Ich fand das Buch schon interessant, es wirft viele Fragen dazu auf, wie Tiere denken und fühlen, was wir für Unterschiede zwischen „wilden“ und „domestizierten“ Tieren ziehen und natürlich grundlegend zu der Problematik von Tierversuchen. Die wenigen erotischen Szenen zwischen den menschlichen Charakteren empfand ich erst als unnötig und plump, jetzt denke ich, dass diese Szenen die Primitivität der Menschen darstellen, während die Schimpansen teilweise insofern als komplexe Wesen dargestellt werden, dass zumindest die Perspektive von Sam mit inneren Dialogen und Reflexionen dargestellt wird - das könnte man als Ansatz nehmen, die Grenzen zwischen Schimpanse und Mensch zu hinterfragen, zumal auch im Verlauf des Buches da oft Hinweise und Fragen zu aufgeworfen werden. Vielleicht interpretiere ich aber auch zu viel, um mir das Buch positiver zu reden. Denn die Sequenzen des Innenlebens von Sam haben mir gar nicht gefallen, denn die Vermenschlichung seiner Gefühle und Gedanken werden als gegeben dargestellt, dabei können wir doch gar nicht wissen, ob dieses Innenleben auf diese Weise überhaupt so da ist - und ich frage mich, ob wir das überhaupt wissen müssen? Warum vermenschlichen wir Tiere? Besteht für und intelligentes Handeln nur aus menschlichem Handeln? Warum sollte ein Affe gebärden lernen? Und wie viel Informationen gehen verloren beim Versuch, mit Tieren (und Menschen!) zu kommunizieren? Das sind so die grundlegenden Fragen, die aufgeworfen werden im Verlauf des Buches. Müssen wir Tiere vermenschlichen? Diese Frage wird im Buch ad absurdum geführt, was ich irgendwie amüsant finde. Insgesamt war aber alles sehr flach. Ein gut zu lesendes Buch mit interessanten Gedanken war es dennoch.
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