Lange hat die Gottheit der drei Völker Andorins geschwiegen. Nun erhebt der allwissende Stern seine Stimme und die Propheten lauschen seinen gewisperten Worten. Die Übersetzungen, die sie daraufhin niederschreiben, unterscheiden sich nur wenig, doch die feinen Unterschiede haben verheerende Prinz Narcian aus dem Lande Ilvenor wird als Drachenfutter auserkoren. Handwerker Kijan aus Manjaka macht Bekanntschaft mit einem Meuchelmörder, der es offenbar auf ihn abgesehen hat. Und in Nyota zerstört ein uraltes, grausames Ritual das Leben der jungen Yuma.
Alle drei verbindet dasselbe Hinter einer hohen Mauer, umgeben von tödlichen Bestien, treffen Narcian, Kijan und Yuma aufeinander. Um zu überleben, müssen sie besser zusammenarbeiten als ihre Propheten.
Andorin ist ein wirklich unterhaltsames und gut geschriebenes Buch. Ich mochte die Charaktere sowie die grundsätzliche Ausgangslage und Idee des Buchs. Ich hab mich wirklich gut unterhalten gefühlt und will definitiv weiterlesen. Wer Fantasy-Bücher auch ohne Romance mag ist hier definitiv gut aufgehoben.
Außerdem gibt es ein Faultier! Muss ich dazu noch mehr sagen? 😉
Die verschiedenen Kulturen fand ich super interessant, alle haben so ihre eigenen Rituale und durch die Propheten auch ihr eigenes Chaos. Ich fand es da toll, dass wir durch die drei Perspektiven auch Einblicke in alle drei Reiche bekommen. Die Figuren waren sehr interessant. Yumas Freiheitsdrang konnte ich bei ihrem Leben sehr gut nachvollziehen und ich fand sie durchaus mutig. Kijan tat mir vor allem sehr leid, ich fand es aber toll, was er aus seiner Situation gemacht hat, und ich bin mir sicher, dass er in Band 2 noch eine ganz neue, große Rolle spielen wird. Narcian war sehr speziell, er ist arrogant, hält sich für überlegen und glaubt, keine Hilfe zu benötigen, bekommt dann aber doch eine so große Rolle, dass es so richtig sein Ego pusht. Ich finde ihn nicht unbedingt unsympathisch, aber mal sehen, wie sich das mit ihm noch im Folgeband entwickelt. Die Geschichte rund um die Prophezeiung war super spannend und ich freue mich schon sehr auf Band 2!
Inzwischen spielen immer mehr High Fantasy-Bücher in asiatischen Settings, so auch dieses (zumindest in Teilen). Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung, weil dabei die ausgetretenen Pfade mal verlassen werden. In anderen Bereichen tut das Buch das aber leider nicht und präsentiert Konventionelles.
Schreibstil:
An manchen Stellen waren mir die Dialoge ein wenig zu konstruiert. Außerdem hätte ich mir einprägsame Sprachbilder gewünscht. Hinzu kommen stereotype und erklärende Formulierungen wie „Kijan konnte nicht fassen, was geschehen war, obwohl er es mit seinen eigenen Augen gesehen hatte“. Wir wissen aus dem vorhergehenden Kapitel, dass er es gesehen hat und sein Erstaunen könnte man auch wesentlich eleganter rüberbringen. Im Großen und Ganzen liest sich der Text aber flüssig, deswegen gebe ich gerade noch 4 Sterne.
4 Sterne
Charaktere:
Die Figuren haben Eigenheiten. Was sie nicht haben, ist Tiefgang, aber dennoch funktionieren sie im Kontext. Nach dem Aufeinandertreffen wirkten die Interaktionen für mich aber teilweise etwas kindisch und auch das sprechende Faultier, das seinem Reisegefährten die Welt erklärt, war mir manchmal etwas zu drüber. Ich schwanke zwischen 3 und 3,5. Nachdem ich beim Schreibstil schon den höheren Wert gegeben habe, gibt’s hier zum Ausgleich den niedrigeren.
