetzung mit den einzelnen Thematiken führt dazu, dass man sich Gedanken über sich selbst und seine Verhaltensweisen macht und sich unwillkürlich fragt, ob man sich in bestimmten Situationen tatsächlich authentisch verhalten hat.
Profile Image for Diana (buecher.berge).
150 reviews11 followers
October 24, 2023
Agnete führt ein gutes Leben. Ein kontrolliertes Leben. Als Übersetzerin hat sie einen guten, sicheren Job, der ihr an den meisten Tages Freude bereitet. Zu ihrer 16-jährigen Tochter hat sie ein gutes Verhältnis, lässt ihr die Freiräume, sich zu entfalten und zu entdecken und wird dafür regelmäßig mit gemeinsam verbrachter, liebevoller Zeit belohnt. Auch mit ihrem Ex-Mann und dem Vater ihrer Tochter versteht sie sich noch. Ihr jetziger Ehemann ist ein guter Mann. Objektiv betrachtet und nach gesellschaftlichen Maßstäben führt Agnete ein gutes Leben. Ein Leben, das nach Plan und in kontrollierten Bahnen verläuft. Doch warum fallen ihr plötzlich die Haare aus? Eine körperliche Reaktion auf Stress, auf ein Trauma, eine Reaktion eines Körpers, der doch sonst tut, was Agnete von ihm will. Eine Reaktion, die sich ihrer Kontrolle entzieht. Agnete spürt, wie die Fassade bröckelt. Wie etwas in ihr geschlummert hat, seit langer Zeit und nun, endlich, an die Oberfläche kommen möchte. Als ihr Mann für einen Forschungsauftrag für ein paar Monate ins Ausland geht, findet Agnete die Ruhe, die nötig ist, um Worte zu finden, Erinnerungen zuzulassen und dem zuzuhören, was ihr Innerstes ihr schon seit langer Zeit zu sagen versucht. So setzt sich Agnete vor den Schreibtisch und macht von ihrer eigenen Stimme Gebrauch. Erinnert sich an die Zeit ihrer Studiums in London als sie eine junge Frau war, getrieben von dem Wunsch, gesehen zu werden, ins Licht zu treten und dabei verloren ging in einer Dunkelheit, die vortäuschte Licht zu sein.

»Diamantnächte« ist einzigartig. Ich habe noch nie ein Buch wie dieses gelesen. Es ist eine leise, eine bedachte Geschichte, die erzählt wird. Es ist Agnetes Geschichte und sie fühlt sich so echt an. Agnete erzählt, sucht Worte, verirrt sich in ihnen, versteckt sich vor ihnen, springt vor und zurück, findet sie, stellt sich ihnen, macht sie sich zu eigen. Schicht um Schicht reißt Agnete durch ihr Schreiben die Mauern ein, die sie jahrzehntelang um sich errichtet hat. Arbeitet auf, stellt sich, unschönen Wahrheiten, beschönigenden Lügen und ihrem Selbst, ohne zu wissen, was am Ende von ihr übrig bleibt. Es liegt ein Drängen hinter diesen Worten, ein pulsierender Strom, der sich durch die Seiten zieht und die Kraft hat mitzureißen, wenn man ihn lässt. Es ist eine Geschichte über Beziehungen, zu anderen und zu sich selbst. Über die Geschichten, die wir uns selbst und anderen erzählen, wenn die Wahrheit zu weh tut, und die am Ende zu einer anderen Form der Wahrheit werden. Es liegt eine Kraft in den Worten, die wir nutzen. Es liegt eine Kraft darin, zuzuhören und hinzusehen. »Diamantnächte« handelt von der uns innewohnenden Angst und Unsicherheit, von Selbstbetrug, Leugnung und Verletzlichkeit. Von Menschen, die nicht gut tun, die ausnutzen, die sich als Licht tarnen und Dunkelheit bringen. Es geht um den Körper, Leinwand des Lebens, Austragungsort von inneren wie äußeren Kämpfen. Es geht um den schmerzenden Widerspruch zwischen dem Wunsch, gesehen zu werden, richtig, einmal nur, und dem Wunsch, zu verschwinden. Es geht um psychische Wunden, die niemals ganz heilen.

