Persephone ist der zweite Teil der Greek Goddesses Reihe von Lucia Herbst. Wir schon in Teil 1, geht es hier um starke Frauen. Das Cover ist hier neben dunklen Tönen in pink gehalten, was wunderbar zu der Frühlingsgöttin passt. Aber ist sie das? Die Frühlingsgöttin, die wir auf dem Cover sehen oder eben nur Hades Ehefrau als die sie in der Mystik bekannt ist.
Nachdem wir in Band 1 Medusas Prozess beigewohnt haben, der Persephone bestärkt hat, sich gegen ihre Ehe aufzulehnen, erleben wir ihren Kampf nun hautnah mit und das nicht nur gegen Hades, sondern auch in sich selbst.
Die Autorin schreibt von einer Frau, die sich ihrem Schicksal gefügt hat, lernen musste, dass jeder noch so kleine Fehler Konsequenzen hat und wie man sich in seinem Innen versteckt, um diese zu überstehen. Wir erleben den Konflikt einer Frau, die eine grausame Ehe sucht, dennoch schöne Momente in ihr findet und hin- und hergerissen ist, zwischen bleiben und gehen. Teilweise schafft Hades es ihr, Schuld und Mitleid hervorzurufen. Oft ist es auch einfach Angst, vor dem Ungewissen, die Persephone zögern lässt. Wo wird sie leben? Wird er sie verfolgen? Was wird er tun, wenn er sie bekommt? Was passiert denjenigen, die ihr helfen? Und dann die leise Stimme, die ihr sagt, dass er ihr doch versprochen hat, sich zu ändern.
Dennoch überlebt Persephone ihre Gefangenschaft und hegt erste Zweifel an ihrem bisherigen Leben. Gibt es vielleicht doch eine Chance?
Lucia zeigt auf, wie schwer es ist, einer toxischen Beziehung zu entkommen, vor allem wenn niemand um einen ist, der dir Glauben macht, dass du recht hast, etwas wert bist, eigene Entscheidungen treffen darfst und keine Schuld an der Situation trägst.
Mit ihrem Roman ermutigt sie Frauen für ihr Recht zu kämpfen und auch für sich selbst einzustehen, wenn es niemand sonst tut oder sie nur zuschauen. Dennoch ist es wichtig sich Unterstützung zu suchen, Freunde, die einem beistehen.
Ein weiterer Aspekt, der mir sehr gefallen hat, ist, wie Lucia mit Psyche umgeht. Sie tritt nicht nur als Ehefrau des Liebesgottes Eros auf, sondern auch als Erfinderin der Psychotherapie. Indem sie Persephone hilft, schafft die Autorin eine Natürlichkeit an der Heilung der Seele, die mir in der Gesellschaft manchmal fehlt. Einerseits kann man nicht jede nicht erklärbare Erkrankung auf die Psyche schieben, andererseits sollte man sich auch nicht dafür schämen, wenn die Seele Heilung und Hilfe braucht.
Auch sehr gut gefallen hat mit die Konfliktlösung durch Kommunikation und Gespräche. Nicht alles muss in einem Krieg enden.
Es gibt noch einige weitere Szenen und Momente, die mir sehr gefallen haben, unter anderem jahrtausendealte Götter mit Smartphones, aber mehr kann ich nicht verraten. Ich jedenfalls freue mich auf Psyches Geschichte.