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Vor der Revolution

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Eine informative, unterhaltsame Einführung in die Phantastik und in das Carcosa-Programm:
Erzählungen von Ursula K. Le Guin und Samuel R. Delany in Neuübersetzung.
Essays von Schriftsteller:innen und Expert:innen über die Carcosa-Autor:innen.
Eine Lesebuch für Phantastik-Begeisterte und Büchernärrinnen.

Dieser Almanach stellt das vielfältige Programm des Carcosa Verlages vor und präsentiert unsere Autor:innen in ihrer ganzen Einzigartigkeit.

Unter anderen schreiben begeistert: Helmut W. Pesch über Leigh Brackett, Julie Phillips über Ursula K. Le Guin, Christopher Ecker über Gene Wolfe, Clemens J. Setz über Samuel R. Delany und Dietmar Dath über Alan Moore.

Drei neu übersetzte Erzählungen von Ursula K. Le Guin bieten einen fulminanten Einstieg in das Werk einer der bedeutendsten Autorinnen unserer Zeit. Der Kurzroman Imperiumsstern von Samuel R. Delany erzählt von einer abenteuerlichen Reise durch die Tiefen des Weltraums – und knüpft gleichzeitig eine metafiktionale Verbindung zu seinem preisgekrönten Roman Babel-17.

Und natürlich erfahren wir, in einer neu übersetzten Kurzgeschichte von Ambrose Bierce, was es mit dem rätselhaften Namen »Carcosa« auf sich hat …

278 pages, Paperback

Published October 1, 2023

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About the author

Hannes Riffel

75 books1 follower

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Community Reviews

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Totarota.
113 reviews9 followers
October 21, 2023
Ich liebe es.

Dieser Almanach sammelt Texte von sowie über fremdsprachige Autorinnen und Autoren hochklassiger, progressiver phantastischer Literatur, deren Werke nun in neuer deutscher Übersetzung im neu gegründeten Carcosa-Verlag erscheinen.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der großartigen Ursula K. Le Guin, deren utopisches Meisterwerk Always Coming Home nun unter dem Titel Immer nach Hause sogar erstmalig auf deutsch erhältlich ist. Einen Vorgeschmack auf die in Arbeit befindliche Biografie der Autorin liefert Julie Phillips mit einem bereits 2016 im The New Yorker erschienenen Text. Der Band enthält unter anderem auch Le Guins atmosphärische Erzählung Vor der Revolution, bei der die Figur der Odo, Begründerin der im Roman Freie Geister relevanten anarchistischen Gesellschaft, im Mittelpunkt steht.

Weiter schreiben hier etwa Clemens J. Setz über Samuel Delany, dessen Literatur ihn sehr geprägt hat und von dem auch eine etwas verrückte längere Erzählung (Imperiumsstern) enthalten ist, Alec Pollak über Joanna Russ, Christopher Ecker über Gene Wolfe und Dietmar Dath über Alan Moore.

Dieses kleine Buch macht neugierig auf die mit viel Liebe produzierte Reihe des kleinen Verlags und beweist, wie unangebracht eine Trennung von sog. Genreliteratur im Bereich Science Fiction und Hochliteratur sein kann in Anbetracht großer Erzählkunst und großer, gesellschaftlich relevanter Ideen, mit denen die jeweiligen AutorInnen ihrer Zeit weit voraus waren.
Profile Image for Callibso.
976 reviews19 followers
November 5, 2023
“Dieser Almanach stellt das vielfältige Programm des Carcosa Verlages vor und präsentiert unsere Autor:innen in ihrer ganzen Einzigartigkeit.” So heißt es auf dem Klappentext und dem kann ich nur zustimmen. Ich habe mich sehr auf diesen neuen Verlag gefreut und das erste Programm, die schöne Gestaltung der Bücher und auch der Ausblick auf die weiteren Bücher bestätigen die Erwartungen voll und ganz.

Nach einer kurzen Vorrede und der Geschichte von Ambrose Bierce, aus der der Titel des Verlages stammt, führt Helmut W. Pesch mit “Leigh Brackett - Die Königin der Space Opera” in Leben und Werk von Leigh Brackett ein: vom Pulp Magazin bis zum Star Wars Drehbuch, also irgendwie im Kreis.