»Diamantnächte« war wie eine Flutwelle, die mich mitgerissen hat. Ich war nicht vorbereitet auf diese Geschichte, auf diese Gefühle, auf eine Distanziertheit im Erzählen von Agnete, die mich umso mehr berührt hat. Manchmal muss man sich erst von sich selbst zu distanzieren, um die Kraft zu finden, sich der eigenen Wahrheit zu stellen. Wie schwer es sein kann, nach Hilfe zu rufen. Wie leicht es sein kann, im eigenen Selbst zu ertrinken. Wie selten man gesehen wird, wie selten jemand fragt »Wie geht es dir?« und eine ehrliche, eine aufrichtige Antwort hören will. Wie leicht man Dunkelheit mit Licht verwechseln kann. Dieses Buch. Diese besondere Art der Erzählung. Diese Geschichte. Wow.
Profile Image for Isa ◡̈ .
233 reviews42 followers
October 22, 2023
»Wie stark ein Augenblick in uns wirkt, wenn er sich in Echtzeit entfaltet, wie ausgeliefert wir ihm sind, und dann ist er im Nu vorbei; während er von einem neuen Augenblick abgelöst wird, verblasst der alte, schwindet dahin. Puff! Aber die Reste bleiben zurück, wie Asche im Körper.« (S. 95) 💔😮‍💨

»DIAMANTNÄCHTE« ist ein Roman, der in einem sehr ruhigen, unaufgeregten, distanzierten aber dennoch feinfühligem Ton in Fragmenten die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit der 49-jährigen Übersetzerin Agnete erzählt. Dabei brilliert das Buch durch solche — I’d say — ✨Diamant✨-Sätze und -Beobachtungen, wie das obige Zitat 💎.

HOW ARE YOU? — Die Protagonistin wird von dem Wunsch, gesehen zu werden, angetrieben. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben: Angefangen mit ihrer Kindheit, in der sie sich selbst Verletzungen zuführte; über ihre Jungend, in der sie in eine Essstörung entwickelt, um wenigstens die Kontrolle über ihren Körper zu erlangen; bis hin zu ihrer Studienzeit, in der sie toxische Beziehungen eingeht und dabei hofft, dass ihr stiller Hilferuf entlarvt wird.

»DIE AKZEPTANZ EINER SITUATION kann sich, wenn man zur Anpassungsfähigkeit neigt, innerhalb von Sekunden in den Wunsch verwandeln, dass sie genau so sein sollte. Diese Neigung ist etwas, was mich an mir selbst erschreckt.« (S. 176)

Es fällt der Protagonistin nicht leicht, all diese Fragmente aus ihrer Vergangenheit heraufzubeschwören, ihre Vergangenheit zu sezieren und ehrlich mit sich selbst zu sein. Damit zeigt der Roman eindrücklich, dass, wie wir die Geschichten über uns selbst erzählen, trägt erheblich dazu bei, wie nicht nur die Anderen, sondern vor allem auch wir uns selbst sehen.

»Aber ich interessiere mich für mich selbst, warum habe ich mich ergeben, zum Verzehr dargeboten? Ich bekomme Lust, mich selbst zu umarmen, fest, zärtlich, geborgen. Mich ein wenig hin- und herzuwiegen, ein leises Lied in mein Haar zu singen, zu sagen: Komm her, dann passe ich auf dich auf.« (S. 153) ❤️‍🩹

Dieser Roman ist krass deep.🥵 Die Autorin schafft es, mit einer Leichtigkeit über all diese schweren Themen zu schreiben, dass sie nicht direkt ins Auge fallen. Indirekt stellt dieser Roman viele philosophische, moralische und gesellschaftliche Fragen. Ich habe einige Sätze bewusst langsamer gelesen, und bewundere den Schreibstil der Autorin sehr: DIAMANTNACHT 💎 — was für eindrückliche und philosophische Metaphern hier geschaffen worden sind.

