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Herr G. hat Angst: Und macht sich auf eine Reise durch Philosophie, Wissenschaft und Spiritualität

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An jedem Morgen droht der Weltuntergang. Klima, Krieg, Katastrophen. Die am Abgrund. Die ungewiss. Was Menschen wie Herrn G. lähmt, ist eine große Angst. Diffus, schwer greifbar. Wie ein Gift sickert sie in alle Lebensbereiche und nimmt jede Hoffnung. Doch was, wenn die Angst nicht mehr das letzte Wort hätte? 

Dieses Buch folgt Herrn G., einem Menschen, der wie so viele andere mit der Angst ringt und Antworten Was ist diese Angst und wo kommt sie her? Wie kann man sie verstehen und wie bezwingen?

So beginnt für Herrn G. eine Reise durch Philosophie und Wissenschaft, Achtsamkeit, Self-Care und Spiritualität – auf der Suche nach der Möglichkeit eines guten Lebens mit der Angst. Am Ende wird er fündig. Und wenn Herr G. einen Weg finden kann, dann können es alle. 

333 pages, Kindle Edition

Published March 14, 2024

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Displaying 1 of 1 review
Profile Image for Gabriel Levc.
93 reviews1 follower
May 30, 2024
(Ich bin es nicht mehr gewohnt auf Deutsch zu schreiben und entschuldige mich schon mal dafür, dass diese Review vermutlich nicht super angenehm zu lesen ist)

In diesem Buch erzählt Thorsten Glotzmann - in der dritten Person, über einen "Herr G." schreibend - darüber, wie er versucht hat und versucht mit seiner Angststörung umzugehen. Zunächst setzt er sich auf philosophischer Ebene mit der Angst auseinander, dann durch Therapie, Neurobiologie und schließlich Verhaltensübungen, die ihn letztendlich zum Buddhismus führen.

Zu Beginn des Buches war ich positiv überrascht. Als Mensch, der schon viele wissenschaftliche Ratgeber zu Angststörungen gelesen hat, fand ich die sehr persönliche Erzählweise vom Glotzmann irgendwie erfrischend. Er diskutiert Theorien und Ansätze, erklärt warum ihm einige davon mehr, und andere weniger zugesagt haben. Das ist jetzt alles nicht revolutionär, aber durchaus eine neue Perspektive für jemanden der seit Jahren mit der Angst kämpft. Die meisten Bücher beschreiben einem das eine Heilmittel, das aber unter Umständen einfach nicht zur individuellen Angst passt. Ist ja schön, dass Ausdauersport erwiesenermaßen den Cortisolspiegel senkt - ich habe wegen meiner Angststörung Herzrhythmusprobleme und kippe früher oder später um. Die Erlebnisse einer Person, die selbst den richtigen Weg sucht, fühlen sich im Vergleich greifbarer und hilfreicher an.

Leider zieht sich dieser Stil nicht durch. Spätestens beim Abschnitt über Verhaltensübungen kommentiert Glotzmann fast gar nicht mehr, wie er dazu steht. Da ist dann jede Übung eine gute, und es geht nur mehr um Umsetzungsprobleme. Am meisten gestört hat mich das aber im letzten Abschnitt, der sich mit Spiritualität (genauer, Buddhismus) beschäftigt. Glotzmann betont zwar am Anfang dieses Kapitels, dass man ihm hier nicht mehr folgen müsse, und dass es okay ist, keinen spirituellen Zugang zur Angst zu finden. Das stimmt aber in der narrativen Struktur des Buches nur so halb. Erst mithilfe von Spiritualität funktionieren die davor besprochenen Übungen für ihn tatsächlich. Sie ist also gewissermaßen die Lösung für die Probleme, die in den vorherigen Kapiteln aufgeworfen wurden.

Irgendwo ist das auch okay, immerhin geht es um Glotzmanns persönlichen Umgang mit der Angst, und nicht um einen Leitfaden, dem alle folgen können. Auf der anderen Seite kann ich mir gut vorstellen, dass viele Menschen, die dieses Buch als erste Auseinandersetzung mit der eigenen Angst wählen, davon mehr desillusioniert als sonst etwas zurückgelassen werden. Wenn mir Buddhismus nicht einleuchtet (etwa, weil ich überzeugter Christ bin, oder so), dann bin ich am Ende nicht schlauer, wie loving-kindness-meditation umsetzbar ist.

Ich selbst bin Spiritualität gegenüber nicht positiv eingestellt, und damit bin ich nicht geeignet generell zu besprechen, ob und wie gut dieses Kapitel denn so ist. Was mich abgestoßen hat (oder in meinem Abgestoßen-sein bestärkt hat) waren die argumentativen Sprünge, die gemacht werden. Alles ist vergänglich, nur die elementarsten Partikel haben Bestand. Gut, soweit wir wissen stimmt das wohl. Aber warum daraus dann folgt, dass wir mit allem früheren und späteren Lebewesen verbunden sind, will mir nicht so recht einleuchten. Wenn ich aus dem Holz eines Baumes Papier herstelle und darauf ein Balkendiagramm male, dann ist das Balkendiagramm irgendwie mit dem Baum verbunden. Aber warum daraus irgendwelche tieferliegenden Wahrheiten über den Platz des Balkendiagramms im Universum folgen sollten, geht mir nicht ein.

Auch irgendwie unangenehm fand ich die "Intermezzi", in denen Glotzmann sich mit seinem Freund und Physiker "Doc" unterhält. Ich weiß nicht, ob diese Passagen auf realen Gesprächen beruhen, sie klingen sehr konstruiert. Wie dem auch sei, Doc ist mehr als willig viel buddhistisches zu akzeptieren, ist okay damit, dass das Bewusstsein vielleicht nichtphysikalisch ist, dass vielleicht die ganze menschliche Wahrnehmung fundamental an der Wirkichkeit vorbeigeht. Ich kenne keine Physiker*in (und ich kenne zu viele davon) der nicht das Grauen kommt, wenn Leute Quantenmechanik buddhistisch interpretieren wollen. Und es ist ein klein wenig bezeichnend, dass Doc die ganze Zeit das Buch "Existential Physics" von Sabine Hossenfelder empfiehlt, die öffentlichkeitswirksam eine der stärksten Kritiker*innen von Panpsychismus ist. Als wissenschaftliches Feigenblatt für die spirituellen Ideen, die Glotzmann helfen, wirkt das alles mehr als fehlgeleitet.

Trotzdem würde ich dieses Buch bedingt weiterempfehlen, und zwar denjenigen Personen, die sich noch nicht eingehender mit Angst beschäftigt haben. Die ganze Hilfsliteratur zur Thematik ist furchtbar verzweigt und schon alleine das kann im ersten Moment Panik auslösen. Glotzmann fasst übersichtlich vieles, was erwiesenermaßen helfen kann zusammen; und ich glaube das kann in so einer Situation sehr hilfreich sein.
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