So. Jetzt mal Butter bei die Fische. Füße auf den Tisch auf gehts ab gehts, ich haus raus. Ich hab grade eine schwere Zeit... mit NA Büchern. Ich hab gefühlt 20 Bücher angefangen und jetzt bin ich hier und lese mein Bücherregal nochmal, anstatt die 20 Bücher auf meinem Want-to-reas Stapel.
Tja, dann kommt da aber Booktok und mein süchtiges Ich, das kein Buchvideo wegklickt, mein Ich, das den Dopaminrush sucht, wenn es ein neues Buch kauft, das Ich, das überall mitreden muss und deshalb musste ich meine Rereadphase kurzerhand beenden und "Skogen Dynasty" lesen. Damit bin ich auch fast up to date mit allen anderen!! (Mein Fomoherz weint vor Freude)
Also. Erstmal die Dynamik? Ich habs geliebt. In der Vielleicht-Reihe habe ich mir ja immer heimlich gewünscht auch die männliche Perspektive zu lesen, weil... come on. Ich will hören, wie sie sich gegenseitig toll finden, GERADE dann, wenn sie nicht reden. Und hallelujah. War die Perspektive von Sander gut oder war die gut?? Man könnte fast sagen er hat fcking gecarried. Toller Mann. Würde ich nicht ausschlagen.
Für mich hätte die Szenerie auf der Tour noch ein ganz kleines bisschen mehr ausgebaut werden können aber ich glaube das liegt auch daran, dass ich eben gerade bisschen in einer NA-Flaute stecke und ich das vorsichtig dosieren muss. Das ging aber nicht, denn der Aufbau der Handlung, der Schreibstil, die Ausarbeitung der Charaktere hat sich meiner Meinung nach nochmal so verbessert seit der Vielleicht-Reihe und ich bin wirklich durch dieses Buch gerushed.
Liebe Carolin, (ich glaube sie liest das sogar, das macht das adressieren sogar komischer... ich glaube darüber habe ich schonmal geschrieben) kann es sein, dass du eine Schwäche für etwas schwierige weibliche Protagonistinnen hast? Denn wir haben Joana, die Eisprinzessin, Karla, die Chaotin mit Commitment issues und jetzt Nurah, mit commitment issues in anderen Dimensionen. Ich weiß, dass ganz viele Leser*innen, deshalb meinen das Buch wäre anstrengend. Hätte man nur ihre Perspektive gehabt, wäre es das auch. Zwei Perspektiven sind ja ein zweischneidiges Schwert. Wir wissen ja, dass die Beiden sich toll finden und sind dann schnell gelangweilt von dem Balztanz, aber hier? Hier hat seine Perspektive eine wunderbare Abwechslung geboten. Ich habs geliebt. So. Und mal Klartext: Wie viele Typen (gerade in NA) gibt es, die ähnliche Issues wie Norah haben aber mit weniger "fundierten" Gründen? Noel aus "Wir fliegen wenn wir fallen" hat als Grund "kein Teamplayer" zu sein (tolles Buch aber an der Stelle mal ein Hinweis an Noel: Beziehungen ≠ Fußball), Kaden aus "begin again" hat große Issues damit, dass sein BRUDER nicht mit Mädchen umgehen kann (als Psychologiestudierende kann ich sagen: Nein, ein beschissener Umgang wird nicht vererbt, eher beeinflusst aber das war bei ihm auch nicht der Fall)
Lange Rede kurzer Sinn: Ich finds gut, dass auch ich mich mal abgeholt fühle, als die, die sich selbst und vllt auch hin und wieder mal Beziehungen (jeglicher Art) im Wege steht. Frauen haben genauso Probleme, commitment issues etc. Und wir hatten Sander, der uns und Norah da durchgezogen hat. Die Frage ist: Hätte er die issues gehabt, wäre die Kritik die Gleiche? Ich kanns nicht beantworten, ich persönlich finde aber, dass Norah nicht unfassbar anstrengend war. Ja, der vierte Versuch wegzulaufen, war der nötig? Ich weiß es nicht. Aber das war ja so schnell abgehandelt UND wir LIEBEN den Therapievorschlag, denn wir wiederholen: Partner*innen sind nicht dazu da, deine Mental health zu heilen!
und an alle, die sagen, dass Norah zu viel ihre Ängste projiziert: I think that was kind of the point? Angst ist nicht rational, und es wird ja betont, dass sie selbst davon weiß, es aber nicht kontrollieren kann. Man ist einfach hilflos, wenn der eigene Kopf einen davon überzeugt, dass das Leben gegen dich ist. Sander hat das erkannt und Verständnis gezeigt. Solch starke Verlustängste sind genauso ernst zu nehmen, wie Depressionen. Da würde ja hoffentlich auch keiner sagen "Ne, Norah war einfach zu traurig, an Sanders Stelle wäre ich gegangen" (überspitzt dargestellt, um meinen Punkt zu demonstrieren.)
Mein einziger Kritikpunkt, der eher Geschmackssache ist: Die sofortige, unfassbare Anziehungskraft. I am not a fan. Und dass es ein ganz bisschen zu wenig darum ging, was er EIGENTLICH machen will. Ich hätte gerne mehr von seine
n Träumen erfahren (ich dachte die ganze Zeit, dass er sagt, er will eigentlich Therapeut werden hahaha).
Weil ich gelernt habe man soll bitte einen Burger aus Kritik machen (gut, schlecht, gut) hier noch die besten Eigenschaften (aus meiner Sicht) von Norah:
Sie ist witzig, schlagfertig, klug, sie denkt und reflektiert, sie kommuniziert (manchmal später aber sie tut es), sie opfert alles für ihre Familie, sie zeigt Emotionen, sie ist total stark (sich von allem lösen, etwas neues ausprobieren und dann schlussendlich doch zurückzugehen!), sie behält in der Wildnis Norwegens einen unfassbar kühlen Kopf (haha wortwitz, wegen Kälte und Norwegen) und kann mega gut herumkommandieren, sie sagt kein einziges Mal, dass sie "not like other girls" ist, obwohl das hier vielleicht sogar zutrifft!
Falls ihr immer noch nicht überzeugt seid: Henning kommt vor!!
So, und weil Rezis auf dem Laptop von mir immer viel zu lange sind, komme ich zum Ende:
4 Sterne, ich freu mich auf die Nächsten und falls hier ein Aleksander rumläuft: Bitte melden, danke