»DIAMANTNÄCHTE« 💎🤍 von der norwegischen Übersetzerin, Lektorin und Autorin Hilde Rød-Larsen (Übersetzung 🇳🇴: Ursel Allenstein) erinnerte mich sehr an den norwegischen Roman »MACHT« und greift ebenfalls die Thematik von ME TOO und dem starken Willen, sich selbst nicht als Opfer zu sehen, auf.

Aus den Angaben über die Autorin lassen sich viele Parallelen zwischen der Protagonistin und ihr selbst feststellen, so dass ich mich frage, wie viel von diesem Roman Fiktion und wie viel Erlebtes ist. 💭

Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Roman polarisiert. Es ist kein einfacher Roman - weder thematisch noch literarisch. Mich hat der Roman durch den besonderen Erzähl- und Schreibstil in einen Sog gezogen und berührt. Leseempfehlung für alle, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen können und möchten. ❤️‍🩹 Ich bin sehr gespannt auf hoffentlich weitere Bücher und Übersetzungen der Autorin (auf Norwegisch ist dies bereits ihr 2. Roman).

[CN: Sexueller Übergriff; Essstörung; Selbstverletzendes Verhalten; Depression]
Profile Image for Anne Zeiß.
18 reviews
October 14, 2023
Intelligente Reflexion des Themas Selbsttäuschung

Wie sehr bin ich damit beschäftigt, mich so zu inszenieren, wie ich von der Außenwelt wahrgenommen werden möchte, während ich mir eigentlich am meisten wünsche, dass jemand sieht, wie es mir wirklich geht? Und was macht das mit mir? Entsprechen meine Erinnerungen der Wahrheit oder habe ich auch sie so umgeschrieben, dass sie in die Geschichte passen, die ich mir selbst erzähle? Was tue ich mir selbst an, in der Hoffnung, eine bestimmte Reaktion bei einer anderen Person damit auszulösen? Diese Fragen behandelt Hilde Rod-Larsen in ihrem Roman Diamantnächte auf eine ausgesprochen ruhige, intelligente und einfühlsame Art.

Als der Protagonistin Agnete die Haare auszufallen beginnen, erkennt sie, dass es an der Zeit ist, sich mit einem traumatischen Erlebnis aus ihrer Studienzeit auseinanderzusetzen. Ihre Bewältigungsstrategie ist es, darüber zu schreiben. Dabei reflektiert sie nicht nur das Erlebte und ihre eigenen Gedanken und Gefühle, sondern auch den Schreibprozess selbst. An welchem Punkt soll sie die Erzählung beginnen? Welche Perspektive soll sie wählen? Im Laufe des Romans probiert sie verschiedene Erzählweisen aus, um herauszufinden, auf welche Weise sie am wahrhaftigsten von den Ereignissen berichten kann. Larsen gelingt es auf diese Weise, die wichtigsten Fragestellungen des Texts auch anhand des Schreibstils selbst aufzugreifen.

Der Roman setzt sich aus Erinnerungen von Agnete von ihrer Kindheit bis in die Gegenwart in Form von kurzen Kapiteln, manche wenige Seiten, andere nur wenige Zeilen lang, zusammen. Dabei geht Agnete nicht chronologisch vor, sondern springt zwischen ihren verschiedenen Lebensphasen hin und her und reflektiert über die Ereignisse und ihr Verhalten. Obwohl dabei stets die Selbstwahrnehmung sowie die Wahrhaftigkeit der eigenen Erinnerungen hinterfragt werden, vermittelt die Erzählweise ein Gefühl radikaler Ehrlichkeit. Agnete legt ihre Ängste und Wünsche offen dar und analysiert ihre eigenen Verhaltensmuster. Trotz des eher nüchternen Tonfalls habe ich mich der Protagonistin beim Lesen sehr nahe gefühlt und immer wieder darüber nachgedacht, inwiefern ich selbst versuche, eine ganz bestimmte Version von mir für die anderen zu kreieren und so ihr Verhalten mir gegenüber zu beeinflussen.

