Am Anfang hat mich der leichte Schreibstil noch ganz gut unterhalten, aber ungefähr ab der Mitte wurde dieses Buch zu einer Qual sondergleichen. Der gleiche Schrott, immer und immer wieder, ich musste mir etliche Male das Buch gegen dir Stirn knallen.
Schon vor diesem Buch war ich mehr oder weniger eine Gegnerin des modernen Feminismus, vor allem der Maßnahmen, die er gedenkt zu tätigen, aber ich dachte mir: «Schauste mal rein, vielleicht bringt die Dame ja ein paar gute Argumente.» Denkste. Bis auf haltloses Geblabbere und sich Lustigmachen über unseriöse Gegner und Kommentare war da nicht viel zu finden.
Keine Frage, manchmal musste ich ihr auch Recht geben, oftmals aber nur, weil ich schon vorher derselben Meinung war (beispielsweise beim Amt der «First Lady», dem Toilettengesetz in North Carolina oder dass Informationen über Abtreibung gegeben werden dürfen). Und manchmal hat sie tatsächlich etwas gesagt, bei dem ich mir dachte «Stimmt, da hat sie Recht, das hatte ich nicht in Betracht gezogen», und manchmal musste ich auch lachen. Das wurde aber überschattet von all den Malen, bei denen ich mir das Buch gegen den Kopf knallen musste.
Man fragt sich auch, warum jemand, der sich ausführlich mit Kritikern beschäftigt, nicht ein einziges Mal auf valide Kritikpunkte am modernen Feminismus und anderem eingeht. (Beispielsweise dass überhaupt nicht gründlich untersucht wurde, ob die 8% Unterschied beim Einkommen wirklich aus Diskriminierung kommen, und selbst wenn ja, dass eine pauschale Quote vor allem in Bereichen, für die sich nun einmal weniger Frauen interessieren, keine Lösung sein kann. Oder dass Donald Trump zu wählen, nicht bedeutet, frauenfeindlich zu sein, weil … ach, das ist mir jetzt wirklich zu mühsam.)
Und: Aussagen wie «Die Gerüchte, dass Flüchtlinge mehr Frauen vergewaltigen als Deutsche, sind ja widerlegt» sind schlicht und einfach falsch. Sie widerlegt sie eigentlich sogar selber, indem sie sagt, dass «72% der erfassten Tatverdächtigen» einen deutschen Pass haben. Hm? Fällt was auf? Vielleicht, dass es nicht 28% Ausländer in Deutschland gibt? Die Ausländer also überrepräsentiert sind? (2016, als der Text mit den 72% geschrieben wurden, lebten 11,2% Ausländer in Deutschland.) Das lässt noch nicht auf die Gründe schließen und sagt schon gar nicht, was für Maßnahmen getroffen werden müssen – genauso wenig wie beim Gender Pay Gap. Aber die Zahlen stimmen so, da gibt es nichts zu drehen.
Fazit: Nie mehr Margarete Stokowski. Ich habe meinen Horizont erweitert, jetzt reicht es aber auch mal wieder.