Cäsar von Hofacker war Stauffenbergs Mann in Paris. Als am 20. Juli 1944 im Führerhauptquartier die Bombe explodierte, orchestrierte er einen für wenige Stunden erfolgreichen Umsturz in Paris, bei dem Gestapo und SS festgesetzt werden konnten. Das Scheitern der Operation Walküre führte jedoch zu seiner Festnahme und Hinrichtung. Detailliert recherchiert zeichnet seine Enkelin, die Historikerin und SPIEGEL-Bestsellerautorin Valerie Riedesel, den mutigen und wendungsreichen Lebensweg des Mannes nach, der vom nationalkonservativen Hitler-Verehrer zum Widerstandskämpfer wurde.
Einer der zentralen Verschwörer des 20. Juli in Paris - zusammen mit Stülpnagel. Die Enkelin erzählt von der militärischen Karriere und der nationalen Einstellung des Großvaters - und wie dieser sich in Diskussionen und durch Entsetzen über Politik und Gräueltaten zu einem entschiedenen Gegner der Diktatur wandelte. Auch wenn aus den Zeugnissen nicht detailliert geschlossen werden kann, was er sich für die Nachkriegszeit gedacht hätte - man hatte in Paris die SS und SD festgesetzt und hatte damit praktisch den lokalen Umsturz in der Hand. Ich kannte die Ereignisse in Paris nur am Rande - umso interessanter war es, diese Biographie zu lesen.