Hilde Rod-Larsens Diamantnächte ist ein beeindruckendes Buch, in dem eigentlich nicht viel passiert und das sich schnell lesen lässt, aber noch lange in mir nachhallt und mich auch Tage nach der Lektüre noch dazu bringt, meine eigenen Erinnerungen und Verhaltensweisen anderen gegenüber zu hinterfragen.
Profile Image for Marie On.
Author 1 book2 followers
October 23, 2023
Tonje arbeitet als Übersetzerin und lebt mit ihrer 17-jährigen Tochter und ihrem zweiten Mann in einer Wohnung in Norwegen. Ihr Mann geht für einige Monate auf Dienstreise. Tonje klagt über massiven Haarausfall und versucht zu eruieren, wie es dazu kommen konnte. Sie lässt ihr Leben, mit all ihren gemachten Erfahrungen revue passieren und erinnert sich an die ersten Jahre, als junge Studentin in London.

Dort lernte sie die Engländerin Jenny kennen, die das Gegenteil von ihr war. Kess, sexy, launisch. Sie freundeten sich an und verbrachten einige Wochenenden bei Jennys Vater Alexander. Der war Psychologe und arbeitete in eigener Praxis, in einem Anbau seines Hauses. Alexander war einfühlsam, aber auch robust. Seine Lebenserfahrung und Selbstsicherheit übte auf die scheue, introvertierte Tonje eine große Anziehung aus. Er sah die junge Frau, die zu dünn war und sich auch schon einmal Schnitte mit der Rasierklinge zufügte, mit großem Interesse. Und gab ihr damit genau das, was sie sich wünschte.

Schließlich verführt Alexander Tonje. Sie treffen sich regelmäßig in seiner Praxis. Er breitet ein weißes Laken auf seiner Ledercouch aus und sie haben Sex. Es ist nicht so, als würde Tonje das gefallen, aber sie kommt aus dieser Situation nicht hinaus. Steht immer zur Verfügung, wenn er sie will, obwohl er keinen Hehl daraus macht, dass er sie benutzt.

Frauen, die unter 50 Kilo wiegen, können nie eine echte sexuelle Befriedigung erleben, sagte er einmal. Ich wog 46 Kilo. S. 179

Fazit: Die Geschichte ist in einem angenehm lockeren Erzählstil geschrieben und beginnt mit einer Ich-Erzählerin. Mittendrin wechselt die Autorin in die dritte Person und ändert die Namen der ProtagonistInnen. Wahrscheinlich, damit die Hauptprotagonistin, die die Geschichte erzählt, genug Abstand bekommt, um das Schwierige? Unaussprechliche? besser wiedergeben zu können. Dabei entstehen dann abgehackte Kleinstkapitel, die auf ihre Kindheit zurückblicken. Diese “Unordnung” und spontane Sprunghaftigkeit hat mich aus der Geschichte gerissen, so dass ich der Intention, der Autorin nicht mehr folgen konnte. Ganz am Ende erfahre ich, woran der Haarausfall tatsächlich liegt und fühle mich veralbert. Der Klappentext klang hochinteressant, genau mein Thema und ich finde die Idee eines Psychograms richtig gut, aber die Umsetzung hat mir nicht gefallen.
174 reviews
January 19, 2024
"Diamantnächte" erzählt die bewegende Geschichte einer Frau, Agnete, die sich mutig ihrer eigenen Vergangenheit stellen möchte. Dabei gerät sie immer wieder in einen Zwiespalt zwischen Wahrheit und Ehrlichkeit einerseits sowie Selbsttäuschung und Aufrichtigkeit andererseits.