Außerdem finde ich es frech, dass das Buch mit „Drachen, Monster, Hauptfiguren mit Humor und Tiefgang“ beworben wird, denn Tiefgang ist hier gerade nicht die Stärke der Figuren, vielmehr sind sie weitgehend stereotyp!
3 Sterne
Handlung und Struktur:
Die drei (Haupt-)Erzählperspektiven sind zunächst nur lose miteinander verwoben und erzählen eigene Geschichten. Das bremst das Erzähltempo deutlich. Und obwohl die Entwicklungen durchaus tragisch sind, bin ich nicht so richtig reingekommen. Vielleicht kam die Tragik auch zu früh: Nämlich ganz am Anfang, wenn man mit den Figuren noch nicht warm ist. Irgendwie bleiben die Handlungskurven für mein Gefühl eher konstant. Hinzu kommen noch einige Auslassungen, die ich nicht passend fand. Ich finde es ganz schwierig zu sagen, was genau mir hier eigentlich gefehlt hat, wahrscheinlich summieren sich da einfach Kleinigkeiten. Am interessantesten war für mich die Frage, was genau es denn nun mit dieser Prophezeiung auf sich hat und genau diese Thematik entfaltet sich nur schleppend. Es war nicht langweilig, aber richtig fesselnd eben auch nicht.
4 Sterne
Tiefgang:
Interessant fand ich den Ansatz, wie die Übersetzung einer alten Sprache (und jeder, der schon einmal mit einer solchen zu tun hatte, weiß, dass da tatsächlich gerne mal Fehler passieren, wie im Roman beschrieben, auch weil die kulturellen Unterschiede zu verschiedenen Auslegungen führen) zu verschiedenen Tragödien führt. Dabei hat jedes Volk seine Eigenheiten bzw. eigene Grausamkeiten.
Sieht man davon ab, ist das Buch jedoch eher als Unterhaltungsroman konzipiert. Es gibt immerhin Figurenentwicklungen, aber die verlaufen konventionell und damit wenig überraschend.
Ansonsten war es sicherlich ein Aufwand, die im Roman verwendete Kunstsprache zu entwickeln und in dieser Hinsicht geht der Text sicherlich in die Tiefe. Für mich hätte es eine sinnfreie Sprache aber genauso gut getan, weil es mir bei einem Buch wesentlich mehr auf Charaktere, Plot und Schreibstil ankommt als auf solche Details.
3,5 Sterne
Worldbuilding:
Die Welt der Geschichte ist wohl mittelalterlich, etwas Derartiges liest man oft. Allerdings spielt ein Teil in einer japanisch oder chinesisch angehauchten Welt, was mir wiederum gefallen hat. Hinzu kommen ein paar interessante Einfälle wie der, dass Elfen eigentlich Menschen sind, die sich aus Glaubensgründen die Ohren zuspitzen.
Bei diesem Asien-Reich frage ich mich allerdings, warum denn Frauen immer so extrem unterdrückt dargestellt werden müssen. Freilich, das war historische Realität. Freilich, das wird ja auch aufgebrochen. Aber erstens ermüdet mich das Thema allmählich, zweitens macht es keinen Spaß, ständig von Grausamkeiten gegen Frauen zu lesen. Drittens hätte man doch in einem Fantasysetting auch die Möglichkeit, eine gleichberechtigte Welt zu zeigen. Warum denn nicht? Bei meinem zuletzt gelesenen Roman „Dornenritter“ von Kaja Evert standen auch alle Zeichen auf Mittelalter – aber Frauen durften Ritter werden. Wenn der zentrale Konflikt weibliche Emanzipation ist, macht es Sinn, ein solches Setting zu wählen. Aber einfach nur als Element des Worldbuilding, wieso eigentlich?
Irgendwie bin ich hier ambivalent. Es gibt ausgesprochen konventionelle Elemente und dann wieder interessante Einfälle. Letztlich hätte mir das Ganze wahrscheinlich besser gefallen, wenn es konsequent in dem asiatischen Setting gespielt hätte und das ausgetretene europäische Mittelalter außen vor gelassen hätte. Aber man kann nun wirklich nicht sagen, dass das Ganze schlecht wäre. Es funktioniert ja durchaus und liefert mehr Kreativität als viele andere Bücher. Dass eigens eine Sprache konzipiert wurde, muss ja wohl zumindest unter dem Aspekt „Worldbuilding“ auch extra honoriert werden.
