Was für ein außergewöhnlicher Roman!!! Jeder, der mich schon länger kennt, weiß, dass ich dystopische Romane liebe. Daher war meine Erwartungshaltung auch sehr hoch! Doch ich wurde nicht nur nicht enttäuscht, sondern regelrecht hineingezogen in die Handlung und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen!
Der Ausgangspunkt des Romans ist die Welt im Jahr 7 nach "dem Ereignis", das offenbar den Großteil der Menschheit ausgelöscht hat. Ganz plötzlich sind die Menschen einfach verschwunden oder tot umgefallen. Durch das Zusammenbrechen der globalen Kommunikation wissen die wenigen Überlebenden nicht, wer oder was für diese Apokalypse verantwortlich war. Diese vergangenen Ereignisse werden immer wieder in Rückblenden in die Haupthandlung eingeschoben.
Die Handlung konzentriert sich auf eine kleine Gruppe von Menschen, sechs Männer, zwei Frauen und sechs Kinder, die in einem ehemaligen Hotel Zuflucht gefunden haben und sich langsam wieder ein Leben aufbauen, das es ihnen und ihren Nachkommen ermöglichen wird, zu überleben. Die täglichen Herausforderungen zeigen sich in Fragen wie: Woraus gewinne ich Strom? Welche Pflanzen baue ich wie und wann an und wie mache ich die Lebensmittel haltbar? Wie heize ich das Haus und wie kann ich neue Kleidung herstellen? Wie lange hält der Vorrat an Treibstoff und wie kann ich die Felder bewirtschaften, wenn die Traktoren den Geist aufgeben? Wie kann ich den Kindern eine Ausbildung ermöglichen? Wie kann ich Krankheiten bekämpfen, wenn der Vorrat an Medikamenten aufgebraucht ist?
Auch die soziale Ordnung innerhalb der kleinen Gruppe ist interessant, gibt es doch sechs Männer und nur zwei Frauen, was natürlich eine Auswirkung auf die Beziehungen untereinander hat und oft auch zu Konflikten führt, besonders unter den Männern.
Die Geschichte wird meist aus der Perspektive von Jola erzählt, einer starken jungen Frau und dreifachen Mutter, aber wir Leser:innen bekommen auch Einblicke in die Innenwelt jener Männer, die auf Erkundungsfahrt gehen und dabei ihre Eindrücke schildern. Besonders gut lernen wir Jakob und Marek kennen, die beide Jola -wenn auch auf unterschiedliche Weise - lieben. Jakob ist der introvertierte, sensible Typ, Marek hingegen der freiheitsliebende Eigenbrötler, der nach Jahren der Abwesenheit plötzlich wieder auftaucht und die soziale Struktur der kleinen Gruppe durcheinanderbringt.
Das isolierte und einsame Leben findet ein jähes Ende, als einer der Männer auf einer Erkundungsfahrt mit dem Motorrad eine kleine Ansiedlung von Menschen im Burgenland entdeckt. Es beginnt ein reger Austausch zwischen den Gruppen mit weitreichenden Folgen. Der Roman endet mit einem Cliffhanger: Jola und Marek werden nach Wien geschickt, um die Lage in der Hauptstadt zu erkunden.
Ich kann es kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen, die im Oktober erscheinen wird und den Titel "Ein sicherer Ort" trägt. Mich hat "That's life in Dystopia" jedenfalls in jeder Hinsicht überzeugt, angefangen von der Sprache bis hin zu den fein ausgearbeiteten Charakteren. Daher kann ich nur jedem, der dystopische Romane liebt, von Herzen empfehlen, dieses Buch zu lesen!