In der Mitte des Lebens angelangt, in ihrer zweiten Ehe und mit einer Tochter führt Agnete ein vermeintlich angepasstes und unauffälliges Leben. Doch plötzlich verliert sie von einem Tag auf den anderen ihre Haare, und Agnete spürt, dass die Lösung in ihrer Studentenzeit in London verborgen liegt, tief verschlossen und emotional weit entfernt. Als ihr Mann beruflich für längere Zeit verreist, entscheidet sie sich, sich ihren Erinnerungen zu stellen.

Die Geschichte, die sich daraufhin entfaltet, ist geprägt von Selbstbetrug und Illusionen, von Wahrheiten und Täuschungen. Agnete erkennt, wie sie sich vor der Wahrheit windet und ablenken lässt. Die Erzählung wechselt zwischen dem Ich und dem Sie, wodurch eine gewisse Distanz geschaffen wird, die es Agnete ermöglicht, sich an ihre Vergangenheit zu erinnern. Was ans Licht kommt, ist geprägt von toxischen Beziehungen, Selbstzweifeln, fehlender Anerkennung und dem Verlangen, dazuzugehören.

Rød-Larsens ungewöhnlicher Schreibstil ermöglicht es der Leserin, auf eine einzigartige Weise an Agnetes Gedanken teilzuhaben, trotzdem ist ihr Stil irgendwie gefühlslos und nüchtern. Dies verleiht dem Roman eine Intimität, als wäre man die Vertraute des Opfers, das in Fragmenten berichtet und gleichzeitig aus der zeitlichen Reflexion heraus deutet und erklärt.