4,5 Sterne
Der Auftaktband der „Andorin-Saga“ ist ein solides Buch mit einigen kreativen Ideen. Insgesamt hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht und auch mehr Charakterzeichnung (dadurch wäre vielleicht auch das Problem mit den konstruierten Dialogen gelöst worden). Weil ich das Asiensetting mochte, werdeich mir aber Band 2 mal ansehen und dann entscheiden, ob ich die Reihe weiterverfolge.
Es gibt 3 Völker in Andorin (Manjaka, Nyota, Ilvenor), welche aber eine Gottheit haben. Allerdings mit unterschiedlichen Namen. Diese Gottheit hat einige Zeit geschwiegen, aber nun hat sich dies geändert. Die Übersetzung der Prophezeiung, welche dabei laut wird, ändert das Leben von 3 Personen dramatisch. Jedes Volk hat seine eigene Übersetzung und sie unterscheiden sich minimal voneinander und das ist dennoch verheerend für diejenigen. Hinter Kijan ist in Manjaka ein Meuchelmörder her, wodurch er die Liebe seines Lebens verliert. Yuma ist in Nyota und will sich statt ihres Zwillingsbruder opfern, denn dieser soll den 300 tägigen Tod aufgrund der Prophezeiung sterben. Und dann ist da noch Narcian. Er ist ein Prinz, der Drittgeborene, und wird von seiner Familie geopfert.
Vom Setting her fand ich es toll. Mir hat die Umgebung gefallen, die Kultur und auch die Wesen, die einem begegnen. Richtig gut gefiel mir die nicht vorhandene Lovestory. Find ich eine angenehme Abwechslung, vor allem als Jemand, der solche Sachen eher seicht bis gar nicht mag.
Kijan ist verliebt und hat Alles arrangiert um demnächst die Liebe seines Lebens zu heiraten. Bis sie getötet wird. Er will Rache. Er landet hinter großen Mauer, trifft dort auf die beiden Anderen, und erfährt bei seiner Wiederkehr, was es mit dem Meuchelmörder auf sich hat. Für ihn ändert sich am Ende vermutlich am Meisten.
Yuma fühlt sich eingesperrt, denn Frauen sind nicht wirklich viel wert in Nyota. Ihre Familie meint es aber immerhin gut mit ihr. Sie haben sittsam zu sein, sich in Demut zu üben, dazu müssen natürlich auch fleißig sein. Yuma will nur eins, ihren Zwillingsbruder vor dem Tod retten, dies kann sie aber nur als Mann, also muss sich wandeln. Ihr Wunsch bringt sie hinter die große Mauer und schließlich mit Kijan und Narcian zusammen.
Prinz Narcian ist ein überheblicher Armleuchter, der sich gern über Andere lustig macht, obwohl er früher selbst nicht mit Ansehnlichkeit gesegnet war. Das er Drachenfutter werden sollte störte mich eher weniger. Aber auch er findet einen Weg zurück vor die große Mauer. Sympathischer macht ihn das aber dennoch nicht.
Yuma und Kijan mochte ich sofort, Narcian war erstmal unten durch bei mir. Das hat sich tatsächlich auch nur wenig gebessert bis zum Schluss.
