Von der Evolution für die Zukunft lernen klingt erst einmal höchst wissenschaftlich, das Buch liefert jedoch eher philosophische Ansätze. Was macht uns als Menschen aus? Warum haben wir uns eine Umwelt erschaffen, in der wirkliches Menschsein kaum möglich ist? Und wie können wir es in Zukunft besser machen?
Es wird davon ausgegangen, dass der Mensch nicht nur eine Natur besitzt, sondern gleich drei:
Die 1. (biologische) Natur, die uns angeboren ist. Es sind die Gefühle, Reaktionen und Vorlieben wie Liebe, Fairness, Fremdenangst, Ekel, Eifersucht, die sich durch Anpassung nach Darwins Evolutionstheorie an die Umweltbedingungen und den Überlebensvorteil durch genetische Evolution über die Jahrhunderttausende hinweg entwickelt hat.
Die 2. (kulturelle) Natur, die uns anerzogen wird; die Gewohnheiten, Konventionen und Mentalitäten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Und die 3. Natur, die ich als individuelles Verständnis der Welt verstanden habe. Diese steht nicht selten im Widerspruch zur 1. Natur; sie ist die Vernunft, die sich aus unseren ganz individuellen Erfahrungen ergibt.
Mit dieser Idee der drei Naturen, schlüsseln die Autoren auf, was es bedeutet, Mensch zu sein und liefern eine Erklärung, wie es dazu kommen konnte, dass wir eine Existenz im Ausnahmezustand führen. Eine augenöffnende Lektüre, hoch aktuell, die mir dabei geholfen hat, die Konflikte in unserer Gesellschaft, aber vor allem auch mich selbst, besser zu verstehen.