Dann kommt der erste Schwerpunkt, nämlich ein Ursula K. Le Guin “Block”. Er wird eingeleitet durch einen sehr interessanten biographischen Artikel von Julie Phillips: “Über die Grenzen hinaus - Die phantastische Ursula K. Le Guin”. In der Einleitung erfahren wir noch, dass Julie Phillips, die ja schon die große Tiptree-Biografie geschrieben hatte (auf Deutsch bei Septime), nun an einer Le Guin Biografie arbeitet. Diese wird auf Deutsch - natürlich - bei Carcosa erscheinen. Na, wenn das kein Grund zur Freude ist.
Es folgen drei Kurzgeschichten von Le Guin, z.B. eine ungewöhnliche Geschichte mit dem Titel “Die Verfasserin der Akaziensamen und weitere Auszüge aus der Zeitschrift der Gesellschaft für Therolinguistik”. In drei kurzen, in wissenschaftlichem Duktus geschriebenen, Abschnitten geht es um die Schrift der Ameisen, die Sprache der Pinguine und die Dichtung der Steine, also um das Verständnis von völlig Anderem.
“Der Tag vor der Revolution” ist sicher bekannter: Diese Geschichte spielt zeitlich vor der Handlung von The Dispossessed und schildert einen Tag aus dem Leben von Odo, der Begründerin der Gesellschaft von Anarres. Wir erleben sie als alte Frau, die nach einem Schlaganfall etwas verwirrt ist, körperliche und geistige Schwierigkeiten hat. Eine großartige Charakterisierung, die der Figur sehr nahe kommt, ihren körperlichen Gebrechen und ihrer geistigen Verwirrtheit.

Der nächste Beitrag ist von Christopher Ecker und es geht im Gene Wolfe: “Die Verwandtschaft von Klonen und Kolonisieren - Ein Blick in den Rätselspiegel von Gene Wolfes Der fünfte Kopf des Zerberus”. Ein sehr guter Artikel, der mir einiges zum Buch, das ich parallel gelesen habe, erklärt und auch, warum ich nicht alles verstanden habe, denn: “So [...] bleibt die Prosa Wolfes ein verkapseltes Geheimnis, das wir nie lösen werden, dem wir uns aber durch wiederholte und gründliche Lektüre ein wenig zu nähern vermögen" (S. 99). Unbedingt lesen, wenn man den “Zerberus” gelesen hat. Allerdings hat mich der Artikel ein wenig frustriert, denn es wird mir ja erklärt, dass ich den “Zerberus” nie wirklich verstehen werde.

“Zorn lesen - Das Vermächtnis von Joanna Russ”, ein Essay von Alec Pollak, machte mir klar, dass ich viel zu wenig von Joanna Russ kenne und dies ändern sollte. Das ist ja auch der Sinn des ganzen Almanachs: Werbung machen fürs tolle Carcosa Programm.

Den nächsten Schwerpunkt im Almanach bildet Samuel R. Delany. Zuerst folgt ein Essay von Clemens J. Setz: “Pestilenz und Karneval - Bemerkungen über Samuel R. Delany”. Dieser macht mir klar, dass ich endlich noch einmal etwas von Delany lesen sollte. Er hat mir aber auch bestätigt, dass ich "Hogg" nicht lesen will, falls er bei Carcosa erscheinen sollte.
Ich konnte Delany gleich ausprobieren, denn jetzt folgt die Erzählung “Imperiumsstern” eben von Samuel R. Delany. An dieser Geschichte, die durchaus eine gewisse Faszination ausübte, bin ich gescheitert. Ich habe nach etwa dreißig Seiten beschlossen, ans Ende ("zwölf") zu springen, wo mir vom Ich-Erzähler erklärt wird, dass die Geschichte "zyklisch und selbsterklärend" sei und mir empfohlen wird, meine Wahrnehmungen "multiplex" zu ordnen. Anscheinend ergibt es dann mehr Sinn. Leider ist mir die "multiplexe Anordnung" nicht gelungen.