Obwohl der Roman inhaltlich oft Andeutungen macht und viel Raum für Interpretation lässt, kann er für manche Leserinnen zunächst schwere Kost sein. Doch einmal darauf eingelassen, entfaltet "Diamantnächte" eine Tiefe, die berührt und bis zum Ende Raum für eigene Gedanken lässt. Eine empfehlenswerte Lektüre, die mit vier Sternen bewertet wird.
Profile Image for Karola.
811 reviews7 followers
November 4, 2023
Ein Roman mit viel Selbstreflektion
Das Cover mit seinen ineinander verlaufenden, bunten Farben ist ansprechend gestaltet. Der Buchtitel mit DIAMANT – als strahlendes Wertvolles – und NÄCHTE – als direkten Gegensatz dazu – birgt in sich die verborgene, innere Zerrissenheit der Hauptfigur. Dieser tiefgründige, sensible Roman, in drei Abschnitte unterteilt, bietet Erinnerungsfetzen von Kindheit, Jugend und Studentenzeit an. Der Schreibstil ist dabei teils poetisch, berührend und ehrlich:
Was Marianne noch nicht weiß: Wenn die kleine Lampe in ihrem Inneren die Welt zum Funkeln bringt wie Diamanten, muss sie vorsichtig versuchen, das Licht zu dämpfen, und sei es nur ein bisschen, aber sie darf auf keinen Fall versuchen, es immer weiter aufzudrehen, weiter und weiter und weiter, bis die Birne durchbrennt. Dann wird es sich anfühlen, als würde es nie wieder hell werden, als wäre die Lampe für immer zerstört. Die vorige Nacht war eine solche Diamantnacht gewesen.
Insgesamt wirkt die Hauptfigur etwas depressiv, traurig. In der Rahmengeschichte eingebettet hadert die Erzählerin ständig mit sich, mit einer angeblichen Inkompetenz im menschlichen Umgang, mit Selbstverletzungen. Viele Dinge werden nur angedeutet, machen daher die Nachvollziehbarkeit etwas schwer. Auch wird die Selbstwahrnehmung sowie die Wahrhaftigkeit der eigenen Erinnerungen hinterfragt. Jedoch die leise, ruhige Erzählweise fasziniert.
Profile Image for Sophia Kaiser.
66 reviews
December 26, 2023
Agnetes Leben folgt dem immer gleichen Muster. Ihre Tage sind eingespielt, sie arbeitet und lebt mit ihrem zweiten Mann und ihrer Tochter zusammen. Doch irgendwann fallen Agnete die Haare aus - ein eindeutiges Signal, das etwas nicht stimmt. Woran das liegt? Das versucht sie herauszufinden, indem sie ihre Vergangenheit erforscht und sich dazu entschließt, ihre Geschichte zu erzählen. Währende des Lesens von „Diamantnächte“ erfährt man von Agnetes Vergangenheit, ihrem Studium in London und von ihrem Verlangen gesehen zu werden. Sie fängt eine Affäre mit einem Mann an, fühlt sich gesehen, wird von ihm aber ausgenutzt. Die Affäre entwickelt sich zu eine Abhängigkeit.
Die Handlung in Hilde-Rod Larsens Roman ist nicht immer einfach zu verfolgen. Im Text selbst dissoziiert sich die Ich-Erzählerin von sich selbst, die Erzählperspektive wechselt und es wird schwer nachzuvollziehen, wer gerade spricht. Dennoch bearbeite Larsen mit ihrem Roman wichtige Themen wie Selbstbestimmung, Abhängigkeit, Missbrauch und Einsamkeit.
Profile Image for Karina.
234 reviews2 followers
October 12, 2023
Dieses Buch hat ein so schönes Cover und auch ohne Schutzumschlag schaut es so hübsch und fröhlich aus.
Das ist es aber nicht...es ist nicht fröhlich, aber intensiv. Es ist auch nicht traurig, aber irgendwie schmerzhaft.
Agnete, eine Frau im besten Alter, guter Job, eine Tochter, einen Ehemann, gesund und plötzlich fallen ihr die Haare aus. Und mit den Haaren fallen auch endlich die dunklen Schleier der Vergangenheit und eine Zeit des Bewusstwerdens und Aufarbeitung beginnt.
Ich mag eigentlich gar nicht so sehr auf den Inhalt eingehen, ich denke es liest sich am besten wenn man Stück für Stück selber mit rausfindet mit was unsere Protagonistin hier zu kämpfen hatte und hat.
Keine leichte Lektüre und auch mich haben die Zeitsprünge und die plötzlich auftauchenden anderen Personen irritiert, aber durch die kurzen Kapitel fliegt man nur so durch diesen Roman.
Hat mir wirklich sehr gut gefallen, mich von Anfang an gefesselt und ich merke das es auch nachhallen wird.
2,275 reviews13 followers
October 27, 2023
Zum Inhalt:
Agnete für scheinbar ein perfektes Leben. Ein einen guten Job, einen festes Tagesrhythmus, eine fast erwachsene Tochter, einen Mann in zweiter Ehe, doch dann fallen ihr plötzlich die Haare aus. Was will der Körper ihr mitteilen? Und so will sie die Vergangenheit reflektieren und stößt immer wieder auf Diskrepanzen zwischen Wahrheit, Ehrlichkeit und auch Selbsttäuschung, wie sie gesehen werden wollte und nicht gesehen wurde.
