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DAS STOFFUNIVERSUM

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Frank führt ein außergewöhnliches Leben. Er wacht in fremden Städten auf, in fremden Betten, neben fremden Frauen. Nach wenigen Wochen springt er weiter und muss alles zurücklassen. Jede Person, jeden Besitz und jede Hoffnung auf Vertrautheit muss er zwangsläufig verlieren. Frank bleiben nur seine Erfahrung und die Theorie eines Physikers, die sein Schicksal zu erklären scheint. Dies ist die Geschichte des einsamsten Menschen der Welt, der nur eines finden eine Gemeinschaft von Weggefährten.

222 pages, Kindle Edition

Published October 15, 2023

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About the author

Ralph Alexander Neumüller

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
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974 reviews19 followers
September 24, 2024
Mir sind Autor*innen sympathisch, die wie hier mit knapp über 200 Seiten auskommen und ihre Geschichten nicht zu einer 1000-Seiten Trilogie auswalzen.Wenn der Roman dann noch gut geschrieben ist, es eine interessante Grundidee, originelle Figuren und einen spannenden Konflikt gíbt, dann kann nicht mehr viel schiefgehen.
Vieles davon erfüllt dieser gelungene Debütroman.

Erzählt wird die Geschichte von Frank, der immer wieder in fremden Betten und neben fremden Menschen aufwacht. Alle paar Wochen “reist” er weiter zu einer anderen Erde, meist erwacht er in einem anderen Wien und in einer Welt, die sich etwas anders entwickelt hat als die letzte, in der er war. Dies bedeutet, dass er sich nach dem Aufwachen immer wieder neu orientieren und die Umgebung, in die er hineingeworfen wurde, erkunden und verstehen muss. Hat er überhaupt eine Familie? Welchen Beruf übt er aus? Hat er Geld? Wie ist die Gesellschaft aufgebaut? All diese Fragen stellen sich wieder und wieder. Manches an diesem Vagabundenleben fand ich nicht ganz schlüssig, lief mir manchmal zu glatt. So fragte ich mich, warum er nicht regelmäßig auffliegt, denn er muss ja immer eine neue Rolle spielen, sich als jemand ausgeben, über den er nichts weiß und Kenntnisse vortäuschen, die er nicht hat.
Frank versucht, in diesen Welten zu überleben und gleichzeitig zu verstehen, was mit ihm eigentlich geschieht und ob er der einzige Mensch ist, der dies durchmacht. Mit Hilfe eines Physikers entwickelt er eine einigermaßen schlüssige Theorie.

Ein Problem lässt der Roman allerdings erkennen: es ist schwierig mit einer Hauptfigur, die alle paar Tage ihre Welt verlässt und sich in einer völlig neuen Umgebung wiederfindet, eine durchgehende Geschichte zu erzählen. Dafür braucht es auch noch andere Personen, Beziehungen zwischen den handelnden Personen und einen übergreifenden Spannungsbogen. Den versucht Neumüller hier auch herzustellen und so lernt Frank andere “Springer” kennen, die wie er durch die Welten reisen. Einen “Bösewicht” gibt es noch und natürlich muss die Einsamkeit des “Springers” beschrieben werden, was gut gelingt..
Es gibt auch eine Liebesgeschichte durch verschiedene Welten. Das war der Moment, an dem mich das Buch an “Verlorene der Zeiten” von Amal El-Mohtar und Max Gladstone erinnert hat. Das Buch von El-Mohtar und Gladstone ist aber sprachlich besser und hat auch einen komplexeren Aufbau als das “Stoffuniversum”.

Es wird eine Fülle von verschiedenen Welten beschrieben: Erden, in denen die Menschen glücklich leben und Erden, in denen es nicht so gut geklappt hat. Wir Menschen haben es in der Hand, die Probleme zu lösen, es ist aber nicht sicher, dass wir es schaffen. Die “Springer” versuchen, dabei zu helfen.
Die Darstellung verschiedener Entwicklungen machte für mich den Reiz des Buches aus und die Beschreibung einer Beziehung durch verschiedene Welten.

341 reviews
September 14, 2024
Sehr gutes Setup - ein Mensch wandert ungewollt durchs Multiversum, wacht alle paar Wochen in einer anderen Version von sich auf und muss durchkommen. Er fühlt sich sehr einsam. Alles ändert sich, als er eine andere Person findet, der es genauso geht. Mir hat die positive Grundeinstellung (über das Multiversum) sehr gut gefallen. Ich fand den Aufstieg der einen Nebenfigur nicht sehr plausibel, und auch die Beziehung der zwei Hauptfiguren entsteht etwas unmotiviert plötzlich.
16 reviews
October 11, 2024
Der Roman hat mir sehr gut gefallen. In der Science Fiction einer der originellsten Texte, die ich gelesen habe. Gut durchdacht und sehr kurzweilig. Die einzelnen Welten werden wie Szenen aneinandergereiht. Manchmal unterscheiden sich die Welten in Nuancen, manchmal erheblich. Das gibt dem Roman viele rote Fäden, die sich durchaus zu einer Utopie verknüpfen.

Als übergeordnetes Thema beschäftigt sich der Roman mit der Einsamkeit. Ich finde es interessant, dass sie nicht durch eine romantische Beziehung überwunden wird, sondern durch eine Gruppe von Schicksalsgefährten: Leute die durch Zufall einer ähnlichen Lebenslinie folgen. Die Science-Fiction ist hier ganz nahe am Leben im Hier und Jetzt.

Was mir besonders gut gefallen hat ist die reduzierte Sprache, die die Stimmung Franks gut trifft. Sie ist so nüchtern, schnörkellos und unaufdringlich. Ein Text, der, aus Franks Perspektive geschrieben, wie alles andere, von ihm zurückgelassen werden muss und ohne „Tada“ auskommt. Es wird erzählt, weil es wichtig ist, diese Geschichte zu erzählen. Ich mag Romane, in denen die Sprache zum Charakter passt. Das ist hier gelungen.

Als letzter Punkt die Philosophie. Davon kommt viel vor. Ich glaube Konzepte wie amor fati (Nietzsche), über Kapitalismuskritik bis zur Erkenntnistheorie darin zu finden. Da ich in der Philosophie nicht belesen bin, kann ich dazu wenig sagen. Ich freue mich aber, wenn ein Roman diese Themen einbaut. Wieder: Frank ist vor ein gewaltiges Rätsel geworfen. Er versteht sein Leben nicht. Alle Leute um ihn herum sind anders, da nur er „springt“. Dass er sich der Philosophie zuwendet und letztlich von ihr enttäuscht wird (wie er selbst sagt) ist ein starkes Motiv. Letztendlich findet er in einer Aufgabe, die er mit anderen Teilt, seinen Sinn.

Ein gelungener Debütroman und zurecht für diverse Preise nominiert.

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