Fazit
Wer gute Fantasy ohne riesen Romanze mag, kann getrost zu Andorin greifen. So ganz für sich gewinnen konnte mich die Story allerdings nicht, wobei ich nicht wirklich sagen kann woran es lag. Am Ende geht es so in die Richtung: „Joah. War okay.“ Ebenfalls hat mir gut gefallen, dass nicht alle „Helden“ selbstlos und lieb waren. Ebenfalls ein netter Kontrast zu sonstigen Erscheinungen im Genre. Am Ende 4 Sterne für den Auftakt
Ein flüsternder Stern. Drei Wege, seine Worte zu deuten. Lange hat die Gottheit der drei Völker Andorins geschwiegen. Nun erhebt der allwissende Stern seine Stimme und die Propheten lauschen seinen gewisperten Worten. Die Übersetzungen, die sie daraufhin niederschreiben, unterscheiden sich nur wenig, doch die feinen Unterschiede haben verheerende Konsequenzen: Prinz Narcian aus dem Lande Ilvenor wird als Drachenfutter auserkoren. Handwerker Kijan aus Manjaka macht Bekanntschaft mit einem Meuchelmörder, der es offenbar auf ihn abgesehen hat. Und in Nyota zerstört ein uraltes, grausames Ritual das Leben der jungen Yuma. Alle drei verbindet dasselbe Schicksal: Hinter einer hohen Mauer, umgeben von tödlichen Bestien, treffen Narcian, Kijan und Yuma aufeinander. Um zu überleben, müssen sie besser zusammenarbeiten als ihre Propheten.
Meinung:
Mira Valentin hat mit Andorin – Gottesflüstern eine rundum gelungene High Fantasy Welt erschaffen. In dieser Welt tummelten sich nicht nur die drei lebenden Völker Andorins sondern auch eine handvoll fantastische Kreaturen wie die Samroks, Echsenwesen die sowohl auf zwei Beinen als auch auf vier gehen können. Natürlich gab es auch Drachen. Auch die Völker Andorin sind großartig gestaltet. Manjaka erinnerte mich an uns Deutsche/Europäer, bei Ilvenor dachte ich durch die Eitelkeit immer an Elben (obwohl es keine Elben sind) und Nyota hat für mich eine starke Richtung zum asiatischen Raum. Zu den Charakteren werde ich soweit nichts sagen, außer das sie authentisch, tiefsinnig und liebenswürdig sind. Allerdings sind drei Charaktere auf ihre Art total kämpferisch, was mir ebenfalls gut gefallen hat. Mit Mira Valentin’s Schreibstil konnte ich mich sofort anfreunden, denn die Geschichte ließ sich leicht und flüssig lesen, ohne holprig zu wirken. Nebenbei kam ihr Schreibstil bildhaft und lebendig rüber, was mir großartig gefallen hat.
Ein für mich rundum gelungener High Fantasy Roman mit großartig in Szene gesetzten Charakteren. Allerdings finde ich das es noch Luft nach oben gibt, vor allem in Bezug auf die Abenteuerelemente.
💜Die Story💜 Es gibt so wahnsinnig viele Geschichten in diesem High Fantasy Buch. Auch die Perspektiven aus der Vergangenheit, verschiedenen Regionen und Wohlstandsschichten werden angeschaut. Es passiert eine Menge doch braucht es immer noch mehr Puzzlestücke über spannende Geheimnisse, die Charaktere und ihre Abkommen. 💜Die Figuren💜 Ich finde einige Personen sehr abschreckend, boshaft oder ekelhaft dargestellt, andere hingegen sind sehr liebenswert und angenehm gestaltet. Das Highlight ist für mich hier der süße Sidekick "Faultier". Auch mochte ich Yuma sehr gern. Sie ist eine starke junge Frau, die für ihre Anliegen kämpft. Narcian, den Prinzen, mag ich in der ganzen Geschichte am wenigsten. Allgemein gibt es lustige Gruppenzusammenstellungen - da sind die Figuren doch etwas steif miteinander, aber sehr spannend in den einzelnen Settings. 💜Der Schreibstil💜 ist eigentlich sehr angenehm. Ich mag es, dass so viele verschiedene Sichtweisen aufgezeigt werden, dass man so viel über die Welt und die Bewohner erfahren kann. Allgemein finde ich, das Buch ist nicht sonderlich rosa und freudig. Es scheint eher sehr düster und von Leid durchzogen. Positiv überrascht bin ich vom Spannungsbogen.