Meine Meinung:
Ich habe das Buch als schwere Kost empfunden, denn Agnete macht einen sehr schwierigen Prozess durch in dem sie reflektiert, aber auch immer wieder Wege findet dem aus dem Weg zu gehen. Das konnte sie scheinbar immer schon gut. Ich fand das Buch ganz schön bedrückend- Es bleibt auch vieles letztendlich sehr offen. Vieles aus der Vergangenheit spiegelt sich in der Gegenwart auch wieder und das muss jeder erst mal für sich erkennen.
Fazit:
Schwere Kost
137 reviews2 followers
October 22, 2023
Das Fazit zu Beginn: Insgesamt war das Buch nicht schlecht, wahrscheinlich einfach nicht so ganz mein Fall und für mich eher mittelmäßig, aber man kann es definitiv mal gelesen haben. Es spricht meiner Meinung nach keine großartig krassen Trigger an und kann von jungen gleichermaßen wie von alten Leuten gelesen werden.
Der Schreibstil der Autorin ist ziemlich gut. Man kann das Buch flüssig lesen und bleibt auch bei der Sache. Die Protagonistin fand ich persönlich recht interessant, allerdings war es meiner Empfindung nach so, dass sie ziemlich traurig/melancholisch/etwas depressiv wirkte und man entweder mit runtergezogen wird oder man sie gerne aufheitern möchte.
Was mir gut gefällt ist, dass in dem Buch Zeitsprünge zwischen damals und heute gemacht werden. Dadurch versteht man es viel besser wieso die Person so handelt wie sie es tut.
Profile Image for Anna.
70 reviews2 followers
December 5, 2023
Et nakent portrett av hvordan sårbarheten kan sette en i en posisjon der en utsetter seg for ting som skader mer enn de heler. Boka skildrer klart hvorfor behandlere må være ekstremt aktsomme i møte med sårbare mennesker - ikke bare egne pasienter. Selv om fortelleren ikke er pasienten til psykiateren blir det klart at hva hun ønsker, er å bli møtt, sett, hørt og elsket. Men også respektert. Og det blir hun ikke.
Boka viser hvordan maktubalanse kan være et farlig utgangspunkt for et forhold der partene ønsker seg helt ulike ting, og hvordan traumer kan forsterkes når de ikke sees eller tas på alvor. En viktig bok i kjølvannet av #metoo
Profile Image for Anne Marte Jordet Stensrud.
297 reviews11 followers
June 17, 2023
Likte særlig del 2 og 3, da jeg forstod sammenhengen mellom historiene, men egentlig holdt jeg på å gi boka opp halvveis inn i første del. Synes ikke romanen er særlig godt skrevet. Distansert og nøktern. Tidvis tankefull. Litt flat og kjedelig innimellom de skjellsettende opplevelsene og hvordan fortid og nåtid henger sammen.
Lest som virkelighetslitteratur opplever jeg denne som godt innafor de etiske grensene for utlevering av levende modeller. Likevel - ikke den helt store leseopplevelsen, og en utilfredsstillende slutt.
Profile Image for Dzejna.
93 reviews
December 17, 2024
1.5/5 stjerner. Jeg ved godt at den her bog har fået den ene gode anmeldes efter den anden; og er blevet kaldt en del af MeToo-bevægelsens kamp osv. Men jeg må ærligt indrømme at den her bog var en af de mest forvirrede bøger jeg har læst og jeg forstår slet ikke hypen. Nogle af siderne hang sammen og gav mening; mens andre bare var en række linjer nedskrevet på random sider som ingen meningen gav. Da jeg læste bogen stod der at hovedpersonen havde spiseforstyrrelse, men dette følte jeg slet ikke kom til udtryk i bogen. Tværtimod følte jeg at personen nærmere gav udtryk for at være en opmærksomhedssøgende lystløgner, der bliver udnyttet af sin venindes far i mange år. Måske var der noget i den danske oversættelse af bogen der gik tabt? Jeg står nemlig tilbage med en forvirrende læseoplevelse...
Profile Image for Thea André.
29 reviews
July 28, 2025
Alle vet at Jeppe drikker, alle vet at jenter blir behandlet sånn av menn med makt. Med denne intelligente boka vet vi også litt mer om hvordan det skjer og hvordan vi fornekter at det skjer. Igjen, denne boka er intelligent!
Profile Image for Luna Tønnessen.
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June 15, 2023
Leste denne av nysgjerrighet etter ryteflom! Godt skrevet, I
kanskje ikke revolusjonerende plot, men lett sommerlektyre!
137 reviews
October 19, 2023
Sprachlos hadern