Es folgen noch zwei kürzere Essays. Karlheinz Steinmüller gibt eine Einführung in das Leben und Werk von Erik Simon und macht damit Werbung für die Simon-Werkausgabe bei Memoranda. Danach berichtet Dietmar Dath über “Arbeit in und an der Ewigkeit - Über Alan Moore und seinen Roman Jerusalem” und ich habe beschlossen, dass ich diesen 1600 Seiten Roman wahrscheinlich doch nicht lesen werde, damit ich Zeit habe z.B. für die beiden Becky Chambers Bücher, die Carcosa nächste Jahr herausbringt.

Ich schätze das Carcosa Programm jetzt schon sehr, bin aber dem einen oder anderen Titel auch sicher, dass sie nichts für mich sind.
Profile Image for reherrma.
2,143 reviews37 followers
December 3, 2023
Endlich wird die Tradition der SF-Almanache fortgesetzt, ich erinnere mich gerne an die Almanache aus dem Moewig-Verlag in den 80er Jahren, zusammengestellt von Hans Joachim Alpers.
Hannes Riffel stellt in diesem Almanach seinen Verlag Carcosa vor und versammelt Texte zum aktuellen und künftigen Verlagsprogramm.
Dabei fand ich es interessant, dass der Verlag Memoranda, mit dem man eine Verlagsgemeinsacht eingegangen ist, sich auf deutschsprachige Texte und Sekundärwerke zur SF konzentriert, und Carcosa seinen Schwerpunkt auf Übersetzungen von SF-Werke aus aller Welt legt, aber auch Werksausgaben von klassischen SF-Autoren mit einbezieht.
In dieser Ausgabe liegt der Schwerpunkt auf der Autorin Ursula K. Le Guin, deren utopisches Meisterwerk „Immer nach Hause“ im aktuellen Carcosa-Programm ihre deutsche Erstveröffentlichung erfuhr.
Neben der Information, woher der Name „Carcosa“ überhaupt stammt (nämlich aus einer Kurzgeschichte von Ambrose Bierce, die gleich zum Anfang dieses Almanachs abgedruckt wurde) werden die Autoren durch Kurzbiographien vorgestellt, z.B. Helmut W. Pesch über Leigh Brackett, Julie Phillips über Ursula K. LeGuin, Christopher Ecker über Gene Wolfe, Alec Pollak über das Vermächtnis von Joanna Russ, Clemens Seits über Samual R. Delany und Karlheinz Steinmüller über Erik Simon, dessen Werksausgabe bei Memoranda erscheint.
Ganz besonders hervorzuheben ist der Aufsatz von Dietmar Dath über Alan Moore, dessen monumentaler Roman (1600 Seiten!) „Jerusalem“ demnächst bei Carcosa erscheinen soll.
Ursula K. Le Guin hat noch mehrere Kurzgeschichten beigesteuert, ebenso Samuel R. Delany.
Insgesamt hat mir dieser Band Spaß gemacht, war gleichsam erhellend wie spannend, ich konnte einige Autoren hinterher besser einschätzen. Auch das Programm des Carcosa-Verlages verfolge ich mit Spannung, Hannes Riffel hat hier m.E. eine gute Mischung zusammengestellt, auch wenn ich von manchen Büchern eher zurückschrecke…
Profile Image for Fif.
51 reviews
July 1, 2024
"Vor der Revolution" macht unglaublich viel Spaß auf das gesamte Carcosa-Programm. Meine Erfahrungen mit Science-Fiction sind bis dato begrenzt, allerdings illustriert diese Almanach hervorragend wie vielseitig dieses Genre schon im letzten Jahrtause war - was die Wiederentdeckungen des ersten Verlagsprogrammes so aktuell wie eh un je macht.
Ich war sehr dankbar für die Einführung in Gene Wolf, ohne die ich "Der Fünfte Kopf des Zerberus" nicht ansatzweise so sehr hätte wertschätzen können, und bezaubert von Samuel R. Delanys vielschichtiger Erzählug "Imperiumsstern" (5/5*!), die auch eine Liebeserklärung an die Literatur und Geschichten im Allgemeinen ist. Eine absolute Empfehlung für Sci-Fi-Neugierige!
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