💜Mein Fazit💜 Was mich zu Beginn sehr gestört hat, waren die Kraftausdrücke, diese wurden aber mit der Zeit weniger, oder ich habe mich dem Stil der Figuren angepasst. Allgemein ist Andorin eher düster, mit der ein oder anderen spannenden Entwicklung. Die Charaktere haben mir nicht alle gefallen, dennoch war ich zum Teil sehr gerührt. Ich finde die einzelnen Charaktere, sowie die einzelnen Geschichten toll gestaltet und mag diese auch. Das Ende ist natürlich ein Cliffhanger. Leider sagt mir das grosse Ganze der Geschichte trotzdem nicht wirklich zu. Deshalb würde ich zwar eigentlich gerne wissen wie es für die Personen weitergeht, aber ich denke nicht, dass es für mich ausreicht, um Band 2 zu lesen.
Der Auftakt dieser High-Fantasy-Reihe der grandiosen Autorin Mira Valentin entführt uns in eine Welt, in der Mythen und Legenden aus Japan greifen. Wir haben es mit Drachen und Monstern zu tun, sind mit dabei, wenn Narcian, Kijan und Yuma sich gegen sie stellen und erfahren mehr über die Vergangenheit der beiden Männer. Alle drei Protagonisten sind ganz besondere Figuren in diesem Spiel.
Die Autorin hat eine Menge Zeit und Arbeit in diese Reihe gesteckt, und das merkt man auch. Allein die Kunstsprache Tyroshin zu entwickeln, stelle ich mir unheimlich schwierig vor. Außerdem hat Mira auch mit uns Fans zusammengearbeitet. So sind mehrere Namen der Figuren, aber auch das Setting teilweise von uns vorgeschlagen worden. Ein ganz besonderes Projekt zwischen Autorin und Lesern ist somit entstanden.
Ich habe das Buch teilweise gelesen, aber größtenteils gehört, denn erstens konnte ich zeitgleich andere Arbeiten ausführen und zweitens liest der Sprecher vieler Fantasy-Romane Robert Frank. Er ist einer der besten!
Ich habe rundum nichts zu meckern, sondern bin überzeugt und überaus zufrieden. Das war absolut keine Zeitverschwendung 😉
Dieses Fantasybuch hat mir sehr viel Freude bereitet. Das Nachdenken über Sprache und Übersetzen ist plotrelevant - was für eine seltene Schönheit!
Das Buch hat Spannung, Witz und so manche unerwarteten Charaktere (wie etwa ein voyeuristisches, magisches Faultier).
Die Welt wirkt manchmal etwas klein und zu einfach - aber das kann ich verzeihen. Und auch die Charakterentwicklung nimmt erst gegen Ende des Buches etwas an Fahrt auf. Vielleicht erfahren wir da noch mehr im Verlauf der nächsten Bände...
Dieses Buch nahm mir all die Hoffnung, welche ich für die Zukunft des Fantasy-Genres besaß und ließ mich mit Wut und Hass zurück. Ich bin über die positiven Bewertungen überrascht, denn es dauerte 218 Seiten (von 300!!) bis die eigentliche Handlung des Buches überhaupt mal begann. Bis dahin wirkte es wie ein sehr langer Prolog. Von den Charakteren werde ich nicht einmal ein Wort verlieren, die kann man alle vergessen. Was ein Start ins neue Jahr...
»Stimmt, ich vergaß: Du bist ja das Rennpferd unter den Faultieren.« »Zu schneeell für Familie. Zu laaangsam für dich.« Agilo grinste.
Aus „Andorin I: Gottesflüstern“ von Mira Valentin
FAKTEN Das Buch „Andorin I: Gottesflüstern“ von Mira Valentin ist im Januar 2024 beim Drachenmond Verlag erschienen. Es handelt sich um den ersten Band einer Reihe. Dieser Band ist als Print, eBook und Hörbuch erschienen. Das Hörbuch hat eine Länge von 11 Stunden und 14 Minuten. Gelesen wird es von Robert Frank.
KURZMEINUNG Fulminante High-Fantasy, die den Spagat zwischen Tiefe und Humor perfekt gestemmt hat. Ein grandioser Auftakt!