"Und dann hob ich ab und trieb sanft im Zimmer umher, ganz von allein." (S. 237)

Genauso wie eben angeführtes Zitat treibt die Geschichte der Protagonistin - einmal heißt sie Agnete, einmal Marianne - umher, zwar nicht immer sanft, aber ganz von allein. Wobei, ich bin mir unschlüssig ob es tatsächlich eine Geschichte ist. Vielmehr sind es Gedanken, die wir in "Diamantnächte" mitverfolgen können. Zwar gibt es eine Rahmengeschichte, diese erscheint aber zweitranging. Dabei hadert die Erzählerin ständig - mit sich, mit dem Gesehen Werden, mit einer angeblichen Inkompetenz mit Menschen umzugehen, mit Beziehungen, mit Träumen und Selbstverletzungen. Den roten Faden bildet dabei eine Beziehung zu einem wesentlich älteren Mann - der Vater einer Freundin - die sie Jahrzehnte aufrecht erhält, auch wenn sie immer nur eine flüchtige Begegnung darstellt. Es ist nicht klar: geht es um Sex, um Nähe, sieht sie der Mann, wie sie ist, weil er glaubt, dass er es kann? Was zieht sie immer und immer wieder zu ihm? Was ist so speziell an dieser Beziehung, dass sie deren Geschichte niederschreiben muss? Was ist es, das Agnete, oder Marianne, antreibt und wo will sie überhaupt hin? Mühelos könnte ich noch zahlreiche Fragen formulieren, eine Antwort bekomme ich in diesem Buch aber nicht.

Interessant ist der Aufbau des Buches: es umfasst drei Abschnitte. Im ersten versucht sie sich einer Geschichte anzunähern, wird aber immer wieder von ihren Gedanken unterbrochen. Sie erkennt, dass sie so nicht zum Ziel kommt (welchem???). Bis hierhin ist aus der Ich-Perspektive erzählt. Im nächsten Kapitel plötzlich wechselt die Erzählweise auf eine Erzählung in der Dritten Person. Nun heißen die Protagonist*innen anders, aus Agnete wird plötzlich Marianne und es wird geschildert, wie sie den Mann - hier heißt er nun Alexander und nicht mehr Christoph - kennenlernt. Er ist der Vater ihrer Freundin Jenny, die hier nun aber Sarah heißt. Nachdem sie und Alexander die ersten Intimitäten ausgetauscht haben, endet scheinbar völlig natürlich die Freundschaft zwischen Agnete und Jenny. Im dritten Abschnitt kehrt die Ich-Erzählform wieder zurück, der Mann wird nun schlicht C benamt. Hier tauchen wir mehr und mehr in die Gegenwart der Protagonistin ein - vermutlich versucht sie zu schildern, warum alles so geworden ist, wie es ist. Angenehm ist im Buch, dass die Unterkapitel nur sehr kurz sind, teilweise nur zwei Zeilen und ein neues beginnt immer in der Mitte der Seite - das Buch kann also schnell hinter sich gebracht werden.

"Diamantnächte" macht mich sprachlos und ich hadere. Sprachlos, weil mir nicht eingeht, was das Buch eigentlich erzählen will. Ich verstehe es schlicht nicht. Nichts scheint von Bedeutung zu sein, aber alles ist pathetisch wichtig. Ich hadere, weil der Erzählstrang, die Geschichte wirklich gut sein könnte, würde sie auserzählt werden, würde sie tiefer gehen, würden wenigstens Ansätze von Erklärungen vorhanden sein. Trotzdem ich daran wirklich kaum etwas verstehe, ich mich zwischendurch ob der fehlenden Tiefe und Nachvollziehbarkeit geärgert habe, habe ich das Buch nichtsdestotrotz irgendwie doch gern gelesen.
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