KLAPPENTEXT Ein flüsternder Stern. Drei Wege, seine Worte zu deuten. Lange hat die Gottheit der drei Völker Andorins geschwiegen. Nun erhebt der allwissende Stern seine Stimme und die Propheten lauschen seinen gewisperten Worten. Die Übersetzungen, die sie daraufhin niederschreiben, unterscheiden sich nur wenig, doch die feinen Unterschiede haben verheerende Konsequenzen: Prinz Narcian aus dem Lande Ilvenor wird als Drachenfutter auserkoren. Handwerker Kijan aus Manjaka macht Bekanntschaft mit einem Meuchelmörder, der es offenbar auf ihn abgesehen hat. Und in Nyota zerstört ein uraltes, grausames Ritual das Leben der jungen Yuma. Alle drei verbindet dasselbe Schicksal: Hinter einer hohen Mauer, umgeben von tödlichen Bestien, treffen Narcian, Kijan und Yuma aufeinander. Um zu überleben, müssen sie besser zusammenarbeiten als ihre Propheten.
SCHREIBSTIL & MEHR Das Buch Dieser Auftakt hat sich nach ganz vorn katapultiert. Diese Geschichte wartet mit Witz, Tiefe, facettenreichen Charakteren und einem sehr genialen Worldbuilding auf. Mira Valentin hat es auch diesmal geschafft, mich von den ersten Zeilen an zu fesseln, in ihr High-Fantasy-Setting zu ziehen und mich mitten ins Geschehen zu versetzen. Ich finde, es ist mehr als ein Talent, was Mira an den Tag legt. Das ist können und Handwerk! Sie baut die Atmosphäre nämlich auch zwischen den Zeilen auf. Versteht es, Emotionen real zu machen und Charaktere authentisch. Auch hier treffen mehrere aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und genau das macht ihre Geschichten so lebendig! Was ich an dieser Geschichte so genial finde, ist, dass sie hier mit einer althergebrachten Tradition bricht. Ich darf nur leider nicht sagen, welche es ist, denn sonst würde ich Euch spoilern. Ich kann nur so viel sagen, dass sich hier ein eklatanter Punkt von den meisten Geschichten mit mehreren Protagonisten unterscheidet – sehr genial! Mira Valentin ist und bleibt meine Lieblingsautorin!
Das Hörbuch Robert Frank hat auch in diesem Buch einen außerordentlich guten Job gemacht! Den verschiedenen Figuren hat er ihre persönliche Note gegeben und diese Geschichte damit einzigartig lebendig werden lassen. Seine Intonation ist grandios und verhilft zu einem auditiven Erlebnis, das mich als Hörerin mitten ins Erlebnis hineinzieht, einbezieht und miterleben lässt. Auch bei diesem Werk hat er sein stimmliches Können wirken lassen und mir zu einem besonderen Hörvergnügen verholfen. Besonders gelungen ist ihm die Interpretation des Faultieres Agilo (mein liebster Charakter neben Kijan) – dafür feiere ich ihn sehr. Denn dadurch ist dieses fellige Wesen noch einmal viel greifbarer geworden.
FAZIT Ein überaus genialer Auftakt, der mich darin bestärkt, in Mira Valentin meine Lieblingsautorin zu sehen. Zwischen Humor, spürbarer Atmosphäre und facettenreichen Charakteren begleitet man die Protagonisten durch ein sehr gelungenes Worldbuilding.
BEWERTUNG Das Buch Höchstwertung! 5 von 5 Goldenen Zahnrädchen
Das Hörbuch Höchstwertung! 5 von 5 Goldenen Zahnrädchen
Re-read um potenziell Buch 2 über KU zu lesen, da ich mich nicht mehr an alles erinnern konnte. Ich muss gestehen, zwei POV's mag ich mehr als die letzte... Obwohl ich die Idee total toll finde, viel mit der Community beim Erschaffen eines Buches zusammenzuarbeiten, finde ich leider, dass man das etwas zum Leidwesen des Buches merkt. Ich finde es an manchen Stellen etwas viel von allem. Eventuell hätte ich nicht so empfunden, hätte es nur Kijan und Ayuma als Protagonisten gegeben.